Cortinarius 2020, Telamonia

Hinweis: Alle Mikromerkmale und Mikrofotos basieren auf Exsikkatpräparaten in 3-4%iger Kalilauge. Die Bestimmungen orientieren sich überwiegend an den Schlüsseln und Beschreibungen in der Funga Nordica (FN), der Flora Photografica (CFP) sowie verschiedenen Fachartikeln.

Nr. 1: Cortinarius cf. terribilis Reumaux

Zur Bestimmung: Sektion Sordescentes, ungeklärte Artengruppe. Mit FN geschlüsselt. Aus demselben Myzel wie Kollektion 2012-54. Erstaunlich die Streuung beim Q-Wert der Sporen. Die vorliegende Kollektion hat viel schlankere Sporen.

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Funddaten: 30.09.2020; MTB 7934-3-1-1, 610 m; 11°22'52.16"E, 48° 1'21.33"N; D – By – Landkreis Starnberg, Gemeinde Starnberg, Leutstetten, Sonnenberg; Buchenmischwald über würmzeitlicher Endmoräne; bei alten Buchen; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 7,3 cm breit, flach gewölbt, mit herabgezogenem, oft nach innen gebogenem Rand, trocken, glatt, matt, stark eingewachsen faserig, beige mit dunkleren Fasern, am und um den Scheitel auch dunkler lehmbraun, stellenweise schwarzbraun fleckig; Stiel: bis 7 x 2 cm, kräftig, keulig, stark längsfaserig, schmutzig cremebeige und braun streifig, von der Basis her rußbraun verfärbend; Velum sehr dünn, kaum identifizierbar; Lamellen: aufsteigend und ausgebuchtet angewachsen, entfernt, jung lehmbraun, reif satt braun, rehbraun; Schneiden glatt; Fleisch: schmutzig cremefarben und braun marmoriert; Geruch: schwach rafanoid (Kohlrabi); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis mäßig dick, Zellen intakt, ca. 3,5-10 µm breit, teils diffus olivbraun pigmentiert, teils mit schwachen und blassen querstreifigen Inkrustationen; Hypoderm ungewöhnlich entwickelt, mit vielen globosen Zellen, die aussehen, als hätte man sich quer geschnitten, also keine typischen Hypodermzellen, dazwischen und darüber aber die normal horizontal verlaufenden Epicutiszellen, ohne auffällige Pigmentierung; Lamellenschneide: fertil, mit vielen sterilen, von Basidiolen kaum unterscheidbaren Zelleln; Lamellentrama: Zellen praktisch farblos, ohne Inkrustationen; Basidien: 4-sporig, reife zum größeren Teil olivbraun pigmentiert, Maße: 39-50 x 9-12; Sporen: schlank ellipsoid bis subamygdaloid, apikal meist mittelbreit gerundet, meist mit schwach ausgeprägter supraapikularer Depression, dicht und mittelgrob warzig, Warzen fein bis mittelgrob, in Apexnähe auch sehr grob und dort bis knapp 1 µm überstehend, manchmal aber auch mit kahlem Apex, stark dextrinoid (rotbraun in Melzer), Maße: 12,1 x 6,6 (10,8-13,3 x 5,8-7,1), Q=1,85 (1,68-2,00), 30 Sp. gemessen (Cortina);

Nr. 2: Cortinarius aprinus Melot

Zur Bestimmung: Sektion Sordescentes, ungeklärte Artengruppe. Stimmt weitgehend mit der Kollektion aus dem NSG Mäusberg (2019-04) überein (vom Velum gestiefelter Stiel, Sporenmaße, Hutfarben, Hutvelum).

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Funddaten: 02.10.2020; MTB 7031-4-2-1, 490 m; 10°58'15.16"E, 48°56'16.30"N; D – By – Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Gemeinde Pappenheim, im Hangwald oberhalb der Altmühlschleife nördlich der Stadt; Eichen-Hainbuchenwald mit Waldkiefer und Ahorn über Kalk (Dickbankkalke, Weißer Jura); bei Hainbuchen und Buchenverjüngung; gesellig (4 Fk);
Hut: bis 9 cm breit, gewölbt bis ausgebreitet, alt ohne Buckel, eingewachsen faserig, haselnussbraun, recht lange mit Resten des weißlichen Universalvelums überzogen, bisw. nur fein faserig, bisw. auch filzig; Stiel: bis 8 x 2,2 cm, zur Basis hin schwach spindelig erweitert und dann verjüngt, cremeweiß bis schmutzig cremefarben; Velum schmutzig weiß, mit deutlich abgesetzter Abrisszone (Stiel dadurch gestiefelt), ziemlich dick und flächig anliegend; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen (Burggraben), mäßig gedrängt, jung kühl dunkelbraun, reif kastanienbraun; Fleisch: im Hut schmutzig weiß, im Stiel braun marmoriert, siehe Schnittbild; Geruch: schwach raphanoid (Kohlrabi); KOH (40%): am Hut olivbraun, am Fleisch blassbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis mäßig dick, Epicutiszellen völlig intakt, ca. 2,5-9 µm breit, dicht liegend, nicht gelifiziert, manche praktisch farblos, meist jedoch mit sehr feinen blassen querstreifigen Inkrustationen, bisw. auch gelbbraun gefüllt, in tieferen Schichten auch mit goldgelb gefüllten Zellen, die wie Safthyphen aussehen; Hypoderm ungewöhnlich entwickelt, mit vielen globosen Zellen, die aussehen, als hätte man sich quer geschnitten, also keine typischen Hypodermzellen, kaum über 10 µm breit, dazwischen und darüber aber die normal horizontal verlaufenden Epicutiszellen, ohne auffällige Pigmentierung; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: in dickerer Schicht blass braun, Zellen insoliert fast farblos, meist aber hauchfein inkrustiert; Basidien: 4-sporig, viele olivbraun pigmentiert, oft marmoriert, Maße: 26-34 x 7,5-9; Sporen: ellipsoid, in Frontansicht ovoid, apikal meist mittelbreit gerundet, meist mit schwach ausgeprägter supraapikularer Depression, mittelgrob warzig, meist stumpf stachelwarzig, stark dextrinoid (kräftig rotbraun in Melzer), Warzen im Umriss bis ca. 0,5 µm überstehend, am Apex oft etwas gröber und stärker überstehend; Maße: 8,7 x 5,5 (7,6-9,6 x 5,1-5,9), Q=1,58 (1,45-1,75), 30 Sp. gemessen (Cortina);

Nr. 3: Cortinarius cf. serratissimus M.M. Moser

Zur Bestimmung: Sektion Sciophylli. Stimmt abgesehen von den etwas helleren Hutfarben sehr gut mit der Kollektion 2012-62 aus dem Klosterwald überein. Zu vergleichen wäre noch C. hillieri, der allerdings subamygdaliforme Sporen und eine deutliche Ringzone aufweisen sollte.

