Psathyrellaceae 2018

Zur Bestimmung wurden im Wesentlichen die Schlüssel und Artbeschreibungen von Örstadius in Funga Nordica bzw. Örstadius 2015, von Andreas Melzer (online) sowie von Gröger (2014) verwendet. Die Mikrofotos zeigen - sofern nicht anders angegeben - Präparate in KOH.

Nr. 1: Psathyrella populina (Britzelm.) Kits van Wav.

Zur Bestimmung: Muss aktuell wohl Cystoagaricus silvestris heißen.

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Funddaten: 24.06.2018; MTB 7934-4-2-4, 550 m; Koordinaten: 11,495353 E, 48,024775 N; D – By –Landkreis München, Gemeinde Baierbrunn, Isarwestufer, in Ufernähe ca. 200 m nördlich des Georgensteins; Auwald (Esche, Buche, Grauerle, Fichte, Ahorn, Weide) über Auenablagerungen; auf mittelstarkem, liegendem, bemoostem, morschem Laubholzstamm (vermutlich Grauerle); einzeln; leg. Claudia Maerker;
Hut: 2,7 cm breit, flach gewölbt, ohne Buckel, trocken, matt, komplett faserschuppig, auf graubraunem Grund mit warm lehmbraun bis rostbraun abgesetztem Faserschüppchen besetzt, nicht hygrophan; Stiel: 4 x 0,3 cm, zylindrisch, basal gleichdick, apikal bereift, sonst faserig, cremeweiß, im unteren Drittel mit bräunlichen Fasern besetzt; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt (34 erreichen den Stiel), dunkel olivbraun; Schneiden feinst flockig, etwas heller abgesetzt; Fleisch: im Hut weiß, im hohlen Stiel cremeweiß; Geruch: banal pilzig; Mikromerkmale vom Frischpilz: Cheilozystiden: utriform, apikal oft kopfig-keulig erweitert, in Wasser mit grünlichen Schleimauflagerungen am Apex; ca. 34-48 x 13-18; Marginalzellen unauffällig; Pleurozystiden: eher spärlich, wie die Cheilozystiden geformt, in KOH oft mit grünlichen Schleimauflagerungen am Apex, ca. 36-53 x 12-16; Sporen: im Profil stark irregulär bohnenförmig, in Aufsicht kartoffelsackförmig, in Wasser rötlichbraun, in KOH dunkel graubraun, KP deutlich, um 1 µm breit; Maße im Profil: 7,7 x 4,7 (7,0-8,3 x 4,5-4,8), Q=1,65 (1,54-1,80), 20 Sp. gemessen;

Nr. 2: Coprinellus xanthothrix (Romagn.) Vilgalys et al.

Zur Bestimmung: Trotz nicht gefundener lageniformer Cheilozystiden ziemlich sicher diese Art. C. ellisii/domesticus haben doch deutlich schlankere, mehr phaseoliforme Sporen, kräftigere Fk und wachsen meist an Holz. Ziemlich auffällig bei dieser Kollektion ist der oft deutlich schiefe Keimporus der Sporen.

