Inocybaceae 2021

Hinweis: Alle Mikromerkmale und Mikrofotos basieren auf Exsikkatpräparaten in 3-4%iger Kalilauge. Die geographischen Koordinaten wurden mithilfe des Koordinaten-Ermittlers auf orchids.de bestimmt und sind demzufolge nur näherungsweise angegeben.
Bestimmungsliteratur: die Monografien von Stangl 1989 und Kuyper 1986, Ludwig 2017 (Pilzkompendium), Fungi Non Delineati 34-36, 54-55, 73-74, Funga Nordica, diverse Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften sowie die Website von Ditte Bandini (inocybe.org).
Nr. 1: Inocybe spec.

Zur Bestimmung: Unklar. Mit den Schlüsseln von Stangl oder FN würde man hier bei I. fuscidula landen, die mittlerweile jedoch mit I. glabripes synonymisiert wurde. I. virgatula hat doch erheblich größere Sporen (Lectotype). Makroskopisch ähnelt die Aufsammlung der Kollektion 2014-17, hat aber anders geformte, breitere Pleurozystiden und etwas kleinere Sporen. Auffallend sind die teils deutlich clavaten Pleurozystiden und die relativ kleinen Sporen. Vgl. auch Kollektion 3 und 4 (siehe unten).

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Funddaten: 08.09.2021; MTB 8533-3-2-1, 1330 m; 11° 13' 13,26'' E, 47° 26' 49,77'' N; D-By-Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Mittenwald, Hoher Kranzberg; feuchter Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche) über Hauptdolomit; bei Fichte und (weiter entfernt) Buche teils in der Nadelstreu, teils in der grasigen Wiese; gesellig (ca. 5 Fk); verges. mit Cortinarius venetus;
Hut: bis 3 cm breit, kegelig, mit fast spitzem Buckel, radialfaserig, zum Rand hin deutlich aufreißend (rimos), braunbeige, hell haselnussbraun, jung am Scheitel mit cremegrauem Velumbelag, rasch verkahlend; jung mit Cortina; Stiel: bis 5 x 0,5 cm, basal gleichdick, cremefarben bis cremebeige, im obersten 5tel schütter bereift, sonst fein weißlich beflockt bis längsfaserig; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt (ca. 40 erreichen den Stiel), jung cremeweiß, später olivgrau; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden: am Apex büschelig, als reguläres Kaulohymenium, überwiegend bauchig fusoid, auch utriform, mäßig stark dickwandig, mit Kristallbesatz, ohne Reaktion in KOH, durchsetzt mit vielen dünnwandigen Parazystiden, auch schwach dickwandige keulige Zellen vorhanden; Maße: 37-63 x 10-20, Wandstärke ziemlich gleichmäßig an Bauch und Apex 0,5-1,5 µm; Pleurozystiden: mäßig zahlreich, bauchig-fusoid, clavat oder (sub)utriform, meist mit kurzem, schmalem Fuß, ohne Reaktion oder sehr blass gelblich in KOH, schwach dickwandig, in der Regel mit spärlichem Kristallbesatz; Maße: 61 x 18 (53-75 x 13-27), Q=3,5 (2,2-4,5), 20 Zystiden gemessen, Wandstärke apikal 1-1,5, am Bauch 0,5-1,5; Cheilozystiden: dicht gedrängt, in Form und Größe ähnlich wie die Pleurozystiden, aber oft dickwandiger mit Wänden bis 2,5, selten 3 µm; Parazystiden: klein und unauffällig; Basidien: 4-sporig; Sporen: amygdaloid, glatt, apikal meist (sub)konisch, in der Regel ohne Bauchdelle oder Hilardepression, blass gelb in KOH, Maße: 8,1 x 4,6 (7,3-9,5 x 4,0-5,5), Q=1,75 (1,60-2,08), 30 Sp. gemessen;

Nr. 2: Inocybe spec.

Zur Bestimmung: Unklar. Glattsporer mit fast bis zur Mitte bereiftem Stiel. Die teils über 100 µm langen Kaulozystiden würden zu I. pseudodestricta passen, die aber kürzere, gedrungenere Sporen hat. Makroskopisch ein bisschen ähnlich ist I. grusiana (graue Velipellis, Hutfarben), die zwar ähnlich schlanke Kaulozystiden und ähnlich große Sporen, aber viel dünnwandigere, apikal weite Pleurozystiden hat. I. plurabellae hat einen schuppigen oder zumindest aufgerauten Hut und kürzere, viel bauchigere Hymenialzystiden. I. griseovelata hat anders geformte apikal weite Hymenialzystiden. I. nitidiuscula hat regulärere, bauchigere Kaulozystiden.

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Funddaten: 16.10.2021; MTB 8036-4-4-3, 670 m; Koordinaten: 11° 48' 15,26'' E, 47° 54' 21,81'' N (grob geschätzt); D-By-Landkreis Miesbach, Gemeinde Weyarn, Kleinhöhenkirchen, Pfaffensteig; moosiger Fichtenhochwald über würmzeitlicher Moräne; bei Fichten; gesellig bis kleinbüschelig auf Nadelstreu mit Bärlapp und Sauerklee (ca. 10 Fk);
Hut: bis 3,5 cm breit, anfangs kegelig, reif bis ausgebreitet und mit fast spitzem warzenförmi-gem Buckel, fein befasert, auch älter und am Rand wenig gröber, bisw. etwas rissig werdend, jung teilweise vor allem am Scheitel durch eine dicke, cremefarbene bis cremebeige Velipellis schollig bis filzig faserschuppig überzogen; jung mit Cortina; Stiel: bis 5 x 0,4 cm, basal gleichdick, cremebeige bis beige, später mit fichtenholzfarbenem Reflex, apikal nicht rötlich, fast bis zur Mitte fein bereift, nach unten zu bisw. schütter; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt, bauchig, jung reinweiß, dann cre-megrau bis olivgrau, alt mit starkem Olivton; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Stielbekleidung: unterhalb der Stielmitte mit schwach dickwandigen, zylindrischen kaulozystidoiden Haaren (in der Regel ohne KristallbesatzI, sonst aus dünnwandigen Zellen, ohne typische Metuloide; im oberen Stieldrittel mit büscheligen, teils irregulären Kaulozysti-den: Kaulozystiden im oberen Stieldrittel: zum Teil „normale“ Metuloide, meist schlank fusoid und am Apex mit Kris-tallbesatz, teils aber auch ungewöhnlich subzylindrisch, unterhalb des Apex oft eingeschnürt und in der Einschnürung mit Kristallen, apikal oft abgeschnürt verjüngt, teilweise auch regulär zylindrisch oder zylindrisch wellig, bisw. apikal auch schlank keulig erweitert, basal fast im-mer abgestutzt (truncat), meist schwach bis deutlich dickwandig, ohne oder mit oft über die ganze Zystide verstreuten Kristallen; vermischt mit eher wenigen, oft recht großen, meist keu-ligen, aber auch sub(zylindrischen) Parazystiden; Maße (regulär fusoide Zystiden): 70 x 12 (51-90 x 10-16), Q=5,7 (15 gemessen), Wandstärke apikal 1,5-2,5, am Bauch 0,5-1 µm, typi-scherweise am dicksten nicht direkt am, sondern etwas unterhalb des Apex; irreguläre (sub)zylindrische Zystiden: 82 x 9 (62-102 x 8-11), Q=8,7 (15 gemessen), Wandstärke 0,5-1 µm; Pleurozystiden: zahlreich, überwiegend schlank fusoid oder lageniform, meist mit allmählich verschmälertem, kaum abgesetztem kurzem Fuß, vor allem bei stark bauchigen Zystiden auch deutlich gestielt, mit Kristallbesatz, unterhalb des Apex oft auch mit fein granulärem Besatz (wie bei der Leiocephala-Gruppe), blass gelblich in KOH; Maße: 66 x 12 (60-70 x 10-16), Q=5,5 (4,0-7,0), 20 Zystiden gemessen; Wandstärke in Apexnähe 2,5-3,5, am Bauch 1,5-2 µm, Wände ein Stück weit unterhalb des Apex oder oberhalb des Bauchansatzes am dicksten und dann aufwärts wieder etwas verjüngt; Cheilozystiden: dicht stehend, variabler als die Pleuros und im Mittel breiter, meist kürzer, aber einige auch länger als die Pleuros (ca. 50-75); Parazystiden regulär keulig, meist mittel-groß, einige auch groß; Basidien: 4-sporig; Sporen: amygdaloid, apikal meist konisch und mit Kallus, oft mit stark ausgeprägter Bauch-delle und dadurch etwas irregulär abgenickt oder bucklig wirkend, Maße: 10,5 x 5,7 (9,5-12,1 x 5,2-6,4), Q=1,87 (1,67-2,12), 30 Sp. gemessen, Ausreißer vermutlich von 2-sporigen Basidien gar nicht selten, bis 14 x 7,5 µm groß;