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Funddaten: 08.10.2020; MTB 7326-3-2-3, 615 m; 10° 2' 29,61'' E, 48° 38' 8,79'' N; D - BW – Landkreis Heidenheim, Gemeinde Gerstetten, Erpfenhausen, Schwäbische Alb; Laubmischwald über Kalk; in Waldrandnähe bei Linden und (weiter entfernt) Buche und krüppeligen Fichten; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: ca. 4,5-7 cm breit, kegelig bis konvex mit herabgebogenem Rand, gebuckelt, trocken, glatt, lehmbraun bis graubraun, oft stellenweise ausgeblasst, teils auch dunkler fleckig oder streifig, aber eher schwach hygrophan; Stiel: bis 7 x 1 cm, basal ausgeprägt keulig oder spindelig-keulig erweitert, schmutzig cremefarben, apikal im Feld mit minimalem Blaustich, basal weiß filzig; Velum unauffällig und flüchtig, eventuell der weiße Überzug an der Stielbasis; Lamellen: ausgebuchtet und breit angewachsen, entfernt, jung düster graubraun, dann schokoladenbraun bis kastanienbraun; Schneiden weißlich abgesetzt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach raphanoid; KOH (40%): am Hut schokoladenbraun, am Fleisch negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutiszellen in der obersten Lage teilweise gelifiziert/kollabiert, intakte ca. 3-7 µm breit, diffus bis marmoriert olivbraun pigmentiert, ohne auffällige Inkrustationen; Hypoderm entwickelt, Zellen oft subisodiametrisch, ca. 10-20 breit, dickwandig mit blass gelbem Dickwandpigment, sonst farblos und ohne Inkrustationen in tieferen Schichten; Lamellenschneide: fertil, mit vielen sterilen keuligen Zellen, die von Basidiolen kaum unterscheidbar sind; Lamellentrama: farblos, höchstens hauchfein und farblos inkrustiert; Basidien: 4-sporig, teilweise bräunlich pigmentiert; Maße: 33-43 x 8-10,5; Sporen: breit ellipsoid, apikal meist sehr breit gerundet, unterm Apikulus abgeflacht oder mit schwach ausgeprägter Depression, fein warzig, apikal grob warzig, stark dextrinoid (rotbraun in Melzer (D3-D4), Warzen fein, zum Apex hin auch sehr grob und dort bis 1 µm überstehend, Sporen sonst im Umriss rau; Maße: 9,6 x 6,5 (8,9-10,9 x 6,0-7,0), Q=1,48 (1,37-1,64), 30 Sp. gemessen;

Nr. 4: Cortinarius bovinus Fr. agg.

Zur Bestimmung: Sektion Bovini (Nadelwald). Eine Unterscheidung auf Artebene mithilfe des Schlüssels in Mycologia 2013 scheint schwierig. Das graubraune Exsikkat, die relativ schmalen Sporen und das wenig üppig Velum könnten auf C. fuscobovinaster hindeuten.

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Funddaten: 04.10.2020; MTB 8335-3-3-3, 860 m; 11°30'55.42"E, 47°36'28.43"N; By – Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Gemeinde Jachenau, Petern; Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche, Bergahorn, Esche) über Würmmoräne; bei alten Fichten, Haselnuss, Buchenverjüngung und Esche; gesellig (4 Fk);
Hut: bis 9 cm breit, flach gewölbt mit breitem, flachem Buckel, trocken und glatt, kastanienbraun bis rehbraun, durch Hygrophaneität oft konzentrisch gezont, ockergelb verblassend; Stiel: bis 8 x 2 cm, ausgeprägt keulig, an der Spitze schmutzig cremefarben, sonst braun durchwirkt; Velum mit deutlicher Abrisszone, weiß, eher dünn und vergänglich; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen (Burggraben), entfernt (ca. 50 erreichen den Stiel), jung hellbraun bis lehmbraun, reif kastanienbraun, Schneiden gleichfarbig und unregelmäßig; Fleisch: im Hut schmutzig cremefarben, im Stiel braun marmoriert; Geruch: raphanoid (Kohlrabi); Exsikkat: Hut und Stiel graubraun, nicht schwarz; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: duplex; Epicutis dünn, Zellen auffallend dickwandig, überwiegend deutlich quergestreift braun inkrustiert; Hypoderm mäßig stark entwickelt, Zellen rundlich bis kastenförmig, mit blassgelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: heterogen, mit zahlreichen sterilen Zellen, diese keulig, aber auch schlank zylindrisch, klein; Lamellentrama: Zellen farblos; Basidien: 4-sporig, zum Teil goldbraun pigmentiert; Maße: 27-36 x 7-9; Sporen: ellipsoid, in Frontansicht ovoid, apikal mittelbreit gerundet, unterm Apikulus abgeflacht oder mit schwacher Depression, dicht und fein warzig mit schwach ausgeprägter Plage, Warzen recht variabel, stumpf, bisw. nur minimal, aber auch bis 0,5 µm überstehend, in der Regel fein, selten mittelgrob, in der Verteilung recht homogen, deutlich dextrinoid (orangebraun in Melzer); Maße: 9,0 x 5,7 (8,2-10,3 x 5,0-6,3), Q=1,57 (1,47-1,72), 30 Sp. gemessen;

Nr. 5: Cortinarius rubricosus (Fr.) Fr.

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt (als safranopes). Stimmt gut mit Kollektionen 2012-64 (als safranopes) überein, beide haben (sub)sterile Lamellenschneiden und große tropfenförmige, grobwarzige Sporen.

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Funddaten: 30.09.2020; MTB 7934-3-1-4, 640 m; 11° 21' 54,71'' E, 48° 2' 3,42'' N; D – By – Landkreis Starnberg, Gemeinde Starnberg, Leutstetten, Höhenrücken östlich der Karlsburg-Ruine am südlichen Waldrand; Buchenmischwald über würmzeitlicher Endmoräne; bei alten Eichen und Buchen; gesellig (ca. 10 Fk); verges. mit Kollektion 6;
Hut: bis 4 cm breit, gewölbt, ohne oder mit kleinem papillenartigem Buckel, Rand herabgebogen, trocken, glatt, anfangs haselnussbraun, stark hygrophan und schon jung ockergelb ausblassend, oft mit schwarzbraunen Flecken, meist in Scheitelnähe, vor allem jung mit grauweißen, faserigen, etwas filzigen Velumresten am Hutrand, richtung Scheitel nur mit dünnen Fäserchen überzogen, reif in der Mitte verkahlend; Stiel: bis 8,5 x 0,9 cm, basal verjüngt, bisw. wurzelnd, schmutzig cremefarben, oft braun durchscheinend oder komplett so verfärbt; Velum weiß, bildet eine deutliche, gürtelförmige Abrisszone, darunter mäßig dick, anliegend faserig; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, entfernt, jung ockerbraun, dann lehmbraun; Schneiden glatt, weißlich abgesetzt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach raphanoid; KOH (40%): am Hut schokobraun, am Hutfleisch schwarzbraun, am Stielfleisch dunkel rotbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: duplex; Epicutis dünn, Zellen intakt, selten gelifiziert oder kollabiert, ziemlich breit, ca. 8-16 µm, selten noch breiter, farblos oder sehr fein quergestreift braun inkrustiert; Hypoderm entwickelt, Zellen ca. 10-23 µm breit, mit blassgelbem Dickwandpigment, in tieferen Schichten auch etwas körnelig wirkend, an schmalen Zellen in tieferen Schichten auch quergestreifte Inkrustationen vorhanden; Lamellenschneide: völlig steril; mit einem dichten Band aus meist keuligen, seltener zylindrischen oder irregulär geformten Zellen, die bisw. kurz abseptiert sind und meist über mehrere Basalabschnitte aus der Lamellentrama entspringen, von Basidiolen dadurch unterscheidbar, dass auch größere keinerlei Inhalt haben; einzelne Marginalzellen sind schwach inkrustiert oder blass braun pigmentiert; Marginalzellen ca. 13-38 x 6-10; Lamellentrama: in dickerer Schicht blass braun pigmentiert, ohne auffallende Inkrusationen, höchstens sehr fein inkrustiert; Basidien: 4-sporig, bisw. blass braun pigmentiert; Maße: 35-43 x 7,5-9; Sporen: dacryoid, basal deutlich zugespitzt, apikal sehr breit gerundet, mit ausgeprägter supraapikularer Depression und Plage, nicht auffallend dickwandig, grob warzig, Warzen mittelgrob, apikal auch grob, bisweilen zu Graten verbunden, bis 0,5 µm überstehend, am Apex bis gut 1 µm, maximal dextrinoid (dunkel rotbraun in Melzer), Maße: 9,4 x 6,0 (8,2-10,3 x 5,3-6,4), Q=1,58 (1,48-1,72), 30 Sp. gemessen;

Nr. 6: Cortinarius rubricosus (Fr.) Fr.

Zur Bestimmung: Weitgehend identisch mit Kollektion Nr. 5, die vergesellschaftet wuchs, nur etwas größer. Sporen praktisch gleich, nur mit minimal geringerem Q-Wert. Noch ein kleiner Unterschied: Die Lamellenschneide ist gleichfarbig und nicht steril.

