Entoloma 2009
Nr. 15: Entoloma henrici Horak und Aeberhardt, Samthütiger Rötling
Funddaten: 03.09.2009; MTB 8533-1-2-2, 920 m; Klais, Buckelwiesen und Wälder zwischen Klais und Grubsee; auf den Buckelwiesen nahe am Grubsee, einzeln; Hut: gut 8 cm breit (! ), kegelig, trocken, runzelig, graubraun; Stiel: 10 x 1,6 cm, trocken, etwas längsrillig, cremegrau, leicht streifig wirkend; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, beige; Fleisch: -; Geruch: -; Geschmack: -; HDS: hymeniform, aus irregulär blasig-keuligen, kettenartig angeordneten Zellen, TZ ca. 23-30 x 11-16, ohne Schnallen; Pigment unauffällig blass, nicht inkrustierend; Huttrama: Zellänge z.B. ca. 60-120 (und sicher auch länger); Cheilozystiden: LS fertil; Lamellentrama: hyalin, nicht inkrustiert, regulär, Zellen ca. 50-110 x 12-24, wurstförmig aufgeblasen, ohne Schnallen; Basidien: 2-sporig, schlank keulig, ca. 40-65 x 10-12,5, ohne Basalschnallen; Sporen: 5-6eckig, Ecken meist gut ausgeprägt, subisodiametrisch, Maße: 10,6 x 9,2 (9,5-11,5 x 8-10,5), Q=1,15 (1,05-1,38), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Mit Noordeloos geschlüsselt; das Calliderm und die 2-sporigen Basidien + Dermoloma-Habitus lassen kaum einen Zweifel. Könnte der Erstfund für Deutschland sein!
Nr. 14: Entoloma cf. rusticoides (Gillet) Noordeloos
Funddaten: 27.06.2009; MTB 7735-4-3-4, 490 m; München, Fröttmaninger Heide; Magewiese auf Kalkschotter, beweidet (Schafe, Ziegen), auf Erde in der Wiese, bei Weide, vergesellschaftet mit Inocybe vulpinella und Entoloma indutoides var. pleurocystidiatum; einzeln; Hut: 2 cm breit, genabelt (Habitus omphaloid), Oberflächig fein flockig, bis zum Scheitel ganz schwach durchscheinend gerieft, dunkelbraun, schokobraun; Stiel: bis 30 x 2 mm, zylindrisch, basal mit Knöllchen, dunkelbraun (hutfarben), +/- glatt, kaum faserig; Lamellen: herablaufend, normal gedrängt, blass rosabraun, Schneiden konkav, gleichfarbig; Fleisch: -; Geruch: -; Geschmack: -; HDS: Cutis mit stark ausgeprägten trichodermalen Strukturen: leicht aufragende, lange, breit-spindelige bis keulige Endzellen, ca. 15-30 breit, Pigment grob inkrustierend (braun), auch quergestreift; keine Schnallen; Huttrama: -; Cheilozystiden: keine beobachtet, LS fertil; Lamellentrama: schwach inkrustiert; Basidien: 4-sporig, ca. 30-33 x 10-11; Schn-; Sporen: 5-7eckig, Ecken schwach ausgeprägt, subisodiametrisch, 8,3 x 7 (8-9 x 6,5-7,5), Q=1,18 (1,13-1,31), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Entoloma cf. rusticoides (Gillet) Noordeloos; die Aquarelle von Ludwig zu E. flocculosum würden auch passen; die schwach eckigen Sporen, die moderate Beflockung und der leicht geriefte Hut sprechen wohl eher für rusticoides; Sporen sind grenzwertig klein!
