Psathyrellaceae 2019

Zur Bestimmung wurden im Wesentlichen die Schlüssel und Artbeschreibungen von Örstadius in Funga Nordica bzw. Örstadius 2015 sowie von Gröger (2014) verwendet. Die Mikrofotos zeigen - sofern nicht anders angegeben - Präparate in KOH.

Nr. 1: Psathyrella spadiceogrisea (Schaeff.: Fr.) Maire

Zur Bestimmung: Ähnelt makro- und mikroskopisch stark dem Neotypus von P. spadiceogrisea (Vgl. Melzer 2018 Zur Kenntnis der Psathyrella spadiceogrisea – Gruppe. ZfM 84/1)! Zu den Spadiceogriseae ist ein neuer Artikel erschienen: Voto & al. (2019) A revision of the genus Psathyrella, with a focus on subsection Spadiceogriseae. Fungal Systematics and Evolution Vol 4. Gemäß dem Schlüssel in diesem Artikel müsste ich die Kollektion als P. albescens Hesler & A.H. Smith bestimmen, und die dort abgebildeten Kollektionen entsprechen großteils sehr gut der vorliegenden Kollektion. Die erwähnte Arbeit ignoriert allerdings vollständig den Artikel von Melzer (2018) in der ZfM. Die Autoren nehmen lediglich P. marquana in ihren Schlüssel auf und verweisen P. cascoides in die Synonymie von P. spadiceogrisea. Der Neotypus von P. casca wird ebenfalls ignoriert.

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Funddaten: 18.05.2019; MTB 8134-2-2-1, 670 m, Koordinaten: 11° 28' 38,52'' E, 47° 53' 55,2'' N; D – By – Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Gemeinde Egling, Ascholding, Haarschwaige, "in der Kehr&; Erlenbruch über Würmmoräne; am Wegrand in der Laubstreu, ohne ersichtlichen Holzkontakt; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 4,2 cm breit, jung kegelig, später flach gewölbt bis ausgebreitet mit schwach bis deutlich vorgezogenem Buckel, glatt, nur am Rand schwach durchscheinend gestreift, frisch grauocker, olivocker, stark hygrophan, in der mittleren Zone rasch cremeweiß verblassend und etwas glimmerig, am Scheitel cremegelb, sonst cremeweiß verblassend, oft mit schmaler graubrauner Zone am Hutrand; Stiel: bis 7,5 x 0,4 cm, basal schwach verjüngt, nicht wurzelnd, cremefarben, +/- glatt, brüchig; Lamellen: leicht aufsteigend und mäßig breit angewachsen, sehr gedrängt (über 50 erreichen den Stiel), bis 4 mm breit, graubraun, reif schokobraun, Schneiden fein weißflockig, nicht rötlich unterlegt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden: sehr zahlreich, breit utriform, gelegentlich keulig, selten mit Schleimkappe (in KOH), ca. 40-54 x 12-21; Lamellenschneide: von keuligen Parazystiden dominiert, dazwischen utriforme Cheilozystiden; Cheilozystiden z.B. 46x18, 37x16, 37x14; Parazystiden ca. 15-31 x 8-21; Sporen: lateral subzylindrisch bis phaseoliform, mit 1,5-2 µm breitem KP, in KOH dunkel graubraun bis schokoladenbraun, aber nicht opak, Maße: 8,3 x 4,5 (7,8-9,1 x 4,2-4,8), Ausreißer 9,6 x 4,7, Q=1,84 (1,64-2,07), 20 Sp. gemessen;

Nr. 2: Psathyrella impexa (Romagn.) Bon

Zur Bestimmung: Mit Örstadius (2015) geschlüsselt. Die Aufsammlung hat im Vergleich zu den bisherigen Kollektionen relativ kurzhalsige, stumpf gerundete Pleurozystiden. In der Alternativgruppe im Schlüssel mit solchen Zystiden lässt sie sich aber nicht vernünftig schlüsseln. Im Gröger-Schlüssel landet man bei P. senex, da der Weg zu impexa über die Rosatöne beim Abtrocknen führt. P. senex hat aber kein so stark ausgeprägtes Velum.