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Funddaten: 30.09.2020; MTB 7934-3-1-4, 640 m; 11° 21' 54,71'' E, 48° 2' 3,42'' N; D – By – Landkreis Starnberg, Gemeinde Starnberg, Leutstetten, Höhenrücken östlich der Karlsburg-Ruine am südlichen Waldrand; Buchenmischwald über würmzeitlicher Endmoräne; bei alten Eichen und Buchen; gesellig (ca. 10 Fk); verges. mit Kollektion Nr. 5;
Hut: bis 7 cm breit, gewölbt, oft mit spitzem Buckel, Rand herabgebogen, später verflacht, trocken, glatt, anfangs haselnussbraun, stark hygrophan und schon jung ockergelb ausblassend, oft mit schwarzbraunen Flecken, meist in Scheitelnähe, vor allem jung mit grauweißen, faserigen, etwas filzigen Velumresten am Hutrand, richtung Scheitel nur mit dünnen Fäserchen überzogen, reif in der Mitte verkahlend; Stiel: bis 9,5 x 1,3 cm, basal verjüngt, bisw. wurzelnd, schmutzig cremefarben, oft braun durchscheinend oder komplett so verfärbt; Velum weiß, bildet eine deutliche, gürtelförmige Abrisszone, darunter mäßig dick, anliegend faserig; Lamellen: gerade und breit angewachsen, entfernt, jung ockerbraun, dann lehmbraun; Schneiden glatt, gleichfarbig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach raphanoid; KOH (40%): am Hut schokobraun, am Hutfleisch schwarzbraun, am Stielfleisch dunkel rotbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: heterogen, mit vielen sterilen, meist keuligen Zellen, aber mit zahlreichen Basidien durchsetzt; Sporen: dacryoid, basal deutlich zugespitzt, apikal sehr breit gerundet, mit ausgeprägter supraapikularer Depression und Plage, nicht auffallend dickwandig, grob warzig bis stumpf stachelig, Warzen mittelgrob, apikal auch grob, bisweilen zu kurzen Graten verbunden, bis 0,5 µm überstehend, am Apex bis gut 1 µm, maximal dextrinoid (dunkel rotbraun in Melzer), Maße: 9,2 x 6,0 (8,5-10,2 x 5,5-6,8), Q=1,53 (1,42-1,64), 30 Sp. gemessen;

Nr. 7: Cortinarius hinnuleus Fr. s.l.

Zur Bestimmung: Rubricosi/Hinnulei. Auffallend bei dieser Kollektion sind die trüben Hutfarben, das stark ausgeprägte Hutvelum und die düster olivbraunen Lamellen.

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Funddaten: 30.09.2020; MTB 7934-3-1-4, 645 m; 11° 21' 56,06'' E, 48° 2' 3,47'' N; D – By – Landkreis Starnberg, Gemeinde Starnberg, Leutstetten, Höhenrücken östlich der Karlsburg-Ruine; Buchenmischwald über würmzeitlicher Endmoräne; bei alter Eiche und Hainbuchen; gesellig (ca. 15 Fk);
Hut: bis 4 cm breit, gewölbt mit kleinem Buckel, trocken und glatt, jung dunkel graubraun, stark hygrophan, rasch grauocker verblassend, jung komplett mit weißlichem Velum faserfilzig überzogen, alt verkahlend; Stiel: bis 5 x 0,7 cm, basal verjüngt, beigeocker, jung durch das Velum schmutzig weiß; Velum weiß, faserig, bildet sporadisch schwach verdickte Gürtelzonen aus, meist ohne deutliche Velumabrisszone; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, entfernt, jung ziemlich düster olivbraun, reif kastanienbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis dünn, Zellen in der obersten Lage ca. 4-8,5 µm breit, meist deutlich quergestreift braun inkrustiert; Hypoderm stark entwickelt, Zellen kastenförmig, oft subisodiametrisch, ca. 12-25 µm breit, mit teils körnelig braunem, teils blass gelblichem Dickwandpigment, in tieferen Schichten an schmalen Zellen mit kräftig quergestreift inkrustierendem braunem Pigment; Lamellenschneide: fertil, mit vielen sterilen Zellen, die aber kaum von Basidiolen unterscheidbar sind; Lamellentrama: Zellen mäßig stark, aber deutlich quergestreift braun inkrustiert; Basidien: 4-sporig, teilweise braun pigmentiert; Maße: 23-34 x 6,5-8; 2-sporige sporadisch eingestreut; Sporen: ellipsoid bis dacryoid, apikal breit gerundet, meist mit deutlich ausgeprägter supraapikularer Depression, grob warzig, im Umriss grob rau, Warzen vor allem apikal deutlich (bis knapp 1 µm) überstehend, stark dextrinoid (dunkel orangebraun bis rotbraun in Melzer); Maße: 7,4 x 5,0 (6,6-8,6[9] x 4,7-5,4), Q=1,48 (1,25-1,76), 30 Sp. gemessen; es fällt auf, dass die längeren Sporen in der Regel auch einen höheren Q-Wert haben als die kürzeren;

Nr. 8: Cortinarius hinnuleus Fr. s.l.

Zur Bestimmung: Rubricosi/Hinnulei. Wegen des deutlichen Rings mòglicherweise C. hinnuleus s.s., riecht allerdings leicht erdig-staubig.

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Funddaten: 08.10.2020; MTB 7325-4-4-2, 600 m; 9° 59' 46,18'' E, 48° 36' 46,27'' N; D - BW – Landkreis Heidenheim, Gemeinde Gerstetten, Sontbergen, Schwäbische Alb; mit Schafen beweidete Heide mit lockerem Eichenbestand über Kalk; unter Eiche; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 4 cm breit, gewölbt mit kleinem Buckel, trocken, glatt, jung stellenweise fein weißlich überfasert, ockerbraun, oft zweifarbig mit intensiver gefärbtem Scheitel und blasser zum Rand hin, alt dunkelbraun fleckig und am Rand stellenweise vergrauend; Hutrand weiß durch faserige Velumreste; Stiel: bis 6 x 1 cm, basal verjüngt, schmutzig cremefaraben, jung mit häutiger Ringzone an der Abrissstelle des Velums, Velum weiß, flächig anliegend, vergänglich; Lamellen: aufsteigend bis ausgebuchtet angewachsen, entfernt, bauchig, ockerbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach erdig-staubig; Exsikkat: mit warmen hellbraunen Hutfarben Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutiszellen in der obersten Lage stark gelifiziert/kollabiert, gelbbraun pigmentiert, intakte mit schwachen quergestreiften Inkrustationen; Hypoderm mäßig stark entwickelt, Zellen länglich, ca. 10-20 µm breit, mit gelblichem, teils braun körneligem Dickwandpigment, an eingewobenen schmäleren Zellen mit deutlichen quergestreiften Inkrustationen; Lamellenschneide: substeril, mit keuligen bis zylindrischen Marginalzellen, Basidien eher eingestreut; Lamellentrama: Zellen einzeln fast farblos, mit feinsten Inkrustationen, in dickerer Schicht stellenweise mit gelbbraunen Anlagerungen und blass braun; Basidien: 4-sporig, teils gelbbraun pigmentiert; Maße: 28-35 x 9-10,5; Sporen: breit ellipsoid mit zugespitzter Basis, apikal sehr breit gerundet, ohne supraapikulare Depression, grob stachelwarzig mit schwach ausgeprägter Plage, schwach bis moderat dextrinoid (ockerbraun in Melzer, D2), Stachelwarze sehr variabel, fein bis sehr grob, 0,5-1 µm überstehend, apikal noch etwas stärker; Maße: 7,9 x 5,5 (7,4-8,2 x 5,1-5,8), Q=1,43 (1,35-1,50), 30 Sp. gemessen;

Nr. 9: Cortinarius hinnuleus Fr. s.l.

