Psathyrellaceae 2016

Zur Bestimmung wurden im Wesentlichen die Schlüssel und Artbeschreibungen von Örstadius in Funga Nordica, von Andreas Melzer (online) sowie von Gröger (2014) verwendet.

Nr. 1: Psathyrella candolleana (Fr.: Fr.) Maire

Zur Bestimmung: Unkritisch.

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Funddaten: 03.07.2016; MTB 8034-2-3-4, 580 m; D – By – Icking, am Pfad durch die Isarauen nördlich des Ickinger Wehrs; Auwald (Grauerle, Ahorn, Fichte, Esche, Weide, Weißdorn) auf jüngeren Ablagerungen (Feinsand; Holozän); auf morschem Laubholz; gesellig bis kleinbüschelig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 3,5 cm breit, jung recht lebhaft ockerbraun, über Nacht durch Sporenreifung blass graubraun und vom Scheitel her hygrophan ausblassend (cremebeige); jung mit flockigen Velumresten am Hut und mit häutigem Teilvelum, das beim Aufschirmen reißt und als Fetzen am Hutrand hängen bleibt; Stiel: bis 5 x 0,4 cm, hohl, brüchig, cremeweiß; Lamellen: aufsteigend angewachsen, sehr gedrängt, schmal, anfangs sehr hell, cremefarben, dann graubraun; Geruch: pilzig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: überwiegend bauchig-keulig; Pleurozystiden: fehlend; Basidien: mit Schnallen; Sporen: ellipsoid, 7,6 x 4,5 (6,5-8,4 x 4,1-4,8), Q=1,68 (10 Sp. gemessen);

Nr. 2: Psathyrella cf. candolleana (Fr.: Fr.) Maire

Zur Bestimmung: Sehr auffällig bei dieser Kollektion sind die in Wasser und Ammoniak extrem hellen Sporen, die einen unauffälligen KP besitzen.

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Funddaten: 21.05.2016; MTB 8136-4-2-2, 630 m; 11° 48' 42.88'' E, 47° 50' 13.44'' N;D – By –Weyarn, Gotzing, Thalham, direkt am Mangfallwestufer; Auwald (absterbende Eschen, Ahorn, Fichte) über jüngeren Auablagerungen; teils unter dichtem Krautbewuchs (u.a. Brennessel) an einem großen Laubholzstumpf (wahrscheinlich Esche), teils direkt an Holz, teils scheinbar terrestrisch in der mit Holzresten durchsetzen Streu; büschelig;
Hut: bis 5 cm breit, flach keglig, Hutbedeckung glatt, graubraun, stark hygrophan, fleckig-streifig und ein wenig zoniert cremefarben ausblassend; Velum schwer zu beurteilen, da keine sehr jungen Fk am Standort waren, an einigen Fk sind aber flockige Velumreste am Hutrand zu erkennen; Stiel: ca. bis 7 x 0,4 cm, cremeweiß, nicht auffällig wurzelnd; Lamellen: sehr gedrängt, graubraun und bei reifen Fk mit recht auffälligem rötlichem Ton, im Alter in Zersetzung übergehend; Schneiden weißflockig; Geruch: banal pilzig; Mikromerkmale vom Frischpilz: Basidien: 4-sporig, z.B. 19x8; Schnallen überall vorhanden; Pleurozystiden: fehlend oder extrem selten; Cheilozystiden: in der Mitte der Lamelle die Schneide dominierend, utriform, ca. 34-49 x 9-14; Parazystiden: eher selten zu sehen, keulig, groß, z.B. 26x14, 30x14; Sporen: ellipsoid bis ovoid, lateral nie bohnenförmig, auffallend blass, in Wasser teils hyalin, teils maximal blass braunbeige, dünnwandig, Kp unauffällig oder fehlend, Maße: 8,6 x 4,9 (7,8-9,8 x 4,6-5,8), Q=1,75 (1,60-1,92), 20 Sp. gemessen;

Nr. 3: Psathyrella fibrillosa (Pers.: Fr.) Maire

Zur Bestimmung: Unkritisch.