Nr. 13: Entoloma flocculosum (Bres.) Pacioni (1) s.l. ss. Ludwig bzw. Entoloma phaeocyathus Noordeloos ss. str. (Flockiger Nabelrötling)
Funddaten: 07.11.2009; MTB 7735-4-3-2, 490 m; München, Fröttmaninger Heide; auf nacktem Boden; gesellig (3 Fk), verges. mit O. pyxidata und O. rickenii; Hut: bis 1,3 cm breit, gewölbt und nur minimal genabelt, Oberfläche etwas filzig, bei einem Fk deutlich flockig-feinschuppig, sonst eher samtig, im Zentrum etwas körnelig, rau, schokobraun, völlig ungerieft; schwach hygrophan (beim Abtrocknen etwas ausblassend); Stiel: 4-6 x 1,5 mm, zylindrisch, nicht ganz glatt, rauh wirkend, aber nicht auffallend bereift, matt, schokobraun (hutfarben); Lamellen: herablaufend (aber nicht bogig, sondern ziemlich gerade, verkehrt konisch), entfernt (ca. 13-16 erreichen den Stiel), ziemlich dick und sehr breit, untermischt und zu Anastomosen neigend, braun, dunkel kartonbraun (heller als der Hut); Schneiden gleichfarbig und glatt; Fleisch: im Hut- und Stielkern schmutzig cremegrau, in der Stielrinde und über den Lamellen wässrig braun; Geruch: im Schnitt minimal mehlig; Geschmack: neutral; HDS: Trichoderm, ziemlich chaotische Struktur, mit vorwiegend keuligen, bis zu 25 breiten Endzellen, Pigment deutlich inkrustierend, an dünneren Zellen in der Subcutis auch quergestreift; Schnallen fehlend; Huttrama: aus +/- parallelen, inkrustierten, ca. 85-280 langen Zellen; Cheilozystiden: vorhanden (Schneide heterogen), polymorph, meist zylindrisch wellig, auch spindelig, oft bauchig und apikal verschlankt, z.B. 35x9, 30x7,5, 30x6, 33x10; Stieltrama: -; Basidien: 4-sporig; Sporen: mit 5-6 eher schwach ausgeprägten Ecken, subisodiametrisch, 10,1 x 8,7 (9,5-11 x 7,5-10), Q=1,17 (1,05-1,25), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Entoloma flocculosum (Bres.) Pacioni; gemäß Pilzkompendium so bestimmt (Ludwig synonymisiert phaeocyathum mit flocculosum
Nr. 12: Entoloma excentricum Bres. (Exzentrischer Rötling)
Funddaten: 04.07.2009; MTB 7735-4-3-2, 490 m; München, Fröttmaninger Heide; Magerwiese auf Kalkschotter, beweidet (Schafe, Ziegen), auf Erde in der Wiese, gesellig bis kleinbüschelig (>8 Fk); Hut: bis 4,5 cm breit, gewölbt, jung Rand nach innen gebogen, schwach und stumpf oder nicht gebuckelt, seltener mit kleinem spitzen Buckel, fein faserig bis glatt, meist mit velumartigem grauweißlichem Überzug, trocken, matt, tonfalb (wie ein blasser Fälbling), meist bräunlich scheckig, vor allem jung in der Hutmitte bis rötlichbraun, Hutrand stets blass; Stiel: bis 5 x 0,7 cm, zylindrisch, basal leicht spindelig angeschwollen, hohl, ander Spitze cremeweiß und nicht bereift, stielabwärts blass ocker und weißlich überfasert; Lamellen: aufsteigend bis abgerundet und schmal angewachsen, auch kurz ausgebuchtet, jung hellgrau, schon bald mit Rosastich, reif rosagrau bis hell rosabraun, Schneiden gerade oder konvex und stets braun; Fleisch: mäßig dick, über den Lamellen mit wässriger Zone, im Hut cremeweiß, im Stiel satter cremefarben; Geruch: ganz schwach nach Mehl (im Feld eingebildet) oder neutral; Geschmack: mild, völlig neutral; HDS: Cutis, schlecht zu sehen, da stark gelifiziert, Pigment intrazellulär gelb, Schnallen in der Huttrama vorhanden; Huttrama: -; Cheilozystiden: spindelig, meist spitz zulaufend und oben abgeschnürt, seltener stumpf bis utriform oder schlank keulig, ca. 63-80 x 11-18, hyalin, die braune Farbe rührt von den Zellen in die die Cheilos eingebettet sind; Stieltrama: -; Basidien: 4-sporig, z.B. 45 x 12, Schnallen mutmaßlich vorhanden, aber schlecht zu sehen; Sporen: heterodiametrisch, mit 5-7 gut ausgeprägten Ecken, 11,2 x 8 (10,5-12 x 7,5-9), Q=1,41 (1,28-1,53); Bestimmung: Entoloma excentricum Bres., Exzentrischer Rötling;