Zur Bestimmung: Rubricosi/Hinnulei. Unterscheidet sich von der im selben Waldstück gewachsenen Kollektion Nr. 8 durch fehlenden Ring, mehr graubraun gefärbtes Exsikkat, etwas kleinere, stärker dextrinoide Sporen mit supraapikularer Depression und etwas niedrigeren Stachelwarzen, substerile Lamellenschneide und viel stärker pigmentiertes HDS-Hypoderm.

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Funddaten: 08.10.2020; MTB 7325-4-4-2, 600 m; 9° 59' 46,55'' E, 48° 36' 43,05'' N; D - BW – Landkreis Heidenheim, Gemeinde Gerstetten, Sontbergen, Schwäbische Alb; mit Schafen beweidete Heide mit lockerem Eichenbestand über Kalk; unter Eiche; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 4,3 cm breit, konvex, trocken, glatt, rehbraun, stark hygrophan, dadurch meist konzentrisch vielfarbig mit verschiedenen Braun- und Ockertönen; Stiel: bis 5 x 0,8 cm, basal verjüngt, schmutzig cremefarben, zur Basis hin oft braun verfärbt, ohne häutige Ringzone; Velum dünn, weiß und vergänglich; Lamellen: ausgebuchtet und breit angewachsen, entfernt, sehr breit, ockerbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; KOH (40%): am Hut und Stielfleisch schwarzbraun, anfangs mit schwachem Purpurton; Exsikkat: Exsikkat mit kühl graubraunen Hutfarben; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis dünn, Zellen in der obersten Lage teils gelifiziert/kollabiert, teils intakt, mit blassbraunen querstreifigen und plackenartigen Inkrustationen; Hypoderm stark entwickelt, Zellen kastenförmig mit blassgelbem und zusätzlich braunem körnig-warzigem Dickwandpigment, in tieferen Schichten mit groben querstreifigen und plackenartigen Inkrustationen; Lamellenschneide: substeril, mit gut differenzierten, meist kleinen, keuligen, auch kopfigen oder zylindrischen Marginalzellen; Basidien eingestreut; Maße der Marginalzellen ca. 8-28 x 5-8; Lamellentrama: Zellen isoliert farblos, bisw. mit sehr feinen Inkrustationen, in dickerer Schicht blass bräunlich, stellenweise auch mit braunen Anlagerungen; Basidien: 4-sporig, zum Teil olivbraun pigmentiert; Maße: 27-35 x 7-9; Sporen: breit ellipsoid bis dacryoid, apikal breit berundet, basal zugespitzt und mit supraapikularer Depression, stumpf stachelwarzig, stark dextrinoid (orangebraun in Melzer (D3), Warzen sehr variabel von fein bis sehr grob, meist bis 0,5 µm überstehend, apikal auch bis knapp 1 µm; Maße: 7,4 x 5,1 (6,5-8,5 x 4,7-5,6), Q=1,45 (1,28-1,54), 30 Sp. gemessen;

Nr. 10: Cortinarius cf. tortuosus (Fr.: Fr.) Fr.

Zur Bestimmung: Mit dem Schlüssel in Liimatainen et.al. (2017, Persoonia 39) bestimmt und mit CFP A06 verglichen. C. lucorum kann wohl auch bei Fichte wachsen, ist aber ein kräftigere Art mit grauvioletten Lamellen. Die kalkholen Arten C. glaphurus und C. hircinosus haben beide erheblich gestrecktere Sporen.

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Funddaten: 19.09.2020; MTB 8434-4-4-2, 1440 m; Koordinaten: 11° 28' 54,51'' E; 47° 31' 18,5'' N; D-By-Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Gemeinde Lenggries, Vorderriß, Moosenalm, Klausenloch; feuchter Fichtenwald in der kalkalpinen Zone (würmzeitliche Lokalmoräne im Übergangsbereich zu Kössener Kalk), Standort zwar auf Kalk, aber vermutlich bodensauer, da mit zahlreichen Säurezeigern (N. erythropus, B. edulis) und in Moornähe; am unteren Ausläufer eines Quellhangs in feuchten Moospolstern bei Fichte; gesellig (ca. 8 Fk);
Hut: bis 5,2 cm breit, kegelig bis gewölbt, stumpf bis fast spitz gebuckelt, kastanienbraun bis rehbraun, hygrophan, radialstreifig ausblassend, Hutrand jung mit filzigen weißen, bzw. von den Sporen rostgelben Velumresten besetzt; Stiel: bis 8 x 1 cm, basal gleichdick, schmutzig cremeweiß, an der Spitze mit minimalem, rasch vergänglichem Blauton; Velum weiß, angedrückt faserig, bildet nur an der Abrissstelle eine angedeutete Gürtelzone; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, bisw. mit Zahn kurz herablaufend, gedrängt, schon jung kastanienbraun, auffallend queraderig, oft auch gegabelt oder schwach anastomosierend, Schneide unregelmäßig, wellig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: neutral bis minimal raphanoid; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutiszellen locker bis dicht liegend, intakt und nicht gelifiziert, ca. 2,5-6 µm breit, mit intrazellulärem blass olivbraunem Pigment und großen Schnallen (teils Lochschnallen); Hypoderm stark entwickelt, Zellen kastenförmig, ca. 10-22 µm breit, mit blass gelblichem Dickwandpigment, nur sporadisch braun körnelig wirkend, in tieferen schichten an schmaleren Zellen auch mit Inkrustationen; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: Zellen kräftig quergestreift braun inkrustiert; Basidien: 4-sporig, teils braun pigmentiert, Maße: 28-39 x 6,5-9; Sporen: ellipsoid, in Frontansicht schlank ovoid, apikal mittelbreit gerundet, unterm Apikulus nur abgeflacht, selten mit schwacher Depression, mäßig grob warzig, Warzen fein bis mittelgrob, nur am Apex gröber und bis 0,5 µm überstehend, Sporen im Umriss grob rau, stark dextrinoid (in Melzer orangebraun); Maße: 9,1 x 5,7 (8,3-10,3 x 5,3-6,2), Q=1,61 (1,49-1,81), 30 Sp. gemessen;

Nr. 11: Cortinarius cf. tortuosus (Fr.: Fr.) Fr.

Zur Bestimmung: Unklar. Sektionen Saturnini/Bicolores. Mit Liimatainen 2017 als C. tortuosus, turgidipes oder imbutus zu schlüsseln. C. tortuosus bevorzugt eher anmoorige Standort und hat längere Sporen. Zu C. turgidipes müsste man im AdC Pl 672 vergleichen; Liimatainen geben für C. imbutus einen mittleren Sporen-Q-Wert von 1,88 an (in Tabelle 3 und im Text, im Schlüsselpunkt 25 jedoch zwischen 1,6 und 1,7!). C. cinnamoviolaceus (CFP D60 als C. imbutus) ist kräftiger, hat dunklere Lamellen und schlankere Sporen. Mit FN könnte man auch C. mattiae schlüsseln, der ist jedoch nach Soop 2018 viel größer, nicht hygrophan, hat viel hellere Hutfarben und dunkel purpurrote Lamellen.