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Funddaten: 05.10.2016; MTB 8135-4-1-4, 800 m; 11.607955 E, 47.835596 N; D – By – Dietramszell, Zeller Wald; am Südwestufer des Schwarzensees; Mischwald (Tanne, Buche, Fichte, Esche) über Würmmoräne; am grasigen Waldrand auf Laubstreu mit morschem Geäst (nur 1 Fk deutlich in Verbindung mit Holz, die anderen auf Laub); gesellig bis kleinbüschelig (3 Fk);
Hut: bis 2 cm breit, glockig, graubraun, hygrophan; Velum weiß, vom Scheitel abwärts stark ausgeprägt faserig-flockig; Hutrand von Resten des cortinaartigen Teilvelums behangen; Stiel: bis 5,5 x 0,3 cm, basal nur schwach erweitert, nicht wurzelnd, cremeweiß, apikal bereift bis beflockt, dann mit deutlich ausgeprägter flockiger Abrisszone des Teilvelums, darunter vom Gesamtvelum stark wollig beflockt; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, Schneiden fein weißflockig und nicht rötlich unterlegt; Fleisch: wässrig; Geruch: unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden: zahlreich, bauchig-fusoid bis sublageniform, meist mit allmählich verschmälertem Hals, apikal schmal gerundet bis fast spitz, in der Regel mit schwach verdickter, in KOH gelblicher Wand; Maße: 57-69 x 12-16; Cheilozystiden: in der Lamellenmitte häufig bis gedrängt (bisw. auch gleichmäßig verteilt mit Parazystiden), wie die Pleurozystiden geformt, aber weniger dickwandig und viel kleiner, Maße: 36-49 x 10-13; Parazystiden: zahlreich, keulig bis blasig, oft recht groß, ca. 16-28 x 10-14; Sporen: ellipsoid, fast immer regulär, nur sehr selten schwach phaseoliform eingedellt, KP deutlich, oft vorgewölbt, bis etwas über 1 µm breit, in KOH schokobraun, opak (nur mutmaßlich unreife semiopak), Maße: 8,5 x 5,0 (8,1-9,1 x 4,8-5,3), Q=1,69 (1,59-1,78), 20 Sp. gemessen;

Nr. 4: Psathyrella cf. fibrillosa (Pers.: Fr.) Maire

Zur Bestimmung: Abweichend sind die sehr breithalsigen Pleurozystiden, die aber möglicherweise noch in die Variationsbreite der Art passen. P. noli-tangere und P. senex haben viel schwächeres Velum.

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Funddaten: 08.10.2016; MTB 7347-3-3-3, 395 m; 13.507728 E, 48.604391 N; D – By – Passau, Zieglreuth, Forst Steinbichel; Nadelwald (Kiefer, Fichte) auf magerem, saurem Boden mit viel Heidelbeere, vermutlich über tertiären (Pliozän) älteren Terrassenschottern (Kies, Sand, tonig); auf halb vergrabenem Holz (vermutlich Buche); gesellig (4 Fk);
Hut: ca. bis knapp 3 cm breit; Velum stark entwickelt, am Hutrand als gezähnelte Borte entwickelt; Stiel: weißlich beflockt; Lamellen: gedrängt (>25 erreichen den Stiel); Schneiden nicht rötlich unterlegt; Geruch unauffällig; im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: sehr gedrängt, oft dicht büschelig, bauchig fusoid, schlank keulig, subutriform apikal meist breit gerundet, dünnwandig, ohne Auflagerungen, Maße. 32-50 x 10-16; Parazystiden keulig, mäßig zahlreich; Pleurozystiden: bauchig fusoid, sublageniform (mit breitem Hals), lageniform, apikal meist mittelbreit gerundet, nur gelegentlich fast spitz zulaufend, nicht selten mit schwach verdickter, in KOH gelblicher Wand (aber nicht am Apex), Apex bisw. etwas abgeschnürt, Maße: 43-77 x 12-20; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: schlank ellipsoid, basal bisw. etwas verschmälert und mit subapikulärer Depression, aber nicht phaseoliform, dunkel graubraun bis schokobraun in KOH, KP deutlich, ca. 1-1,5 µm breit, Maße: 8,5 x 5,0 (7,7-9,2 x 4,7-5,4), Q=1,71 (1,52-1,80), 20 Sp. gemessen (Ausreißersporen: bis 10 x 6);