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Funddaten: 18.05.2019; MTB 8134-2-2-1, 670 m, Koordinaten: 11° 28' 18,74'' E, 11° 28' 18,74'' E; D – By – Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Gemeinde Egling, Ascholding, Haarschwaige, "in der Kehr"; Mischwald (Buche, Kiefer, Fichte), stellenweise mit Heidelbeerbewuchs, über Würmmoräne; am Hohlweg in der Fahrspur auf feuchter Erde, ohne ersichtlichen Holzkontakt; büschelig bis gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 2,8 cm breit, jung glockig bis gerundet kegelig, reif flach gewölbt, glatt, matt, schokoladenbraun, gut bis zur Hälfte durchscheinend gestreift, jung komplett mit feinfaserigen weißen Velumresten besetzt, die vom Scheitel her vergehen und am Rand bis zur Reife erhalten bleiben; hygrophan, Stiel: bis 4 x 0,3 cm, basal gleichdick oder schwach erweitert und nicht wurzelnd, cremefarben, apikal bereift, jung vom faserigen weißen Velum fast wollig beflockt, bald mäßig stark überfasert; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt (ca. 16-23 erreichen den Stiel), jung graubraun bis olivbraun, reif schokoladenbraun, Schneiden fein weißflockig, nicht rötlich unterlegt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: aromatisch-pilzig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden: überwiegend lageniform, gelegentlich auch bauchig fusoid mit kurz ausgezogenem, allmählich verschmälertem Hals, apikal meist abgerundet, selten fast spitz, dünnwandig, ohne Auflagerungen, Maße: 39-56 x 11-17, Halsbreite 3,5-4,5; Lamellenschneide: abschnittsweise von dicht gepackten Cheilozystiden dominiert, abschnittsweise aber auch ohne oder mit nur wenigen Cheilozystiden, Marginalzellen keulig, klein und unauffällig; Cheilozystiden überwiegend sublageniform bis bauchig fusoid, meist mit allmählich verschmälertem kurzem Halsteil, ca. 29-41 x 8-11; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen, 23-26 x 7,5-9; Sporen: im Profil schlank ellipsoid bis subamygdaloid, basal oft etwas verschmälert, ohne Depression, mit 1,5-2 µm großem, meist geradem, bisw. schwach schiefem KP, in KOH dunkel graubraun, Maße: 9,1 x 5,3 (8,3-9,9 x 5,0-5,8), Q=1,69 (1,57-1,86), 30 Sp. gemessen;

Nr. 3: Psathyrella obtusata (Pers.: Fr.) A. H. Sm.

Zur Bestimmung: Mit Örstadius 2015 geschlüsselt. Obwohl die keulig-blasigen Zystiden bei dieser Kollektion tatsächlich nur in Hutrandnähe dominieren und die "Papillenzystiden" eher durch kurzhalsige Zystiden ersetzt sind, habe ich kaum Zweifel an der Bestimmung. Sehr typisch sind der schmächtige Habitus mit nicht aufschirmenden Hüten, die lange hellen Lamellen, das Wachstum an morschem Holz, die langen, schlank fusoiden, apikal oft mit Auflagerungen besetzten Pleurozystiden sowie vor allem die sehr blass gefärbten Sporen. Dieses Merkmal ist allen Kollektionen gemein. Örstadius führt es zwar im Schlüssel selbst nicht auf, listet P. obtusata jedoch in der Einleitung zum Schlüssel ausdrücklich bei den blassporigen Arten auf.

