Strophariaceae 2016

Nr. 1: Hypholoma polytrichi (Fr.: Fr.) Ricken

Zur Bestimmung: Mit FE13 und Gröger geschlüsselt. Abweichend zu den Beschreibungen dort die keineswegs gelbe, sondern weißliche Lamellenschneide. H. subericaeum hat gedrängtere Lamellen, keine Cheilochrysozystiden und kürzere, nur selten mucronate Pleurochrysozystiden. H. fulvidulum ist lebhafter gefärbt und hat breitere Sporen.

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Funddaten: 04.06.2016; MTB 8136-4-3-1, 790 m; D – By – Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; bodensaurer Mischwald (Fichte, Tanne, Buche) über Oberer Süßwassermolasse (Mergel, Konglomerate); mitten im Wald, terrestrisch, vermutlich auf abgestorbenen Trieben von Thujamoos (Tuidium tamariscinum); gesellig (3 Fk, 2 Fk basal verwachsen);
Hut: bis 1,4 cm breit, flach kegelig bis gewölbt, glatt, etwas klebrig (!), beige, zum Rand hin glimmerig bereift bis feinst filzig und dadurch heller; hygrophan, vom Scheitel her cremefarben bis cremebeige aufhellend; Stiel: bis 7,5 x 0,15 cm, zylindrisch, an der Spitze cremefarben, zur Basis hin immer dunkler cremebeige bis bräunlichbeige, auch schwach klebrig, an der Spitze bereift, sonst silbrigweiß überfasert; Lamellen: aufsteigend und breit (bisw. mit Zahn) angewachsen, mäßig gedrängt, graubraun; Schneiden weißlich, aber nicht flockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach pilzig; Mikros vom Frischpilz: HDS: Oberste Lage eine Cutis mit vielen zylindrischen, apikal abgerundeten Endzellen, diese teilweise auch etwas aufragend (Übergang zum Trichoderm), Zellen nicht gelifiziert, aber sehr locker liegend (Übergang zur Ixocutis); Pigment unauffällig, feinst inkrustierend; Schnallen vorhanden; darunter eine Schicht aus sehr voluminösen, aufgeblasenen, oft isodiametrischen Zellen; Sporen: ellipsoid, in Wasser ockergelb; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: steril durch zylindrisch wellige bis lageniforme, im unteren Drittel meist etwas bauchigen Cheilozystiden, dazwischen mucronate Chrysozystiden mit großem Öleinschluss; Cheilos ca. 25-32 x 5-7; Pleurozystiden: sehr zahlreich, als mucronate Chrysozystiden ausgebildet; ca. 40-49 x 13-17; Sporen: schlank ellipsoid, in Aufsicht schmal ovoid, dickwandig, in KOH gelb, mit deutlichem bis ca. 1 µm breitem Keimporus; Maße: 8,6 x 5,0 (8,0-9,0 x 4,5-5,3), Q=1,74 (1,65-1,83), 20 Sp. gemessen;

Nr. 2: Hyphloma elongatum (Pers.) Ricken

Zur Bestimmung: Mit FN13 und Gröger bestimmt. Unkritisch. Ähnlich ist wohl die nicht ganz klare Art H. xanthocephalum, die jedoch breitere, noch stärker mandelförmige Sporen hat (Q=1,5) und nicht im Sphagnum wachsen soll.

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Funddaten: 16.10.2016; MTB 8331-1-3-4, 855 m; Koordinaten: 10.884166 E, 47.658032 N; D – By – Steingaden, Resle, Kuhmoos; Niedermoor mit niedrigem Moorkiefer-Bestand; im Sphagnum; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 1,4 cm breit, trocken, glatt, sandgelb bis ockergelb; Stiel: bis 6 x 0,25 cm, basal gleichdick, apikal schwach bereift bis befasert, sonst glatt; an der Spitze cremeweiß, stielabwärts immer dunkler, cremegelb bis ockerbraun; Lamellen: aufsteigend und meist ausgebuchtet angewachsen, mäßig entfernt (ca. 24 erreichen den Stiel), ziemlich dick, blass graubeige, alt graubraun; Schneiden gleichfarbig und glatt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: stark säuerlich; Geschmack: mild; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Trockene, dünne Cutis, Zellen zylindrisch, etwas verflochten, stark querstreifig gelb inkrustiert, mit Schnallen; Zellen in tieferen Schichten stark verflochten und voluminöser; Lamellenschneide: steril, etwa 50:50 verteilt auf Leptozystiden und Chrysozystiden; Leptozystiden variabel, lageniform, utriform, subzylindrisch, bauchig-fusoid, selten mit etwas verdickten gelblichen Wänden, ca. 22-31 x 7-9; Chrysozystiden mukronat, teils goldgelb gefärbt, ca. 31-61 x 8-13; Pleurozystiden: als mucronate Chrysozystiden ausgeprägt, teils goldgelb gefärbt, ca. 37-51 x 12-13; Sporen: amygdaloid, apikal deutlich verschmälert, dünnwandig (Wand nicht deutlich doppelt), ockergelb in KOH, mit kleinem, aber deutlich sichtbarem Keimporus; Maße: 10,7 x 6,3 (9,8-11,1 x 5,9-6,9), Q=1,70 (1,57-1,82), 20 Sp. gemessen;