Nr. 5: Psathyrella impexa (Romagn.) Bon

Zur Bestimmung: Mit FN und Melzer geschlüsselt. Örstadius gibt in FN schmalere Sporen an. Die vielen bei Andreas Melzer online dokumentierten und meine eigenen Funde weisen aber eine recht große Bandbreite auf. Aus der Steiermark ist ebenfalls ein büscheliges Vorkommen im März auf einer waldnahen Wiese dokumentiert. Die extreme makroskopische Variabilität der Art macht dennoch ein bisschen misstrauisch. Vgl. auch die folgenden zwei Aufsammlungen sowie die Kollektion Nr. 5/2015.

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Funddaten: 12.03.2016; MTB 8032-2-1-1, 550 m; D – By – Dießen, Riederau, Seeholz, am Waldrand auf der Wiese; Laubmischwald (Esche, Hainbuche, Eiche, Buche, Bergahorn, Schwarzerle) auf Würmmoräne; terrestrisch im Gras, büschelig, etliche Büschel auf einigen Quadratmetern verteilt;
Hut: bis 1,5 cm breit, jung halbkugelig, später gewölbt, nicht flach ausgebreitet, rehbraun, bis zum halben Radius durchscheinend gestreift, stark hygrophan und auffallend glimmerig-streifig ausblassend, dann cremebeige; Velum jung vorhanden, als weiße Fasern ab der Hutmitte und am Hutrand; Stiel: bis 4 x 0,2 cm, basal gleichdick, nicht wurzelnd, büschelig verwachsen, cremebeige, mit cremeweißen Velumfasern, die jung auch etwas wollig ausgeprägt sein können; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt (ca. 28 erreichen den Stiel), blassbraun bis graubraun; Schneiden weiß, kaum flockig, nicht rötlich unterlegt; Fleisch: im Hut cremefarben, im Stiel eher beige bis beigebraun mit cremeweißem Kern; Geruch: unauffällig; Mikromerkmale vom Frischpilz: Velum: hyphig, Zellen ca. 5-12 µm breit; Lamellenschneide: in der Mitte dominiert von Cheilozystiden; in Ammoniak ohne auffallende grüne Tropfen; Cheilozystiden: überwiegend fusoid bis kurzhalsig lageniform, gelegentlich auch keulig oder subutriform, Maße ca. 24-39 x 8-12; Parazystiden: keulig; Pleurozystiden: überwiegend lageniform mit langem oder mäßig langem, schlankem Hals und abgerundetem Apex, nie spitz, ohne auffällige Auflagerungen (in Wasser), Maße: 44-59 x 10-14; Basidien: 4-sporig, z.B. 27x8, mit Schnallen; Sporen: ellipsoid, auch lateral nie bohnenförmig, mit bis 2 µm großem KP, in Wasser ockerbraun, in Ammoniak ziemlich blass braun, nicht vollständig opak; Maße: 9,2 x 5,4 (8,4-10,4 x 4,8-5,8), Q=1,71 (1,56-1,86), 20 Sp. gemessen;

Nr. 6: Psathyrella impexa (Romagn.) Bon

Zur Bestimmung: Mit FN und Melzer problemlos zu schlüsseln. Im Gröger-Schlüssel unter den Arten mit rot unterlegter LS ausgeschlüsselt und deshalb dort nicht auf Anhieb bestimmbar. Die Kollektion ist mikroskopisch typisch, makroskopisch etwas untypisch sind die ungestreiften Hüte.