Nr. 3: Inocybe spec.

Zur Bestimmung: Unklar. Die große Tannen-"Fuscidula". Trotz zahlreicher Neubeschreibungen in letzter Zeit finde ich diesen häufigen Risspilz nirgends in der Literatur. Vgl. 2006-10-23, 2009-09-22, 2009-19, 2010-20, 2011-34, 2014-17, 2016-04, 2017-20; Abgesehen von der Sporengröße bestehen auch viele Übereinstimmungen mit Kollektion 2021-01 (siehe oben). I. fuscidula ist inzwischen synonymisiert mit der kleinsporigen I. glabripes. I. virgatula hat größere Sporen und sieht völlig anders aus (vgl. Kollektion 2009-15).

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Funddaten: 14.09.2021; MTB 8135-4-1-4, 745 m; Koordinaten: 11° 36' 51,92'' E; 47° 49' 27,52'' N; D-By-Landkreis Bad-Tölz/Wolfratshausen, Gemeinde Sachsenkam, Kirchsee, Schelmbüchl; Mischwald (Tanne, Fichte, Buche) über würmzeitlicher Moräne; bei großen Tannen, Fichte und Buche; gesellig (ca. 6 Fk);
Hut: bis 4,1 cm breit, jung kegelig, reif bis ausgebreitet und mit stark vorgezogenem warzenförmigem Buckel, cremebeige bis milchkaffeebraun, verkahlt bis haselnussbraun; mit sehr üppiger, am Scheitel flächig angedrückter, zum Rand hin filziger weißer Velipellis; Stiel: bis 5 x 0,5 cm, basal gleichdick oder schwach erweitert, cremeweiß, mit fichtenholzfarbenem Reflex, im oberen Drittel fein bereift, sonst längsfaserig; jung mit Cortina; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt (ca. 60 erreichen den Stiel), jung grauweiß, reif olivgrau; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: spermatisch; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden: in Apexnähe büschelig bis schütter, bauchig fusoid bis utriform, ohne Hals oder mit kurzem breitem oder nur angedeutetem Hals, selten sublageniform mit längerem und schmalerem Hals, mit üppigem Kristallbesatz, ohne Reaktion oder sehr blass gelblich in KOH, Maße: 54 x 17 (41-74 x 15-21), Q=3,1 (15 gemessen), Wandstärke 1-3 µm; untermischt mit keuligen bis subzylindrischen dünnwandigen Parazystiden und einigen subglobosen dickwandigen Zellen (ca. 24-32 x 20-21); Pleurozystiden: zahlreich, extrem variabel, überwiegend utriform oder sublageniform mit mittellangem mäßig breitem oft allmählich verschmälertem Hals, bisw. auch halslos bauchig fusoid, seltener clavat oder deutlich lageniform mit langem schmalem Hals, meist mit breitem kurzem Fuß, selten (vor allem clavate) auch gestielt, in KOH ohne Reaktion oder sehr blass gelblich, mit Kristallbesatz, schwach dickwandig, Maße: 64 x 16 (58-70 x 12-21), Q=4,1 (3,2-5,6), 20 Zystiden gemessen, Wandstärke recht gleichmäßig 0,5-1,5 µm, apikal meist etwas dickwandiger als am Bauch; Cheilozystiden: dicht gepackt, in der Form wie die Pleuros, einige etwas dickwandiger, im Mittel etwas kürzer (unter 60), durchsetzt mit sehr zahlreichen, deutlich differenzierten, keuligen, mittelgroßen Parazystiden; Basidien: 4-sporig; Sporen: amygdaloid, glatt, apikal konisch bis subkonisch und bisw. deutlich papilliert, oft mit schwach ausgeprägter Bauchdelle, eher schwach dickwandig und blass gelb in KOH, Maße: 9,1 x 4,9 (8,0-10,0 x 4,3-5,3), Q=1,86 (1,73-2,00), 30 Sp. gemessen (vom Abwurf und vom Stiel);

Nr. 4: Inocybe spec.

Zur Bestimmung: Trotz der etwas anders geformten und kürzeren Pleurozystiden und etwas kleineren Sporen würde ich vermuten, dass die Aufsammlung konspezifisch ist mit der vergesellschafteten Kollektion Nr. 3 (siehe oben). Denn auch Letztere hat so seltsam unförmig utriforme und gestielt keulige Pleurozystiden, wenn auch in der Minderzahl.

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Funddaten: 14.09.2021; MTB 8135-4-1-4, 745 m; Koordinaten: 11° 36' 51,92'' E; 47° 49' 27,52'' N; D-By-Landkreis Bad-Tölz/Wolfratshausen, Gemeinde Sachsenkam, Kirchsee, Schelmbüchl; Mischwald (Tanne, Fichte, Buche) über würmzeitlicher Moräne; an ruderaler, stickstoffreicher Stelle mit Brennessel am Wegrand bei großen Tannen, Fichte und Buche; gesellig (4 Fk); verges. mit Pholiotina vestita;
Hut: bis 2,4 cm breit, im Übrigen weitgehend wie Kollektion 3 (siehe oben). Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden: in Apexnähe büschelig bis schütter, bauchig fusoid bis utriform, ohne Hals oder mit kurzem breitem oder nur angedeutetem Hals, bisw. auch kurz keulig, mit üppigem Kristallbesatz, ohne Reaktion oder sehr blass gelblich in KOH, Maße: ca. 35-60 x 13-18; Wandstärke meist 1-1,5; untermischt mit keuligen bis subzylindrischen dünnwandigen Parazystiden; Pleurozystiden: zahlreich, extrem variabel, überwiegend irregulär utriform, oft mit asymmetrischem Bauch, oder gestielt clavat, bisw. auch bauchig fusoid oder sublageniform; Maße: 54 x 19 (44-64 x 14-27), Q=2,9, 20 Zystiden gemessen; Basidien: 4-sporig; Sporen: amygdaloid, glatt, apikal konisch bis subkonisch und bisw. deutlich papilliert, oft mit schwach ausgeprägter Bauchdelle, eher schwach dickwandig und blass gelb in KOH, Maße: 8,7 x 4,7 (7,9-10,1 x 4,2-5,2), Q=1,84 (1,63-2,07), 30 Sp. gemessen (vom Abwurf und vom Stiel);

Nr. 5: Inocybe cf. flocculosa (Berk.) Sacc.

