Tricholomataceae 2009
Nr. 4: Clitocybe pruinosa, Würzelchen-Trichterling:
Funddaten: 21.11.2009; Fundort: MTB 8136-4-3-1, 740 m; Warngau, Taubenberg, Sulzgraben, am Rand der Forststraße oberhalb vom Sulzgraben, kurz vor der Kiesgrube; im Tannen-Fichten-Buchenmischwald, an der Böschung; gesellig (>5 Fk); Hut: 1-2,3 cm breit, flach gewölbt mit heruntergebogenem Rand, bei größeren und älteren Fk meist schwach bis deutlich genabelt, graubraun, bereift (mit einem dünnen bis feinstfilzigen, silbriggrauem Belag überzogen), schwach glänzend; ungerieft, nicht hygrophan; Stiel: bis 3 x 0,5 cm, zylindrisch oder etwas breitgedrückt mit leichter Furchung, oft leicht exzentrisch inseriert, schmutzig cremefarben, weißlich überfasert; Lamellen: gerade angewachsen bis deutlich herablaufend, gedrängt (>40 erreichen den Stiel), cremeweiß; Schneiden konkav, gleichfarbig und glatt; mit FeSO4 ohne Reaktion; Fleisch: im Hutkern weißlich, über den Lamellen und im Stiel graubeige; Geruch: auffallend säuerlich (wie saurer Apfel); Geschmack: mild; eher angenehm säuerlich; Sporenpulver: weiß; HDS: -; Stielrinde: -; Cheilozystiden: -; Pleurozystiden: -; Kaulozystiden: -; Basidien: 4-sporig, schlank keulig, oft dünn und fädig, ca. 24-35 x 4-5, mit Basalschnallen; Lamellentrama: nicht inkrustiert, mit Schnallen; Sporen: subzylindrisch bis ellipsoid, am Apiculus oft verschmälert und mit leichter subapiculärer Depression, dann tropfenförmig, hyalin, in Baumwollblau mit gefärbten Wänden, 4,9 x 2,9 (4,5-5,5 x 2,5-3,2), Q=1,70 (1,50-2,00), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: aufgrund der Rhizomorphen ziemlich klar;
Nr. 3: Ein mehlig riechender Trichterling aus der Nadelstreu mit sehr kleinen Sporen:
Funddaten: 23.10.2009; Fundort: MTB 8034-4-1-4, 580 m; Aumühle, Pupplinger Weiher; im Fichtenwald, bei mittelgroßen Fichten in der Nadelstreu; gesellig bis büschelig (>5 Fk); vergesellschaftet mit Cort. varius und Tricholoma vaccinum;; Hut: bis 2,4 cm breit, jung gewölbt mit stark herabgezogenem Rand, später lang so bleibend, aber im Zenrum stets vertieft bis genabelt, alt flacher gewölbt, Oberfläche völlig glatt, leicht fettig, matt bis schwach glänzend, nur alt am Rand angedeutet durchscheinend gestreift, sonst ungerieft; cremebeige bis hell ockerbraun (junge Exemplare am dunkelsten gefärbt); stark hygrophan, vom Scheitel her cremebeige bis satt cremefarben ausblassend; Stiel: bis 4,5 x 0,6, oft exzentrisch inseriert, von oben nach unten sich stark verjüngend, im oberen Drittel häufig abgeplattet und schwach längsfurchig, nur im oberen Drittel hohl, basal ausspitzend, schwach längsfaserig, kahl, an und über der Basis bisw. schwach weißfilzig oder etwas striegelig, satt cremefarben bis cremebeige, meist etwas heller als der Hut; Lamellen: bogig herablaufend, mäßig gedrängt, ca. 2 mm breit, dicklich, satt cremefarben; Schneiden konkav, gleichfarbig und glatt; Fleisch: im Hutkern weiß, sonst wässrig hutfarben, im Stielkern weißlich, sonst wässrig cremebeige; Geruch: mehlig, im Schnitt mehlig-gurkig; Geschmack: mild, nach einigem Kauen unangenehm ranzig; Sporenpulver: weiß, maximal cremeweiß (Abwurf schwach); HDS: ein Chaos (Trichoderm) aus relativ schmalen (2-4) Hyphen, die teilweise parallel liegen, teilweise verflochten sind, mit oft aufsteigenden, bisw. knorrig-welligen und oft apikal etwas aufgeblasenen Endzellen, oberste Schicht der Zellen teils gelifiziert; Pigment unauffällig, am ehesten in den dickwandigen Zellen der Subcutis; Subcutis und Hutfleischhyphen unregelmäßig verflochten, Zellen kurz septiert; Schnallen vorhanden; Stielrinde: -; Cheilozystiden: -; Pleurozystiden: -; Kaulozystiden: -; Basidien: 4-sporig, schlankkeulig, ca. 25-31 x 5-6, mit Basalschnallen; Lamellentrama: mit Schnallen, nicht inkrustiert; Sporen: regulär ellipsoid bis subzylindrisch, winzig, 4,3 x 2,8 (3,5-4,5 x 2,5-3), Q=1,54 (1,40-1,80); Bestimmung: Mit den Schlüsseln in Funga Nordica und Gröger komme ich zu keinem vernünftigen Ergebnis. Man stolpert über folgende Arten: C. diosma, lohjaensis, marginella, diatreta, leucodiatreta
