Agaricaceae 2019

Nr. 1: Agaricus subperonatus (J.E. Lange) Singer

Zur Bestimmung: Mit FN, Gröger (2014) und FE1 (Parra) geschlüsselt.

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Funddaten: 01.11.2019; MTB 6024-1-2-4, 290 m; Koordinaten: 9° 44' 8,53'' E; 49° 58' 27,44'' N; D-By-Landkreis Main-Spessart, Gemeinde Karlstadt, Lange Lage; Buchenmischwald über Muschelkalk; bei Buchen und Eichen am Wegrand in der Streu; gesellig (2 Fk);
Hut: 11,5 cm breit, auf cremeweißem Grund beigebräunlich angedrückt schuppig; Stiel: 11 x 3 cm, basal schwach verdickt; Universalvelum weiß, dick, mit mehreren Gürteln, der mittlere bräunlich gerandet, der obere ca. 1 cm breit, nach oben abziehbar, aber bald abreißend; Schäfferreaktion: negativ, aber am Hutscheitel nach einigen Minuten schwach orangebraun; Fleisch: grauend und schwach rötend; mit KOH zitronengelb; KOH am Hut blass zitronengelb; Geruch nicht notiert, aber sicher unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: stark untergliedert, Endzellen zylindrisch bis keulig, ca. 13-28 x 4-8; Basidien: 4-sporig; Sporen: breit ellipsoid, dickwandig, ohne Porus, hell- bis schokoladenbraun, Maße: 7,2 x 5,8 (6,5-7,8 [8,6] x 5,3-6,4), Q=1,24 (1,14-1,31), 20 Sp. gemessen;

Nr. 2: Cystolepiota adulterina (F.H. Møller) Bon

Zur Bestimmung: Mit Gröger (2014) und FN geschlüsselt. Die Sporen der Kollektion würden aufgrund ihrer Kürze und des relativ niedrigen Q-Werts (1,85) besser zu C. hetieri passen. Die Cheilozystiden sind extrem variabel, der Anteil der dick keuligen mit kurzem fingerigem Auswuchs ist etwas höher als bei meinen bisherigen Adulterina-Kollektionen. Es scheint fraglich, ob dieses von Gröger (2014) im Schlüssel mit angegebene Merkmal zur Unterscheidung von C. hetieri taugt. Da nicht das geringste Röten festzustellen ist, bestimme ich als C. adulterina. Meine bisherigen Aufsammlungen dieser Art hatten alle einen Q-Wert von mindestens 2,1 oder höher.

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Funddaten: 31.10.2019; MTB 6022-4-2-2, 240 m; Koordinaten: 9° 29' 23,92'' E; 49° 56' 20,82'' N; D-By-Landkreis Main-Spessart, Gemeinde Fürstlich Löwenstein'scher Park, Forsthaus Diana, Burger Wald; Mischwald (Buche, Fichte, Eiche, Hainbuche, Douglasie, Hasel) über Buntsandstein; bei Fichte und Sträuchern an stickstoffreicher Böschung mit Brenneseln und Brombeere, gesellig (ca. 20 Fk);
Hut: bis 2,5 cm breit, nicht rötend; Stiel: bis 5,5 x 0,4 cm; Lamellen: fast frei, cremefarben Geruch: schwach nach L. cristata. Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: polymorph, lageniform oder clavat mit sehr unterschiedlich langem, zipfeligem, fingerförmigem oder spießförmigem Auswuchs, gelegentlich mehrfach eingeschnürt; ca. 25-37 x 5-13; Pleurozystiden: keine gesehen; Basidien: 4-sporig, 2- und 3-sporige nicht selten, mit Schnallen; ca. 17-23 x 5,5-6; Sporen: ellipsoid, basal oft breit "gebuckelt" und apikal etwas verschmälert, hyalin, ohne Melzer-Reaktion; Maße: 5,1 x 2,8 (4,3-5,8 x 2,3-3,4), Q=1,85 (1,67-2,11), 20 Sp. gemessen;

Nr. 3: Lepiota castanea Quel.