Zur Bestimmung: Für mich ungeklärte Artengruppe um I. flocculosa s.l. Möglicherweise konspezifisch mit Kollektion 2011-20, 2014-22, 2016-07 (gausapata), ziemlich sicher konspezifisch mit 2012-37 (allerdings kleinere Sporen) und 2014-21 (gausapata).

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Funddaten: 07.10.2021; MTB 7935-3-3-1, 630 m; Koordinaten: 11° 30' 11,97'' E, 48° 1' 20,1'' N; D-By-Landkreis München, Gemeinde Grünwalder Forst, östliche Isarleite, Brunnhaus; Buchen-dominierter Mischwald über hochwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern; bei großer Buche, jungen Salweiden und (weiter entfernt) Fichtenjungholz; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 3 cm breit, jung stumpf kegelig, dann gewölbt bis ausgebreitet und mit variabel stark vorgezogenem Buckel, jung durch stark ausgeprägte weißliche Velipellis grob filzig bis abste-hend faserschuppig, später am Scheitel fast verkahlend und zum Rand hin mehr anliegend faserschuppig bis grobfaserig und nur mehr am Rand filzig, am Scheitel rehbraun, zum Rand hin heller haselnussbraun; jung mit weißer, rasch vergänglicher Cortina; Stiel: bis 4,5 cm lang und bei jungen Fk bis 0,5 cm breit, basal gleichdick, cremeweiß bis beige, mit fichtenholzfarbenem Reflex, nur an der Spitze grob und dicht bereift, sonst bisw. schwach flockig überfasert; Lamellen: aufsteigend und relativ breit angewachsen, gedrängt (ca. 44-54 erreichen den Stiel), jung weiß, reif steingrau bis olivgrau (nur schwacher Olivton); Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden (in Apexnähe): büschelig, überwiegend lageniform, seltener schlank fusoid, sehr langhalsig, apikal bisw. schwach wellig, am Hals dickwandig, am Bauch nur schwach dickwandig, mit oder ohne Kristallbesatz, durchsetzt mit zahlreichen völlig dünnwandigen, meist fusoiden oder (sub)zylindrischen Zystiden ohne Kristallbesatz und wenigen kleinen keu-ligen bis subzylindrischen Parazystiden; Maße: 92 x 13 (75-118 x 10-16), Q=7,2, 20 Zystiden gemessen; Wandstärke am Hals 1,5-2 µm, am Bauch 0,5-1 mm, in KOH mit schwacher oder ohne Reaktion; dünnwandige Zystiden ca. 63-90 x 19-12; Pleurozystiden: überwiegend lageniform, bisw. auch sublageniform mit eher kurzem nur ange-deutetem Hals oder bauchig fusoid, in der Regel mit Kristallbesatz, blass gelblich oder hyalin in KOH, am Hals dickwandiger als am Bauch, Maße: 65 x 15 (46-75 x 12-18), Q=4,3 (3,5-6,0), 20 Zystiden gemessen, Wandstärke am Hals 2-3 µm, am Bauch 1-1,5 µm; Cheilozystiden: dicht gedrängt, in Form und Größe viel variabler als die Pleuros, lageniform, bauchig fusoid, auch kurzhalsig lageniform, utriform oder clavat, untermischt mit intermediä-ren, meist utriformen dünn- bis schwach dickwandigen Zellen ohne Kristallbesatz sowie zahl-reichen keuligen bis subglobosen mittelgroßen Parazystiden; Maße ca. 45-83 x 9-21; Sporen: amygdaloid, glatt, apikal konisch bis subkonisch und fast spitz bis schmal gerundet, bisw. schwach ausgezogen, oft mit schwach ausgeprägter Bauchdelle, Kallus kaum ausgeprägt, mäßig dickwandig, normal gelb in KOH, Maße: 9,2 x 5,0 (8,0-10,3 x 4,6-5,5), Q=1,86 (1,69-2,06), 30 Sp. gemessen;

Nr. 6: Inocybe glabripes Ricken

Zur Bestimmung: Die Kollektion entspricht makroskopisch exakt dem Neotypus der Art (vgl. Bandini et al. 2021, "A fresh outlook …"). Mikroskopisch unterscheiden sich die Sporen durch noch etwas kleinere Maße, meist etwas spitzeren, oft leicht papillierten Apex und gelegentlich ausgeprägte Bauchdelle (anders als für den Neotyp gezeichnet). Die Hymenial- und Kaulozystiden sind weitgehend konform mit der Beschreibung in Bandini et al. 2021.

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Funddaten: 10.10.2021; MTB 7446-4-1-3, 420 m; Koordinaten: 13° 25' 58,04'' E, 48° 32' 10,55'' N; D-By-Landkreis Passau, Gemeinde Neuburg am Inn, Neuburger Wald, Naturwaldreservat Hecke; alter Buchenwald über Gneis; am kiesigen Wegrand bei Buche und (weiter entfernt) Tanne; gesellig (ca. 6 Fk);
Hut: bis 1,4 cm breit, jung mit Cortina, Stiel nur im oberen Viertel grob bereift; im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden: Metuloide direkt am Apex schwach büschelig, schon ein wenig darunter nur mehr verstreut, sehr variabel und oft irregulär, überwiegend lageniform, oft mit abrupt abge-setztem Hals, auch utriform, (sub)zylindrisch oder selten lecythiform, vermischt mit vielen langen zylindrischen dünnwandigen bis schwach dickwandigen Zellen sowie schlank keuligen bis gedrungen keuligen, bisw. etwas dickwandigen Parazystiden; Wandstärke am Hals 1-3 µm, am Bauch 0,5-1,5 µm, ohne Reaktion in KOH; Pleurozystiden: zahlreich, überwiegend (sub)utriform, meist mit recht langem breitem Halsteil, bisw. auch schlank bis bauchig fusoid, dabei apikal meist breit, seltener (sub)lageniform mit schmalerem Hals, seltener subzylindrisch mit nur schwach ausgeprägtem Bauch, mit kurzem oder langem, meist schmalem, allmählich verschmälertem Fuß, selten auch deutlich gestielt, mit Kristallbesatz, in KOH blass gelblich; Maße: 53 x 12 (44-61 x 9-14), Q=4,5 (3,8-6,1), 20 Zystiden gemessen; Wandstärke am Hals 1-2 µm, am Bauch 0,5-1 µm; Cheilozystiden: sehr schütter, Schneide von kleinen bis mittelgroßen Parazystiden dominiert; Cheilozystiden: in der Form ähnlich wie die Pleuros, aber im Mittel kürzer und breiter, ca. 38-51 x 12-18; Basidien: 4-sporig; Sporen: amygdaloid, apikal (sub)konisch und bisw. schwach papilliert, oft mit stark ausge-prägter Bauchdelle, recht blass gelb in KOH, Maße: 7,0 x 4,0 (6,4-7,9 x 3,8-4,4), Q=1,75 (1,61-1,97), 30 Sp. gemessen;

Nr. 7: Inocybe cf. nitidiuscula (Britzelm.) Sacc.

