Tricholomataceae 2020

Nr. 1: Clitocybe fragrans (With.: Fr.) P. Kumm s.l.

Zur Bestimmung: C. fragrans-Gruppe. Mit Gröger (2006) geschlüsselt.

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Funddaten: 08.10.2020; MTB 7326-3-2-1, 600 m; 10° 2' 57,13'' E, 48° 38' 15,95'' N; D - BW – Landkreis Heidenheim, Gemeinde Gerstetten, Erpfenhausen, Schwäbische Alb; mit Schafen beweidete Wacholderheide über Kalk; in der Wiese im Gras; gesellig (ca. 6 Fk);
Hut: bis 4,2 cm breit, jung flach konvex, reif auch genabelt, trocken, glatt, nur am Rand oder bis maximal zum halben Radius durchscheinend gestreift, beige; Stiel: bis 6,5 x 0,5 cm, basal bisw. spindelig erweitert, bisw. abgeplattet und irregulär, hutfarben oder etwas blasser; Lamellen: gerade angewachsen bis schwach herablaufend, gedrängt, cremefarben bis cremebeige; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: nach Bittermandel; Sporenpulver: weiß bis cremeweiß (Abwurf eher dünn); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen schmal, in der obersten Lage schwach gelifiziert, praktisch farblos und ohne Inkrustationen; Lamellenschneide: fertil; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: schlank ellipsoid, basal meist schmäler als apikal, bisw. mit schwach ausgeprägter supraapikularer Depression, nicht kongophil, viele kollabiert im Abwurfpräparat in Kongo/NH3 und mit Neigung zum Verklumpen, Maße: 7,5 x 3,8 (6,4-9,0 x 3,6-4,2), Q=1,96 (1,68-2,18), 20 Sp. gemessen;

Nr. 2: Clitocybe rivulosa (Pers.: Fries) P. Kummer

Zur Bestimmung: Mit Gröger (2006) geschlüsselt. Einzige Abweichung: Die Lamellenfarbe ist dort als beige angegeben. Standort, weißes Sporenpulver und Sporenmaße passen nur auf C. rivulosa.

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Funddaten: 08.10.2020; MTB 7325-4-4-2, 580 m; 9° 59' 55,52'' E, 48° 36' 52,11'' N; D - BW – Landkreis Heidenheim, Gemeinde Gerstetten, Sontbergen, Schwäbische Alb; mit Schafen beweidete Heide über Kalk; in der Wiese im Gras; gesellig (ca. 10 Fk); im ganzen Heideareal häufig;
Hut: bis 3,2 cm breit, trichterig, weiß bereift, an reiffreien Stellen beige; Stiel: bis 3 x 0,4 cm, basal verjüngt, zäh, cremeweiß; Lamellen: habituell herablaufend, gedrängt, cremeweiß; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: fehlend; Sporenpulver: cremeweiß (Ib); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: etwas „zerzauste“ Cutis mit vielen abgerissenen und kollabierten Zellen, aber nicht gelifiziert, an schmalen Zellen mit querstreifigen Inkrustationen, Schnallen zahlreich; Lamellenschneide: fertil; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: regulär ellipsoid, nicht kongophil, im Abwurfpräparat in Kongo/NH3 nicht verklumpend; Maße: 4,3 x 2,6 (3,5-5,2 x 2,3-3,0), Q=1,66 (1,40-1,88), 30 Sp. gemessen;

Nr. 3: Clitocybe cf. lohjaënsis Harmaja

Zur Bestimmung: Mit Gröger (2006) geschlüsselt. C. agrestis, diatreta und marginella hat Harmaja allesamt mit "pinkish-buff" Sporenpulver beschrieben, die fallen also raus. Stimmt ganz gut mit Harmajas Originalbeschreibung überein. Die nach Gröger 2006 recht ähnliche und im selben Schlüsselpaar aufgeführte C. diosma Einhellinger wächst nach Literatur wohl überwiegend in Laubwäldern (Auwald, Kalkbuchenwald). Marqua & Specht in ZMykol 79/1 (2013) stellen diesen Trichterling ausführlich vor, gehen aber nicht auf die Unterschiede zu C. lohjaensis ein. Sie attestieren C. diosma eine trockene Cutis mit erheblich breiteren Zellen. Auch bei Ludwig (2012) wird C. lohjaensis nicht einmal erwähnt. Die Kollektion 2019-02 aus dem Vorjahr aus demselben Biotop unterscheidet sich durch braune Farben im Stielfleisch im unteren Stieldrittel.