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Funddaten: 26.05.2019; MTB 8036-4-3-2, 610 m, Koordinaten: 11° 46' 30,05'' E, 47° 55' 11,02'' N; D – By – Landkreis Miesbach, Gemeinde Valley, Kreuzstraße, Teufelsgraben, Biberg; Mischwald (Fichte, Buche, Hasel, Bergahorn, Esche, Eberesche, Weide) über quartären Deckenschottern (meist Nagelflu); auf einem Asthaufen, überwiegend direkt auf Holz, sicher Laubholz, vermutlich Esche; gesellig (ca. 8 Fk);
Hut: bis 1,5 cm breit, glockig, nicht aufschirmend, trocken, glatt, bis zur Hälfte fein durchscheinend gestreift, graubraun bis olivbraun, hygrophan; Lamellen: lange sehr hell, Schneiden weiß, nicht rötlich unterlegt; Velum: nur am Hutrand fein faserig, weiß, rasch flüchtig; Geruch: schwach aromatisch-pilzig; Im Übrigen siehe Fotos. Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden: schlank fusoid bis lageniform, apikal stumpf abgerundet, nie spitz, oft mit Kristallbesatz, dünnwandig, Maße: 56-74 x 10-14; Lamellenschneide: in der Mitte der Lamelle dominiert von Cheilozystiden, Parazystiden keulig, mäßig zahlreich, zum Hutrand hin dominieren die Parazystiden; Cheilozystiden überwiegend bauchig fusoid bis sublageniform, oft kurzhalsig, apikal schmal gerundet und oft mit feinem Kristallbesatz oder vereinzelt sogar mit Schleimauflagerungen; Maße: 28-42 x 9-14; Sporen: lateral ellipsoid bis subphaseoliform, frontal ellipsoid bis ovoid, mit ca. 1 µm breitem KP, in Ammoniak hell ockerbraun, in KOH ziemlich blass graubraun, nicht opak, im Lamellenpräparat mit einem hohen Anteils sehr blass grau gefärbter Sporen; Maße: 8,3 x 5,0 (7,5-8,9 x 4,8-5,3), Q=1,67 (1,53-1,79), 20 Sp. gemessen;

Nr. 4: Psathyrella obtusata (Pers.: Fr.) A. H. Sm.

Zur Bestimmung: Könnte mikroskopisch nicht typischer sein. Trotzdem nicht ganz leicht zu schlüsseln, da ihn Örstadius (2015) unter den Arten mit "akuten bis subakuten" Pleurozystiden ausschlüsselt. Mit dem Gröger-Schlüssel leichter bestimmbar. Eine sehr schmächtige Kollektion ganz ohne Velum, im Übrigen aber auch makroskopisch typisch.

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Funddaten: 13.07.2019; MTB 7934-4-2-1, 600 m; 11° 28' 11,29'' E, 48° 2' 35,57'' N; D – By – Landkreis München, Gemeinde Forstenrieder Park; Mischwald (Eiche, Fichte, Laubwaldsukzession) über Rissmoräne (teils mit Lösslehmauflage), am Stammgrund einer abgestorbenen Eiche, auf Erde mit Holzresten, teils terrestrisch, teils vergrabenen Holzstückchen (wohl Eiche) ansitzend; gesellig (4 Fk);
Hut: bis 1 cm breit, glockig, nicht aufschirmend, mit glasiger Papille, fettig glänzend, bis zum Scheitel durchscheinend gestreift, auch sehr jung ohne Velum, graubraun, am Standort etwas wärmer braun; Stiel: bis 4 cm lang und 15 mm breit, nicht wurzelnd, apikal beschürfelt, sonst minimal befasert, fast glatt, cremefarben; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt (ca. 20 erreichen den Stiel), graubeige, auch reif recht blass graubraun, Schneiden fein weißflockig, nicht rötlich unterlegt; Geruch: schwach aromatisch pilzig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden: zahlreich, überwiegend schlank fusoid, seltener sublageniform mit schwach abgesetztem Halsteil, apikal oft mit kristallartigen Auflagerungen, Maße: 50-60 x 10-14, selten etwas breiter; Lamellenschneide: in Hutrandnähe dominiert von keulig-blasigen Parazystiden, diese sind apikal oft mukronat oder stärker ausgezogen und bilden dann einen fast nahtlosen Übergang zu den kurzhalsig sublageniformen bis fusoiden Cheilozystiden; Cheilozystiden ca. 29-43 x 11-15, Parazystiden ca. 20-35 x 11-19; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: ellipsoid, im Profil bisw. schwach phaseoliform, mit (zumindest in Aufsicht) deutlichem, bis 1 µm breitem Keimporus; in Ammoniak ockerbraun, in KOH ziemlich hell graubraun; Maße: 8,0 x 4,7 (7,3-8,8 x 4,3-5,0), Q=1,70 (1,61-1,79), 20 Sp. gemessen;