Zur Bestimmung: I. involuta ist wohl schwer unterscheidbar, sollte aber etwas weniger schlanke, apikal eher weite Pleurozystiden aufweisen. Typisch für I. nitidiuscula scheinen mir die oft subglobosen, schwach dickwandigen und gelbbraun gefärbten Cauloparazystiden zu sein. Bemerkenswert an dieser Kollektion die große Anzahl aberranter keuliger Pleurozystiden in einem Präparat, die in einem Kontrollpräparat jedoch völlig fehlten. Eher ungewöhnlich sind auch die ockerbraunen, am Scheitel oft etwas aufschuppenden Hüte.

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Funddaten: 04.09.2021; MTB 8236-4-4-3, 1370 m; 11° 48' 11,41'' E, 47° 42' 5,09'' N; D-By-Landkreis Miesbach, Gemeinde Tegernsee, Galaun, Baumgartenschneid; Bergmischwald (Fichte, Tanne, Bergahorn) über Hauptdolomit; bei Fichte; gesellig (ca. 6 Fk);
Hut: bis 2 cm breit, kegelig mit kleinem warzenförmigem Buckel, geschlossen befasert, nur alt am Rand etwas gröber faserig, am Scheitel oft schon jung schollig aufschuppend, hellbraun mit Ockerton; ohne Velumreste; Cortina vorhanden; Stiel: bis 4,2 x 0,3 cm, basal gleichdick, bräunlichbeige, im obersten Fünftel kräftig bereift, stielabwärts weißlich überfasert, basal weißfilzig; Lamellen: aufsteigend und relativ breit angewachsen, mäßig gedrängt (ca. 24 erreichen den Stiel), jung grauweiß, dann olivgrau, zuletzt olivbraun, Schneiden weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden (in Apexnähe): büschelig, überwiegend schlank fusoid bis lageniform, aber sehr variabel, oft auch irregulär wellig oder mit abruptem Halsteil oder apikal gegabelt, bisw. keulig (Übergang zu den subglobosen Parazystiden), überwiegend mit Kristallen und blass gelblich in KOH; Maße: ca.52-86 x 14-23; durchsetzt mit einerseits subglobosen bis globosen, schwach bis deutlich dickwandigen und oft gelbbraun gefärbten Parazystiden und andererseits eher normalen, dünnwandigen, meist schlank keuligen Parazystiden; subglobose Parazystiden ca. 26-30 x 13-20; Pleurozystiden: zahlreich, extrem variabel geformt, überwiegend clavat, bauchig fusoid, schlank fusoid oder lageniform, seltener utriform, die clavaten dabei stets kürzer und breiter als die übrigen Zystiden, meist mittellang gestielt, blass gelblich in KOH, meist mit Kristallbesatz, sehr dickwandig, wobei die Wände bei fusoiden oder lageniformen Zystiden am Übergang zum Bauch am dicksten sind und sich nach unten zu dann abrupt verjüngen, Maße: 60 x 21 (51-75 x 12-30), Q=2,8 (1,7-5,3), Wände im oberen Teil 2,5-5 µm, am Bauch 1-2,5 µm dick, 20 Zystiden gemessen; Pleurozystiden (Kontrolluntersuchung an anderem Fk): zahlreich, überwiegend lageniform oder schlank fusoid, bisw. auch bauchig fusoid oder subutriform, niemals clavat (!), blass gelblich in KOH, meist mit Kristallbesatz, Maße: 69 x 16 (55-79 x 11-23), Q=4,3 (2,5-6,4), 20 Zystiden gemessen, Wandstärke: am Hals 2-4,5 µm, am Bauch 1-1,5 µm dick; Cheilozystiden: an der Schneide dicht stehend, ähnlich variabel wie die Pleuros, aber insgesamt kleiner (unter 60 lang), die keuligen oft auch unter 40; Parazystiden zahlreich, keulig und mittelgroß; Basidien: 4-sporig; Sporen: amygdaloid, oft mit stark ausgeprägter Hilardepression, apikal meist (sub)konisch zulaufend und mit Kallus, seltener abgerundet, satt gelb in KOH, Maße: 10,2 x 6,1 (9,1-11,2 x 5,3-6,9), Q=1,68 (1,47-1,88), 30 Sp. gemessen;

Nr. 8: Inocybe audens Bandini, Christan & Dondl

Zur Bestimmung: Die Kollektion entspricht weitgehend der Beschreibung in der MycBav 2021. Etwas aus dem Rahmen fallen die Cheilozystiden, die im Mittel deutlich kleiner und dünnwandiger als die Pleurozystiden sind. Ein typisches Merkmal könnten die recht großen und zahlreichen Parazystiden sein. I. queletii unterscheidet sich laut Bandini et al. (2021, MycBav) vor allem durch eher filzige Hutoberfläche, größere Sporen und kürzere Hymenialzystiden.

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Funddaten: 12.06.2021; MTB 8136-4-3-2, 790 m; 11° 44' 21,19'' E, 47° 48' 57,66'' N; D – By – Landkreis Miesbach, Gemeinde Warngau, Steingraben; Mischwald (Fichte, Tanne, Buche) über risszeitlicher Moräne im Übergangsbereich zu oberer Meeresmolasse; bei großer Tanne und Fichten, gesellig (ca. 8 Fk);
Hut: 2,7-4,2 cm breit, anfangs kegelig mit stumpfem Buckel und nach innen gebogenem Rand, später bis ausgebreitet und mit flachem, breitem Buckel, Rand alt auch etwas hochgeschlagen, am Scheitel glatt, jung bisw. mit feinem cremefarbenen Velumbelag, oft etwas marmoriert wirkend, zum Rand hin mit dunkleren Fasern auf hellerem Grund, am Rand auch schwach filzig, alt rimos, frisch relativ blass mit cremebeigen bis braunbeigen Farben, alt dunkler ockerbraun bis haselnussbraun; Stiel: bis 11,5 x 0,8 cm (jung bis 1 cm dick), basal schwach oder deutlich keulig verdickt, cremeweiß, bisw. mit schwachem fichtenholzfarbenem Reflex, nur apikal bereift, sonst weißlich überfasert. Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt, jung cremefarben, später blass graubraun, Schneiden weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden in Apexnähe: büschelig und mit keuligen Parazystiden vermischt; meist schlank fusoid bis subzylindrisch, oft wellig oder etwas deformiert, ohne Hals oder mit kurzem, bisw. schwach welligem Hals; in KOH fast ohne Reaktion; Maße: 49-101 x 8-12, Wände ca. 2-3 µm dick; Pleurozystiden: überwiegend (sub)utriform oder breit fusoid mit kurzem breitem oder ohne Hals, selten sublageniform mit etwas verlängertem Hals, basal variabel, mit oder ohne ausgeprägten Fuß; Maße: 59 x 18 (54-67 x 15-20), Q=3,36 (2,8-4,2), 20 Zystiden gemessen; Wandstärke in Apexnähe 1,5-3, am Bauch 1-2,5, in Apexnähe meist etwas dicker als am Bauch; Cheilozystiden: an der Schneide mäßig zahlreich, untermischt mit sehr zahlreichen, meist recht großen keuligen Parazystiden; in der Form ähnlich wie die Pleuros, aber im Schnitt viel kleiner und dünnwandiger, Maße ca. 44-68 x 10-16; Sporen: amygdaloid, apikal bisw. schwach ausgezogen, ohne Kallus, selten mit Hilardepression, schwach dickwandig, sehr blass gelb in KOH, Abwurfpräparat mit auffallend vielen fast völlig farblosen Sporen; Maße: 8,9 x 5,4 (8,0-9,8 x 4,8-6,0), Q=1,64 (1,50-1,75), 30 Sp. gemessen;

Nr. 9: Inocybe cf. fuscescentipes Kühner

Zur Bestimmung: Unklar. Die flüchtige Cortina in Verbindung mit dem ganz bereiften Stiel sowie die dunkelbraunen Hutfarben könnten ein Hinweis auf I. fuscescentipes sein. Die Sporenmaße stimmen weitgehend mit der Kollektion von Vauras 5955F (Larsson et al. 2014) überein. Diese Art ist bislang allerdings offenbar nur boreal und alpin nachgewiesen. Abweichend sind die apikal etwas weiteren Zystiden ohne granulärem Besatz und die apikal oft etwas ausgezogenen, blassen Sporen. I. perchtana hat mehr rotbraune Hutfarben und völlig andere, viel schlankere Kaulozystiden. Die sehr auffallenden (sub)globosen dickwandigen Zellen am Stiel und an der Lamellenschneide finde ich in keiner Beschreibung.

