Agaricaceae 2017

Nr. 1: Cystodermella cinnabarina (Alb. & Schwein.) Harmaja

Zur Bestimmung: Unkritisch.

Foto Foto Foto Foto Foto

Funddaten: 03.09.2017; MTB 8034-4-4-3, 660 m, Koordinaten: 11.462914 E, 47.908738 N; D – By – Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Puppling, Pupplinger Au, am Pfad des ITV; oberbodensaurer Fichtenhochwald mit eingestreuten Buchen, stellenweise mit Heidelbeerbewuchs, über Würmmoräne; bei Buche, Fichte und Kiefer, in der Laubstreu; gesellig (ca. 6 Fk);
Hut: bis gut 4 cm breit, körnelig samtig bis feinfelderig schuppig, trocken, bräunlichorange; Stiel: basal allmählich keulig, unter der Velumabrisszone abstehend braunschuppig; Lamellen: gerade angewachsen, gedrängt, cremeweiß; Geruch: schwach aromatisch; Im Übrigen siehe Fotos. Mikromerkmale vom Exsikkat: Hymenialzystiden: vom Brennhaartyp, ca. 28-32 x 3,5-5; Sporen: ellipsoid, nicht kongophil, hyalin, Maße: 4,1 x 2,9 (3,7-4,3 x 2,7-3,0), Q=1,43, 10 Sp. gemessen;

Nr. 2: Echinoderma echinaceum (J.E. Lange) Bon

Zur Bestimmung: Mit Gröger und FN geschlüsselt. Unterschiede zu E. calcicola: etwas wärmer braune Hutfarben, fehlende Cheilozystiden, zahlreiche globose Zellen in den Hutschuppen. Insgesamt erscheinen die Unterschiede subtil, zumal die Cheilozystiden bei E. calcicola nicht immer sofort zu finden sind. Eine vergleichende Sequenzanalyse würde sich wohl lohnen.

Foto Foto Foto Foto Foto Foto Foto Foto Foto Foto Foto Foto

Funddaten: 05.09.2017; MTB 8232-3-2-2, 680 m; 11.079283 E, 47.745165 N; D-By-Landkreis Weilheim-Schongau, Gmd. Huglfing, Grasleiten, an der Forststraße südlich des Kühgrabens; eher nährstoffarmer bodensaurer Fichtenhochwald mit viel Heidelbeere und Heide über würmglazialen Ablagerungen oder über Molasse (Tertiär, Übergangsbereich); bei Fichte in moosbedeckter Nadelstreu, sehr gesellig (ca. 20 Fk);
Hut: 4,5-6,8 cm breit, gewölbt bis ausgebreitet, Hutbedeckung extrem variabel, teils anliegend faserschuppig, teils mit bis zu 2 mm hohen, aufgerichteten, groben, konischen Stacheln, die teils leicht abwischbar sind, teils aber auch ziemlich fest sitzen, angedrückte Faserschuppen rostbraun bis rehbraun (warme Farben), Stacheln meist dunkler, bis schwarzbraun, alles auf cremefarbenem Grund, der im Alter bei Aufreißen der HDS mehr und mehr zum Vorschein kommt; Hutrand durch Reste des Teilvelums fransig behangen; Stiel: bis 6,5 cm lang und bis 1,2 cm breit, meist recht stämmig, apikal cremefarben, ohne deutlich ausgeprägten Ring, unterhalb der Velumabriss- (Ring-) Zone auf cremefarbenen Grund dicht mit rehbraunen Stachelschuppen besetzte; Lamellen: frei, gedrängt (ca. 60 durchgehend), cremefarben; Schneiden weißlich und +/- glatt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: säuerlich-fruchtig mit leichter Gummikomponente; Sporenpulver (trocken): cremefarben, IIa; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Zellen in den schuppenfreien Bereichen +/- liegend, ca. 5-7 breit, dickwandig mit gelbbraunem interparietalem Pigment, in den Schuppen als aufsteigende Zellketten angeordnet, Kettenglieder ca. 16 x 10 µm groß, mit variablen, teils längliche, teils globosen Endzellen, diese ca. 20-60 x 26-35; Schnallen zahlreich vorhanden; Lamellenschneide: fertil, mit zahlreichen fertilen, von Basidiolen kaum unterscheidbaren Zellen; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen, ca. 23-24 x 6-6,5; Sporen: ellipsoid bis subzylindrisch, stark dextrinoid, schwach kongophil, Maße: 4,6 x 2,9 (4,1-5,3 x 2,7-3,0), Q=1,60 (1,45-1,79), 20 Sp. gemessen;

Nr. 3: Lepiota cf. clypeolaria (Bull.: Fr.) Kumm.

