Psathyrellaceae 2009
Nr. 6: Psathyrella fagetophila Örstadius & Enderle von der Donauleite bei Passau; die Art scheint doch auf sauren Böden zu wachsen;
Funddaten: 15.11.2009; MTB 7447-1-2-3, 380 m; Passau, Kellberg, Donauleite (südexponiert), im Mischwald (Buche, Eiche, Hainbuche etc.) auf Laubstreu und Laubholz (auch auf Stumpf), vermutl. von Buche; gesellig (>20 Fk); Hut: bis 3 cm breit, kegelig, nicht aufschirmend, frisch bis zum Scheitel gerieft, dattelbraun, oft etwas speckig glänzend, häufig radialrunzelig, stark hygrophan, am Scheitel ocker, darunter cremebeige ausblassend; Velumreste nur bei sehr jungen Fk am Hutrand vorhanden und rasch vergehend; Stiel: bis 6,5 x 0,4 cm, zylindrisch, basal oft gekniet und gleichdick, sehr brüchig, weiß bis cremefarben, an der Spitze bereift; Lamellen: breit angewachsen, mäßig gedrängt, dunkel graubraun; Schneiden weißflockig und rötlich unterlegt; Fleisch: extrem wässrig, im Hut graubraun, im Stiel cremefarben; Geruch: schwach; Geschmack: -; Velumzellen: -; HDS: -; Cheilozystiden: (dicht stehend, lageniform, sublageniform oder fusoid, Apex schmal bis breit gerundet, nie spitz, bisweilen schwach kopfig oder erweitert, ca. 36-51 x 10-14, untermischt mit keulig-blasigen Parazystiden (ca. 15-38 x 7-22); Parazystiden und Trägerzellen oft dickwandig und schwach bräunlich pigmentiert; Pleurozystiden: zahlreich, fusoid bis lageniform, wie die Cheilozystiden geformt, ca. 50-62 x 12-14; Kaulozystiden: -; Basidien: 4-sporig, z.B. 22x8, 19x8; Sporen: schmal ellipsoid, lateral ab und zu schwach phaseoliform, KP vorgewölbt, groß, bis ca. 2,2, blass dunkelgrau, nicht opak; Maße: 10,0 x 5,6 (8,5-11 x 5-6,5), Q=1,79 (1,58-2,00), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Mit dem Örstadius-Schlüssel in FN bestimmt; recht schmächtige Exemplare für diese Art; die ähnliche P. tephrophylla sollte deutlich utriforme Zystiden, keine Rosa unterlegte LS und dunklere Sporen besitzen;
Nr. 5: Psathyrella cf. spadiceogrisea (Schaeff.: Fr.) Maire; die großen Fk mit recht starkem Velum und speckigem Hut würden besser zu P. niveobadia passen, die meist über 40 und bis 60 langen, utriformen Cheilozystiden passen weder zu letzterer, noch zu spadiceogrisea;
Funddaten: 28.10.2009; MTB 7934-4-4-4, 550 m; Schäftlarn, Klosterwald, im Buchen-Eschenmischwald; in dicker Laubstreu mit Holzresten (vermutl. von Esche); gesellig bis rasig (>30 Fk); Hut: bis 5,5 cm breit, kegelig bis flach gewölbt, glatt, graubraun, schmierig und dann speckig glänzend, alt bisw. etwas runzelig, am Hutrand ca. zu 1/3 durchscheinend gestreift; Hutrand mit Resten des fast häutigen Velums behangen oder jung durch das weißliche Velum mit dem Stiel verbunden; hygrophan, cremebeige ausblassend; Stiel: bis 9 x 0,7 cm, zylindrisch, hohl, basal tief ins Substrat eingesenkt und ausspitzend, aber nicht wurzelnd, brüchig, weißlich bis cremefarben, an der Spitze bereift, sonst längsfaserig und kahl; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, normal bis mäßig gedrängt, breit (bis 8 mm), jung ockerbraun, reif dunkel graubraun bis schokobraun, Schneiden weißflockig; Fleisch: im Hut wässrig beige, im Stiel satt cremefarben; Geruch: null; Geschmack: -; Velumzellen: -; HDS: -; Cheilozystiden: (Lamellenschneide im Mikro schwach bräunlich unterlegt) Zwei Typen, wobei zweiterer häufiger ist: 1) utriform, meist mit schwach kopfigem Apex, ca. 45-60 x 10-17 x 10-13 (Länge x Bauch x Apex); 2) keulig, ballonförmig oder blasig, 20-47 x 10-18; Pleurozystiden: überwiegend utriform wie die Cheilozystiden, seltener breit keulig, ca. 46-50 x 12-20 x 9-12; Kaulozystiden: -; Basidien: 4-sporig, z.B. 22x8, 19x8; Sporen: lateral ellipsoid, frontal ovoid bis kartoffelsackförmig (am Apiculus breiter), dickwandig (ca. bis 0,5), KP deutlich, bis ca. 1,2 breit, in KOH dunkelbraun, lateral meist etwas schmälder als frontal; Maße: 8,6 x 5,3 (8-9,5 x 4,8-6), Q=1,61 (1,49-1,90), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Abweichung: die utriformen Cheilozystiden sind bis 60 lang und überwiegend erheblich länger als in der Literatur vermerkt (bis max. 45); das starke Velum und die speckigen Hüte würden zu P. niveobadia passen;
Nr. 4: Psathyrella cf. fibrillosa (Pers.: Fr.) Maire;
Funddaten: 19.09.2009; MTB 8136-4-3-1, 720 m; Warngau, Taubenberg, Steingraben; direkt am Steinbach, am Rand einer Feuchtwiese im Mischwald (Fichte, Erle, Tanne), zwischen Sphagnum und Polytrichum; möglicherweise in Verbindung mit vergrabendem Holz (vermutl. Nadelholz); gesellig (3 Fk); Hut: bis 3 cm breit, halbkugelig bis flach gewölbt, nicht gebuckelt, nur am Scheitel kahl, sonst dicht wollig bis grobfilzig mit weißem Velum befasert, Färbung am Scheitel rotbraun, kastanienbraun, sonst eher dunkelbraun, dunkel graubraun; hygrophan: am Scheitel ocker, sonst hell milchkaffeebraun ausblassend; Stiel: bis 6,5 x 0,4 cm, zylindrisch, basal schwach erweitert, nicht wurzelnd (Basis weißlich filzig und direkt auf Spagnum, nicht unmittelbar auf Holz verankert), sehr brüchig, mit undeutlicher, flockig-häutiger Ringzone, darüber weiß beschürfelt, darunter wollig filzig weiß überfasert (von den Sporen stellenweise schwarz verfärbt), Grundfarbe schmutzigweiß, zur Basis hin bräunlich; Lamellen: breit angewachsen, normal bis mäßig gedrängt, graubraun; Schneiden fein weißflockig; Fleisch: (ganzer Fk im Schnitt sehr wässrig und einen hyalinen Saft absondernd) im Hut wässrig braun, im hohlen Stiel schmutzig cremefarben, stielabwärts ockerbräunlich, in der Basis wässrig braun; Geruch: unauffällig oder ganz schwach blütenartig (Pelargonium? Einbildung?); Geschmack: -; Velum: an den Hüten am Exsikkat kein Velum mehr festzustellen (flüchtig); am Stiel (Ringzone), jedoch hyphiges Velum mit ca. 5-17 breiten Zellen und kleinen Schnallen an den Septen; HDS: zellig, Zellbreite ca. 35-48; Cheilozystiden: ziemich dicht stehend, überwiegend fusoid, apikal allmählich verjüngt und schmal abgerundet bis fast spitz endend, seltener sublageniform, ca. 42-65 x 11-15, Schn+; durchmischt mit keulig-blasigen Parazystiden, z.B. 20x15, 19x13, 18x11; Pleurozystiden: sehr zahlreich, fusoid bis sublageniform wie die Cheilos, nicht selten mit etwas wellig eingeschnürtem Zipfel am Apex, etwas dickwandig (in Ammoniak jedoch nie gelb), ca. 50-60 x 12-17,5; Kaulozystiden: -; Basidien: sehr gedrungen, keulig, 4-sporig, ca. 15-21 x 8-9,5; Schnallen vorhanden, jedoch meist sehr undeutlich; Sporen: schmal ellipsoid, in der Aufsicht ovoid, im Profil bisw. schwach bohnenförmig, apikal kaum verschmälert, dickwandig (bis 0,5 µm), in KOH dunkelbraun mit Grauton, KP abgestutzt, selten schwach vorgewölbt, bis knapp 2 µm breit, Maße: 8,6 x 4,7 (8-9,5 x 4,5-5), Q=1,84 (1,70-2,00), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Mit Örstadius-Schlüssel in Funga Nordica bestimmt; mikroskopisch könnte man auch auf P. impexa kommen, da die Sporen nicht mandelförmig und die Zystidenwände zwar etwas verdickt, jedoch nie gelb sind; der Standort im Sphagnum auf saurem Boden im Nadelmischwald und die Makroskopie (ziemlich striegelig beflockte Stiele mit angedeuteter Ringzone und bräunlicher Färbung zur Basis hin) sprechen doch eher für P. fibrillosa; auch scheint P. impexa in der Regel längere Sporen zu besitzen;