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Funddaten: 25.09.2021; MTB 8533-1-4-1, 1040 m; Koordinaten: 11° 12' 38,4'' E; 47° 28' 24,43'' N; D-By-Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Krün, Klais, Kranzbach; Fichtenwald über würmzeitlicher Moräne; bei Fichte an offener Stelle am Waldrand; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 3 cm breit, steil kegelig, nicht aufschirmend, apikal abgerundet bis fast spitz, Hutbedeckung fein faserig, alt und am Rand etwas gröber, alt am und um den Scheitel kleinschuppig aufbrechend, rehbraun bis kastanienbraun; jung am Scheitel mit cremegrauem Velumbelag; ganz jung mit rasch vergänglicher Cortina; Stiel: bis 6 x 0,7 cm, basal schlank keulig erweitert oder gleichdick, nie knollig, beige, an der Spitze mit starkem Farbkontrast zu den jung weißen Lamellen, trotz Cortinaresten auf ganzer Länge bereift, zur Basis hin schütter; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt, jung auffallend weiß, dann cremegrau, graubeige bis olivgrau; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: nicht notiert; Mikromerkmale vom Exsikkat: Stielbereifung im obersten Fünftel: Kaulozystiden in Clustern, extrem variabel in Form und Größe, insgesamt sehr voluminös, überwiegend utriform, aber auch lageniform oder fusoid, seltener clavat oder subzylindrisch, ohne ausgeprägten Fuß, mit oder ohne Kristallbesatz, dazu viele große (sub)globose, dickwandige gelbbraun pigmentierte Zellen, diese bilden einen Übergang zu dünnwandigen kleineren (subglobosen) Parazystiden, die oft kettig angeordnet sind, auch banale keulige Parazystiden sind vorhanden, die klassischen Metuloide in KOH mit deutlich gelben Wänden; Maße: 59 x 22 (38-92 x 14-32), Q=2,7 (20 Zystiden gemessen), die (sub)globosen ca. 29-44 x 24-34; diese Elemente der Stielbereifung sind in ähnlicher Form auch unterhalb der Stielmitte vorhanden; Pleurozystiden: überwiegend (sub)lageniform, meist mit eher breitem langem Hals, bisw. auch (sub)utriform, selten fusoid, ausnahmsweise (vor allem in Schneidennähe) clavat bis subglobos, meist mit allmählich verjüngtem, wenig abgesetztem, variabel breitem Fuß, seltener gestielt, meist mit spärlichem Kristallbesatz, blass gelblich in KOH, mit variabel dicken Wänden, typischerweise mit einer Engstelle unterhalb des Apex und dann mit fast rundlich aufgeweitetem Lumen im Apex (Nadelöhr); Maße: 62 x 16 (49-73 x 13-22), Q=4,0 (3,3-5,3), 30 Zystiden gemessen, Wände am Apex 2-3, am Bauch 1-2,5 µm dick; Cheilozystiden: dicht gepackt an der Schneide, etwas variabler als die Pleuros, öfter bauchig fusoid oder deutlich utriform, auch mit subglobosen, dickwandigen Zellen wie am Stiel, im Mittel etwas kürzer als die Pleuros; Parazystiden zahlreich, klein bis mittelgroß, deutlich differenziert; Basidien: 4-sporig; Sporen: amygdaloid, glatt, apikal subkonisch bis konisch zulaufend, schmal abgerundet und oft etwas ausgezogen, schwach dickwandig und recht blass gelb in KOH, Maße: 9,0 x 5,3 (7,8-10,3 x 4,8-6,2), Q=1,69 (1,49-1,90), 30 Sp. gemessen;

Nr. 10: Inocybe muricellata Bres.

Zur Bestimmung: Eine Miniaturausgabe dieser Art.

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Funddaten: 12.09.2021; MTB 8332-3-4-1, 985 m; 11° 3' 18,18'' E, 47° 37' 26,56'' N; D-By-Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Unterammergau, Kappel; Bergmischwald über Reiselsberg-Formation (Flysch, Sandstein); bei Fichte und Ahorn, an sehr feuchte Stelle unter Pestwurz; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 1,2 cm breit, jung halbkugelig, dann flach gewölbt mit kleinem Buckel, anfangs stark filzig durch üppige weißliche Velipellis, später grob faserig, braunbeige bis haselnussbraun; jung ohne Cortina; Stiel: bis 2,5 x 0,15 cm, basal gleichdick, beige, im obersten Bereich rosabraun; auf ganzer Länger dicht bis schütter bereift; Lamellen: leicht aufsteigend und relativ breit angewachsen, gedrängt, jung weißlich, später olivgrau; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden: büschelig, schlank fusoid bis lageniform, mit Kristallbesatz, normal dickwandig, in KOH hyalin oder blass gelb, Maße ca. 50-107 x 10-16; Parazystiden spärlich; Pleurozystiden: bauchig fusoid bis lageniform, intensiv gelb in KOH, mit Kristallbesatz, dickwandig, Maße: 69 x 18 (58-86 x 13-24), Q=3,9 (2,4-5,6), 20 Zystiden gemessen; Cheilozystiden: dicht stehend, in Form und Größe ähnlich wie die Pleuros; Sporen: gedrungen amygdaloid, apikal subkonisch, ohne Bauchdelle, ziemlich dickwandig und kräftig ockergelb in KOH, Maße (im Lamellenpräparat gemessen): 8,5 x 5,6 (8,0-9,4 x 5,0-6,0), Q=1,52 (1,40-1,58), 20 Sp. gemessen;

Nr. 11: Inocybe proximella P. Karst.

Zur Bestimmung: Scheint mir ziemlich typisch. Die in Skandinavien verbreitete I. silvae-herbaceae soll noch variablere Kaulozystiden und etwas kleinere Sporen sowie wärmer braune Hutfarben aufweisen.