Nr. 11: Entoloma cf. chalybaeum von den Klaiser Buckelwiesen
Funddaten: 03.09.2009; MTB 8533-1-2-2, 920 m, Klais, Buckelwiesen und Wälder zwischen Klais und Grubsee; auf den Buckelwiesen, im Schatten eines jungen Fichtenwaldes; gesellig (3 Fk); Hut: bis 1,7 cm breit, flach kegelig mit kleiner Papille, schmierig und speckig glänzend, fein radialfaserig und etwas rauh, feinsamtig, aber nicht schuppig, bis zum Scheitel durchscheinend gerieft; dunkelbraun, schokobraun, mit minimalem violettstich, am Scheitel schwarzbraun, schwach hygrophan, silbergrau-streifig ausblassend; Stiel: bis 25 x 1,5 mm, zylindrisch, basal gleichdick und weißfilzig, dunkel stahlblau, feinst längsfaserig, aber glatt und fast poliert wirkend, etwas schmierig-fettig, unbereift; Lamellen: abgerundet angewachsen, mäßig gedrängt (ca. 20 erreichen den Stiel), ziemlich dick, jung grauweiß mit leichtem Blaustich, reif rosabraun; Schneiden konvex, ziemlich dick und blass bräunlich, jung blass violettbraun, glatt; Fleisch: im Hutkern schmutzig grauweiß mit Blaustich, sonst wässerig grau; Geruch: unauffällig; Geschmack: -; HDS: Cutis mit schwach ausgeprägten, trichodermalen Elementen (in Scheitelnähe), Zellbreite ca. 7-18, leicht aufgerichtete, schlankkeulige Endzellen vorhanden, ca. 10-16 breit, ohne Schnallen; Pigment intrazellulär, vorwiegend körnig, auch diffus und selten vakuolär, überwiegend braun, vereinzelt schwarzblau; Huttrama: Zellen parallel und zylindrisch, im Mittel ca. 138-152 x 15-22; mit blauschwarzem, körnigem Pigment; Cheilozystiden: dicht gepackt (Schneide steril), unterteilt (an Serrulatum-Typ erinnernd), ohne Schnallen, Endzellen schlank keulig ca. 21-45 x 10-15, hyalin oder eher sporadisch mit schwarzblauem, körnigem Pigment und diffus blass bräunlich pigmentiert (unauffällig); Stieltrama: mit blauschwarzem, körnigem Pigment; Basidien: 4-sporig, ohne Schnallen, z.B. 26x10, 30x10; Sporen: mit 5-7 gut ausgeprägten Ecken; 8,9 x 6,7 (7,5-10 x 6-7,5), Q=1,33 (1,14-1,50), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: unklar; gehört wg. der dicht gepackten Cheilos evtl. in die Serrulatum-Gruppe; schlüsselt man die Lamellenschneide als gleichfarbig, landet man bei E. chalybaeum; etwas aus dem Rahmen fallen auch die kleinen Sporen;
Nr. 10: Entoloma atrocoeruleum von den Klaiser Buckelwiesen
Funddaten: 09.09.2009; MTB 8533-1-2-2, 920 m; Klais, Buckelwiesen und Wälder zwischen Klais und Grubsee; auf der Buckelwiese (Mähwiese) westlich des Wanderwegs, am schattigen Rand des Fichtenwaldes; gesellig (ca. 10 Fk); Hut: bis 2,3 cm breit, jung fast halbkugelig und nicht genabelt, später flach gewölbt und +/- deutlich genabelt, jung samtig, später am ganzen Hut feinst schuppig, jung ungerieft, alt am Rand angedeutet durchscheinend gerieft (sehr schwach ausgeprägt), schokobraun, schwach hygrophan, beim Abtrocknen gleichmäßig graubraun verblassend; Stiel: bis 5 x 0,5 cm, zylindrisch, hohl, oft breitgedrückt und mit Längsfurche, basal gleichdick oder schwach erweitert, matt, fein längsfaserig, jung fein grau überfasert, später vor allem in der oberen Stielhälfte fast verkahlend und glatt wirkend, an der Basis weißflizig; Färbung jung lebhaft graublau, später dunkel stahlgrau; Lamellen: abgerundet oder gerade angewachsen, manchmal ausgebuchtet und mit Zahn herablaufend, mäßig gedrängt (ca. 20 erreichen den Stiel); jung hellgrau bis grauweiß, reif graubraun (Rosastich höchstens zu erahnen); Schneiden konvex, bauchig glatt und gleichfarbig; Fleisch: dünn, im Hutkern hellgrau bis grauweiß, unter der Huthaut dunkelbraun durchgefärbt, in der Stielrinde jung