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Funddaten: 27.09.2020; MTB 7934-4-1-2, 600 m; 11° 26' 26,87'' E, 48° 2' 50,31'' N; D – By – Landkreis München, Gemeinde Forstenrieder Park, Eichelgarten; Sukzessionswald über hochwürmzeitlichen Schmelzwasserschottern; auf einer feuchten Rückegasse bei jungen Fichten im Moos; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 2,7 cm breit, jung halbkugelig, dann flach gewölbt, kaum gebuckelt, trocken, glatt, schokoladenbraun, jung von der Mitte bis zum Rand mit weißen faserigen Velumresten überzogen; jung mit weißer Cortina; Stiel: bis 8 x 0,6 cm (auffallend langstielige Art), basal gleichdick, schmutzig weiß; Velum weiß, mäßig dick, anliegend faserig, bildet bisw. schwach ausgeprägte Gürtel aus; Lamellen: gerade angewachsen, mäßig gedrängt (ca. 40 erreichen den Stiel), jung lehmbraun, reif rehbraun; Fleisch: in der Stielspitze mit bläulichem Ton, im Übrigen siehe Schnittbild; Geruch: im Schnitt etwas schnapsartig, an Obstler erinnernd; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis dünn, Zellen teils intakt, teils gelifiziert oder kollabiert, locker liegend, farblos oder sehr fein und blass querstreifig inkrustiert, in der obersten Lage mit diffusem intrazellulärem blass olivbraunem Pigment, ca. 2,5-7 µm breit; Hypoderm entwickelt, Zellen kastenförmig, teils subisodiametrisch, ca. 10-20 µm breit, mit blass gelbem Dickwandpigment, nur sporadisch granulär, ohne Inkrustationen in tieferen Schichten; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: Zellen ganz fein quergestreift inkrustiert oder farblos, stellenweise mit plackenartigen länglichen Anlagerungen; Basidien: 4-sporig, teils olivbraun pigmentiert; Maße: 30-43 x 7-10,5; Sporen: ellipsoid, in Frontansicht ovoid, apikal mittelbreit gerundet, unterm Apikulus nur abgeflacht, selten mit schwacher supraapikularer Depression, mittelgrob warzig, deutlich dextrinoid (orangebraun in Melzer), im Umriss grob rau; Warzen fein bis mittelgrob, am Apex auch gröber und bis 0,5 µm überstehend; Maße: 8,5 x 5,4 (7,3-9,7 x 5,0-5,7), Q=1,58 (1,39-1,73), 30 Sp. gemessen;

Nr. 12: Cortinarius cf. decipiens (Per.: Fr.) Fries

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Sektion Castanei. Noch ungeklärter Artenkomplex. Weitgehend übereinstimmend mit 2014-51, 2014-52 und 2019-17.

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Funddaten: 14.10.2020; MTB 8034-2-2-1, 570 m, Koordinaten: 11°28'27.01"E, 47°59'37.10"N; D – By – Landkreis München, Gemeinde Baierbrunn, Schäftlarn, Klosterwald; Buchenmischwald über Rutschmassen (würmzeitliche Schotter); zwei Grüppchen rund um eine Salweide, in der Nähe auch Buche und Ahorn; gesellig (ca. 15 Fk);
Hut: bis 2,8 cm breit, jung kegelig-glockig, dann konvex und mit kleinem spitzwarzigem Buckel, schwarzbraun bis schokoladenbraun, am Rand etwas heller, fein grau überfilzt; schwach hygrophan; Stiel: bis 5 x 0,4 cm, basal gleichdick, undefinierbar graubeige, silbrig glänzend, an der Spitze mit zartem Blaustich, Velum cremegrau, eher dünn, faserig; Lamellen: aufsteigend und mäßig breit angewachsen, mäßig bis normal gedrängt, ziemlich hell, beigebraun, Schneiden meist weiß abgesetzt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach raphanoid; KOH (40%): am Stielvelum olivgrün; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis dünn, Zellen intakt, ca. 4-10 µm breti, kräftig blassbraun quergestreift inkrustiert; Hypoderm stark entwickelt, Zellen oft isodiametrisch und rundlich, ca. 10-20 µm breit, dickwandig, mit kräftig olivgelbem Dickwandpigment wie zementiert, ohne dunkelbraune Placken, eher sporadisch an schmaleren Zellen diskrete querstreifige Inkrustationen; Lamellenschneide: fertil, mit vielen keuligen und zylindrischen sterilen Zellen; Lamellentrama: in dicker Schicht nur ganz blass pigmentiert, Zellen praktisch farblos, ohne auffällige Inkrustationen; Basidien: 4-sporig, teilweise olivbraun, Maße: 27-34 x 8,5-9,5; Sporen: ellipsoid bis subamygdaloid, in Frontansicht ovoid, apikal meist mittelbreit, seltener breiter oder schmal gerundet, meist mit supraapikularer Depression, fein warzig bis stumpf stachelwarzig, höchstens ganz schwach dextrinoid (ockergelb in Melzer, D0-1), Ornament variabel, oft nur mit feinen schwach überstehenden Warzen, bisw. mit fast mittelgroben stumpfen Stachelwarzen, die vor allem apikal deutlich überstehen; Maße: 8,3 x 5,2 (7,5-9,3 x 4,8-5,7), Q=1,61 (1,48-1,80), 30 Sp. gemessen;

Nr. 13: Cortinarius cf. decipiens (Per.: Fr.) Fries

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Sektion Castanei. Noch ungeklärter Artenkomplex. Weitgehend übereinstimmend mit Kollektion Nr. 12, allerdings mit deutlich längeren und gestreckteren Sporen.

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Funddaten: 17.10.2020; MTB 7934-1-1-2, 560 m; Koordinaten: 11° 21' 10,27'' E, 48° 5' 45'' N; D – By – Landkreis Starnberg, Gemeinde Krailling, ehmaliges Pionierübungsgelände Krailling; Trockenrasen, Kiesfluren und halboffene Sukzessionsflächen über würmzeitlichen Schmelzwasserschottern; bei Fichte und Weidengebüsch; gesellig (ca. 15 Fk);
Hut: bis 3,5 cm breit, jung kegelig, dann flach konvex, mit spitzem oder abgerundetem warzenförmigem Buckel, schokoladenbraun bis schwarzbraun, zum Rand hin heller kastanienbraun, jung mit weißlichem Velum am Hutrand, später verkahlend und am Rand durchscheinend gestreift, schwach hygrophan, nur am Rand etwas ausblassend; Stiel: bis 7 x 0,4 cm, basal schwach verjüngt, auf braunem Grund grauweißlich überfasert, im oberen Drittel silbrig glänzend; Velum cremegrau, dünn, bildet meist undeutliche Gürtel; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, jung graubraun, reif ockerbraun; Fleisch: braun durchgefärbt, siehe Schnittbild; Geruch: nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis dünn, Zellen intakt, ca. 4-8 µm breit, kräftig blassbraun quergestreift inkrustiert; Hypoderm mäßig stark entwickelt, Zellen überwiegend länglich, ca. 18-15 µm breit, dickwandig, mit kräftig olivgelbem Dickwandpigment wie zementiert, ohne dunkelbraune Placken, eher sporadisch an schmaleren Zellen diskrete querstreifige Inkrustationen; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: in dickerer Schicht sehr blass bräunlich pigmentiert, Zellen praktisch farblos, ohne auffällige Inkrustationen; Basidien: 4-sporig, teils olivbraun; Maße: 30-35 x 8-10; Sporen: schmal ellipsoid, in Frontansicht schlank ovoid, fein warzig, im Umriss rau, schwach dextrinoid (ockergelb bis ockerbraun in Melzer (D1-2), Warzen meist isoliert und fein, apikal auch etwas gröber und deutlicher überstehend, Maße: 9,1 x 5,2 (8,2-10,1 x 4,7-5,6), Q=1,77 (1,65-1,91), 30 Sp. gemessen;

Nr. 14: Cortinarius cf. flexipes var. flabellus (Fr.) H. Lindstr. & Melot

Zur Bestimmung: Ungeklärter Artenkomplex um C. lindstroemii und C. flabellus. Ebenfalls blaufüßig sind die Kollektionen vom 28.10.2009 (2018-22) und 26.09.2018 (2018-06), Letztere mit etwas kleineren und gedrungeneren Sporen.