Nr. 2: Ein bereifter Trichterling aus dem Laubwald, offenbar leicht verirrte und aus der Art geschlagene Clitocybe pruinosa
Funddaten: 18.10.2009; MTB 7934-4-4-1, 630 m; Baierbrunn, Forstenrieder Park, bei großen Buchen; am schottrigen Wegrand in einer Mischung aus Laubstreu und sehr morschen Holzresten; gesellig bis büschelig (>10 Fk); Hut: bis 4 cm breit, schon jung flach ausgebreitet, bisw. einseitig eingebuchtet bis grob gekerbt (dann Stiel meist exzentrisch), zentral meist vertieft und ohne Buckel, Oberfläche trocken, matt, unregelmäßig silbriggrau bis cremeweiß glimmerig überreift, am Rand oft stärker und dann mit weiß erscheinendem Rand, sonst mittelbraun, fleischbraun und glatt; schwach hygrophan (über Nacht beige ausgeblasst); Hutrand ungerieft und glatt; Stiel: bis 2,5 x 0,8, zylindrisch, basal meist keulig aufgeblasen und hohl (manchmal auch weit herauf hohl), im oberen Drittel weißlich, stielabwärts fleischbraun; Basis fest mit dem Substrat (Laub, Erde) verwachsen; Lamellen: herablaufend, gedrängt (ca. 50 erreichen den Stiel), schmal (kaum über 2 mm), cremefarben bis cremebeige, Schneiden weiß und glatt; Fleisch: wässrig fleischbraun, in der oberen Stielrinde cremeweiß; Geruch: angenehm pilzig, im Schnitt mit deutlich fruchtig-obstiger, süßlicher Komponente; Geschmack: mild, +/- neutral; Sporenpulver: weiß, maximal cremeweiß (Abwurf schwach); HDS: Cutis aus ca. 2,5-4 breiten Zellen, Pigment unauffällig, nicht inkrustierend, Schnallen sehr zahlreich; Stielrinde: -; Cheilozystiden: -; Pleurozystiden: -; Kaulozystiden: -; Basidien: 4-sporig, schlank keulig bis subzylindrisch, ca. 21-30 x 5-6, mit Basalschnallen; Sporen: ellipsoid, überwiegend regulär geformt und am Apiculus gleichmäßig gerundet (nicht tropfenförmig), inamyloid (auch makroskopisch am Pulver geprüft), cyanophil (? - in Baumwollblau mit kräftig angefärbten Wänden), hyalin, Wände im Abwurfpräparat gut sichtbar, 4,4 x 2,9 (4-5 x 2,5-3,5), Q=1,52 (1,33-1,71); Bestimmung: C. pruinosa
Nr. 1: Weiße Ritterlinge, kaum stinkend, aber ziemlich bitter, geschlüsselt (Gröger, Funga Nordica) als T. album, jedoch nicht bei Quercus gewachsen; es sind drei unterschiedliche Kollektionen abgebildet, die sich mikroskopisch und makroskopisch sehr ähnlich sind; die Beschreibung bezieht sich auf die erste Kollektion.
Funddaten: 10.10.2009; MTB 8135-4-2-1, 690 m; Kleinhartpenning, Hackensee, bei Buche und Fichte; gesellig (4 Fk), verges. mit Lactarius acris und Pholiota lubrica; Hut: bis 5 cm breit, flach gewölbt bis ausgebreitet, Rand alt wellig, Oberfläche trocken, matt, schwach glimmerig bis feinst filzig (Lupe), glatt wirkend, wie glattes Leder, tonfalb bis hell lederbraun; Stiel: bis 6 x 0,8 cm, +/- zylindrisch, basal ausspitzend, schmutzig weiß, längsfaserig, alt bisw. bräunlich fleckig; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, mäßig gedrängt bis entfernt (ca. 40 erreichen den Stiel), Schneiden gerade bis leicht konkav, cremeweiß bis hell cremegrau; Lamelletten irregulär, oft niedriger als die Lamellen; recht rasch vergehend und dann stinkend; Fleisch: cremeweiß, über den Lamellen mit wässriger grauer Zone; mit KOH (30%) ohne Reaktion (nach einiger Zeit dann cremegelb); Geruch: nicht wirklich stinkend (nur alt und vergehend), eher leicht mehlig, im Schnitt deutlich mehlig; Geschmack: ziemlich bitter und ein bisschen schärflich; HDS: Oberste Lage aus +/- parallelen, stark gelifizierten Hyphen, Zellen ca. 3-6 breit, intrazellulär gelb pigmentiert, Septen ohne Schnallen; Stielrinde: -; Cheilozystiden: -; Pleurozystiden: -; Kaulozystiden: -; Basidien: 4-sporig, schlank keulig, ca. 27-32 x 6,5-7; mit Basalschnallen; Sporen: ellipsoid, Apex meist verschmälert, 6,5 x 4,2 (5,5-7 x 4-4,5), Q=1,53 (1,38-1,75), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: am ehesten T. album, obwohl nicht bei Eiche; T. lascivum müsste größere, schmalere Sporen haben, T. stiparophyllum Schnallen in der HDS, einen gerippten Hutrand und enger stehende Lamellen.