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Funddaten: 02.09.2018; MTB 8034-4-3-1, 645 m; Koordinaten: 11,417861113660702 E; 47,9172769691825 N; D-By-Landkreis Bad-Tölz/Wolfratshausen, Gemeinde Wolfratshausen, Bergwald an der westlichen Loisachleite; Mischwald (Fichte, Buche, etwas Eiche) über Würmmoräne; in gemischter Laub-Nadelstreu mit Holzresten (Ästchen oder Buchenkupullen ansitzend, aber auch im Laub); gesellig (>10 Fk);
Hut: aufgeschirmt bis ca. 3 cm breit, jung walzenförmig, erst beige mit bräunlichem Zentrum, dann vergrauend, stark radialfurchig und mit körneligen Velumresten; Stiel: zylindrisch, weiß, auf ganzer Länge fein weiß bereift; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt, grau, Schneiden bald schwärzend; Geruch: unauffällig; Velum: aus zwei Zelltypen: 1) glatte, hyaline, globose, blasige bis ballonförmige Zellen, die kettenartig angeordnet sind, teils auch mit schmalen zylindrischen Verbindungszellen, ca. 24-49 x 17-39; 2) zylindrische bis spindelige, gelb pigmentierte, schwach inkrustierte, dickwandige Zellen, die teils auf dem ersten Zelltyp ansetzen; ohne Schnallen, Endzellen meist spindelig, ca. 24-39 x 9-13; Bemerkung: Fk rasch zerfließend; Mikromerkmale vom Frischpilz: HDS: hymeniform, Zellen ca. 15-31 breit; Pileozystiden: fehlend oder extrem selten; Hymenialzystiden: wahrscheinlich schon aufgelöst oder sonstwie zerstört, einige ballonförmige, große Zystiden gesehen; Cheilozystiden nicht festgestellt (nur eine flaschenförmige, die aber auch vom Stiel stammen kann, auch keine blasigen Zellen an der Schneide); Basidien: 4-sporig, ohne Schnallen, ca. 20-29 x 7,5-8; umgeben von Pseudoparaphysen; Kaulozystiden: flaschenförmig, mit dickem, rundem Bauch und schlankem, sehr unterschiedlich langem Hals, ca. 45-90 x 13-26; keulige Zellen untermischt (eher selten); Sporen: lateral schmal ellipsoid mit deutlich schiefem, ca. 1,5-2 µm breitem KP, nur gelegentlich schwach phaseoliform, frontal breit ellipsoid mit breit abgerundeter Basis, etwas breiter als lateral, in KOH eher blass graubraun; Maße: lateral 7,9 x 4,7 (6,9-8,7 x 4,3-5,1), Q=1,68 (1,53-1,85), 20 Sp. gemessen; frontal 7,9 x 5,1 (7,5-8,2 x 4,9-5,4), Q=1,56, 10 Sp. gemessen;

Nr. 3: Coprinopsis krieglsteineri (Bender) Redhead & al.

Zur Bestimmung: Gehört gemäß Nagy & al. (2013) nicht zu den Lanatuli, sondern in den Atramentarii-Clade, dessen Vertreter sich durch ein eher diskret ausgeprägtes Velum auszeichnen. Die Art unterscheidet sich von C. lagopus makroskopisch durch das schwach ausgeprägte und rasch schwindende Velum und mikroskopisch durch schlankere Sporen sowie divertikulierte Zellen der Stielbekleidung. Letztere sind bei Schmidt-Stohn (2012, Z.Mykol 78/2) sehr schön dargestellt. Bemerkenswert bei dieser Kollektion ist die markante Diskrepanz der Q-Werte bei Messung von ausgefallenen Sporen am Stiel bzw. von frei schwimmenden Sporen am Lamellenpräparat (1,67 versus 1,90!). Eine Trennung von C. lagopus ausschließlich nach Sporen-Quotient könnte demnach leicht in die Irre führen.