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Funddaten: 14.10.2020; MTB 8034-2-2-1, 640 m, Koordinaten: 11°27'50.13"E, 47°59'14.03"N; D – By – Landkreis München, Gemeinde Baierbrunn, Hohenschäftlarn; Buchenmischwald über risszeitlicher Moräne; bei Buchen in der Laubstreu; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 2,9 cm, kleine Art, jung spitzkegelig, später flach gewölbt mit meist spitzem, warzenförmigem, stark prominentem Buckel, Oberfläche fein befasert, schokoladenbraun bis lehmbraun, jung durch grauweißes Velum überfasert, das am Rand erhalten bleibt und so eine deutlich weiß abgesetzte Randzone bildet; stark hygrophan, erst ockerlich, dann cremegrau ausblassend; Stiel: bis 7 x 0,5 cm, zylindrisch, basal verjüngt, an der Spitze braun und dicht weißlich überfasert, stielabwärts vom mäßig dicken weißen Velum dicht bis fleckig überfasert, bisw. auch gegürtelt, an und über der Basis häufig (nicht immer) blaulila, oft bis zu 1/4 der Stiellänge Lamellen: aufsteigend, schwach ausgebuchtet bis breit angewachsen und oft mit Zahn kurz herablaufend, normal gedrängt (ca. 25 erreichen den Stiel), jung ockerbraun, später haselnussbraun; Fleisch: im Hutkern schmutzig beige, sonst wässrig braun; im Stiel ockerbraun bis rötlichbraun und im Kern beige marmoriert, basal oft etwas dunkler und nicht lila (die lila Stielbasis rührt also vom Myzelfilz; Geruch: süßlich blütenartig, Rosenduft; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis ziemlich stark „zerfleddert“, Zellen zum Teil gelifiziert/kollabiert, intakte teils relativ breit und völlig farblos, ca. 2,5-10 µm breit, ohne Inkrustationen; Hypoderm stark entwickelt, Zellen kastenförmig, ca. 10-20 µm breit, mit blassgelbem und vor allem in tieferen Schichten mit stark warzig-körnigem dunkelbraunem Dickwandpigment, an schmaleren Zellen mit scholligen und querstreifigen Inkrustationen und plackenartigen dunkelbraunen Anlagerungen; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: im 40er im Überblick mit purpurbrauner Färbung, Zellen fein inkrustiert, eher marmoriert als quergestreift und mit dunkelbraunen Anlagerungen; Basidien: 4-sporig, zum Teil olivbraun pigmentiert, Maße: 26-33 x 6-8; Sporen: ellipsoid, in Frontansicht ovoid, apikal breit gerundet, unterm Apikulus abgeflacht oder mit schwacher Depression, fein bis mittelgrob warzig, im Umriss rau, stark dextrinoid (orangebraun in Melzer, D3), Warzen fein bis mittelgrob, oft zu kurzen Graten verbunden, apikal nur wenig gröber und etwas stärker überstehend; Maße: 7,9 x 5,1 (7,1-8,4 x 4,8-5,4), Q=1,55 (1,45-1,69), 30 Sp. gemessen;

Nr. 15: Cortinarius cf. flexipes var. flabellus (Fr.) H. Lindstr. & Melot

Zur Bestimmung: Sektion Flexipedes, noch ungeklärte Artengruppe. Die Sporen dieser Aufsammlung sind größer und schlanker als bei den meisten als C. flexipes var. flabellus abgelegten Arten.

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Funddaten: 25.10.2020; MTB 8034-1-1-4, 620 m; Koordinaten: 11° 22' 19,77'' E, 47° 58' 47,21'' N; D – By – Landkreis Starnberg, Gemeinde Berg, Manthal, am Mathalhammerweg zwischen Weiher und Martinsholzen; Mischwald (Buche, Fichte, Eiche) über Würmmoräne; bei alten Buchen in der Streu (auch Fichtenverjüngung in der Nähe); gesellig bis kleinbüschelig (ca. 15 Fk);
Hut: bis 3,6 cm breit, kegelig bis konvex, mit abgerundetem bis fast spitzem warzenförmigem Buckel, trocken und glatt oder fein radialrunzelig, jung bis zur Hutmitte mit dünnen, faserigen, weißen Velumresten, rehbraun, hygrophan; Stiel: bis 8 x 0,5 cm, sehr schlank und lang, basal stark verjüngt und deutlich wurzelnd (tief ins Substrat eingesenkt, auf beigebraunem Grund weißlich überfasert; Velum weißlich, dünn, bildet undeutliche Gürtel, sonst anliegend faserig; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, jung ockerbraun, reif rehbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach nach Pelargonium (im Feld kaum wahrnehmbar); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutiszellen zum größeren Teil gelifiziert/kollabiert, völlig farblos, intakte ebenfalls glatt und farblos, ca. 2-9 µm breit; Hypoderm stark entwickelt, Zellen kastenförmig bis abgerundet, länglich bis subisodiametrisch, ca. 10-28 µm breit, mit blassgelbem und braune warzig-körnigem Dickwandpigment, in tieferen Schichten an schmalen Zellen mit dunkelbraunen groben querstreifigen Inkrustationen und plackenartigen Anlagerungen; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: Zellen mit blassbraunen teils querstreifigen, teils mehr marmorierenden Inkrustationen und (vor allem an den Septen) mit dunkelbraunen, plackenartigen Anlagerungen; Basidien: 4-sporig, teilweise dunkel olivbraun pigmentiert; Maße: 23-29 x 6,5-7,5; Sporen: ellipsoid, in Frontansicht ovoid, apikal mäßig breit bis breit gerundet, unterm Apikulus abgeflacht oder mit schwacher Depression, fein bis mittelgrob warzig, im Umriss rau, stark dextrinoid (dunkel orangebraun in Melzer, D3), Maße: 8,5 x 5,3 (7,4-9,7 x 4,9-6,0), Q=1,59 (1,42-1,75), 30 Sp. gemessen;

Nr. 16: Cortinarius cf. flexipes var. flabellus (Fr.) H. Lindstr. & Melot

Zur Bestimmung: Im Vergleich zur Kollektion Nr. 15 etwas kleiner, Lamellen entfernter und lebhafter gefärbt, Basidien breiter, ansonsten aber nahezu identisch.

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Funddaten: 31.10.2020; MTB 7934-4-4-4, 640 m, Koordinaten: 11°28'57.21"E, 48° 0'27.00"N; D – By – Landkreis München, Gemeinde Grünwalder Forst, Mühltal, Östliche Isarleite, Esterholz; Buchenmischwald über würmzeitlichen Schmelzwasserschottern im Übergangsbereich zu risszeitlichen Flussschottern; bei Kiefern, Buche und (weiter entfernt) krüppeliger Fichte; gesellig (6 Fk);
Hut: bis 2,5 cm breit, konvex, meist schwach und breit gebuckelt, trocken, glatt, bei älteren Fk schwach radialaderig, am Rand schwach filzig bis feinst faserschuppig, rehbraun, am Rand durch den filzigen Velumbelag heller, nur am Rand oder bis zum Scheitel schwach durchscheinend gestreift; hygrophan, vom Rand hier streifig beige ausblassend; Stiel: bis 5,5 x 0,3 cm, basal verjüngt, auf ockerbräunlichem Grund weißlich überfasert; Velum weiß, dünn, bildet einen faserigen Überzug oder schwach ausgeprägte schüttere Gürtel; Lamellen: ausgebuchtet und breit angewachsen, entfernt (ca. 24-26 erreichen den Stiel), rehbraun bis rostbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: fast neutral, vielleicht minimal süßlich-blütenartig; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutiszellen in der obersten Lage stark gelifiziert/kollabiert, eng liegend, fast farblos bis blass gelblich, ohne Inkrustationen; Hypoderm stark entwickelt, Zellen länglich kastenförmig, teils mit abgerundeten Ecken und Kanten, ca. 10-22 µm breit, mit blassgelbem und dunkelbraunem körnig-warzigem Wandpigment, in tieferen Schichten mit querstreifigen Inkrustationen und dunkelbraunen fleckigen Anlagerungen; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: Zellen fein querstreifig inkrustiert und mit fleckigen dunkelbraunen Anlagerungen, vor allem an den Septen; Basidien: 4-sporig, zum größeren Teil dunkelbraun marmoriert; Maße: ca. 24-27 x 7,5-10; Sporen: ellipsoid, in Frontansicht ideal ellipsoid bis ovoid, apikal mittelbreit gerundet, unterm Apikulus abgeflacht, oft auch mit Depression, mäßig grob warzig, im Umriss grob rau, stark dextrinoid (intensiv orangebraun in Melzer, D3), Warzen fein bis mittelgrob, deutlich überstehend, apikal bisw. etwas stärker; Maße: 8,3 x 5,2 (7,0-9,2 x 4,7-5,6), Q=1,60 (1,49-1,71), 30 Sp. gemessen;

Nr. 17: Cortinarius cf. diasemospermus var. diasemospermus Lamoure

Zur Bestimmung: Ungeklärte Artengruppe. Geht wohl in Richtung C. diasemospermus/pilatii/desertorum. Unterscheidet sich von der Gruppe um C. flabellus mikroskopisch durch mehr gelbbraun pigmentierte Lamellentrama und völlig indextrinoide schlanke Sporen. Die letzten beiden Fotos zeigen eine vergesellschaftete Kollektion, die mikroskopisch weitgehend übereinstimmt.