Nr. 3: Psathyrella clivensis (Berk. & Broome) P. D. Orton (1) aus der Fröttmaninger Schotterheide; wird seinem Namen als Voreilender Mürbling in diesem Fall durchaus gerecht;
Funddaten: 27.06.2009; MTB 7735-4-3-4, 490 m; München, Fröttmaninger Heide; Magerwiese auf Kalkschotter, beweidet (Schafe, Ziegen), auf Erde in der Wiese, gesellig bis büschelig (8 Fk); Hut: bis 2,8 cm breit, flach gewölbt, minimal gebuckelt, glatt bis feinsamtig, jung nur im äußeren Drittel, alt zur Hälfte durchscheinend gerieft, frisch matt, älter leicht speckig werdend, ohne Velumreste (auch jung), hellbraun bis graubraun, hygrophan, von innen nach außen blassocker bis cremefarben ausblassend; Stiel: bis 48 x 3 mm, zylindrisch, basal gleichdick und nicht wurzelnd, cremeweiß bis cremefarben, an der Spitze schwach bereift, stielabwärts minimal weißlich überfasert; Lamellen: aufsteigend und mäßig breit angewachsen, normal gedrängt, bauchig, hellbraun bis graubraun (hutfarben), weißflockig; Fleisch: wässerig ockerbraun, im hohlen Stiel cremeweiß; Geruch: unauffällig; Geschmack: mild, neutral; Velum: fehlend; HDS: zellig (Zellwände extrem dünn und zerbrechlich, im Präparat nur schwach differenziert), Zellbreite ca. 20-30 µm; Cheilozystiden: keulige bis blasige, kleinere Cheilos dominieren, dazwischen auch utriforme bis breit fusoide, Maße 21-43 x 12-20; Schnallen vorhanden; Pleurozystiden: utriform bis breit fusoid, ca. 41-58 x 15-18; Kaulozystiden: -; Basidien: 4-sporig, ca. 22-30 x 8,5-9,5; Sporen: ellipsoid, bisw. schwach bohnenförmig eingedellt, mäßig dickwandig (ca. 0,3 µm), für eine Psathyrella extrem hell ockerlich und blass; KP scheinbar fehlend, aber wohl nur wg. der hellen Sporenfarbe schlecht erkennbar, in jedem Fall undeutlich, 1,2-1,5 breit; Maße: 9,2 x 5,5 (8-10,5 x 5-6,5), Q=1,67 (1,42-1,91), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Mit Örstadius-Schlüssel in FN bestimmt und im Kompendium verglichen;
Nr. 2: Coprinus spec., ein Tintling aus der Sektion Setulosi, der sich nicht bestimmen lassen will:
Funddaten: 25.10.2009; MTB 7934-3-4-1, 650 m; Leutstetten, Sonnenberg Süd, im Fichtenwald; auf Nadelstreu (mit Holzresten, Ruderalstelle); vergesellschafet mit Galerina marginata und Mycena pura; gesellig bis kleinbüschelig; Hut: bis 3 cm hoch und 2,2 cm breit, walzenförmig, stumpf kegelig zulaufend, längsrillig, am Scheitel glatt; stets ohne Velum; am Scheitel freudig rotbraun bis schwarzbraun, hutabwärts immer heller, bis cremefarben, alt mehr welkend als zerfließend; Stiel: bis 8 x 0,3 cm, zylindrisch, basal meist keulig verdickt, fein längsrillig, weißlich, auf ganzer Länge fein weiß bereift; Lamellen: gedrängt, ca. 2 mm breit, jung cremefarben, alt graubraun bis lilabraun; Fleisch: im Hut wässrig dunkelbraun, im Stiel jung etwas heller, später cremefarben, in der Stielrinde weiß; Geruch: unauffällig; Geschmack: -; Velum: fehlend; HDS: zellig, Zellen blasig, ca. 20-36 x 12-30, mit groben, bernsteinfarbenen Placken grob inkrustiert, dazwischen