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Funddaten: 02.10.2018; MTB 8133-2-4-3, 600 m, Koordinaten: 11° 17' 44,89'' E, 47° 51' 26,6'' N; D – By – Landkreis Weilheim-Schongau, Gemeinde Bernried am Starnberger See, Bernrieder Park, Prälatenweg; Laubmischwald (Buche, Eiche, Linde, Birke, Erle) über würmeiszeitlicher Grundmoräne oder Alluvialboden; auf Holzhäcksel im Gras an einem Wiesenrand; gesellig bis büschelig (>10 Fk);
Hut: bis ca. 2 cm hoch und breit, jung walzenförmig, dann stumpf kegelig, am Scheitel mit glatter Scheibe, sonst stark gefurcht, jung mit faserig-flockigen weißen Velumresten übersponnen, die rasch vergehen; alt +/- zerfließend; Stiel: bis 7 x 0,25 cm, zylindrisch, cremeweiß, mit weißen faserig-flockigen Velumresten überzogen; Lamellen: aufsteigend angewachsen, sehr gedrängt, bald schwarz und zerfließend; im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: hyphig, aus sehr langen schlanken Zellen, ohne Zystiden; mit Schnallen; Velum: am Exsikkat wenn, dann nur sporadisch erhalten, möglicherweise aus ellipsoiden, schwach dickwandigen Zellen (29x14, 29x16, 27x15), die Makroskopie spricht aber für ein dünnwandig-hyphiges Velum; Stielbekleidung: wahrscheinlich keine Velumzellen erhalten, dafür divertikulierte Endzellen der Stielbekleidung; Cheilozystiden: dicht gepackt (Schneide steril), bauchig fusoid bis keulig, seltener auch utriform oder sublageniform, apikal oft leicht zugespitzt, gelegentlich aber auch abgerundet, ca. 52-70 x 18-31, mit Schnallen; Pleurozystiden: vorhanden, eher spärlich, ähnlich wie die Cheilozystiden; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen, umgeben von Pseudoparaphysen; Sporen: lateral schlank ellipsoid, in Aufsicht ellipsoid bis submitraförmig, aber kaum breiter und nie eckig, KP zentral, bis gut 2 µm breit, in KOH schokoladenbraun und opak; Maße (ausgefallene am Stiel): lateral 11,7 x 7,0 (10,0-13,4 x 6,4-7,6), Q=1,67 (1,49-1,76), 20 Sp. gemessen, frontal 12,2 x 7,3 (10,6-13,2 x 6,8-8,0), Q=1,67, 10 Sp. gemessen; Kontrollmessung von freien Sporen am Hymenium: lateral 12,6 x 6,6 (10,7-14,0 x 6,2-7,2), Q=1,90 (1,76-2,09);

Nr. 4: Panaeolus reticulatus Overh.

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Unkritisch.

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Funddaten: 13.10.2018; MTB 8533-1-2-3, 1080 m; Koordinaten: 11° 13' 7,71'' E; 47° 28' 44,79'' N; D-By-Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Krün, Klais, "am Berg", Mähwiesen und Fichtenwälder südlich des Aschenmooswalds; nasse Mähwiese über Partnachkalk; an sehr nasser Stelle am Waldrand in der moosigen Wiese; nicht auf Dung; gesellig (>10 Fk);
Hut: bis 2 cm breit, kegelig, am Scheitel glatt, sonst schwach bis deutlich radialrunzelig gefurcht, jung graubeige mit ockerlichem Scheitel, reif dunkelbraun scheckig, alt durch Hygrophaneität wieder etwas verblassend; Stiel: bis 6,5 x 0,15 cm, zylindrisch, basal gleichdick, schmutzig beigebraun, zur Basis hin dunkelbraun, auf ganzer Länge dicht bereift, ohne Guttationströpfchen; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, schwarzbraun, typisch marmoriert; Schneiden fein weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden (Sulphidia): fehlend; Basidien: 4-sporig; Sporen: im Profil schlank ellipsoid, in Aufsicht mitraförmig, deutlich abgeplattet, mit großen, zentralem KP; Maße lateral 9,8 x 5,7 (9,1-10,6 x 5,3-6,1), Q=1,73, frontal 10,0 x 7,4 (9,4-10,6 x 6,9-7,6), Q=1,36; gesamt 9,9 x 7,4 x 5,7;

Nr. 5: Psathyrella populina (Britzelm.) Kits van Wav.

Zur Bestimmung: Etwas überraschend, da terrestrisch und weder im Auwald noch in Gewässernähe gefunden. Marko- und mikroskopisch aber eindeutig zum Populina-Komplex gehörend. Möglicherweise auf sehr morschem, vergrabenem Holz, das als solches nicht mehr erkennbar war. Mein erster Gedanke im Feld war Inocybe. Die Art steht neuerdings in der Gattung Cystoagaricus.