Zur Bestimmung: Mit Gröger (2014) geschlüsselt. Unkritisch. Die manchmal abgetrennte L. rufidula/ignipes hätte zwar die am besten passenden Sporenmaße, sollte aber unseptierte HDS-Haare aufweisen.

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Funddaten: 31.10.2019; MTB 6022-4-2-2, 250 m; Koordinaten: 9° 29' 17,51'' E; 49° 56' 23,36'' N; D-By-Landkreis Main-Spessart, Gemeinde Fürstlich Löwenstein'scher Park, Forsthaus Diana, Burger Wald; Mischwald (Buche, Fichte, Eiche, Hainbuche, Douglasie, Hasel) über Buntsandstein; bei Fichte und Buche an stickstoffreicher Böschung mit Brennesseln und Brombeere, gesellig (4 Fk);
Hut: bis 2,8 cm breit; Stiel: bis 7,5 x 0,3 cm; Velum in vielen Gürteln ausgeprägt, braun; Geruch: schwach nach L. cristata. Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: komplex, aus langen, schlauchartigen, teils schnallenlos septierten, teils unseptierten Haaren und einem kurzzelligeren Unterbau mit meist keuligen Endzellen und Schnallen an den Septen, Pigment intraparietal gelbbraun, Haar im Präparat meist abgebrochen, intakte bis 145 µm lang, ca. 9-14 breit; Cheilozystiden: dicht gedrängt (Schneide steril), keulig, fusoid, sugutriform, mit Schnallen; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: gespornt, Maße: 11,2 x 4,4 (10,6-12,0 x 4,1-4,7), Q=2,54 (10 Sp. am Hymenium gemessen);

Nr. 4: Leucoagaricus leucothites (Vittad.) Wasser

Zur Bestimmung: Mit Gröger (2014) geschlüsselt. Wohl unkritisch.

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Funddaten: 08.10.2019; Koordinaten/Höhe: 43°22'25.31"N, 12° 1'54.56"E; 780 m; Italien, Toskana, Castiglion Fiorentino, Larniano; an der Böschung bei Eiche und Baumheide; gesellig (2 Fk);
Hut: bis 5 cm breit, weiß und glatt, Huthaut über die Lamellen deutlich überstehend; Stiel: bis 7 x 0,4 cm, basal schwach keulig, weiß; Ring aufsteigend und nach oben abziehbar, oben weiß und glatt, unterseits mit schmalem braunem Ring; Lamellen: frei, sehr gedrängt, jung cremeweiß, reif etwas dunkler cremefarben, vielleicht mit zartem Rosastich; Fleisch: weiß; Geruch: chemisch, an L. cristata erinnernd; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: dicht gepackt (Schneide steril), polymorph, meist subutriform oder keulig, auch lecythiform mit leicht oder deutlich abgesetztem Kopf, ca. 35-48 x 9-12; Basidien: 4-sporig, ohne Schnallen, ca. 31-38 x 9-10; Sporen: subamygdaloid, in Aufsicht ovoid, apikal subkonisch bis konisch, selten breiter gerundet, ziemlich dickwandig, mit bis zu 1 µm breitem, oft vorgewölbtem und meist gut sichtbarem Keimporus, kongophil; Maße: 8,3 x 5,2 (7,0-9,7 x 4,8-5,6), Q=1,60 (1,43-1,83), 20 Sp. gemessen (vom Abwurf);

Nr. 5: Lycoperdon pratense Pers.

Zur Bestimmung: Mit Jeppson (2018) bestimmt. Aufgrund des Diaphragmas und des vorherrschenden Paracapillitiums klar.