Nr. 5: Psathyrella fusca (Schumach.) A. Pearson

Zur Bestimmung: Mit Gröger (2014) und Örstadius (2015) geschlüsselt. Wohl unkritisch. Bisher hatte ich die Art unter dem Namen P. tephropylla abgelegt.

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Funddaten: 30.10.2019; MTB 6022-2-2-2, 475 m; Koordinaten: 9° 29' 52,69'' E; 49° 59' 27,5'' N; D-By-Landkreis Main-Spessart, Gemeinde Rechtenbach, Weikertswiese, im Wald südlich der Wiese; Mischwald (Buche, Eiche) über Buntsandstein; auf und in Verbindung mit morschen Ästen von Eiche oder Buche; gesellig (ca. 5 Fk);
Hut: bis 4,5 cm breit, ohne Velum; Stiel: bis 8 x 0,5 cm; auf ganzer Länge grob bereift, apikal dicht, stielabwärts zunehmend schütter; Lamellen: grau; Schneiden nicht rötlich unterlegt; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden: zahlreich, subutriform bis sublageniform mit meist relativ langem breitem Hals, auch bauchig fusoid, utriform, selten kopfig utriform, apikal stets breit gerundet, selten mit diskreten Auflagerungen, Maße: 44-67 x 12-17; Lamellenschneide: dominiert von Cheilozystiden, Parazystiden eher spärlich und unauffällig, mit teils losen, teils auf den Zystiden haftenden in Ammoniak grünlichen Schleimauflagerungen; Cheilozystiden utriform, bauchig fusoid, seltener sublageniform mit breitem Hals, apikal immer breit gerundet; Maße: ca. 31-48 x 12-15; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: schlank ellipsoid, im Profil sporadisch schwach phaseoliform, mit meist geradem, bis 2 µm breitem Keimporus, in Ammoniak rotbraun, in KOH schokoladenbraun und fast opak; Maße: 10,4 x 5,9 (9,5-11,1 x 5,2-6,1), Q=1,77 (1,70-1,85), 20 Sp. gemessen;

Nr. 6: Psathyrella rostellata Örstadius

Zur Bestimmung: Sektion Pennatae. Die Pleurozystiden der Kollektion erinnern an jene von P. fibrillosa. Letztere ist jedoch eine viel zierlichere Art mit fast wollig überfasertem Stiel und viel feinfaserigem Hutvelum. Mikroskopisch unterscheidet sie sich durch erheblich dunklere Sporen mit deutlicherem Keimporus sowie schlankere, meist dickwandige Cheilozystiden, die von weniger auffälligen Parazystiden begleitet sind. Die Kollektion 2016-04 (cf. fibrillosa) aus Passau, die eigentlich als neu beschrieben werden sollte, ist makroskopisch ähnlich, unterscheidet sich aber durch breithalsigere Pleurozystiden und ebenfalls erheblich dunklere Sporen mit deutlicherem KP. P. spintrigeroides kann ebenfalls ähnlich aussehen, hat aber völlig andere, auch apikal dickwandige Pleurozystiden (vgl. unten Kollektion Nr. 7). Vasutova weist nach, dass P. rostellata durchaus leicht dickwandige Pleurozystiden besitzt und stellt mehrere tschechische und slowakische Funde vor. Vgl. folgende Artikel: 1) Vasutova M (2008) - Psathyrella rostellata in the Czech Republic and Slovakia. Biologia 63(4):487-492; 2) Vasutova M et al. (2008) - Phylogenetic studies in Psathyrella focusing on sections Pennatae and Spadiceae - new evidence for the paraphyly of the genus. Mycological Research 112(Pt 10):1153-64.