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Funddaten: 05.10.2016; MTB 8135-4-1-2, 810 m; 11.609355 E, 47.837184 N; D – By – Dietramszell, Zeller Wald; Mischwald (Tanne, Buche, Fichte, Esche) über Würmmoräne; an Ruderalstelle auf morschem Laubholzast; büschelig;
Hut: bis 1,3 cm breit, kegelig, trocken, glatt, am Scheitel kastanienbraun, zum Rand hin von Anfang an viel heller beige, bräunlichbeige (wohl durch eine glimmerige Bereifung bedingt), ungestreift; Velum weiß, jung ab dem Scheitel faserig-flockig, rasch vergänglich oder nur noch in Resten persistent; Stiel: bis 3 x 0,1 cm, graubeige, weißlich überfasert, apikal bereift; Lamellen: aufsteigend angewachsen, mäßig gedrängt (ca. 18-22 erreichen den Stiel), graubraun, Schneiden weißflockig und nicht rötlich unterlegt; Geruch: unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden: mäßig zahlreich, lageniform, meist mit allmählich verjüngtem, schlankem Hals, apikal sehr schmal gerundet (fast spitz), meist gestielt, Maße: 46-72 x 10-12; Cheilozystiden: an der Schneide (in der Mitte der Lamelle) dominierend, dicht gepackt, lageniform, deutlich kleiner als die Pleuros, Maße: 29-44 x 7-10; Parazystiden: keulig, eher unauffällig; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Zellen der Lamellentrama auffallend stark braun inkrustiert (querstreifig); Sporen: schlank ellipsoid, sehr regulär, ohne Depression, KP zentral, groß (bis ca. 1,5 µm), rotbraun in Ammoniak, graubraun in KOH, Maße: 9,3 x 5,3 (8,4-10,1 x 4,9-5,6), Q=1,75 (20 Sp. gemessen);

Nr. 7: Psathyrella cf. impexa (Romagn.) Bon

Zur Bestimmung: Makroskopisch spricht alles für P. impexa, obwohl die Sporen eine Spur zu groß ausfallen. Alternativ käme höchstens noch P. dicrani infrage, die aber an anderen Standorten wächst, schwächeres Velum und größere Sporen hat. P. fagetophila würde mikroskopisch am besten passen, ist aber ein viel größerer Pilz mit viel zahlreicheren durchgehenden Lamellen und eher schwach ausgeprägtem Velum.

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Funddaten: 09.10.2016; MTB 7446-4-1-3, 415 m; 13.43327 E, 48.53638 N; D – By – Passau, Ingling, Neuburger Wald; Laubmischwald (Buche, Eiche, Fichte, Tanne) auf saurem Boden über Gneis; an der steinigen Wegböschung unter großer Buche; terrestrisch, gesellig;
Hut: bis 2 cm breit, glockig, matt, vom weißen Velum flaumig überfasert, graubraun; Hutrand fransig behangen (vermutlich Reste eines Teilvelums, das auf der Innenseite von den Sporen schwarz gefärbt ist); hygrophan, cremeocker ausblassend; Stiel: bis 4,5 x 0,3 cm, basal gleichdick, nicht wurzelnd, cremeweiß, apikal bereift bis beschürfelt, sonst eher leicht flaumig beflockt; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt (gut 20 erreichen den Stiel), braungrau; Schneiden gleichfarbig, nicht rötlich unterlegt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: Cheilozystiden sehr zahlreich, wenn auch nicht dicht büschelig, Parazystiden sehr klein und unauffällig, auch mit Basidien durchsetzt; Cheilozystiden: lageniform, sehr bauchig, apikal schmal gerundet bis fast spitz, Maße 27-47 x 9-17; Pleurozystiden: lageniform, sehr bauchig, meist mit allmählich verschmälertem, seltener auch länger zylindrischem, schlankem Hals, apikal meist sehr schmal gerundet; ohne Auflagerungen; Basidien: 4-sporig, kurz und gedrungen, ca. 18-19 x 9-10; mit Schnallen; Sporen: regulär und schlank ellipsoid, ohne auffallende Depression und in der Regel nicht phaseoliform (wenn, dann nur minimal), in Ammoniak dattelbraun, in KOH graubraun, nicht völlig opak; KP groß und deutlich (um 1,5 µm); Maße: 10,0 x 5,7 (9,2-10,5 x 5,4-6,0), Q=1,77 (1,62-1,89), 20 Sp. gemessen;

Nr. 8: Psathyrella microrrhiza (Lasch: Fr.) Konrad & Maubl.

Zur Bestimmung: P. pseudogracilis ist frisch viel heller gefärbt und hat deutlich utriforme Pleurozystiden. P. corrugis hat nach Melzer irregulär geformte, oft dickwandige Parazystiden an der Schneide, praktisch kein Velum und eine unterbrochen rötlich unterlegte Schneide. Nach Örstadius ist P. corrugis zudem frisch blasser gefärbt.

