Psathyrellaceae 2025

Zur Bestimmung in der Gattung Psathyrella wurden im Wesentlichen die Schlüssel und Artbeschreibungen von Örstadius in FNE6, Funga Nordica bzw. Örstadius 2015 sowie von Gröger (2014) verwendet. Die Mikrofotos zeigen - sofern nicht anders angegeben - Präparate in KOH.

Nr. 1: Psathyrella clivensis (Berk. & Broome) P. D. Orton

Zur Bestimmung: Unkritisch. Da Parazystiden und Cheilos an der Schneide ziemlich gleichmäßig verteilt sind, schlüsselt man in FNE6 vorbei.

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Funddaten: 03.08.2025; MTB 7735-4-3-2, 495 m; 48,21320; 11,61415; D-By-München, Fröttmaninger Heide Süd; Schotterheide über spätwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern; in der mageren Wiese (ca. 3 m entfernt Kiefer und Zitterpappel), auf Erde; gesellig (6 Fk);
Hut: 1,8 – 2,5 cm breit, anfangs glockig, dann bis flach konvex, nicht oder nur schwach gebuckelt, graubraun, bis zum halben Radius durchscheinend gestreift, stark hygrophan, von der Mitte her cremegrau bis sandgelb verblassend; bei jungen Fk am Hutrand mit flüchtigen, weißen, fein faserigen Velumresten, bald verkahlend; Stiel: bis 5,5 x 0,2 cm, basal gleichdick, cremefarben, apikal schütter bereift, sonst fein und unauffällig längsfaserig; Lamellen: schwach aufsteigend und breit angewachsen, meist mit Zahn kurz herablaufend, gedrängt (ca. 27-28 erreichen den Stiel), graubraun; Schneiden fein weißflockig, nicht rötlich unterlegt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: banal pilzig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: mit mäßig dicht stehenden Cheilozystiden und zahlreichen, ziemlich großen, keuligen Parazystiden; ohne grünliche mucuoide Auflagerungen; Cheilozystiden: meist subutriform mit kurzem schmalem, sich verjüngendem Hals, auch bauchig fusoid, oder sublageniform mit etwas längerem schmalem Hals; mit Schnallen; Maße: 38 x 14 (29-48 x 12-16) µm, Q=2,7 (15 gemessen); Parazystiden: zahlreich, keulig bis blasig und ziemlich groß; 20-42 x 12-18 µm; Pleurozystiden: spärlich, überwiegend schlank bis bauchig fusoid mit nur angedeutetem Hals, auch (sub)utriform, apikal sporadisch schwach kopfig, meist gestielt, selten abgestutzt; Maße: 49 x 14 (38-57 x 10-18), Q=3,5 (15 gemessen); Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Maße: 18-25 x 8-10 µm; Sporen: ellipsoid, in Aufsicht ovoid, mit mäßig deutlichem (in Wasser undeutlich, in KOH deutlich), ca. 1,5 µm breitem Keimporus, in Wasser ockergelb (Musell 10YR 7/8), in KOH blass graubraun; Maße: 9,0 x 5,4 (8,2-10,0 x 4,9-5,7), Q=1,66 (1,56-1,80), 30 Sp. vom Abwurf gemessen;

Nr. 2: Psathyrella piluliformis (Bull.) P.D. Orton

Zur Bestimmung: Wohl unkritisch.

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Funddaten: 03.11.2025; 450 m, Koordinaten: 9,62018 E; 44,36601 N; Italien, Ligurien, Varese Ligure, Suie; büschelig auf vergrabendem Laubholz;
Hut: bis 3 cm, stark hygrophan, ohne Velumreste (auch jung), im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: Cheilozystiden und Parazystiden ziemlich gleichmäßig verteilt; Cheilozystiden: utriform; ca. 26-30 x 8-9 µm; Parazystiden: zahlreich, keulig; Pleurozystiden: meist utriform, seltener bauchig fusoid, Maße: 30 x 11 (28-33 x 9-13) µm, Q=2,7 (10 gemessen); Sporen: lateral phaseoliform, frontal kartoffelsackförmig, mit mäßig deutlichem. 1-1,5 µm breitem Keimporus, in Wasser ockergelb (Musell: 10YR 7/8 – 7,5YR 7/6), in KOH mittelgrau; Maße: 5,3 x 3,3 (4,9-6,1 x 3,2-3,5) µm, Q=1,60 (1,43-1,75), 20 Sp. vom Abwurf gemessen;

Nr. 3: Cystoagaricus lepidotoides (A.H. Sm.) G. Muñoz et al.

Zur Bestimmung: Unkritisch.