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Funddaten: 02.10.2018; MTB 8133-4-1-2, 605 m, Koordinaten: 11° 17' 20,16'' E, 47° 50' 33,58'' N; D – By – Landkreis Weilheim-Schongau, Gemeinde Bernried am Starnberger See, Seeseiten, Obere Trat, Schlosspark; Mischwald über würmeiszeitlicher Grundmoräne oder Alluvialboden; bei Tanne, Fichte und Buche in der gemähten, moosigen Wiese, scheinbar terrestrisch; gesellig (>10 Fk);
Hut: bis 4 cm breit, gewölbt, schwach gebuckelt, glatt, trocken, jung meist etwas scheckig mit crembeigen und ockergelben Farben, später einheitlich graubraun, hygrophan, beige verblassend; jung mit braunen Velumfasern (wie am Stiel) überzogen, die rasch vergehen; Stiel: bis 4 x 0,6 cm, basal schwach keulig verdickt oder gleichdick, hohl, cremefarben, in der unteren Hälfte mit anliegenden gelbbraunen Faserschüppchen besetzt; Lamellen: aufsteigend und mäßig breit angewachsen, gedrängt, graubraun, an verletzten Stellen grün fleckig (!), Schneiden fein weißflockig, nicht rötlich unterlegt; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: von dicht stehenden Cheilozystiden dominiert, Marginalzellen eher spärlich; Cheilozystiden fast alle kopfig-utriform mit breitem Hals, vereinzelt auch utriform mit schmalem Halsteil, bisw. mit in Ammoniak grünem Überzug über Kopf und Halsteil; Maße: 39-48 x 11-14, Köpfe 8-12 breit, die nicht kopfigen auch kleiner 29x12, 33x13; Marginalzellen keulig, ca. 16-39 x 9-13; Pleurozystiden: zahlreich, kopfig-utriform mit breitem Halsteil, selten anders, fast immer mit in Ammoniak grünem Überzug, auch grüne Kristalle im Präparat vorhanden; Maße: 38-54 x 9-15, Köpfe 8-11 breit; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: lateral stark bohnenförmig, frontal kartoffelsackförmig, aber nur minimal breiter bzw. gedrungener, mit zentralem, 1-1,5 µm breitem bisw. etwas vorgewölbtem Keimporus, in Ammoniak ziemlich hell braun, in KOH relativ blass graubraun; Maße: lateral 8,4 x 4,9 (7,5-9,8 x 4,5-5,7), Q=1,72 (1,54-1,83), frontal 8,2 x 5,0 (7,5-9,6 x 4,5-5,3), Q=1,64 (1,49-1,92), jeweils 20 Sp. gemessen;

Nr. 6: Psathyrella impexa (Romagn.) Bon

Zur Bestimmung: Mit dem Schlüssel von Örstadius (2015) und dem Online-Schlüssel von A. Melzer bestimmt. Wohl unkritisch.

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Funddaten: 02.11.2018; MTB 7447-1-2-3, 485 m; Koordinaten: 13° 32' 47,7'' E; 48° 34' 59,09'' N; D – By – Landkreis Passau, Gemeinde Thyrnau, Wingersdorf, am Wanderweg von Wingersdorf zur Kernmühle; südexponierter, trockener, saurer Laub-Nadel-Mischwald (Buche, Eiche, Hainbuche, Tanne, Kiefer, Fichte, Linde, Zitterpappel, Birke), sicher über kalkfreiem Ausgangsgestein; Ruderalstelle, Holzlagerplatz mit liegenden Birkenstämmen; terrestrisch, gesellig bis kleinbüschelig (>10 Fk);
Hut: bis 3 cm breit, mit stark ausgeprägtem, flockigem weißem Velum, das anfangs den ganze Hut überzieht und dann vor allem am Hutrand als zahnradartiger Behang oder durchgehender Saum überdauert, graubraun, frisch ungestreift, höchstens alt schwach durchscheinend gestreift; Stiel: bis 6 x 0,3 cm, basal +/- gleichdick und ohne Wurzel, sehr brüchig, cremeweiß, jung ebenfalls mit flockigem weißem Velum, das aber recht bald vergeht; Lamellen: schwach aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, graubraun, Schneiden schwach bauchig bis gerade, fein weißflockig und nicht rötlich hinterlegt; Geruch: unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: von Cheilozystiden dominiert, Marginalzellen eher spärlich und unauffällig; Cheilozystiden kurzhalsig lageniform oder bauchig fusoid, seltener utriform, ca. 25-40 x 9-15); Marginalzellen keulig, z.B. 16x9, 17x11, 25x10; Pleurozystiden: lageniform mit unterschiedlich langem, schlankem Hals, ca. 46-65 x 12-16; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: schlank ellipsoid, lateral nicht bohnenförmig, mit ca. 1,5 µm breitem, zentralem Keimporus, in KOH schokoladenbraun (fast ohne Grauton) und fast opak, Maße: 9,0 x 5,3 (8,4-9,5 x 4,9-5,5), Q=1,71 (1,59-1,79), 20 Sp. gemessen;