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Funddaten: 13.10.2016; MTB 7933-1-2-4, 630 m; D – By – Wessling, Buchenwald über Würmmoräne; auf Erde mit Streu und teils auf vergrabenen Buchenästchen; gesellig (>10 Fk);
Hut: bis ca. 2 cm breit, kegelig, bei jungen Fk mit weißen Velumfasern überzogen, reif kahl, schokoladenbraun; hygrophan; Stiel: weißlich, faserig bis anliegend beflockt (rau wirkend), oft, aber nicht immer deutlich wurzelnd, Scheinwurzel eher kurz; Lamellen: gedrängt (mindestens 22 erreichen den Stiel), Schneiden bei reifen fk deutlich rot unterlegt; Geruch: schwach nach Pelargonium!; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: (in der Mitte der Lamelle) von echten Cheilozystiden dominiert; Parazystiden keulig, häufig, eingestreut; Cheilozystiden: überwiegend bauchig-fusoid, apikal mittelbreit bist schmal gerundet, selten fast spitz, sporadisch mit Kristallauflagerungen; Maße: 24-46 x 8-11; Parazystiden: keulig bis blasig, weder irregulär noch dickwandig; Pleurozystiden: schlank fusoid bis lageniform, meist mit eher breitem Hals, oft lang gestielt; Maße: 55-76 x 10-13; Basidien: 4-sporig, ca. 27-28 x 12; mit Schnallen; Sporen: schlank ellipsoid, ohne Depression, basal kaum verschmälert, nicht phaseoliform, KP zentral, ca. 2 µm breit, in KOH dattelbraun; Maße: 13,5 x 6,9 (12,3-14,4 x 6,4-7,3), Q=1,97 (1,81-2,12), 20 Sp. gemessen;

Nr. 9: Psathyrella spadiceogrisea (Schaeff.: Fr.) Maire agg.

Zur Bestimmung: Gehört in die Gruppe um P. spadiceogrisea. Im Schlüssel von Andreas Melzer in der Z.Mykol. lande ich aufgrund der kleinen Sporen beim Schlüsselpaar P. groegeri und P. phegophila, allerdings sollten diese Arten kaum phaseoliforme Sporen aufweisen. Bei den Arten mit phaseoliformen Sporen kommen P. spadiceogrisea und nach dem erwähnten Schlüssel vor allem P. casca infrage. Eine eindeutige Zuordnung ist aufgrund der Datenlage wohl nicht möglich.

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Funddaten: 21.05.2016; MTB 8136-4-2-3, 635 m; 11° 48' 38.71'' E, 47° 49' 31.85'' N; D – By –Weyarn, Gotzing, knapp nördlich der Schlierachmündung direkt am östlichen Mangfallufer; Auwald (absterbende Eschen, Ahorn, Buche, Erle) über jüngeren Auablagerungen; unter dichtem Krautbewuchs (u.a. Brennessel, Bärlauch) in Laubstreu mit sehr morschen Holzresten, aber nicht direkt auf Holz; gesellig bis kleinbüschelig (>20 Fk);
Hut: ca. 2,5-5 cm breit, jung kegelig, reif ausgebreitet und mit breitem, flachem Buckel, Hutbedeckung glatt, zum Rand hin vermutlich durch rasch einsetzende Abtrocknung glimmerig streifig, hell gefärbt, ockerbraun bis ockergelb, mit schwachem Olivton, nach Lagerung über Nacht dunkler olivbraun mit warm ockerbraun bleibendem Scheitel, am Hutrand bisw. schwach durchscheinend gestreift; Velum stark entwickelt, bei jungen Fk als verstreute weißliche Flocken nahe am Hutrand sowie als flockiger bis fast häutiger Saum (Behang) direkt am Hutrand, im Alter verkahlend; Stiel: maximal bis 10 x 0,6 cm, meist aber etwas schmächtiger (bis 7,5 x 0,4 cm), brüchig, cremeweiß, an der Spitze bereift, sonst fein längsfaserig und +/- kahl, basal meist verjüngt und bisw. mit kurzem wurzelartigem Anhängsel; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, sehr gedrängt, meist um 3 mm breit, graubraun mit fein weißflockiger Schneide; Fleisch: im Hut wässrig olivgelb, im Stiel cremefarben; Geruch: schwach, +/- neutral; Mikromerkmale vom Frischpilz: Lamellenschneide: von keuligen Parazystiden dominiert, diese ca. 16-33 x 9-18 groß; Cheilozystiden zerstreut, breit spindelig bis utriform, klein, ca. 26-28 x 11-13; Pleurozystiden: meist utriform, mit sehr breitem Halsteil, auch breit fusoid bis subclavat, in der Regel ohne Anlagerungen (auch in Ammoniak ohne grüne Schleimkappen o.ä.), ca. 41-55 x 11-19; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen, ca. 21-22 x 8-9; Sporen: schlank ellipsoid bis subzylindrisch, lateral häufig schwach bohnenförmig, basal abgerundet bis stumpf, KP zentral, bis ca. 1,5 µm breit, Maße: 8,0 x 4,7 (6,9-8,9 x 4,3-5), Q=1,72 (1,57-1,87), 20 Sp. gemessen (freie im Lamellenpräparat);