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Funddaten: 17.10.2020; MTB 7934-1-1-1, 560 m; Koordinaten: 11°21'10.29"E, 48° 5'44.52"N; D – By – Landkreis Starnberg, Gemeinde Krailling, ehmaliges Pionierübungsgelände Krailling; Trockenrasen, Kiesfluren und halboffene Sukzessionsflächen über würmzeitlichen Schmelzwasserschottern; an einer kleinen, schottrigen Böschung im Moos, bei Pinus und Picea; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 2 cm breit, im Zentrum schwach vertieft, glatt, deutlich klebrig, olivgrau, meist mit dunklerem „Auge“, nur ganz am Rand durchscheinend gestreift; sehr wahrscheinlich hygrophan; Stiel: bis 3 x 0,3 cm, basal gleichdick, fein längsfaserig, beige bis graubeige; Lamellen: gerade angewachsen, gedrängt, cremeweiß; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: im Feld habe ich mir Mehlgeruch notiert, nach Lagerung über Nacht praktisch geruchlos, auch im Schnitt höchstens minimal mehlig; Sporenpulver: weiß (Abwurf dünn); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis mit Übergang zu trichodermalen Strukturen, neben horizontal verlaufenden Zellen auch viele aus der Tiefe aufsteigende Zellen, Endzellen teils regulär zylindrisch, teils divertikuliert oder koralloid verzweigt und in der obersten Lage teilweise stark gelifiziert; Schnallen zahlreich; Zellbreite ca. 1,5-4,5 µm; Pigment unauffällig, in der Hutrama an schmaleren Zellen querstreifig inkrustierend; Lamellenschneide: fertil, ohne Zystiden; Lamellentrama: glatt; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; ca. 22-27 x 5-5,5; Sporen: ellipsoid, basal meist breiter als apikal, Apikulus relativ groß, nicht kongophil, Maße: 4,8 x 3,0 (4,1-5,5 x 2,8-3,3), Q=1,59 (1,41-1,77), 20 Sp. gemessen;

Nr. 4: Atractosporocybe inornata (Sowerby) P. Alvarado, G. Moreno & Vizzini

Zur Bestimmung: Mit Gröger (2006) geschlüsselt. Durch die großen spindeligen Sporen kaum verwechselbar.

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Funddaten: 31.10.2020; MTB 7934-4-4-4, 640 m, Koordinaten: 11°29'10.84"E, 48° 0'13.10"N; D – By – Landkreis München, Gemeinde Grünwalder Forst, Mühltal, Östliche Isarleite, "Horn"; Buchenmischwald über risszeitlichen Flussschottern; bei alten Buchen (auch eine Kiefer in der Nähe), in der Laubstreu an Wurzelausläufern; gesellig (ca. 6 Fk);
Hut: bis 9 cm breit, konvex, im Zentrum schwach vertieft, trocken, lederig glatt, auf beigem bis bräunlichem Grund dicht weiß überreift bis überzogen, konzentrisch dunkel fleckig, kaum hygrophan; Stiel: bis 5,5 x 1 cm, basal schwach verjüngt und weißfilzig oder weißstriegelig mit dem Substrat verwachsen, weißlich, grob faserig bis filzig, stellenweise braun verfärbt; Lamellen: habituell schwach absteigend, an der an Anwachsstelle jedoch kurz abgerundet und breit angewachsen, von Fleisch nicht ablösbar, graubeige; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach aromatisch, kein Mehl; Sporenpulver: cremeweiß, auch in dicker Schicht ohne Rosaton; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Trockene Cutis, Zellen dicht liegend, teils verflochten, oft schwach dickwandig, selten mit Auswüchsen, überwiegend horizontal, selten auch aufsteigend mit zahlreichen zylindrischen Endzellen, Zellbreite ca. 2,5-4,5 µm; Pigment als gelbe Zone in der Subcutis, schwierig zu verorten, möglicherweise parietal in den verdickten Wänden, an schmalen Zellen sporadisch aus inkrustierend; Schnallen zahlreich, teils als Lockschnallen; Lamellenschneide: fertil, ohne Zystiden; Lamellentrama: Zellen farblos und glatt; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen, lang und schlank, Maße: 30-38 x 6-6,5; Sporen: spindelig, meist mit supraapikularer Depression (wie bei Ramaria battallei), glatt, nicht kongophil, inamyloid, Maße: 9,6 x 3,2 (8,0-11,4 x 2,9-3,6), Q=2,95 (2,56-3,45), 30 Sp. gemessen;

Nr. 5: Clitocybe cf. metachroa (Fr.) P. Kumm.