blaugrau, später grau, in der Höhlung weißlichgrau; Geruch: angenehm pilzig; Geschmack: mild, fad; HDS: (nahe dem Scheitel beobachtet) Trichoderm; Endzellen zylindrisch bis keulig, ca. 14-30 breit; Pigment intrazellulär diffus, vakuolär und körnig, braun; ohne Schnallen; Huttrama: kurz septiert, Zellen bisw. aufgeblasen und an den Septen abgerundet, ca. 75-115 lang, ca. 10-20 breit, keine Schnallen, Pigment körnig, nicht auffallend, eher sporadisch, schwarzblau bis schwarzbraun; Cheilozystiden: keine beobachtet, Lamellenschneide fertil; Kaulozystiden: an der Stielspitze vorhanden, zylindrisch bis keulig und kurz, büschelig; Stieltrama mit körnigem, schwarzblauem Pigment; Basidien: 4-sporig, ohne Basalschnallen, ca. 28-45 x 8-10; Sporen: 4-7-eckig, sehr variabel in Form und Größe, 9,8 x 7,3 (8,5-12 x 6,5-8), Q=1,35 (1,19-1,57), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: im Schlüssel kaum von E. anatinum zu trennen;;
Nr. 9: Entoloma venosum (Nadelwald-Rötling)
Funddaten: 22.09.2009; MTB 8135-4-1-3, 730 m, Dietramszell, Zeller Wald; bei Fichte und Tanne; auf Nadelstreu, büschelig (>20 Fk); Hut: bis 2,6 cm breit, jung kegelig, später flach gewölbt und schwach gebuckelt, Oberfläche feinsamtig (Scheitel) bis feinst faserig (Rand), trocken, matt bis schwach glänzend, dunkel graubraun, Buckel dunkelbraun, Rand kurz über die Lamellen gebogen; Stiel: bis 5 x 0,6 cm, zyl indrisch, hohl, im unteren Drittel schwach spindelig erweitert und basal ausspitzend, schmutzig grau bis graubraun, an der Spitze fein bereift, sonst grob längsfaserig; Lamellen: gerade angewachsen bis kurz herablaufend, normal gedrängt, sehr schmal (kaum über 2 mm breit), jung hellgrau bis grau, reif rosabraun; Schneiden gerade bis schwach konkav, gleichfarbig und glatt; Fleisch: kompakt, cremegrau bis grau; Geruch: im Schnitt nach Mehl; Geschmack: mild, mehlig; HDS: Cutis, in Scheitelnähe mit zahlreichen, keuligen Endzellen, die bisweilen etwas aufragen, Zellbreite ca. 2-14, Enzellen ca. 30-70 x 12-15; Pigment sehr stark quergestreift inkrustierend; an der HDS entspringenden, aufliegenden Hyphen (sehen meist wie abgerissen aus) auch intrazellulär braunes Pigment vorhanden; Schnallen vorhanden; Huttrama: kurz septiert, Zellen ca. 50-110 lang und 10-20 breit; Schn+; Cheilozystiden: Lamellenschneide fertil, keine Zystiden; Kaulozystiden: an der Stielspitze vorhanden, zylindrisch, Schn+; Basidien: 4-sporig; z.B. 37x11, 35x10, 38x11; Sporen: 5-7 (8)eckig, Ecken gut ausgeprägt, 8,4 x 6,3 (7,5-10 x 5,5-7), Q=1,34 (1,23-1,50), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: E. venosum; mit Noordeloos und Gröger geschlüsselt, im Kompendium verglichen;
Nr. 8: Eine Zärtling aus der Serrulatum-Gruppe, gefunden im montanen Buchenwald; im Schlüssel kommt man auf E. caesiocinctum, allerdings ist das Huthautpigment braun, nicht blau;
Funddaten: 17.09.2009; MTB 8235-4-2-2, 800 m, Marienstein, Buchen-Tannen-Fichten-Mischwald, im Umfeld eines morschen Buchenstrunks, auf Erde; verges. mit Marasmius wynnei; Hut: bis 1,8 cm breit, schwach genabelt, im Zentrum und etwa bis zur Hutmitte feinschuppig, sonst feinst filzig bis glatt, jung undeutlich, später deutlich durchscheinend gerieft, dunkel graubraun, ohne Blautöne; Stiel: bis 45 x 1,5 mm, zylindrisch, basal gleichdick oder schwach erweitert und weißfilzig, hutfarben oder etwas heller, Blaustich höchstens an der Stielspitze zu erahnen, an der Stielspitze und bis über die Mitte herabreichend braun bereift, darunter längsfaserig, nur schwach oder nicht silbrig überfasert, an und direkt über der Basis mehr grau, ohne Brauntöne, matt, Basalfilz ca. 1 cm heraufreichend; Lamellen: breit angewachsen