Zur Bestimmung: Makroskopisch sehr ungewöhnlich durch die kaum wolligen und vor allem braun gesäumten Velumgürtel am Stiel. Die auf der Rückenseite deutlich konvexen (bei magnispora geraden oder gar konkaven), nur mäßig großen Sporen mit einem mittleren Q-Wert von 2,8 gehören nach Gröger, FN und Ludwig aber eindeutig zu L. clypeolaria. Gröger gibt für L. magnispora sogar einen Q-Wert von bis zu 4,5 an. Ein eigener Fund dieser Art hat einen Q-Wert von 3,4. Die lückige bis fehlende hymeniforme Unterschicht in der HDS würde nach Ludwig besser zu L. magnispora passen. Immer wieder schön, an einfachen Dingen zu scheitern!

Foto Foto Foto Foto Foto Foto Foto Foto Foto Foto

Funddaten: 26.09.2017; MTB 8533-1-1-2, 975 m; Koordinaten: 11.201222 E, 47.494024 N; D-By-Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Krün, Gerold, im Waldstück am Südrand der Mähwiesen des oberen NSG; Bergmischwald (Fichte, Haselnuss, Buche, Bergahorn) über Raibler Schichten (Kalk) oder Würmmoräne (kalkalpine Zone); bei mittelgroßen Fichten und jungen Buchen in gemischter Streu; einzeln;
Hut: 4,8 cm breit, mit gerader Mitte und gewölbtem Rand, ohne Buckel, auf cremeweißem Grund mit braunen bis gelbbraunen Schüppchen besetzt, die im Zentrum dicht an dicht stehen und deutlich spitzig sind, zum Rand hin immer lockerer stehen und mehr filzig schopfig aussehen; Stiel: 3,7 x 0,8 cm, basal allmählich keulig, cremeweiß, mit drei braun gerandeten Velumgürteln, von denen zumindest der oberste einen 1-3 mm breiten häutigen Ring ausbildet; Myzelfilz und Rhizomorphen weiß; Lamellen: frei, gedrängt, weiß; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach nach verbranntem Gummi (Cristata-Geruch); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Endzellen schlauchartig, sehr lang (locker über 300 µm), unseptiert und ca. 6-13 µm breit, vor allem in der unteren Hälfte oft etwas dickwandig und mit gelbem Wandpigment; Trägerzellen teils kurzkettig angeordnet, oft etwas knorrig und irregulär, dazwischen vereinzelt kürzere +/- keulige Endzellen, die aber keine ausgeprägte eigene Schicht bilden; Trägerzellen in tieferen Lagen deutlich querstreifig inkrustiert; Schnallen zahlreich; Cheilozystiden: keulig bis subutriform (Schneide steril); Sporen: spindelig, mit suprahilarer Depression und deutlich konvexer Rückenseite, sehr groß, Maße: 14,7 x 5,3 (13,7-16,1[17,8] x 5,1-5,5[6,5]), Q=2,79 (2,65-2,98), 10 Sp. gemessen;

Nr. 4: Lepiota erminea (Fr.: Fr.) Gillet

Zur Bestimmung: Mit Gröger und FN geschlüsselt.

Foto Foto Foto Foto Foto Foto Foto Foto

Funddaten: 08.10.2017; Italien, Toskana, Castiglion Fiorentino; Pieve di Chio, Santo Stefano; Auf der Nordseite des Poggio Montanina; an grasiger Stelle in der Macchia bei Mannaesche; gesellig (2 Fk);
Hut: bis 2,3 cm breit, fein bis grob samtig, kaum schuppig, cremeweiß, am Scheitel zart beige, Hutrand bortenartig weiß behangen; Stiel: bis 3,5 x 0,4 cm, basal +/- gleichdick, mit Ringzone, darunter weiß beflockt; Lamellen: knapp frei, gedrängt, weiß; Fleisch: weiß, auch im Stiel so; Geruch: nach verbranntem Gummi; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: nahe der Hutmitte ein Trichoderm aus aufgerichteten schlauchartigen unseptierten Endzellen, diese teils über 200 µm lang sind und ca. 5-10 m breit; hymeniforme Unterschicht vorhanden, aber nicht stark ausgeprägt, Zellen eher kurz zylindrisch, seltener auch keulig; Schnallen vorhanden; Pigment unauffällig, an schmalen Trägerzellen querstreifig inkrustierend; Lamellenschneide: steril; Cheilozystiden: regulär keulig, Maße: ca. 22-26 x 9-12; mit Schnallen; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: spindelig, mit suprahilarer Depression, auch auf der Rückenseite deutlich konvex, Maße: 11,9 x 5,7 (10,6-13,2 x 5,2-6,1), Q=2,08 (1,80-2,28), 20 Sp. gemessen;