Zur Bestimmung: Unklar. Mit Gröger (2006) aufgrund des minimal inkrustierenden Pigments als C. metachroides zu schlüsseln. Dort habe ich aber stärker trichterig vertiefte Kollektionen mit gedrungeneren kongophilen Sporen eingeordnet.

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Funddaten: 07.11.2020; MTB 8134-3-2-3, 670 m; Koordinaten: 11° 22' 40,13'' E, 47° 50' 5,11'' N; D – By – Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Gemeinde Eurasburg, Impleiten, Impbühl; mooriger Fichtenwald; in der Nadelstreu; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 3,8 cm breit, flach konvex bis ausgebreitet, meist schwach genabelt, trocken und glatt, schwach glänzend, olivgrau bis khakigrau, bis zum halben Radius oder nur am Rand durchscheinend gestreift, hygrophan; Stiel: bis 6 x 0,5 cm, basal verjüngt, auf olivgrauem Grund silbrigweiß überfasert, zur Basis hin oft etwas dunkler; Lamellen: habituell absteigend und breit angewachsen, bisw. auch herablaufend, gedrängt (ca. 30-38 erreichen den Stiel), steingrau; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach aromatisch pilzig, weder nach Mehl noch nach Anis; Sporenpulver: weiß; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis mit Übergang zur Ixocutis; Zellen in der obersten Lage gelifiziert, teils auch mit Auswüchsen und vereinzelt aufgerichteten Endzellen, sonst glatt und regulär, sehr schmal, ca. meist 1-2,5, selten bis 4,5 breit; Pigment unauffällig, in tieferen Schichten diffus bräunlich, in der Epicutis sporadisch inkrustierend (an sehr schmalen Zellen); Schnallen vorhanden; Lamellenschneide: fertil, ohne Zystiden; Lamellentrama: glatt; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Maße: 21-29 x 5,5-6; Sporen: schmal ellipsoid, regulär, im Kongo/NH3-Präparat ziemlich stark verklumpend, nicht kongophil; Maße: 6,8 x 3,7 (6,2-8,2 x 3,4-4,1), Q=1,84 (1,63-2,09), 30 Sp. gemessen;

Nr. 6: Clitocybe (?) spec.

Zur Bestimmung: Gattung unklar. Trichterlingsähnlicher Pilz mit Chlorgeruch. Weitere auffallende Merkmale: schmieriger Hut (Ixocutis), irregulär längsfurchiger, hohler Stiel und sehr schlanke, subzylindrische inamyloide Sporen (6,9 x 3,1, Q=2,25!). Trotz der auffälligen Merkmale kriege ich den mit Gröger (2006) nicht geschlüsselt.

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Funddaten: 08.10.2020; MTB 7325-4-4-2, 600 m; 9° 59' 50,57'' E, 48° 36' 52,93'' N; D - BW – Landkreis Heidenheim, Gemeinde Gerstetten, Sontbergen, Schwäbische Alb; mit Schafen beweidete Heide über Kalk; in der Wiese bei Kiefer, Eiche und Hainbuche; gesellig (ca. 6 Fk);
Hut: 2-4,4 cm breit, im Zentrum niedergedrückt, glatt, etwas schmierig, speckig glänzend, olivbraun, ungestreift, nicht hygrophan; Stiel: bis 5 x 0,8 cm, basal variabel, sehr irregulär, oft abgeplattet und mit Längsfurche, schmutzig cremefarben; Lamellen: kurz ausgebuchtet oder gerade angewachsen, gedrängt, fein queraderig, cremebeige, ohne Rosaton; Fleisch: im Schnitt sehr wässrig, cremegrau bis blass olivgrau; Geruch: chlorartig (Schwimmbad); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, Zellen sehr schmal (2-3,5 µm breit), in der obersten Lage teils stark gelifiziert, intakte oft divertikuliert, teilweise mit querstreifigen Strukturen, die ich aber nicht als Inkrustationen interpretieren würde, sondern als eine Form kollabierende Zellen; Schnallen vorhanden; Pigment völlig unauffällig; Lamellenschneide: fertil, ohne Zystiden; Lamellentrama: Zellen schmal und glatt; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Maße: ca. 23-26 x 5-6; Sporen: schmal ellipsoid bis subzylindrisch, meist mit supraapikularer Depression, mäßig klumpend in KongoNH3, inamyloid, nicht kongophil; Maße: 6,9 x 3,1 (6,1-8,4 x 2,7-3,5), Q=2,25 (2,09-2,50), 30 Sp. gemessen;