bis bogig herablaufend, mäßig gedrängt bis entfernt (ca. 18 erreichen den Stiel), blaugrau, reif mit rosalichem Schein (Blauton sehr auffällig und auch reif erhalten); Schneiden konkav, beim jungen Esemplar unauffällig bräunlich, beim älteren vollständig und deutlich dunkelbraun mit Blaustich (unter dem Mikro deutlich blau!); Fleisch: im Hutkern schmutzig-weiß, sonst wässrig grau, sehr dünn; Geruch: unauffällig; Geschmack: -; HDS: (in Scheitelnähe beobachtet) Cutis mit Übergang zu Trichoderm, Endzellen schlank keulig, z.B. 80x20, 130x19, 80x24, 77x17, ?x20; Piment intrazellulär diffus braun (nicht körnig, nicht blau!); ohne Schnallen; Huttrama: ohne körniges Pigment, unterschiedlich lang septiert z.B. 98x10, 90x12, aber auch weit über 200 (in Öl nicht messbar); Cheilozystiden: LS steril, Schneide im Mikroskop blau, schwarzblau, Zystiden schlank keulig, meist mit langem Hals, bis über 15 µm breit, z.B. 36x12, 4015, 45x13, bis über 60 lang, dicht gepackt, Basis schwer zu sehen und meist parallel zur Schneide eingebogen (Serrulatum-Typ?); Pigment intrazellulär diffus und vor allem körnig, schwarzblau; im Exsikkat sind die Pigmente nicht mehr zu sehen, die Schneide erscheint dann im Mikroskop diffus bräunlich pigmentiert; Basidien: 4-sporig, ohne Schnallen, z.b. 29x9, 26x9; Sporen: heterodiametrisch, mit 5-7 gut ausgeprägten Ecken, Maße: 10 x 6,9 (8,5-12 x 6-8), Q=1,44 (1,21-1,71), 30 Sp. gemessen; Bestimmung: E. caeciocinctum; einzige Abweichung: Das Pigment in der HDS ist nicht blau, sondern braun; die im Wald auf Holz wachsende E. linkii hätte wohl kleinere Sporen;
Nr. 7: Ein filziger Rötling aus einer Gartenwiese: E. solstitiale
Funddaten: 07.09.2009; MTB 7446-2-2-4, 300 m; Passau, Ortsteil Grubweg, Privatgarten am Bäckerholz; in der Wiese; gesellig (>5 Fk), vergesellschaftet mit Hygrocybe conica; Hut: bis 1,5 cm breit, jung glockig, erst reif flach gewölbt bis ausgebreitet, stets mit kleiner Papille, Oberfäche schwach filzig radialfaserig, matt, trocken, jung mit silbrig-glänzendem Velum überfasert, alt verkahlend, nicht gerieft, schwach hygrophan, jung dunkel graubraun, als ockerbraun ausblassend, Hutrand jung leicht eingeschlagen und auch alt etwas über die Lamellen gezogen; Stiel: bis 40 x 1,5 mm, zylindrisch, basal verdickt bis kleinknollig, längsfaserig, etwa hutfarben (jung dunkel graubraun, später heller ockerbraun bis blass grauocker), vor allem jung weißlich-silbrig überfasert, von der Basis her zu 1/3 bis fast zur Hälfte weißfilzig überzogen; Lamellen: aufsteigend und sehr schmal angewachsen, fast frei, mäßig gedrängt (ca. 22 erreichen den Stiel), ca. bis 2 mm breit, jung cremegrau bis blass graubraun, später blass rosabräunlich; Schneiden konvex bis gerade, weißlich bis etwas heller abgesetzt oder gleichfarben, +/- glatt oder schwach wellig; Fleisch: sehr dünn, im Hutkern schmutzig weiß, über den Lamellen wässerig graubraun, jung unter der HDS und in der Papille dunkelbraun, im Stiel in der Rinde jung dunkelbraun; Geruch: unauffällig, kein Mehlgeruch; Geschmack: mild, leicht ranzelig, eher unangenehm; HDS: Cutis, oberste Schicht leicht gelifiziert (kollabiert?), keine Endzellen oder trichodermale Strukturen (nahe dem Hutscheitel beobachtet) festgestellt, Zellbreite ca. 4-12, Schnallen vorhanden, aber recht sporadisch; Pigment intrazellulär diffus, vakuolär und körnig, gelbbraun, goldbraun; Huttrama: Zelllänge von 70 bis weit über 150 (in Öl nicht messbar), Zellen zylindrisch wellig, an den Septen meist abgerundet; Cheilozystiden: Lamellenschneide fertil, keine Zystiden; Basidien: 4-sporig, z.B. 34x8, 35x10; Schnallen vorhanden, aber nur an Basidiolen festzustellen; Sporen: 5-6eckig, heterodiametrisch, 7,8 x 6,2 (6,5-8,5 x 6-6,5), Q=1,25 (1,08-1,33); Bestimmung: E. solstitiale;
