Marasmiaceae 2017

Nr. 1: Clitocybula spec.

Zur Bestimmung: Unklar. Nach Bigelow sowie nach Barrasa et al. (2006) wäre die Kollektion aufgrund der Cheilozystiden als C. abundans zu schlüsseln, allerdings sind die Cheilozystiden viel größer als von Bigelow für diese Art angegeben. Beim etwas flüchtigen Mikroskopieren der Frischpilze habe ich die spärlichen Cheilozystiden sogar übersehen. Auch die als cf. abundans abgelegte Kollektion vom 11.09.2015 hat ziemlich riesenhafte Zystiden, diese sind jedoch anderes geformt und die Pilze sehen völlig anders aus.

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Funddaten: 05.11.2017; MTB 8135-4-4-1, 710 m, Koordinaten: 11.646458 E, 47.847836 N; D – By – Landkreis Miesbach, Gemeinde Holzkirchen, Kleinhartpenning, Hackensee; am Ostufer des Hackensees; Mischwald über fluviatilen Ablagerungen; auf liegendem Nadelholzstamm (in Abies-Gebiet!), büschelig (>50 Fk);
Hut: bis 3,8 cm breit, flach gewölbt, trocken, glatt, deutlich eingewachsen faserig, cremegrau bis graubeige, im Alter dunkler; Stiel: bis 6 x 0,45 cm, basal gleichdick, hutfarben bis olivgrau, schwach durchscheinend genattert, glatt, scheinbare Bereifung vermutlich durch Sporenpulver verursacht; Lamellen: abgerundet und breit angewachsen, mäßig gedrängt (ca. 24 erreichen den Stiel), cremeweiß; Fleisch: wässrig cremegrau, siehe Schnittbild; Geruch: aromatisch-pilzig; Sporenpulver: weiß; Mikromerkmale vom Frischpilz und vom Exsikkat: HDS (in KOH mikroskopiert): Cutis, Zellen glatt, in Scheitelnähe mit vereinzelten blasigen Pileozystiden, die in KOH intrazellulär braun pigmentiert sind; auch HDS-Zellen intrazellulär blass braun pigmentiert; Lamellenschneide: überwiegend fertil, aber mit vereinzelten sehr großen Cheilozystiden, die leicht übersehen werden können, da sie stark eingebaut sind; Cheilozystiden: überwiegend breit keulig, aber auch sehr schlank und fusoid bis subzylindrisch mit abgerundetem Apex, vereinzelt mucronat, sehr unterschiedlich groß, bei sehr großen schwer in ganzer Länge freizupräparieren, Maße: ca. 51-155 x 13-51, im Einzelnen gemessen: 70 x 32, 151 x 13, 105 x 51, 78 x 36, 109 x 12, 51 x 10, 66 x 29, 153 x 22, 71 x 14; Pleurozystiden: fehlend; Basidien: überwiegend 4-sporig, aber 2-sporige eingemischt, mit Schnallen; ca. 24-33 x 6-8; Sporen: subglobos, amyloid, Maße: 6,2 x 5,5 (5,7-6,8 x 5,0-6,1), Q=1,13 (1,07-1,20), 20 Sp. gemessen;

Nr. 2: Gymnopus erythropus (Pers.: Fr.) Antonin & al.

Zur Bestimmung: Unkritisch. Das letzte Foto zeigt eine zweite Kollektion, die 4 Tage später ebenfalls im Laubwald gefunden wurde.

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Funddaten: 09.10.2017; Italien, Toskana, Castiglion Fiorentino; Pieve di Chio, Santo Stefano; Caldesi; im Eichenwald am Nordhang; an restfeuchter Böschung in der Laubstreu; büschelig; im ganzen Gebiet häufig in der Eichenlaubstreu;
Hut bis 3,5 cm, jung wohl orangebraun, stark hygrophan und rasch beige bis cremefarben ausblassend; Stiele sehr steif, apikal cremefarben, sonst rotbraun; Lamellen: abgerundet angewachsen, mäßig gedrängt, cremefarben; Geruch: aromatisch-pilzig; im Übrigen siehe Fotos; Sporenpulver: weiß; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: mit dryophilus-Struktur, Zellen irregulär und variabel geformt, ca. 9-17 breit, mit Schnallen; Pigment kaum inkrustierend, stellenweise blass bräunlich intrazellulär; Sporen: ziemlich regulär ellipsoid, in KongoNH3 klumpend und an der Nadel Fäden ziehend, kongophil, Maße: 6,4 x 3,9 (5,7-7,5 x 3,6-4,2), Q=1,65, 20 Sp. gemessen;

Nr. 3: Macrocystidia cucumis (Pers.: Fr.) Joss.

Zur Bestimmung: Aufgrund des fehlenden Geruchs hatten wir den im Feld nicht erkannt. Mikroskopisch ein lupenreiner Gurkenschnitzling. Nach Ludwig soll es auch geruchlose Formen geben.

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Funddaten: 10.10.2017; Italien, Toskana, Bibbiena, Casentino, Foresta di Camaldoli, ca. 1000 m; Wanderweg 72 vom Campingplatz beim Monastero di Camaldoli zur Forsthütte Rifugio Secchieta; Tannen- Hochwald auf vermutlich leicht saurem Boden (N. erytropus-Standort); bei großen Tannen, auf Holzresten, Reisig und Streu von Tanne; gesellig bis kleinbüschelig (>15 Fk);
Hut: bis 3 cm breit, gewölbt, glatt, trocken, frisch ockerbraun, honigbraun, hygrophan, vom Scheitel her radialstreifig cremebeige ausblassend; Stiel: bis 3 x 0,3 cm, basal verjüngt, bisw. etwas abgeplattet, zäh und steif, samtig, schwarzbraun, matt; Lamellen: aufsteigend und etwas ausgerandet breit angewachsen, gedrängt, jung beige, alt sandgelb; Schneiden gleichfarbig und glatt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, unauffällig; Geschmack: mild, aber unangenehm, fad; Sporenpulver: hell ockergelb (IId, IIIa) mit minimalem Rosaton; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen intakt und glatt, mit Schnallen, Pigment unauffällig, darin eingebaut zahlreiche große, lageniforme Pileozystiden mit allmählich spitz zulaufendem Hals, Pileos ca. 78-117 x 19-35; Cheilozystiden: sehr zahlreich an der Lamellenschneide, lageniform mit allmählich zuspitzendem Hals, ca. 51-74 x 12-23; Pleurozystiden: mäßig zahlreich, in Form und Größe wie die Cheilozystiden; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: schlank ellipsoid bis subzylindrisch, basal stets etwas zugespitzt, mit in KOH gut sichtbaren Wänden, nicht kongophil, Maße: 8,9 x 4,1 (8,2-10,3 x 3,7-4,6), Q=2,18 (2,00-2,41), 20 Sp. gemessen;