Nr. 7: Psathyrella bipellis (Quél.) A. H. Sm.

Zur Bestimmung: Mit dem Schlüssel von Örstadius (2015) und dem Online-Schlüssel von A. Melzer bestimmt. Unkritisch. Auch makroskopisch kenntlich. Die im Bauchbereich schwach dickwandigen Hymenialzystiden sind mir schon bei mehreren Kollektionen aufgefallen.

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Funddaten: 11.11.2018; MTB 8134-1-4-2, 710 m; Koordinaten: 11° 23' 58,33'' E; 47° 52' 12,01'' N; D-By-Landkreis Bad-Tölz/Wolfratshausen, Gemeinde Münsing, Eurasburg, Gasteig; Mischwald (Fichte, Tanne, Buche, Esche, Erle) über Würmmoräne oder Oberer Süßwassermolasse; auf einer von großen Buchen gesäumten Lichtung, in einer feuchten Fahrspur; terrestrisch im Falllaub, aber auch in Verbindung mit Holzresten; gesellig (>15 Fk);
Hut: bis 4,3 cm breit (sehr kräftige Art), jung glockig, dann kegelig und mit abgerundetem Buckel, glatt, schokoladenbraun, extrem stark hygrophan, schon bald mit Purpurton, typischerweise marmoriert bis streifig verblassend, zuletzt cremerosa und radialrunzelig; Stiel: bis 9 x 0,4 cm, basal +/- gleichdick, cremeweiß, im oberen Viertel weiß bereift, sonst kahl; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, bei großen reifen Fk sogar relativ entfernt, sehr bauchig, dunkel graubraun mit Purpurton, Schneiden weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: im Schnitt mit unangenehmem Mottenkugelgeruch; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: dominiert von großen, dicht stehenden Cheilozystiden; Marginalzellen keulig, eingestreut, eher klein; Cheilozystiden bauchig fusoid bis lageniform, apikal oft fast spitz, apikal bisw. kurzhalsig ausgezogen, Maße: ca. 53-65 x 15-20; Pleurozystiden: überwiegend bauchig fusoid, apikal oft kurzhalsig ausgezogen, dann sublageniform, am Bauch bisw. schwach dickwandig, apikal dünnwandig (wie bei P. fibrillosa), im oberen Drittel gelegentlich mit schaumigem Inhalt; Maße: 63-96 x 14-21; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen, ca. 26-29 x 12-13; Sporen: schlank ellipsoid, mit bis 2 µm breitem, zentralem, gelegentlich schwach exzentrischem/schiefem KP, in Ammoniak und KOH schokoladenbraun, fast opak, Maße: 14,6 x 7,5 (12,9-16,0 x 7,0-8,3), Q=1,95 (1,75-2,08), 20 Sp. gemessen;

Nr. 8: Psathyrella microrrhiza (Lasch: Fr.) Konrad & Maubl.

Zur Bestimmung: Mit Örstadius (2015) und dem Online-Schlüssel von A. Melzer bestimmt. Das letzte Foto zeigt eine 2. Aufsammlung vom selben Holzlagerplatz mit sehr ähnlichen Mikromerkmalen.