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Funddaten: 08.09.2021; MTB 8533-1-4-3, 1370 m; 11° 13' 17,45'' E, 47° 27' 15,33'' N; D-By-Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Mittenwald, Hoher Kranzberg; feuchter Bergnadelwald (Fichte, Tanne) über Hauptdolomit; bei Fichte im Moos; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 3,5 cm breit, jung spitzkegelig, dann flach kegelig bis ausgebreitet und mit spitzwarzigem Buckel, radialfaserig, zum Rand hin deutlich aufreißend (rimos), braunbeige, hell haselnussbraun, oft durch dunklere Fasern etwas streifig wirkend, jung am Scheitel mit cremegrauem Velumbelag, rasch verkahlend; jung mit Cortina; Stiel: bis 5 x 0,5 cm, basal gleichdick, beige, alt bis bräunlichbeige, nur apikal oder im obersten 6tel bereift, sonst längsfaserig, bisw. schwach streifig; Lamellen: aufsteigend und mäßig schmal angewachsen, gedrängt (ca. 38-42 erreichen den Stiel), jung cremebeige, reif blass graubraun mit schwachem Olivton; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden (in Apexnähe): schlank zylindrisch, schlangenförmig, sehr land und schmal, bisw. im unteren Drittel schwach spindelig-bauchig, apikal oft verjüngt und dann abrupt kopfig oder gegabelt, bisw. auch regulär bauchig-fusoid, dünnwandig bis schwach dickwandig, apikal ohne Kristallbesatz, vor allem an der Spitze mit fein granulärem Inhalt, durchsetzt mit banal zylindrischen, meist schwach dickwandigen oder dünnwandigen, oft angelagert inkrustierten Parazystiden, auch die Trägerzellen der Kaulos oft angelagert inkrustiert; Maße: 55-140 x 4-14, regelmäßig über 100 lang, Wandstärke kaum über 1 µm; Kaulozystiden (direkt am Apex): etwas regulärer und im Mittel kürzer, aber trotzdem sehr variabel, meist subzylindrisch, schlank fusoid oder sublageniform, apikal oft mit langem, welligem, teils gegabeltem Hals, oft irregulär, selten septiert, meist schwach dickwandig, mit oder ohne Kristallbesatz, ca. 59-118 x 8-13; Pleurozystiden: eher spärlich, utriform oder bauchig fusoid, selten clavat, schwach dickwandig, meist mit Kristallbesatz, in KOH ohne Reaktion, Maße 63 x 20 (53-75 x 15-23), Q=3,2 (2,6-4,5), 15 Zystiden gemessen; Wandstärke am Bauch um 0,5, am Apex bis 1 µm; Cheilozystiden: dicht gedrängt, in der Form ähnlich wie die Pleuros, aber schlanker und bisw. sublageniform mit schlankerem Hals, im Schnitt deutlich kleiner als die Pleuros, aber in der maximalen Länge konform, Maße: ca. 45-74 x 11-20, Wandstärke auch am Bauch bis 1 µm; Parazystiden kaum differenziert und unauffällig; Basidien: 4-sporig; Sporen: stark höckerig, in Aufsicht mit 7-9 stark vorragenden, bisw. (vor allem apikal) zapfenförmig ausgezogenen Höckern; Maße: 9,5 x 7,2 (8,0-11,1 x 6,0-9,2), Q=1,33 (1,10-1,52), 30 Sp. gemessen;

Nr. 12: Inocybe sphagnophila Bandini & B. Oertel

Zur Bestimmung: Mit Stangl (1989) als I. soluta zu schlüsseln, aber durch die irregulären, sich apikal oft gabelnden Kaulozystiden ziemlich klar als I. sphagnophila identifizierbar. Stärker rimos, aber sonst vor allem auch mikroskopisch identisch mit der Kollektion 2020-08 (Nähe Eichelgarten, 27.09.2020). Einzige Abweichungen zur Beschreibung in der MycBav 2017: Die Lamellen sind jung nicht weißlich, sondern olivgelb und die Cheilozystiden sind kleiner als die Pleurozystiden.

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Funddaten: 23.07.2021; MTB 7934-4-3-2, 640 m; 11° 26' 38,42'' E, 48° 1' 2,38'' N; D – By – Landkreis München, Gemeinde Forstenrieder Park; Tannenmischwald über risszeitlicher Moräne, mglw. mit Lösslehmüberdeckung; bei Tanne, Fichte und einzelner Buche, über 10 Fk in mehreren Gruppen, gesellig bis kleinbüschelig;
Hut: bis 3,9 cm breit, jung halbkugelig-glockig, dann kegelig, als bis flachkegelig, mit abgerundetem warzenförmigem Buckel, jung glatt bis feinfaserig, reif am Buckel glatt bis runzelig, zum Rand hin stark aufreißend (rimos), schokoladenbraun bis kastanienbraun, reif mit starkem Farbkontrast zwischen dem dunklen Buckel und dem stark aufgehellten Rand; Velum am Hutscheitel jung als unauffälliger ockergrauer Belag, am Hutrand als ziemlich auffälliger weißer Saum (Cortinareste); Cortina vorhanden und rasch schwindend; Stiel: bis 7,5 x 0,6 cm (sehr kräftig), basal keulig erweitert bis knollig verdickt, stets ungerandet, apikal schwach bereift, sonst schwach weißlich überfasert oder kahl und längsfaserig, jung cremebeige, mit der Zeit zunehmend dunkler beigebraun; Lamellen: aufsteigend und mäßig schmal angewachsen, gedrängt, jung olivgelb (nicht weiß!), reif olivbraun mit schwachem Grauanteil, Schneiden weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: unauffällig, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden: in Apexnähe in Clustern vorhanden, ohne Metuloide, 0-2fach septiert, Endzellen überwiegend schlank zylindrisch, bisw. etwas irregulär, apikal oft gegabelt, kopfig oder knochenartig verdickt, manchmal aber auch verjüngt oder irregulär knorrig, dünnwandig bis schwach dickwandig und ohne Kristalle; Maße der Endzellen: 28-100 x 4-8; Pleurozystiden: sehr zahlreich, überwiegend breit bauchig fusoid, bisw. auch utriform oder (sub)clavat, mit spärlichem oder ohne Kristallbesatz, in KOH ohne Reaktion, relativ dünnwandig, Maße: 51 x 16 (46-61 x 12-21), Q=3,15 (2,6-4,0), 20 Zystiden gemessen; Wände am Apex 0,5-2 µm, am Bauch nur selten über 0,5 µm dick; Cheilozystiden: an der Schneide eher schütter und durchsetzt mit überwiegend kleinen unauffälligen Parazystiden, in der Form wie die Pleuros, aber kleiner und meist noch etwas dünnwandiger, Maße: 33-49 x 12-17; Basidien: überwiegend 4-sporig, aber viele 2- und 3-sporige eingestreut; Sporen: höckerig, in Aufsicht mit 3-6 obtusen, meist deutlich vorragenden Höckern, ziemlich blass gefärbt; Maße: 7,0 x 5,3 (5,5-8,0 x 4,5-6,4), Q=1,32 (1,12-1,44), 30 Sp. gemessen;

Nr. 13: Inocybe sphagnophila Bandini & B. Oertel

Zur Bestimmung: Die Cortina ist bei dieser Kollektion nicht weißlich sondern cremebeige. Sonst praktisch ohne Abweichungen gegenüber der Kollektion Nr. 12 aus dem Forstenrieder Park.