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Funddaten: 31.10.2019; MTB 6022-4-2-2, 250 m; Koordinaten: 9° 29' 26,93'' E; 49° 56' 18,05'' N; D-By-Landkreis Main-Spessart, Gemeinde Fürstlich Löwenstein'scher Park, Forsthaus Diana, Burger Wald, direkt am westlichsten Weiher beim Wasserbüffelprojekt; Mischwald (Buche, Fichte, Eiche, Hainbuche, Douglasie, Hasel) über Buntsandstein; auf starkem Laubholzstamm (höchstwahrscheinlich Buche), ca. 50 cm über dem Boden; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 4,5 cm breit, mit weißem Zahnradvelum; Stiel: bis 6,5 x 0,6 cm; bisw. mit häutigen Velumresten Lamellen: gedrängt, graubraun; Geruch: null; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden: zahlreich, lageniform oder schlank fusoid, apikal meist schmal gerundet, nicht selten mit einer subakuten, etwas abgesetzten und abgewinkelten Spitze (geschnäbelt), schwach dickwandig (nicht über 0,5 µm), jedoch am Apex stets dünnwandig, Maße: 60-77 x 13-19; Lamellenschneide: Cheilozystiden und Parazystiden ziemlich gleichmäßig verteilt; Cheilozystiden bauchig fusoid, utriform, seltener sublageniform mit kurzem schmalem Hals, apikal stets abgerundet, nicht auffallend dickwandig, sporadisch mit feinen Anlagerungen, Maße: ca. 35-51 x 15-20; Parazystiden ziemlich voluminös und zahlreich, ca. 25-31 x 13-17; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen, ca. 19-21 x 9,5-10; Sporen: ellipsoid, im Profil bisw. schwach phaseoliform, mit um 1 µm breitem, im Profil bisw. undeutlichem Keimporus, in Ammoniak hell ockerbraun, in KOH blass graubraun; Maße: 8,3 x 4,8 (7,7-9,0 x 4,3-5,0), Q=1,74 (1,60-1,98), 20 Sp. gemessen;

Nr. 7: Psathyrella spintrigeroides P.D. Orton

Zur Bestimmung: Unkritisch, durch die Beschaffenheit der Pleurozystiden eindeutig festgelegt. Im Vergleich mit der sonst etwas ähnlichen P. rostellata (Nr. 6) fallen sofort die viel dunkleren Lamellen auf. Vgl. Christan et al. (2018) – Beiträge zur Familie Psathyrellaceae. Mycologia Bavarica 17: S. 38-44.

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Funddaten: 31.10.2019; MTB 6022-4-2-2, 270 m; Koordinaten: 9° 29' 35,62'' E; 49° 56' 22,35'' N; D-By-Landkreis Main-Spessart, Gemeinde Fürstlich Löwenstein'scher Park, Forsthaus Diana, Burger Wald, im Buchenmischwald oberhalb der Weiher; Mischwald (Buche, Fichte, Eiche, Hainbuche, Douglasie, Hasel) über Buntsandstein; auf starkem Buchenstamm; gesellig (2 Fk);
Hut: bis 4,5 cm breit, mit weißem Zahnradvelum; Stiel: bis 8 x 0,7, oben stark beschürfelt; Lamellen: gedrängt, nicht rot unterlegt; Geruch: fehlend; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden: bauchig fusoid, apikal spitz, oft mit verbogener Spitze, komplett dickwandig und blass braun pigmentiert, ca. 54-67 x 11-16; Lamellenschneide: von pleurozystidoiden Cheilozystiden dominiert, Parazystiden spärlich, aber teils ziemlich groß, Cheilozystiden wie die Pleurozystiden, nur kleiner, ca. 38-48 x 9-13; Sporen: ellipsoid, im Profil meist mit suprahilarer Depression, in Ammoniak ockerbraun, in KOH graubraun, nicht opak (mittelkräftig pigmentiert), mit auch im Profil stets deutlichem, um 1 µm breitem Keimporus, Maße: 7,8 x 4,2 (7,2-8,4 x 3,9-4,5), Q=1,85 (1,73-2,02), 20 Sp. gemessen;