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Funddaten: 31.10.2020; MTB 7934-4-4-2, 560 m, Koordinaten: 11°29'33.87"E, 48° 1'2.76"N; D – By – Landkreis München, Gemeinde Grünwalder Forst, Baierbrunn, Östliche Isarleite, direkt am östlichen Isarufer im verebneten Auwaldbereich; Weidengebüsch über jüngeren Auenablagerungen; unter kleinwüchsigen Weiden auf sandigem Boden; gesellig bis kleinbüschelig (über 10 Fk), in dem ganzen Weidengebüsch an vielen Stellen zu Hunderten;
Hut: bis 2 cm breit, konvex bis ausgebreitet, ungebuckelt oder mit kleinem Papillchen, trocken, glatt, bis zum halben Radius durchscheinend gestreift, kastanienbraun, am Scheitel oft dunkler schokoladenbraun bis schwarzbraun; hygrophan; Stiel: bis 5,5 x 0,3 cm, basal gleichdick oder schwach spindelig-keulig erweitert, auf braunem Grund silbrig-weiß überfasert; Velum weiß, dünn, nur an der Abrisszone mit Gürtelbildung, sonst als schütterer weißlicher faseriger Überzug ausgeprägt; Lamellen: meist aufsteigend oder ausgebuchtet und breit bis mäßig breit angewachsen, bisw. auch mit Zahn kurz herablaufend, entfernt (ca. 16-22 erreichen den Stiel), kastanienbraun bis rostbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach aromatisch parfümiert, so zwischen Rasierwasser und Zitronenmelisse; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutiszellen teils kollabiert/gelifiziert und gelblich, intakte ca. 4-8 µm breit, kräftig quergestreift inkrustiert; Hypoderm entwickelt, Zellen länglich bis kastenförmig, bisw. mit abgerundeten Ecken, ca. 10-26 µm breit, relativ schwach dickwandig mit kräftig gelbem und zusätzlich dunkelbraunem körnig-warzigem Dickwandpigment, an schmaleren Zellen mit braunen querstreifigen Inkrustationen; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: sehr auffällig gelbbraun pigmentiert, Zellen quergestreift bis fein marmoriert inkrustiert; Basidien: 4-sporig, teils bräunlich pigmentiert; Maße: 21-29 x 7-8; Sporen: schlank ellipsoid bis (sub)amygdaliform, basal breiter als apikal, apikal meist schmal, seltener mäßig breit gerundet, unterm Apikulus oft mit ausgeprägter, relativ tief sitzender Depression, fein warzig, im Umriss fein rau bis fast glatt, indextrinoid (in Melzer gelb, sogar minimal heller als in KOH, D0), Warzen isoliert, fein und niedrig, auch apikal nicht gröber; Maße: 8,3 x 4,7 (7,8-8,9 x 4,3-5,3), Q=1,75 (1,65-1,89), 30 Sp. gemessen;

Nr. 18: Cortinarius spec.

Zur Bestimmung: Sektion unklar. Null Plan. Sporenmaße und Ökologie würden zu C. tortuosus passen, der unterscheidet sich jedoch durch größere Fk und jung rotbraune Lamellen.

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Funddaten: 13.09.2020; MTB 8533-1-2-3, 1085 m; Koordinaten: 11° 12' 55,34'' E; 47° 28' 30,66'' N; D-By-Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Krün, Klais, Kranzbach; mooriger, junger Fichtenwald über Würmmoräne, im Randbereich, nicht direkt im Sphagnum, zwischen anderen Moosen, bei Fichte; gesellig (6 Fk);
Hut: bis 3 cm breit, jung glockig, dann gewölbt und oft etwas irregulär und schwach gebuckelt, trocken und glatt, schokoladenbraun; Stiel: bis 4,5 x 0,4 cm, basal gleichdick, schwach spindelig oder keulig erweitert, auf bräunlichem Grund dicht weiß überfasert; Velum weiß, mäßig dick, als angedeutete Gürtel und Überfaserung ausgeprägt; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, mäßig gedrängt, jung hell olivbraun, reif lehmbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: fast neutral, höchstens minimal blütenartig; HDS: duplex; Epicutis dünn, Zellen intakt, fein quergestreift inkrustiert, ca. 2,5-6 µm breit; Hypoderm deutlich entwickelt, mit eher unauffälligem blassem Wandpigment; in tieferen Schichten auch mit gröberen und plackenartigen Inkrusationen, Zellen bis ca. 20 µm breit; Lamellenschneide: steril, dominiert von kleinen keuligen Marginalzellen, oft unterteilt bzw. mit kurzen Basalabschnitten; Lamellentrama: in dicker Schicht blassbraun, Zellen fein quergestreift inkrustiert; Basidien: 4-sporig, farblos, gelegentlich mit blass olivbraunem Pigment, oft streifig marmoriert; Maße: 30-38 x 8-9,5; Sporen: ellipsoid, in Frontansicht ovoid, beidseitig mittelbreit gerundet, dicht und fein warzig, Warzen isoliert, fein und niedrig, nur apikal etwas stärker überstehend, kräftig dextrinoid (orangebraun in Melzer); Maße: 9,4 x 5,8 (8,3-10,1 x 4,9-6,6), Q=1,62 (1,52-1,71), 30 Sp. gemessen;

Nr. 19: Cortinarius spec.

Zur Bestimmung: Unklar. Sektion Firmiores oder Obtusi?

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Funddaten: 04.10.2020; MTB 8335-3-3-4, 860 m; 11° 31' 50,86'' E, 47° 36' 31,62'' N; By – Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Gemeinde Jachenau, Petern, Röhrmoostal; anmooriger Fichtenjungwald mit Heidelbeere und teils Sphagnum über Kalk (Kössenformation im Übergangsbereich zu Würmmoräne); bei Fichte im Moos (nicht direkt im Sphagnum), gesellig (4 Fk);
Hut: bis 4,2 cm breit, flach gewölbt, ohne Buckel, glatt, matt, hygrophan, dadurch oft konzentrisch gezont mit wässriger Scheibe, rehbraun; Stiel: bis 7,5 x 0,8 cm, basal keulig, an der Spitze cremeweiß, sonst bräunlichbeige durchwirkt; Velum weiß, kräftig ausgeprägt, Stiel dadurch mehrfach gegürtelt bis genattert; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, jung blass bräunlichbeige, reif ockerbraun; Lamellenschneide +/- gleichfarbig und glatt; Fleisch: zerfressen; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis sehr dünn, Zellen in der obersten Lage teils gelifiziert/kollabiert, aber großteils intakt, ca. 2,5-7 µm breit, meist farblos oder mit sehr diskreten, farblich unauffälligen Inkrustationen; Hypoderm mäßig stark entwickelt, Zellen kastenförmig, länglich, dickwandig mit blassgelbem Dickwandpigment, ca. 12-24 µm breit, in tieferen Schichten an eingeflochtenen schmaleren Zellen mit deutlichen quergestreiften Inkrustationen; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: Zellen teilweise schwach dickwandig, überwiegend farblos, aber stellenweise mit diffusem bis marmoriert wirkendem goldbraunem Pigment (dasselbe wie in den Basidien); Basidien: 4-sporig, teils farblos, teils mit goldbraunem Pigment; Maße: 26-32 x 6-7; Sporen: ellipsoid, in Frontansicht ovoid, apikal meist mittelbreit gerundet, unterm Apikulus bisw. schwach abgeflacht, ohne Depression, fein warzig, im Umriss fein bis grob rau, Plage deutlich; Warzen überwiegend isoliert und fein, bisw. mittelgrob, schwach bis deutlich überstehend; deutlich dextrinoid (orangebraun in Melzer, D3); Maße: 7,6 x 4,7 (6,5-8,8 x 4,2-5,2), Q=1,61 (1,44-1,89), 30 Sp. gemessen;

Nr. 20: Cortinarius spec.