verstreut Pileozystiden; Pileozystiden: überwiegend lageniform mit zylindrischem, ca. 6-8 breitem Hals oder schmal und stumpf fusoid bis subzylindrisch, +/- dickwandig, intrazellulär oft braun pigmentiert, ca. 38-72 x 8-16; (es gibt fast dünnwandige, lageniforme PZ, die nur basal etwas bräunlich sind, und schmälere, schmal fusoide bis zylindrische, dickwandige, die komplett braun pigmentiert sind); Cheilozystiden: vorwiegend lageniform mit ausgeprägtem Bauch, oft lang gestielt, seltener subutriform oder stumpf fusoid, durchsetzt mit keulig-blasigen Parazystiden, Schnallen vorhanden, Maße ca. 36-72 x 10-20, Parazystiden z.B. 32x14; Pleurozystiden: lageniform bis subutriform, eher zerstreut, z.B. 38x12; Kaulozystiden: vorwiegen lageniform, häufig irregulär wellig und am Ende nicht selten gegabelt; Basidien: 4-sporig, z.B. 30x10, 34x9, 26x10; Sporen: schlank ellipsoid bis mandelförmig (am Apikulus verschmälert), mäßig dickwandig, KP zentral bis minimal schräg, ca. 1,5-2 µm breit, in Wasser mittelbraun, in KOH dunkelbraun (aber relativ blass, fast etwas durchsichtig wirkend), 9,5 x 5,4 (8-10,5 x 5-6), Q=1,76 (1,58-2,00), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: unklar; mit den Schlüsseln in Funga Nordica, Bender bzw. Kees-Uljee nicht befriedigend schlüsselbar; noch am ehesten kommen Parasola auricoma bzw. C. subimpatiens in Frage;
Nr. 1: Psathyrella effibulata, der Schnallenlose Mürbling:
Funddaten: 10.05.2009; MTB 8134-4-3-1, 600 m, Beuerberg, Auwälder am Loisach-Ostufer südlich der Brücke auf der St.2064 richtung Königsdorf; direkt unterhalb der Fußgängerbrücke beim Boschhof in einem Erlenbruch, terrestisch auf Erde bei Erlen (vermutl. Grauerle) und Weide; gesellig (>10 Fk); Hut: bis 1,7 cm breit, jung halbkugelig, später schirmförmig konvex, ohne Buckel, glatt, ganz jung mit dünnem, flockigem Velum besetzt, das rasch vergeht, graubraun, ganz jung mit haselnussbrauner Tönung, bis zum Scheitel durchscheinend gerieft, hygrophan, vom Scheitel her (erst Scheibe, dann streifig) ocker ausblassend; Stiel: lang und dünn (bis ca. 55 x 1,5 mm), basal schwach verdickt bis kleinknollig, nicht wurzelnd (höchstens ein paar Myzelfäden anheftend), nur an der Spitze schwach bereift, sonst glatt und schwach mit weißlichem Velum überfasert, cremeweißlich, im unteren Stieldrittel bisw. blass braun; Lamellen: breit angewachsen, mäßig gedrängt, ziemlich gerade bis schwach konvex, graubraun mit feinflockiger, weißer Schneide, nicht rötlich unterlegt; Fleisch: extrem dünn, im Hutkern cremefarben, sonst wässerig bräunlich, in der Stielbasis braun; Geruch: neutral; Geschmack: neutral; Cheilozystiden: vorwiegend spindelig-bauchig bis utriform, bisweilen auch flaschenförmig, einmal gegabelt, selten mit ausgezogener Spitze, nur sporadisch mit blasigen, birnenförmigen Parazystiden durchsetzt, ca. 33-45 (77) x 9-13, Schn-; Lamellenschneide bisweilen rötlich unterlegt (im Mikroskop sichtbar); Pleurozystiden: keine gefunden; Velum: aus zylindrischen (ca. 3-5 breit), spindeligen (ca. 7-11 breit) und kugeligen Zellen (bis 15 breit), ohne Schnallen; HDS: zellig, Zellbreite ca. 10-25 µm; Basidien: 4-sporig, Sterigmata kaum zu sehen; Sporen: schmal ellipsoid, im Profil kaum abgeflacht, KP ca. 1,2-1,8 breit, dickwandig (2. Wand gut sichtbar), in Wasser rötlichbraun; 8,7 x 4,6 (7,5-10 x 4-5,5), Q=1,88 (1,55-2,11); Bestimmung: Psathyrella effibulata, Schnallenloser Mürbling