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Funddaten: 02.11.2018; MTB 7447-1-2-3, 485 m; Koordinaten: 13° 33' 7,43'' E; 48° 34' 53,1'' N; D – By – Landkreis Passau, Gemeinde Thyrnau, Wingersdorf, am Waldrand unterhalb von Wingersdorf; Südexponierter, trockener, saurer Laub-Nadel-Mischwald (Buche, Eiche, Hainbuche, Tanne, Kiefer, Fichte, Linde, Zitterpappel, Birke), sicher über kalkfreiem Ausgangsgestein; Ruderalstelle, Holzlagerplatz mit Holzresten; terrestrisch oder auf kleinen Holzstückchen, gesellig bis kleinbüschelig (>10 Fk);
Hut: bis 3 cm breit, nur in Hutrandnähe mit faserigen weißlichen Velumresten, sonst kahl, frisch bis zum Scheitel durchscheinend gestreift, rehbraun, vom Scheitel her ocker, dann cremefarben ausblassend; Stiel: bis 10 x 0,3 cm, mit oder ohne bis zu 2,5 cm langer Scheinwurzel, bei einem Fk mit Längsfurche, sonst zylindrisch, cremefarben bis beige, apikal beschürfelt; Lamellen: aufsteigend und sehr breit angewachsen, gedrängt, schokoladenbraun, Schneiden gerade bis schwach bogig und fast bis zum Hutrand rötlich hinterlegt; Geruch: schwach pilzig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: in der Mitte von Cheilozystiden dominiert, eher breit und diffus gelblich hinterlegt, Marginalzellen eher spärlich und klein; Cheilozystiden bauchig fusoid bis (sub)utriform mit kurzem breitem Hals, meist relativ klein, ca. 17-32 x 8-10, einzelne länger ca. 40-50 x 9-11; Marginalzellen in der Regel dünnwandig, subglobos bis breit keulig, ca. 14-19 x 7-9; Pleurozystiden: schlank fusoid bis lageniform, zum Apex hin meist allmählich verjüngt, gelegentlich auch mit eher schlankem Hals, ca. 56-72 x 10-13; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: schlank ellipsoid, mit ca. 2 µm großem Keimporus, in Ammoniak rotbraun in KOH dunkel graubraun, aber nicht völlig opak, Maße: 12,3 x 6,5 (11,4-13,2 x 6,1-7,0), Q=1,90 (1,79-2,05), 20 Sp. gemessen;

Nr. 9: Psathyrella cf. corrugis (Pers.: Fr.) Konrad & Maubl.

Zur Bestimmung: Mit dem Online-Schlüssel von A. Melzer und Örstadius (2015) bestimmt. Mit Gröger (2014) schlüsselt man aufgrund der fehlenden Stielwurzel an dieser Art vorbei und landet beim Artenpaar P. prona/potteri. In Betracht kommt auch P. orbicularis, diese sollte frisch wenigstens ein bisschen Velum aufweisen, hat meist etwas schmälere Sporen und kleinere, weniger häufige Marginalzellen an der Schneide. Die häufigen, schlank keuligen Marginalzellen mit oft verdickten Wänden sprechen am ehesten für P. corrugis und scheinen auch das beste Trennmerkmal gegenüber P. prona, die zudem meist größere Sporen hat. Makroskopisch bin ich trotzdem skeptisch, ziemlich klein die Teile und mit so glasigen Stielen ...