Nr. 10: Psathyrella spadiceogrisea (Schaeff.: Fr.) Maire agg.

Zur Bestimmung: Unklar. Gehört sicher in die Gruppe um P. casca, spadiceogrisea, groegeri, phegophila. Recht auffallend bei dieser Kollektion sind die langen, schlanken Pleurozystiden. Mit dem Schlüssel von Melzer in ZMykol82/1 als P. phegophila zu bestimmen. Gegen P. casca sprechen die wenig gedrängten Lamellen und die kaum phaseoliformen Sporen. Eine Eindeutige Zuordnung ohne Sequenzierung scheint nicht möglich, deshalb belasse ich die Funde im Aggregat spadiceogrisea.

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Funddaten: 04.06.2016; MTB 8136-4-3-1, 800 m; D – By – Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; bodensaurer Mischwald (Fichte, Tanne, Buche) über Oberer Süßwassermolasse (Mergel, Konglomerate); am grasigen Wegrand, terrestrisch, ohne offensichtliche Verbindung zu Holz oder Dung; gesellig (3 Fk);
Hut: 1,4-2,5 cm breit, schon bald flach gewölbt, ohne Buckel, glatt, jung am Hutrand durch weißliche Velumreste schwach filzig überfasert, auffallend konzentrisch gezont, beim jüngeren Fk nur ganz am Rand, beim älteren fast bis zu Mitte durchscheinend gestreift, graubraun in verschiedenen Abstufungen; hygrophan, ockerlich ausblassend; Stiel: bis 4 x 0,2 cm, zylindrisch, basal gleichdick, cremefarben, an der Spitze bereift, sonst schwach weißlich überfasert; Lamellen: schwach aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt (ca. 26 erreichen den Stiel), bis knapp 5 mm breit, schokoladenbraun; Schneiden fein weißflockig, nicht rötlich unterlegt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, unauffällig; Mikromerkmale vom Frischpilz: Lamellenschneide: von keuligen Parazystiden dominiert, dazwischen eher verstreut echte Cheilozystiden, keine grünlichen Auflagerungen oder Tropfen festgestellt; Cheilozystiden: sublageniform, meist mit breitem, kurzem Halsteil und apikal stets stumpf gerundet, ca. 25-37 x 10-11; Parazystiden: keulig, ca. 14-28 x 8-14; Pleurozystiden: mäßig häufig, sublageniform, meist mit langem, breitem Halsteil, apikal bisw. etwas abgestutzt, aber nie kopfig, ca. 46-57 x 9-13; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen, z.B. 25x8; Sporen: lateral ellipsoid, ganz selten phaseoliform, frontal eher sackförmig mit abgestutzter Basis, in Ammoniak rehbraun, in KOH dunkelbraun, in Ammoniak heller und oft deutlich punktiert (aber im Umriss glatt), dickwandig (meist mit deutlich doppelter Linie), KP zentral, etwas vorgewölbt und sehr groß (bis 2 µm), Maße: 8,5 x 4,8 (7,5-9,5 x 4,5-5,2), frontal bisw. auch bis 5,5 µm breit, Q=1,77 (1,64-1,90);

Nr. 11: Psathyrella spadiceogrisea (Schaeff.: Fr.) Maire agg.