Nr. 3: Pholiota gummosa (Lasch) Singer

Zur Bestimmung: Mit Gröger und FE13 geschlüsselt. Im Gegensatz zu den Angaben in FE13 sind Chrysozystiden an der Lamellenschneide vorhanden.

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Funddaten: 09.10.2016; MTB 7346-4-1-4, 330 m; 13.441244 E, 48.530417 N; D – By – Passau, Ingling, Neuburger Wald; Auwald (Esche, Erle, Fichte, Ahorn, Weide) auf saurem Boden über Gneis; an der Schnittfläche eines Stammstücks (sehr wahrscheinlich Fichte) direkt am Holz, büschelig;
Hut: bis 3,5 cm breit, etwas schmierig und schwach klebrig, sehr blass grünlichgelb, am Scheitel mit kleinen, oft braunen Schüppchen besetzt, zum Hutrand hin mehr mit grüngelben Faserschüppchen; Hutrand jung eingerollt und durch cortinaartiges Teilvelum mit dem Stiel verbunden; Stiel: bis 5,5 x 0,7 cm, nur apikal glatt, unterhalb der Abrisszone des Teilvelums mit gelbgrünen Faserschüppchen beflockt bis sparrig beschuppt, nahe der Basis auch mit auffallend orangebraunen sparrigen Schuppen besetzt; Lamellen: abgerundet und breit angewachsen, gedrängt (ca. 60 erreichen den Stiel), jung blassgelb, dann olivgelb, zuletzt hell olivbraun; Schneiden gleichfarbig und glatt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: steril, Cheilozystiden dicht stehend, Chrysozystiden eingestreut; Cheilozystiden meist schlank zylindrisch, im unteren Fünftel bisw. bauchig, dann sublageniform, selten auch etwas kopfig, ca. 30-47 x 4-6[7], überwiegend hyalin, wenige gelb; Cheilochrysozystiden in der Größe wie die Pleuros, aber meist mehr bauchig fusoid bis keulig, selten mit schlankem Auswuchs; Pleurozystiden: zahlreich, als Chrysos ausgebildet, bauchig fusoid und apikal mit schlankem Auswuchs (mucronat), ca. 30-48 x 7-10; Sporen: lateral schlank ellipsoid bis schwach bohnenförmig, sehr blass ockergelb, mit kleinem, aber deutlichem Keimporus, Maße: 6,6 x 3,9 (6,1-7,3 x 3,6-4,2), Q=1,67 (1,56-1,76), 20 Sp. gemessen;

Nr. 4: Deconica coprophila (Bull.: Fr.) P. Karst.

Zur Bestimmung: Mit FE13 bestimmt. Unkritisch.

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Funddaten: 30.09.2016; MTB 8531-2-1-3, 840 m; 10.928428 E, 47.483229 N; By – Garmisch-Partenkirchen, Griesen, Naidernachtal; direkt an der Naidernach; von Rindern beweidete Kiefernau (Bergkiefer, Weide, Erle, Fichte, Wacholder mit Heide und Silberwurz) auf sandigem bis feinschottrigem Boden (sicher kalkhaltig); auf der Weide auf altem Rinderdung; gesellig (>10 Fk), auf der ganzen Weide verbreitet;
Hut: bis 1,3 cm breit, gewölbt, glatt, klebrig, bis zum Scheitel durchscheinend gestreift, kastanienbraun, jung etwas heller rehbraun; Stiel: bis 4 x 0,15 cm, basal gleichdick, beige bis sandgelb, apikal bereift, sonst faserig; Lamellen: gerade und sehr breit angewachsen, mäßig entfernt (ca. 15 erreichen den Stiel), jung hell graubraun, mit zunehmender Sporenreife immer dunkler graubraun; Schneiden weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach aromatisch-fruchtig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: lateral ellipsoid, frontal teils hexagonal, teils mitraförmig (oft auch ohne deutlich ausgeprägte Ecken), sehr dickwandig, mit über 1 µm breitem Keimporus, in KOH olivgelb; Maße (lateral): 13,5 x 8,8 (12,7-14,0 x 8,3-9,2), Q=1,53 (10 Sp. gemessen);