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Funddaten: 09.06.2019; MTB 8337-2-1-4, 820 m; Koordinaten: 11° 57' 14,87'' E, 47° 41' 8,85'' N; D-By-Landkreis Miesbach, Gemeinde Bayrischzell, Geitau; mit Fichte bestandene Viehweide über Hauptdolomit; im Gras; gesellig;
Fk breit birnenförmig bis kreiselförmig, ca. 3-5 cm breit, jung cremefarben, Exoperidie aus kräftigen, zusammengeneigten Stacheln (ca. 4-5 pro Gruppe), die im oberen Fk-Teil auch reif lange erhalten bleiben, nach Ablösen der Stacheln warzig bis glatt (vor allem im unteren Fk-Teil), reife Fk grauocker, basal lange cremefarben mit weißem Myzelfilz und kräftigen Rhizomorphen; apikal mit zunächst kleinem, dann großem, kraterartigem Porus, vereinzelt auch mit seitlichen Öffnungen; Gleba je nach Reife olivgrün bis düster olivbraun; Subgleba cremeweiß, aus rundlichen Waben und durch eine deutliche Trennlinie (Diaphragma) von der Gleba abgegrenzt; Mikromerkmale vom Exsikkat: Gleba mit überwiegendem Paracapillitium, Zellen mit acyanophilen, dünnen Wänden und cyanophilem Inhalt, ca. 3,2-4 µm breit, schnallenlos septiert und schwach verzweigt; Sporen: warzig mit kleinem Apikulus, Warzen nur wenig überstehend, Maße: 3,9 x 3,6 (3,6-4,3 x 3,3-3,8), Q=1,11 (10 Sp. gemessen);

Nr. 6: Lycoperdon molle Pers.

Zur Bestimmung: Mit Jeppson (2018) geschlüsselt.

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Funddaten: 12.09.2019; MTB 8235-3-3-1, 1030 m; 11° 30' 10,35'' E, 47° 43' 15,41'' N; D-By-Landkreis Bad Tölz–Wolfratshausen, Gemeinde Wackersberg, Seiboldsalm; Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche, Bergahorn) in der Flyschzone (Quarzit, Kieselkalkstein, Tonstein); auf der Almwiese; gesellig (auf der ganzen Wiese verbreitet);
Fk bis gut 3 cm breit, birnenförmig bis breit birnenförmig, jung weiß, Stacheln konvergent ; Subgleba fein wabig, ohne deutliche Trennlinie abgesetzt; Mikromerkmale vom Exsikkat: Capillitium: subelastisch, Zellen ca. 2-6,4 µm breit, mit unter 1 µm dicken Wänden und zahlreichen kleinen Poren, ohne Septen, nur sporadisch verzweigt; Sporen: rund, kurzstachelig (C), mit kurzem Apikulus; Maße: 4,4 x 4,4 (4,2-4,7 x 4,2-4,6), Q=1,01; vermischt mit viel Debris zerbrochener Sterigmata;

Nr. 7: Lycoperdon perlatum Pers.

Zur Bestimmung: Mit Jeppson (2018) geschlüsselt. L. nigrescens sieht ähnlich aus, hat aber nicht so grobe Stacheln, die schon jung braun gefärbt sind, sowie größere und schwächer ornamentierte Sporen.

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Funddaten: 27.09.2019; MTB 8533-3-2-2, 1090 m; 11° 14' 53,44'' E, 47° 26' 51,37'' N; D-By-Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Mittenwald, Kranzberggebiet; Buchen-Hutewald über Hauptdolomit; bei großen Buchen in der Laubstreu; gesellig (5 Fk);
Fk birnenförmig, Exoperidie überwiegend aus spitzkegeligen einfachen Stacheln, am Stielteil bisw. auch geteilt und zusammenneigend, dazwischen kleine Hubbel und Flocken, nach Abfall der Stacheln mit deutlicher Netzstruktur; jung cremweiß, aber rasch braun; Porus apikal und klein; Subgleba fein wabig mit fließendem Übergang zur Gleba; Mikromerkmale vom Exsikkat: Capillitium: vom Lycoperdon-Typ, Hyphen elastisch, nur sporadisch verzweigt, ohne Septen, bis gut 6 µm breit, Wandstärke um 1 µm; Sporen: rund, kräftig warzig bis kurzstachelig (B-C), mit kurzem Apikulus, Maße: 3,7 x 3,6 (3,4-3,9 x 3,4-3,8), Q=1,02 (10 Sp. gemessen); Debris zerbrochener Sterigmata reichlich vorhanden;