Zur Bestimmung: Unklar. Schwer einzuordnen. Mit FN/Gröger als P. fatua oder spadiceogrisea zu schlüsseln, mit Melzer aufgrund der nicht phaseoliformen Sporen eher als P. groegeri. Makroskopisch völlig anders als die Funde aus dem Frühjahr.

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Funddaten: 23.10.2016; MTB 8034-4-1-2, 570 m; Koordinaten: 11.436891 E, 47.941752 N; D – By – Icking, Isaruferweg südlich des Ickinger Wehrs; grasiger Auwald (Grauerle, Ahorn, Fichte, Esche, Weide, Weißdorn) auf jüngeren Ablagerungen (Feinsand; Holozän); terrestrisch in gemischter Streu, gesellig (3 Fk);
Hut: bis 3,7 cm breit, kegelig, nur zu ca. 1/3 durchscheinend gestreift, lehmbraun, am Hutrand lange mit faserigen weißen Velumresten und etwas behangen; Stiel: bis 8,5 x 0,5 (kräftige Art), hohl, basal gleichdick, cremefarben; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, dunkel graubraun; Schneiden schwach weißflockig, nicht rötlich unterlegt; Fleisch: cremefarben; Geruch: schwach aromatisch-pilzig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: ausschließlich aus keuligen bis sphaeropedunculaten Parazystiden bestehend; diese zum Teil recht groß und voluminös, Maße: ca. 25-44 x 12-25; pleurozystidenartige Cheilozystiden fehlend; Pleurozystiden: eher spärlich, subutriform, meist mit kurzem, breitem, apikal oft verschmälertem Hals, immer sehr bauchig, oft klobig und voluminös; ohne Auflagerungen; Maße: 35-61 x 12-23; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: lateral regulär ellipsoid, ohne Depression und nicht phaseoliform, frontal ovoid bis sackförmig, basal bisw. etwas abgestutzt, insgesamt sicher eine Spur breiter als lateral, in KOH graubraun, nicht völlig opak, dickwandig, mit deutlich doppelter Wandlinie, KP deutlich, um 1 mm breit, zentral; Maße (lateral gemessen): 8,6 x 5,1 (8,0-9,3 x 4,7-5,4), Q=1,69 (1,55-1,90), 20 Sp. gemessen;

Nr. 12: Psathyrella spintrigeroides P.D. Orton

Zur Bestimmung: Mikroskopisch unverwechselbar.

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Funddaten: 29.10.2016; MTB 8135-4-1-3, 755 m; 11.593841 E, 47.834395 N; D – By – Dietramszell, Obermühltal, Zeller Wald; Mischwald (Tanne, Buche, Fichte,) über Würmmoräne; im Hochwald am Stammgrund einer umgebrochenen Buche, auf morschem Buchenholz; gesellig bis klein büschelig;
Hut: bis 3,6 cm breit, trocken und glatt, zum Hutrand hin etwas glimmerig und jung mit faserigen Velumresten, Hutrand lange zahnradartig von Velumfetzen behangen; Stiel: bis 5,8 x 0,4 cm, basal gleichdick, cremeweiß, anliegend bis schwach flockig überfasert; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt (ca. 30 erreichen den Stiel), dunkel graubraun, nicht rötlich unterlegt; Geruch: schwach aromatisch-pilzig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: zahlreich, aber nicht dicht an dicht, wie die Pleurozystiden geformt, z.B. 53 x 10; Parazystiden: klein und unauffällig oder fehlend; Pleurozystiden: sehr zahlreich, spindelig bis lanzettlich, allmählich verschmälert und apikal spitz, Spitze bisw. gekrümmt, auf ganzem Umfang dickwandig und in KOH nicht ganz hyalin (seltsam blassrosa gefärbt); Maße: 59-79 x 12-16; Basidien: mit Schnallen; Sporen: lateral meist schwach phaseoliform, in Ammoniak rotbraun, in KOH schokobraun und opak, KP deutlich, ca. 1 µm breit; Maße: 8,4 x 4,6 (8,0-9,1 x 4,3-4,8), Q=1,81 (1,67-1,91), 20 Sp. gemessen;

Nr. 13: Psathyrella suavissima Ayer

Zur Bestimmung: Unkritisch. Nach 10 Jahren wieder mal gefunden!