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Funddaten: 15.09.2018; MTB 8034-4-4-3, 630 m, Koordinaten: 11,46088 E, 47,90672 N; D – By – Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Gemeinde Egling, Puppling, Osterloch; oberbodensaurer Mischwald (Kiefer, Fichte, Buche), stellenweise mit Heidelbeerbewuchs, über Würmmoräne; auf Ruderalstelle mit Brennessel und Springkraut bei Fichte und Kiefer; 1 Fk auf kleinem Holzstückchen (vermutlich Nadelholz), 1 Fk in der Nadelstreu;
Hut: bis 1,2 cm breit, glockig, radialrunzelig, dunkelbraun, bis zum Scheitel durchscheinend gestreift; Stiel: bis 5,5 x 0,15 cm, basal gleichdick, apikal bereift, sonst glatt, glasig weiß; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt; Schneiden meist nur vom Hutrand bis zur Mitte rot unterlegt; Geruch: unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: am Hutrand von Marginalzellen, zur Mitte hin von Cheilozystiden dominiert; rötliche Unterlegung als gelbbraune Zone ausgeprägt; Cheilozystiden lageniform, ca. 37-51 x 8-10; Marginalzellen meist schlank keulig, seltener etwas irregulär, oft in der unteren Hälfte oder komplett dickwandig und gelblich pigmentiert; Pleurozystiden: überwiegend lageniform mit mäßig langem schlankem Hals, seltener schlank fusoid, bisw. apikal schwach kopfig erweitert, meist lang gestielt, ohne Auflagerungen, ca. 57-75 x 10-12; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen, ca. 21-24 x 10-11; Sporen: schlank ellipsoid bis subamygdaloid, nicht abgeplattet, basal meist verschmälert, mit bis 2 µm breitem Keimporus, in Ammoniak rehbraun, in KOH ziemlich dunkel schokoladenbraun mit schwachem Grauanteil, aber nicht völlig opak; Maße: 11,9 x 6,6 (10,9-13,1 x 6,1-7,2), Q=1,82 (1,74-2,02), 30 Sp. gemessen;

Nr. 10: Psathyrella spadiceogrisea (Schaeff.: Fr.) Maire

Zur Bestimmung: Stimmt makro- und mikroskopisch weitgehend mit dem Epitypus überein, die Fk sind lediglich etwas dunkler und haben ein schwächer ausgeprägtes Velum. Einzige mikroskopische Abweichung ist die relativ häufig auftretende, wenn auch meist nur rudimentär ausgebildete apikale Gabelung der Pleurozystiden. Anders als beim Epitypus wuchsen die Fk direkt auf Holz.

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Funddaten: 08.09.2018; MTB 8234-1-2-1, 620 m; Koordinaten: 11,379174271933254 E; 47,798665739920445 N; D-By-Landkreis Weilheim-Schongau, Gemeinde Penzberg, Faistenberg, Kohlfilz; Erlenbruch; auf halb vergrabenen Laubholz-Ästen (höchstwahrscheinlich Schwarzerle); gesellig (5 Fk);
Hut: bis 5,5 cm breit, flach kegelig bis gewölbt mit breitem Buckel, glatt, trocken, jung rehbraun, bald kühler olivbraun, Buckel etwas glasig und heller ockerbräunlich, am Rand fein durchscheinend gestreift; hygrophan, vom Scheitel her beige bis cremebeige verfärbend; Velum: weiß, spärlich, nur am Hutrand faserige Reste; Stiel: bis 9 cm lang und bis 0,7 cm breit, basal gleichdick, apikal bereift, sonst glatt, cremeweiß; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, sehr gedrängt, graubraun mit weißen Schneiden; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach pilzig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: dominiert von keuligen Parazystiden, dazwischen mäßig zahlreich utriforme bis breit fusoide Cheilozystiden; Parazystiden ca. 21-38 x 11-17; Cheilozystiden 32-36 x 10-11; Pleurozystiden: überwiegend utriform, bisw. auch breit fusoid, apikal nicht selten kopfig oder zweifach gelappt oder angedeutet gegabelt, ca. 41-58 x 11-17; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: lateral schwach bohnenförmig bzw. mit schwacher suprahilarer Depression, frontal minimal breiter, subzylindrisch, basal schwach abgestutzt und dadurch sackförmig, KP deutlich, bis ca. 1 µm breit; in Ammoniak braun, in KOH graubraun, nicht opak; Maße lateral: 7,9 x 4,8 (7,3-9,2 x 4,5-5,1), Q=1,65 (1,53-1,87), 20 Sp. gemessen;