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Funddaten: 21.08.2021; MTB 8236-4-1-3, 1200 m; Koordinaten: 11° 45' 48,29'' E; 47° 43' 33,05'' N; D-By-Landkreis Miesbach, Gemeinde Tegernsee, Neureuthalm; Fichtenwald über der Tristel-Formation (Sandkalk, dunkelgraue Tonmergel, Breccien, z.T. sandige Fossilschuttkalke, Flyschzone); im moosigen, feuchten, Fichtenwald, gesellig (6 Fk);
Hut: bis 2,6 cm breit, jung stumpfkegelig, reif flach gewölbt mit kleinem, abgerundetem Buckel, am Scheitel runzelig bis noppig-warzig, zum Rand hin faserig und rimos aufreißend, am Scheitel schwarzbraun, sonst kastanienbraun, nur am Rand durch das Auffasern etwas heller, ohne Reste des Universalvelums, Hutrand jung mit Resten der cremebeigen (nicht weißen!) Cortina behangen; Stiel: bis 5 x 0,35 cm, basal knollig verdickt (nicht gerandet), jung apikal beige, sonst rasch braun verfärbt, nur apikal schwach bereift oder eher fein beflockt, sonst überfasert; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, normal gedrängt, jung beige mit schwachem Grauanteil, reif bräunlich beige, höchstens mit schwachem Olivton; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Stielbereifung in Apexnähe: Kaulozystiden sehr variabel, eine Mischung aus schlank keuligen, kurzen, an Parazystiden erinnernden Elementen und längeren, meist zylindrischen, bisw. schwach dickwandigen oder wellig-knorrigen Elementen, die apikal oft kopfig-keulig erweitert oder gegabelt sind, Maße: ca. 39-97 x 5-9,5; ohne Metuloide; Pleurozystiden: mäßig zahlreich, überwiegend bauchig fusoid oder utriform, seltener clavat, meist nur schwach dickwandig, ohne oder mit spärlichem Kristallbesatz, ohne Reaktion in KOH, Maße: 52 x 16 (46-58 x 11-19), Q=3,2 (2,6-3,8), Wandstärke am Bauch 0,5-1,5, am Apex 0,5-2,5; 20 Zystiden gemessen; Cheilozystiden: an der Schneide sehr spärlich, in der Form wie die Pleuros, Parazystiden unauffällig; Sporen: höckerig, in Aufsicht mit 4-8 schwach bis mäßig stark vorragenden, nur selten zapfig ausgezogenen Höckern, oft fast entolomoid oder irregulär viereckig, blass gelb in KOH, Maße: 7,1 x 5,3 (6,2-8,3 x 4,7-6,0), Q=1,33 (1,17-1,44), 30 Sp. gemessen;

Nr. 14: Inocybe sphagnophila Bandini & B. Oertel

Zur Bestimmung: Trotz des nicht sonderlich feuchten Standorts passen alle Merkmale auf diese Art.

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Funddaten: 24.09.2021; MTB 7934-4-2-2, 610 m; Koordinaten: 11° 29' 15,39'' E, 48° 2' 13,44'' N; D – By – Landkreis München, Gemeinde Forstenrieder Park, Buchenhain; Mischwald (Eiche, Buche, Hainbuche, Birke, Sukzession in ehemaligem Fichtenwald) über hochwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern; bei jungen Eichen und (weiter entfernt) Fichte; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 2,6 cm breit, jung kegelig mit abgerundetem Buckel, reif flach kegelig bis gewölbt und gebuckelt, am Scheitel meist auffallend noppig-kleinschuppig und schwarzbraun, zum Rand hin grob faserig und stark rimos aufreißend, heller kastanienbraun bis haselnussbraun; jung mit Cortina; Stiel: bis 4,8 x 0,3 cm, basal schwach verdickt bis deutlich knollig, nie gerandet knollig, braunbeige, zur Basis hin meist etwas dunkler, nur apikal bereift, sonst faserig, bisw. schwach und fein beflockt; Lamellen: aufsteigend und relativ breit angewachsen, gedrängt, jung cremegrau, reif olivgrau; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden: Metuloide fehlend, Bereifung aus meist in Clustern, aber auch vereinzelt angeordneten +/- zylindrischen, bisw. septierten Haaren; Endzellen sehr unterschiedlich lang, meist zylindrisch, oft etwas wellig oder irregulär knorrig, apikal oft knochig-kopfig verdickt, bisw. auch gegabelt oder verjüngt, fast immer dünnwandig, nur wenig schwach dickwandig, ohne Kristallbesatz; Maße: 81 x 6 (40-125 x 4-8); kurze keulige Parazystiden vorhanden, aber eher sporadisch; Pleurozystiden: zahlreich, überwiegend utriform, oft auch bauchig fusoid, apikal meist sehr breit, oft mit langem, schmalem Fuß, manchen mit gelbem Inhalt, sonst ohne Reaktion in KOH, mit oder ohne Kristallbesatz, nicht selten mit einer dickwandigen „Kappe“, schwach dickwandig, in der Größe sehr homogen, Maße: 54 x 14 (47-62 x 13-15), Q=3,8 (3,3-4,4), 20 Zystiden gemessen; Wände am Apex meist 1-1,5 µm dick, selten dort abrupt verdickt und bis 3 µm erreichend, am Bauch 0,5-1 µm; Cheilozystiden: schütter an der Schneide verteilt, in der Form wie die Pleuros, im Mittel sicher etwas kürzer, dazu viele völlig dünnwandige, meist utriforme Zystiden ohne Kristallbesatz; Parazystiden unauffällig, kaum differenziert; Basidien: 4-sporig, gelegentlich 2-sporige eingestreut, bisw. mit irregulär langen Sterigmen; Sporen: höckerig, in Aufsicht mit 6-9 meist wenig vorragenden, abgerundeten Höckern, Maße: 7,6 x 5,4 (6,4-8,9 x 4,7-6,4), Q=1,4 (1,23-1,65), 30 Sp. gemessen;

Nr. 15: Inocybe cf. occulta Esteve-Rav., Bandini, B. Oertel & G. Moreno

Zur Bestimmung: Mixtilis-Gruppe ist klar, die Unterscheidung von I. mixtilis ist unklar. Die doch eher heterodiametrischen Sporen passen besser zu I. occulta, die dickbauchigen, untersetzten Pleurozystiden besser zu I. mixtilis.

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Funddaten: 27.07.2021; MTB 7934-1-1-1, 560 m; Koordinaten: 11° 21' 2,35'' E, 48° 5' 50,29'' N; D – By – Landkreis Starnberg, Gemeinde Krailling, KIM, ehemaliges Pionierübungsgelände Krailling; Laubwaldsukzession (Eiche, Birke, Linde) über hochwümzeitlichen Schottern, auf vermutlich trotzdem eher saurem Boden (Neoboletus erythropus häufig); unter jungen Linden und (weiter entfernt) Eichen; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 3,3 cm breit, kegelig bis ausgebreitet und mit eher flachem breit warzenförmigem Buckel, fein faserig, zum Rand hin auch gröber, stellenweise faserschuppig aufbrechend, strohgelb, an Scheitel intensiver ockergelb, zum Rand hin deutlich aufgehellt, ohne Velumreste; Stiel: bis 4,8 x 0,4 cm, basal gerandet knollig, cremefarben, Knöllchen weiß, auf ganzer Länger fein bereift; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt, jung grauweiß, reif olivgrau, bei reifen Fk auffallend braun gesprenkelt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden: in Clustern, lageniform mit mittellangem schmalem Hals, bisw. auch utriform mit breiterem kurzem Hals, mit üppigem Kristallbesatz, sehr dickwandig, ohne Reaktion in KOH, Maße: ca. 51-73 x 17-26, Wandstärke am Hals 3-4 µm, am Bauch um 2 µm; durchsetzt mit kleinen keuligen Parazystiden; Pleurozystiden: überwiegen dickbauchig utriform mit kurzem, eher breitem Hals, mit kurzem oder ohne Fuß, mit üppigem Kristallbesatz, sehr dickwandig, Maße: 49 x 21 (44-55 x 17-23), Q=2,4 (2,1-2,8), 20 Zystiden gemessen; Wandstärke am Hals um 3, am Bauch um 1,5 µm, insgesamt am Hals 2,5-4, am Bauch 1-2 µm dick, Wände am Apex oft fast zusammenfließend; Cheilozystiden: ähnlich wie die Pleurozystiden, aber bisw. auch bauchig fusoid ohne Hals und insgesamt deutlich kleiner, ca. 35-45 x 14-18; durchsetzt mit kleinen keuligen Parazystiden; Basidien: 4-sporig; Sporen: stark höckerig, in Aufsicht mit 6-10 deutlich vorragenden, apikal auch zapfig ausgezogenen Höckern, Maße: 8,6 x 6,1 (7,7-9,3 x 5,4-7,5), Q=1,41 (1,17-1,66), 30 Sp. gemessen;

Nr. 16: Inocybe cf. petiginosa (Fr.) Gillet

Zur Bestimmung: Unklar. Sektion Petiginosae. Ungeklärte Artengruppe.