Nr. 6: Eine Entoloma longistriatum
Funddaten: 10.07.2009; MTB 7935-1-3-2, 570 m; Pullach, Heilmannpark; zwischen den beiden Bankerln bei Eiche, in der Wiese; gesellig (5 Fk); Hut: bis 2,5 cm breit, jung halbkugelig und papilliert, später flach gewölbt und schwach genabelt, am und um den Scheitel minimal schuppig, sonst radialfaserig, bisw. streifig aufreißend, jung ungerieft, später in feuchtem Zustand bis zum Scheitel durchscheinend gerieft (nicht stark ausgeprägt), alt eher faserig-streifig, mittelbraun, hygrophan, streifig silbrigocker ausblassend; Stiel: bis 55 x 4 mm, zylindrisch, oft abgeplattet und mit Längsfurche, basal schwach verdickt, glatt (wie poliert), graubraun, ohne Blautöne, unbereift, nicht faserig, basal stark weißfilzig (Filz bis über 1 cm aufsteigend); Lamellen: aufsteigend oder abgerundet angewachsen, normal gedrängt, jung blass graubraun, später graubraun mit Rosaton; Schneiden ziemlich gerade oder leicht konvex, feinst weißflockig abgesetzt; Fleisch: extrem dünn, schmutzig cremefarben oder wässerig grau; Geruch: schwach (vielleicht minimal nach Anis?); Geschmack: -; HDS: Cutis mit Übergängen zu Trichoderm, keulige, aufragende Endzellen ca. 12-25 breit, Pigment intrazellulär diffus und vakuolär, Schn-; Cheilozystiden: keine beobachtet: es sind zylindrisch-wellige, sterile Zellen an der Schneide vorhanden, die meist kürzer und schlanker als die Basidien sind, aber kaum als echte Cheilos gelten können (Basidiolen, degenerierte Basidien), z.B. 26x5, 31x7, 32x7; Basidien: 4-sporig, ca. 30-40 (47) x 10-13, ohne Basalschnallen; Sporen: 5-7-eckig (Ecken mittelprächtig bis gut ausgeprägt), heterodiametrisch, 9,2 x 6,8 (8,5-10 x 6-7,5), Q=1,35 (1,20-1,54), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Alle Merkmale passen auf E. longistriatum var. microsporum;
Nr. 5: Auf Trockenwiese auf Kalkschotter: Entoloma politoflavipes
Funddaten: 10.07.2009; MTB 7935-1-3-2, 570 m, Pullach, Heilmannpark; zwischen den beiden Bankerln in der Wiese, bei Eiche; gesellig (5 Fk); Hut: bis 1,2 cm breit, schon jung flach gewölbt, stets genabelt, samtig rauh (nicht schuppig), jung nicht oder nur schwach durchscheinend gerieft, später bis zum Scheitel durchscheinend gerieft (aber nicht sehr stark); dunkelbraun bis dattelbraun, am Nabel meist etwas dunkler wirkend, am Rand bisw. etwas aufreißend, kaum hygrophan; Stiel: bis 45 x 1,5 mm, zylindrisch, basal gleichdick, völlig glatt und matt, unbefasert, höchstens an der Spitze minimal gleichfarbig bereift, olivgelb (ähnlich M. viridimarginata), basal bisw. weißfilzig; Lamellen: ausgebuchtet bis fast gerade angewachsen und mit Zahn herablaufend, mäßig gedrängt, ca. 20 erreichen den Stiel, cremefarben mit grauer Komponente, Schneiden konvex oder gerade, +/- glatt und gleichfarben; Fleisch: weißlich, extrem dünn, in der Stielrinde wie die Oberfläche gefärbt; Geruch: unauffällig; Geschmack: -; HDS: Trichoderm mit zahlreichen, keuligen, aufgerichteten Endzellen, z.B. 35x12, 58x15, ca. 10-20 µm breit; Pigment intrazellulär diffus und vakuolär; Cheilozystiden: fehlen, Schneide fertil; Basidien: 4-sporig, keulig, ca. 30-34 x 9-10, mit Basalschnallen; Sporen: heterodiametrisch, mit 5-7 deutlich bis schwach ausgeprägten Ecken, 7,7 x 5,8 (6,5-8,5 x 5,5-6,5), Q=1,32 (1,18-1,45), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: nach Noordeloos: Entoloma politoflavipes Noordel. & Liiv, Dattelbrauner Zärtling; bei Ludwig als var. von weholtii geführt;
Nr. 4: Auf Schotterheide: E. fridolfingense