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Funddaten: 06.09.2025; MTB 8435-2-1-4, 790 m; 47,58229; 11,60811; D-By-Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Gemeinde Lenggries, Walchental; Bergmischwald (Buche, Fichte, Tanne, Bergahorn, Esche) über Hauptdolomit; auf der Borke eines starken, hohen Eschenstumpfs; gesellig (ca. 8 Fk);
Hut: bis 4 cm breit, bräunlich anliegend faserschuppig auf blass graubraunem Grund, nicht hygrophan; Stiel: bis 6 x 0,5 cm, basal gleichdick, cremeweiß, in der unteren Hälfte gelbbräunlich überfasert; Lamellen: aufsteigend und mäßig breit angewachsen, sehr gedrängt, graubraun, Schneiden gleichfarbig und fast glatt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden: überwiegen kopfig-utriform, in NH3 mit grünlichen mucoiden Auflagerungen; Sporen: lateral phaseoliform, frontal kartoffelsackförmig, mit ca. 1 µm großem KP, Maße: 8,3 x 4,8 (7,7-8,9 x 4,6-5,1), Q=1,72 (1,64-1,89), 20 Sp. im Lamellenpräparat gemessen;

Nr. 4: Coprinopsis stangliana (Enderle, Bender & Gröger) Redhead et al.

Zur Bestimmung: Unkritisch. Toller Wiederfund nach 16 Jahren!

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Funddaten: 05.08.2025; MTB 7735-4-3-4, 495 m; 48,21111, 11,60820; D-By-München, Fröttmaninger Heide Süd; Schotterheide über spätwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern; in der mageren Wiese, verges. mit Hygrocybe virginea und diversen Rötlingen; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 2,5 cm breit und bis 2 cm hoch; Stiel: bis 8 x 0,6 cm, basal keulig verdickt; Lamellen: extrem dicht stehend, zerfließend; Im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Huthaut hyphig, aus recht großen spindeligen Zellen, mit Schnallen; Velum (am Hut): aus irregulären hyphigen Strukturen; Zellen dünnwandig, oft divertikuliert, verzweigt oder mit fingerigen Auswüchsen, mit Schnallen; Hymenialzystiden: am Exsikkat überwiegend kollabiert, sehr voluminös, breit fusoid, dünnwandig; Basidien: 4-sporig, ca. 29-33 x 9,5-10,5 µm; Sporen: amygdaloid, dorsal bisw. auffallend gebuckelt, nicht abgeplattet, schokoladenbraun in KOH, mit bis ca. 1,5 µm breitem KP; Maße: 11,8 x 7,3 (10,9-13,0 x 6,8-8,0), Q=1,62 (1,49-1,73), 20 Sp. im Lamellenpräparat gemessen;

Nr. 5: Coprinellus micaceus (Bull.) Vilgalys & al.

Zur Bestimmung: Kaulos zwar spärlich, aber doch unübersehbar. Sporen mit etwas größerem KP als bei Ludwig und Gröger angegeben.

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Funddaten: 28.09.2025; MTB 7031-4-2-3, 460 m; Koordinaten: 48,92797; 10,97628; D – By –Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Gemeinde Pappenheim, Drei Linden; nahe dem Pfad, der von der Forststraße von den Drei Linden nach Pappenheim rechts ab geht; junger Laubmischwald (Hainbuche, Eiche, Zitterpappel, Ahorn) über Jurakalkstein (Arzberg-Formation); bei Hainbuche, Eiche und Zitterpappel, auf Erde, ohne ersichtlichen Holzkontakt über mehrere Quadratmeter verstreut; gesellig bis büschelig (ca. 15 Fk);
Hut: (nicht aufgeschirmt) ca. 2,5 cm hoch und 2 cm breit, walzenförmig bis steil kegelig, mit glimmerigen Velumkörnchen besetzt; Stiel: (jung, nicht ausgewachsen) bis 7 x 0,5 cm, weiß, auf ganzer Länge fein bereift (nicht behaart); Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, extrem gedrängt, anfangs cremefarben, dann schwarzbraun und vertintend; Schneiden stark weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: zellig, in der Aufsicht innen mit olivbraunen Wänden, außen aber farblos und dünnwandig; Velum: nur sporadisch braune, etwas inkrustierte, blasige Zellen; Stielbereifung: Endzellen ziemlich spärlich am Stiel verteilt, meist lageniform mit fast kugeligem Bauch und gleichmäßig schlankem Hals, manchmal nur kugelig oder kugelig mukronat, dünnwandig; Maße der lageniformen Kaulos: 39-109 x 18-35 x 5,5-8,5 (Länge x Bauch x Halsdurchmesse); Cheilozystiden: blasig, mit kurzen Stielchen; 48-83 x 33-56, vereinzelt bis 59 µm breit; Pleurozystiden: in Schneidennähe vorhanden, wie die Cheilos geformt; Basidien: 4-sporig, ohne Schnallen; 16-31 x 7-8,5 µm; Sporen: im Profil ellipsoid, in Aufsicht mitraförmig, deutlich abgeplattet, dunkelbraun, schokoladenbraun; Maße: lateral 8,8 x 5,3 (8,2-10,1 x 5,1-5,7), Q=1,65, frontal 9,1 x 5,8 (7,5-10,3 x 5,2-6,5), Q=1,55, jeweils 10 gemessen, KP bis 2,5 µm breit;