Zur Bestimmung: Unklar, auch die Sektion. Die makroskopisch und ökologisch ähnliche Kollektion 2018-05 aus Bernried (auch bei solitärer Eiche) unterscheidet sich durch speckige Huthaut, viel dunklere Lamellen, stärker braun pigmentiertes Fleisch, etwas kürzere, stärker ornamentierte Sporen und schwächer entwickeltes HDS-Hypoderm.

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Funddaten: 11.10.2020; MTB 8234-1-3-1, 620 m; 11° 20' 48,1'' E, 47° 45' 47,78'' N; By – Landkreis Weilheim-Schongau, Gemeinde Penzberg, Huber See; bei der großen Eiche direkt gegenüber dem Gut Hub; solitäre Eichen auf einer Wiese über Schmelzwasserschottern; bei alter Eiche, gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 3 cm breit, konvex bis ausgebreitet und meist spitzwarzig gebuckelt, trocken und glatt, frisch kastanienbraun bis rehbraun, stark hygrophan, radialstreifig ausblassend, dann mit ockerbraunen bis ockergelben Farben und stellenweise mit schwarzbraunen Flecken; Stiel: bis 3 x 0,4 cm, basal schwach verjüngt, beigebraun, Velum weiß, schwach entwickelt als flüchtige Überfaserung; Lamellen: aufsteigend bis ausgebuchtet angewachsen, entfernt, lehmbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: fehlend; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis dünn, Zellen großteils kollabiert/gelifiziert, locker liegend, intakte ca. 3-6 µm breit, blass gelbbraun pigmentiert, intakte mit querstreifigen Inkrustationen; Hypoderm stark entwickelt, Zellen (sub)isodiametrisch, bisw. rundlich, ca. 10-25 µm breit, dickwandig mit blassgelbem und braunem warzig-körnigem Dickwandpigment, an schmaleren Zellen mit groben querstreifigen Inkrustationen; Lamellenschneide: fertil, ohne deutlich differenzierte Marginalzellen; Lamellentrama: Zellen in mäßig dicker Schicht blass bräunlich, isoliert fein und farblich sehr diskret querstreifig inkrustiert; Basidien: 4-sporig, teils olivbraun pigmentiert; Maße: 30-38 x 7,5-9,5; Sporen: ellipsoid, in Frontansicht ovoid, apikal breit gerundet, meist mit ausgeprägter supraapikularer Depression und Plage, mittelgrob warzig, im Umriss grob rau, sehr stark dextrinoid (rotbraun in Melzer, D4), Warzen fein bis mittelgrob, apikal auch sehr grob und bis knapp 1 µm überstehend; Maße: 8,2 x 5,3 (7,6-9,3 x 4,9-5,8), Q=1,56 (1,46-1,69), 30 Sp. gemessen;

Nr. 21: Cortinarius spec.

Zur Bestimmung: Sektion unklar. Noch kleinere Sporen hatte die Aufsammlung 2011-04 aus dem Wimbachtal (18.08.2011).

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Funddaten: 31.10.2020; MTB 7934-4-4-4, 640 m, Koordinaten: 11°29'20.29"E, 48° 0'35.96"N; D – By – Landkreis München, Gemeinde Grünwalder Forst, Mühltal, Östliche Isarleite, Esterholz; Buchenmischwald über würmzeitlichen Schmelzwasserschottern im Übergangsbereich zu risszeitlichen Flussschottern; in relativ jungem Buchenbestand, teils an der Böschung, teils in Laubstreu; gesellig (ca. 8 Fk);
Hut: bis 2,1 cm breit, kegelig, schwach gebuckelt, jung mit weißlichem Velumfilz überzogen, dann verkahlend und glatt oder nur noch schwach überfasert, schokoladenbraun; schwach hygrophan; Stiel: bis 3,5 x 0,3 cm, beige, weißlich überfasert; Velum weiß, dünn und flüchtig, als schütterer faseriger Überzug ausgeprägt; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt (ca. 28-36 erreichen den Stiel), ockerbraun bis lehmbraun, mit weißlichen Schneiden; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutiszellen in der obersten Lage teils gelifiziert/kollabiert, intakte schmal, feinst inkrustiert, aber praktisch farblos, ca. 2-8,5 µm breit; Hypoderm entwickelt, auffallend schmal (2-3 Lagen), Zellen eher langgestreckt (bei einem Präparat vermutlich aufgrund des Schnittverlaufs auch isodiametrisch und rundlich), ca. 10-24 µm breit, mit intensiv gelbem Dickwandpigment wie zementiert, ohne braune körnig warzige Pigmente und ohne auffallende Inkrustationen auch in tieferen Schichten; Lamellenschneide: heterogen, mit vielen keuligen sterilen Zellen, die man als Marginalzellen interpretieren könnte, dazwischen zahlreiche Basidien; Lamellentrama: in dicker Schicht blass bräunlich, isolierte Zellen fast farblos, ganz fein, teils schollig und unauffällig inkrustiert; Basidien: 4-sporig, teils blass olivbraun pigmentiert; Maße: 25-31 x 6-7; Sporen: breit ellipsoid, in Frontansicht ovoid, apikal meist mäßig breit gerundet, ohne Depression, fein bis mittelgrob warzig, im Umriss rau bis grob rau, Warzen fein bis mittelgrob, vor allem apikal gröber und deutlich überstehend, stark dextrinoid (orangebraun in Melzer, D3); Maße: 6,7 x 4,6 (6,2-7,2 x 4,3-4,9), Q=1,46 (1,36-1,51), 30 Sp. gemessen;

Nr. 22: Cortinarius anthracinus (Fr.) Fr.

Zur Bestimmung: Die Sporen sind deutlich schmaler als in FN, CFP und PdS angegeben, ähnlich schmale, aber etwas kleinere Sporen, beschreibt Consiglio (GCI).

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Funddaten: 14.10.2020; MTB 8034-2-2-1, 640 m, Koordinaten: 11°27'49.99"E, 47°59'13.02"N; D – By – Landkreis München, Gemeinde Baierbrunn, Hohenschäftlarn; Buchenmischwald über risszeitlicher Moräne; bei alter Buche und (schon recht weit entfernt) Kiefern und Fichte; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 2,4 cm breit, sehr variabel geformt, jung kegelig, spitz oder stumpf gebuckelt, alt auch mit hochgeschlagenem Rand, trocken und glatt, purpurbraun bis purpurschwarz, am Rand heller rötlichbraun, jung meist in Scheitelnähe mit feinfaserigen safrangelben Velumresten; Stiel: bis 4 x 0,4 cm, basal gleichdick, rosabräunlich; Velum safrangelb bis orangegelb, bildet Gürtel im unteren Stieldrittel; Lamellen: aufsteigend und mäßig breit angewachsen, entfernt, bauchig, jung kastanienbraun und zu den Schneiden hin honiggelb, alt lebhaft und dunkel rostbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach erdig-muffig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: schmal ellipsoid, subamygdaloid, fusoid, subzylindrisch, schwach warzig, im Umriss glatt bis fein rau, deutlich dextrinoid (ockerbraun bis orangebraun in Melzer, D2-3), Maße: 8,4 x 4,6 (7,6-9,4 x 4,2-5,1), Q=1,83 (1,65-2,12), 30 Sp. gemessen;