Nr. 8: Psathyrella laevissima (Romagn.) Singer

Zur Bestimmung: Mit FN und Örstadius (2015) geschlüsselt. Von P. piluliformis unterscheidbar makroskopisch durch gestreifte Hüte und fehlendes oder spärliches Velum, mikroskopisch durch Sporen mit deutlichem Keimporus und mucronate bis rostrate Pleurozystiden.

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Funddaten: 19.10.2013; MTB 8133-2-4-2, 600 m; D – By – Bernried, Bernrieder Park; buchendominierter Laubmischwald (Buche, Eiche, Esche, Ahorn, Linde, Hainbuche, Haselnuss) auf Würmmoräne; an einem feuchten Wiesenrand auf Holzhäcksel, bei Buchen und (weiter entfernt) großer Eiche; gesellig bis kleinbüschelig, meist Holzstückchen ansitzend;
Hut: 1,4 – 4 cm, äußerst variabel in Größe und Färbung, trocken, glatt, die großen kastanienbraun und schon frisch stark runzelig, die kleineren mehr graubraun und glatt, alle stark hygrophan, cremeweiß bis cremebeige ausblassend und dann alle +/- stark runzelig; auch bei den frischen Fk ohne Velumreste; Stiel: bis 4,6 x 0,5 cm, hohl, basal verjüngt, nicht wurzelnd, cremebeige, in der unteren Hälfte oft dunkler braun, weder auffällig bereift noch überfasert; Lamellen: aufsteigend angewachsen, sehr gedrängt und auffallend schmal, ziemlich hell kartonbraun bis olivbraun und kaum marmoriert (recht untypisch für eine Psathyrella); Fleisch: wässrig ockerbraun; Geruch: unauffällig; Sporenpulver: schokoladenbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: Stielcortex (im obersten Viertel untersucht): Zellen glatt, ohne Zystiden Lamellenschneide: von keulig-blasigen oder gestielt-blasigen Zellen dominiert, ohne grüne Tropfen, Parazystiden bisw. schwach dickwandig und bräunlich pigmentiert, ca. 20-30 x 9-20, vereinzelt mit utriformen, in der Größe kaum abweichenden Cheilozystiden durchsetzt; Pleurozystiden: zahlreich, überwiegend keulig oder breit fusoid, meist mucronat oder rostrat, mit kurzen bis etwas längern fingerigen, selten gegabelten Auswüchsen, seltener mit schnabelartigem Rostrum, gelegentlich auch lageniform oder schlank fusoid, bisw. schwach dickwandig und blass braun pigmentiert, beim Frischpilz ab und an mit grünlichen Schleimauflagerungen, im Exsikkat nur sporadisch; Maße 32-56 x 8-21, im Mittel 43x14, Q=3,15 (30 Zystiden gemessen); Basidien: 4-sporig, mit Schnallen, 14-16 x 5-5,5; Sporen: ellipsoid, lateral bisw. subphaseoliform, mit deutlichem, um 1 µm breitem Keimporus, in Wasser ockerbraun, in KOH ziemlich hell grau; Maße: 5,6 x 3,2 (5,0-6,4 x 3,0-3,6), Q=1,73 (1,61-1,90), 20 Sp. gemessen;