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Funddaten: 18.09.2021; MTB 8236-3-1-1, 870 m; Koordinaten: 11° 40' 2,27'' E, 47° 44' 39,66'' N; D – By – Landkreis Miesbach, Gemeinde Waakirchen, Marienstein, Tegernseer Berge; Bergmischwald (Tanne, Buche, Fichte, Bergahorn, Esche) überwiegend auf quartärem Schutt, auf jeden Fall kalkreich (Leberblümchen), aber stellenweise auch bodensauer (Heidelbeere); bei Fichte und Tanne; gesellig bis kleinbüschelig (6 Fk);
Hut: bis 1,2 cm breit, am und um den Scheitel grieselig feinrunzelig, ohne Velumbelag, konzentrisch gezont, mit weißlich gebörteltem Rand; Stiel: ganz bereift; Lamellen: olivgelb; Im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden (im oberen Stielviertel): büschelig, sehr zahlreich, lagenform bis schlank fusoid, mit Kristallbesatz, in KOH knallgelb, Maße: 66 x 12 (48-89 x 11-16), Q=5,3, 15 Zystiden gemessen; Wandstärke 1,5-3,5 µm, am Hals in der Regel dicker als am Bauch und Wände dort bisw. verschmelzend oder in Berührung; vermischt mit zahlreichen keuligen Parazystiden; Pleurozystiden: lageniform bis schlank fusoid, basal abgerundet, mit Kristallbesatz, in KOH knallgelb, Maße: 59 x 12 (43-72 x 10-14), Q=5,2 (4,3-6,9), 20 Zystiden gemessen; Cheilozystiden: dicht stehend, ähnlich wie die Pleuros, Parazystiden eher klein und unauffällig, aber deutlich differenziert; Basidien: 4-sporig; Sporen: höckerig, in Aufsicht mit 9-10 kleinen, aber deutlich vorragenden Höckern, Maße: 7,3 x 5,2 (6,7-7,9 x 4,8-6,0), Q=1,40 (1,28-1,61), 20 Sporen gemessen;

Nr. 17: Inosperma pisciodorum (Donadini & Riousset) Matheny & Esteve-Rav.

Zur Bestimmung: Wohl unkritisch. I. monastichum hat deutlich kleinere Sporen.

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Funddaten: 12.06.2021; MTB 8136-4-3-1, 745 m; 11° 45' 4,97'' E, 47° 48' 56,87'' N; D – By – Landkreis Miesbach, Gemeinde Warngau, Steingraben; Mischwald (Fichte, Tanne, Buche) über pleistozänen bis holozänen Hangablagerungen (oberhalb Rissmoräne); bei Fichten und jungen Buchen, gesellig (ca. 6 Fk);
Hut: bis 3 cm breit, kegelig, am Scheitel fast spitz bis abgerundet, Rand lange nach innen gebogen, Schuppung sehr variabel, im Scheitelbereich meist mit abstehenden Faserschüppchen, sonst eher angedrückt schuppig, zum Rand hin fast glatt, braunbeige, hell lederbraun; Stiel: bis 7 x 0,5 cm, basal gleichdick, cremebeige, apikal grob bereift, sonst längsfaserig; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, sehr gedrängt, anfangs cremegrau, später olivgrau bis olivbraun, Schneiden dicht und fein weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild, an verletzten Stellen schwach rötend, im Schnitt vor allem in der Stielbasis schwach rötend; Geruch: schwach fischig, aber nicht aufdringlich oder stechend; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden: in Apexnähe in Clustern, klobig und oft irregulär, subzylindrisch, apikal oft keulig kopfig erweitert und im Mittelteil eingeschnürt, auch banal zylindrisch oder subglobos, dünnwandig; Maße: ca. 20-63 x 10-17; Cheilozystiden: büschelig, subzylindrisch, keulig, utriform, fusoid, apikal meist breit, dünnwandig, Maße: 51 x 12 (43-70 x 9-21), Q=4,1 (2,5-7,0), 20 Zystiden gemessen; Basidien: 4-sporig, reife oft kollabiert und gelb; Sporen: subamygdaloid, apikal schmal bis mäßig breit gerundet, bisw. schwach phaseoliform, dickwandig, gelb in KOH; Maße: 12,6 x 7,0 (11,6-14,5 x 6,6-7,8), Q=1,79 (1,63-2,06), 20 Sp. gemessen;

Nr. 18: Pseudosperma rimosum (Bull.) Matheny & Esteve-Rav.

Zur Bestimmung: Das "klassische" P. rimosum bei Fichte; mit dem Schlüssel von Larsson et al. (2009) in Persoonia 23 bestimmt. P. emberizanum hat ähnlich gefärbte rimose Hüte, ist aber kleiner und hat viel schmalere und schlankere Sporen. P. amoris hat ähnliche Sporenmaße, ist aber ebenfalls schmächtiger, hat nicht so stark rimose Hüte und kleinere Cheilozystiden.

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Funddaten: 23.07.2021; MTB 7934-4-3-2, 660 m; 11° 26' 36,96'' E, 48° 0' 54,11'' N; D – By – Landkreis München, Gemeinde Forstenrieder Park; Fichtenmischwald über risszeitlicher Moräne; am grasigen Wegrand bei großen Fichten, gesellig (über 20 Fk);
Hut: bis 5,5 cm breit, spitzkegelig, alt etwas verflacht und mit spitzwarzigem weit vorgezogenem Buckel, jung fein faserig, später deutlich aufreißend (rimos), cremegelb bis strohgelb, oft mit dunkleren Streifen, im Alter dunkler mit zunehmendem Braunton; Stiel: bis 10 x 1 cm, sehr kräftig, basal keulig verdickt und immer sehr tief im Boden steckend, cremefarben, apikal fein weißlich beflockt, stiel abwärts verkahlend und fein längsfaserig; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt, schmal, jung olivgrau, reif olivbraun; Schneiden fein weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: spermatisch; Mikromerkmale vom Exsikkat: Kaulozystiden: in Apexnähe in Clustern, aus meist 3-4 kettig angeordneten Zellen, Endzellen überwiegend keulig, selten subutriform oder zylindrisch, Basalabschnitte variabel, zylindrisch, oft subisodiametrisch; Maße der Endzellen: ca. 24-61 x 10-25; Cheilozystiden: überwiegend keulig, meist ohne oder nur mit sehr schmalen, unscheinbaren, seltener etwas aufgeblasenen subisodiametrischen Basalabschnitten, in der Größe sehr variabel; Maße der Endzellen: 45 x 19 (28-71 x 11-32), Q=2,3 (1,9-2,5), 20 Zystiden gemessen; Basidien: 4-sporig, 2-sporige eingestreut; Sporen: ellipsoid, in Aufsicht schmal ovoid, lateral sporadisch schwach phaseoliform, Maße: 10,3 x 6,1 (9,2-12,7 x 5,7-6,9), Q=1,73 (1,53-2,00), 30 Sp. gemessen;