Funddaten: 27.06.2009; MTB 7735-4-3-4, 490 m, München, Fröttmaninger Heide; Magerwiese auf Kalkschotter, beweidet (Schafe, Ziegen), auf Erde in der Wiese, gesellig bis schwach büschelig (6 Fk); Hut: ca. 2-3,5 cm breit, trichterig (Fk-Habitus clitocyboid bis omphaloid), rand herabgebogen, zentral stark vertieft, Oberfläche feinst radialfaserig, glatt, trocken, jung schwach, später etwas stärker durchscheinend gerieft, dunkelbraun; schwach hygrophan, streifig ausblassend (hell graubraun); Stiel: bis 2,5 x 0,4 cm, oft schwach exzentrisch, zylindrisch, basal gleichdick oder schwach verdickt, glatt, matt, auf graubraunem bis olivgrauem Grund schwach weißlich überfasert, basal stark weißfilzig; Lamellen: breit angewachsen und kurz herablaufend (mal mehr mal weniger stark), normal gedrängt (ca. 25 bis 30 erreichen den Stiel), jung weiß, reif cremerosa, Schneiden ziemlich gerade, weißlich abgesetzt, +/- glatt; Fleisch: dünn, wässerig graubraun, im Stiel heller grau; Geruch: im Schnitt deutlich nach Mehl; Geschmack: -; HDS: Cutis aus ca. 5-10 breiten Zellen, in unteren Schichten bald viel breiter, Schn+, Pigment intrazellulär, diffus, vakuolär und körnig; Hutrama: Zellen ab ca. 100 bis weit über 500 µm lang; Lamellentrama: (sub)regulär, Zellen zylindrisch, 4-16 breit, ca. 60 bis über 150 lang; Cheilozystiden: breit keulig, oft unterteilt (kettig), ca. 30-44 x 10-15, Schn+, Schneide steril; Basidien: schlankkeulig, 4-sporig, z.B. 35x10,5, 40x10; Sporen: heterodiametrisch, 5-8eckig, 8,7 x 6,4 (7,5-9,5 x 6-7), Q=1,35 (1,15-1,42); Bestimmung: E. fridolfingense (wg. der recht kleinen Sporen schwer zu schlüsseln);
Nr. 3: Auf Schotterheide: E. brunneoserrulatum
Funddaten: 27.06.2009; MTB 7735-4-3-4, 490 m, München, Fröttmaninger Heide; Magerwiese auf Kalkschotter, beweidet (Schafe, Ziegen), auf Erde in der Wiese, nahe von jungen Weiden, gesellig (2 Fk); Hut: bis 2,3 cm breit, schwach genabelt (mycenoid), bis zum Scheitel schwach durchscheinend gerieft, fast bis zum Hutrand fein schuppig, dunkelbraun, schokobraun; Stiel: bis 4,5 x 0,3 cm, zylindrisch, bisw. plattgedrückt und mit Längsfurche, basal gleichdick, feinst längsfaserig bis glatt, matt, jung blaugrau bis stahlgrau, später ohne Blautöne grau; weder bereift noch überfasert; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen und bisw. mit Zähnchen herablaufend, normal gedrängt, jung cremeweiß bis cremegrau, später graurosa bis blass rosabraun, Schneiden konvex, beim jungen Exemplar unauffällig, beim älteren deutlich braun gefärbt und glatt; Fleisch: dünn, wässerig grau bis graubraun, im Stiel heller grau; Geruch: unauffällig, neutral; Geschmack: mild, neutral; HDS: Trichoderm, mit aufgerichteten Hyphenbüscheln, Endzellen keulig, ca. 10-20 breit, Pigment intrazellulär, körnig, vakuolär und diffus, schwarzbraun; Cheilozystiden: LS steril, extrem dicht gepackt (serrulatum-Typ) mit subzylindrischen, schlankkeuligen und keuligen Cheilzystiden, die kettig angeordnet sind, Endzellen teils klein und keulig, teils geschlängelt, das ganze verwoben, schwach intrazellulär pigmentiert (unauffällig), Maße ca. 26-100 x 9-17; Schn-; Basidien: 2-sporig, ca. 27-28 x 10-12, Schn-; Sporen: heterodiametrisch, mit 6-8 gut ausgeprägten Ecken, 11,2 x 7,6 (10-12,5 x 7-8,5), Q=1,48 (1,38-1,60); Bestimmung: Gehört auf jeden Fall zur Gruppe mit der LS vom serrulatum-Typ, die einzige Art in dieser Gruppe mit bisw. 2-sp. Basidien und braunen Lamellenschneiden ist brunneoserrulatum. Sporen weichen etwas ab in der Breite und im Q-Wert;
Nr. 2: Auf Schotterheide: E. indutoides var. pleurocystidiatum
Funddaten: 27.06.2009; MTB 7735-4-3-4, 490 m, München, Fröttmaninger Heide; Magerwiese auf Kalkschotter, beweidet (Schafe, Ziegen), auf kiesiger Erde in der Wiese, bei Weiden, gesellig (5 Fk); vergesellschaftet mit Inocybe vulpinella und Entoloma incranatofuscescens; Hut: bis 3 cm breit, flach gewölbt, in der Mitte vertieft bis genabelt, Rand jung herabgebogen, Oberfläche radialfaserig, schwach glänzend, wie silbrig überreift oder seidig durchfasert, graubraun, jung auch dunkelbraun, nicht hygrophan; Stiel: oft exzentrisch, bis 5 x 0,7 cm, zylindrisch, manchmal im unteren Drittel etwas abgeplattet und spindelig erweitert, Basis oft etwas zugespitzt, hell graubraun, matt, faserig, weißlich überfasert (jung ziemlich dicht); Lamellen: schwach ausgebuchtet oder gerade und recht breit angewachsen, bisw. mit Zähnchen kurz herablaufend, mäßig gedrängt, untermischt, ca. 22-24 erreichen den Stiel, jung grau, reif graurosa bis blass rosabraun, Schneiden konvex, seltener leicht konkav (zum Hutrand hin), ziemlich breit, gleichfarben, glatt; Fleisch: wässerig dunkelbraun bis graubraun, im hohlen Stiel etwas heller graubraun bis olivgrau; Geruch: unauffällig, neutral; Geschmack: mild, neutral; Cheilozystiden: zerstreut, leicht kollabierend, schlank spindelig bis spindelig-bauchig, körnelig gefüllt (LS heterogen), 55-100 x 12-16; bei der Nachsuche am Exsikkat wurden auch Pleurozystiden gefunden; HDS: Cutis, oberste Schicht gelifiziert, Zellbreite ca. 4-8, darunter auch bis 16, Schn+, Pigment intrazellulär diffus, körnig und vakuolär; Huttramezellen: Länge ca 130-250; Basidien: keulig, 4-sporig, 48-55 x 13-15, mit Basalschnallen; Sporen: heterodiametrisch, 5-7eckig, mit einem oder mehreren großen Tropen, 11,2 x 8,6 (10-12 x 8-10, Q=1,30 (1,18-1,44); Bestimmung: Entoloma indutoides var. pleurocystidiatum (Noordel.) Noordel., Wölfel & Hausknecht, Trichterlingsähnlicher Zärtling;
Nr. 1: Auf Schotterheide: Eine ziemlich schuppig geratene E. sodale
Funddaten: 27.06.2009; MTB 7735-4-3-4, 490 m; München, Fröttmaninger Heide; Magerwiese auf Kalkschotter, beweidet (Schafe, Ziegen), auf Erde in der Wiese, gesellig (ca. 8 Fk); Hut: 1,2-2,5 cm breit, stumpfkegelig bis flach gewölbt, meist schwach genabelt, am Scheitel schuppig-schollig, bisweilen bis zum Rand fein schuppig, bis zum Scheitel durchscheinend gerieft, Riefung sehr schwach und unauffällig, am Scheitel dunkelbraun, sonst hellbraun, kaum hygrophan, graubraun ausblassend; Stiel: bis 6,5 x 0,3 cm, zyindrisch, hohl, bisw. mit Längsfurche, basal gleichdick, graubraun, frisch graublau, jung an der Spitze bereift, glatt bis schwach längsfaserig, im unteren Drittel weißlich überfasert, an der Basis schwach weißfilzig; Lamellen: aufsteigend oder ausgebuchtet und schmal angewachsen, bisw. mit Zähnchen kurz herablaufend, mäßig gedrängt, ca. 19-22 erreichen den Stiel, untermischt, jung cremefarben, reif cremerosa bis blass rosabraun; Schneiden schwach konvex, glatt und gleichfarben; Fleisch: dünn, weiß oder wässerig graubraun, im Stiel grau; Geruch: unauffällig, schwach; Cheilozystiden: Lamellenschneide heteromorph oder steril (bei älterm Fk), Cheilozystiden bei jungem Fk unauffällig und klein, bei älterem gut ausgeprägt, keulig, auch blasig und gestielt, 26-68 x 9-25; Schn-; HDS: in Scheitelnähe ein Trichoderm, sonst eine Cutis mit trichodermalen Strukturen (aufgerichtete Hyphenbüschel = Schuppen), Breite der Cutiszellen ca. 6-12, Endzellen in den Schuppen über 100 lang und bis 40 breit, Pigment intrazellulär, diffus und vakuolär, Schn-; Basidien: 4-sporig, keulig, ca. 30-40 x 11-12; ohne Basalschnallen; Sporen: heterodiametrisch, mit 5-7 gut ausgeprägten Ecken, 11,3 x 7,6 (10,5-12 x 7-8), Q=1,49 (1,38-1,71); Bestimmung: Entoloma sodale Kühner & Romagn. ex Noordel., Montaner Blaustiel-Zärtling;