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Funddaten: 04.06.2016; MTB 8136-4-3-1, 800 m; D – By – Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; bodensaurer Mischwald (Fichte, Tanne, Buche) über Oberer Süßwassermolasse (Mergel, Konglomerate); am Rand einer Rückegasse/Fahrspur, auf angehäufter Erde und in Verbindung mit Holzresten (sicher Fichte oder Tanne), aber nicht offensichtlich auf Holz; gesellig bis kleinbüschelig;
Hut: bis 3,7 cm breit, jung halbkugelig, dann gewölbt, glatt, schokoladenbraun; jung komplett mit zottigem weißem Velum bedeckt, im Alter und bei Regen verkahlend und nur noch am Rand zahnradartig mit spitzen Velumflocken behangen; hygrophan, cremefarben ausblassend; Stiel: bis 7,5 x 0,5 cm, zylindrisch, basal schwach verdickt, hohl, brüchig, cremefarben, komplett mit zottigem Velum behangen, nach Aufreißen des deutlich ausgeprägten Teilvelums mit Ringzone, in der das Sporenpulver hängt; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, bis 5 mm breit, dunkel graubraun, Schneiden fein weißflockig, nicht rötlich unterlegt; Fleisch: im Hut wässrig braunbeige, im Stiel cremefaren; Geruch: auffallend parfümiert süßlich, wie Hebeloma sacchariolens; Velumzellen: sehr groß, mit sich verjüngenden Enden, bis ca. 480 x 10; Schnallen vorhanden; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden: utriform, dichbauchig mit breitem, bisw. etwas erweitertem Hals, 38-48 x 14-16 x 7-8 (Länge x Bauch x Apex); Sporen: schlank ellipsoid, KP deutlich, oft etwas vorgewölbt, dunkelbraun (opak) in KOH, Maße: 7,9 x 4,6 (7,4-8,3 x 4,3-4,8), Q=1,72 (10 Sp. gemessen);

Nr. 14: Psathyrella supernula (Britzelm.) Örstadius & Enderle

Zur Bestimmung: Nach Ludwig die einzige bekannte Psathyrella mit derartigem Geruch. Da bei diesem noch sehr frischen Exsikkat keinerlei grünliche Auflagerungen an den Zystiden zu beobachten sind, würde die Bestimmung mit den Schlüsseln in Gröger, Melzer und FN/Örstadius dennoch scheitern. Die Kollektion Nr. 5/2011 ist trotz des kräftigeren, stark büscheligen Wuchses und etwas kürzerer Sporen wohl kaum etwas anderes.

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Funddaten: 15.10.2016; MTB 8430-2-1-4, 815 m; Koordinaten: 10.770754 E, 47.584175 N; D – By – Füssen, Bannwald; Fichtenstangerlwald mit eingestreuten Eschen und Ahornverjüngung über würmeiszeitlichem Niederterassenschotter; gesellig, in Verbindung mit Holzresten; gesellig;
Hut: bis 2,1 cm breit, kegelig; Stiel basal häufig wurzelnd; Lamellen: mäßig gedrängt, graubraun, Schneiden nicht rötlich unterlegt; Geruch: grauenhaft, ähnlich Schwefelritterling oder Cystolepiota bucknallii; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: dominierend an der Schneide; stark bauchig flaschenförmig, mit meist recht langem, schlankem Hals und sehr schmal gerundetem Apex; keinerlei grünliche Auflagerungen in Ammoniak!; Maße: 28-42 x 8-14; Parazystiden: klein und unauffällig, keulig, könnte man auch für Basidiolen halten; Pleurozystiden: ziemlich spärlich und schwer freizulegen, lageniform, sehr bauchig, oft gestielt, mit meist sehr schmalem, zylindrischem Hals und schmal gerundetem Apex; ohne grünliche Auflagerungen in KOH und Ammoniak; Maße: 47-59 x 12-17; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen, 17-22 x 9-10; Sporen: schlank ellipsoid bis subamygdaloid, regulär, ohne Depression, dunkel rotbraun in Ammoniak, dunkelbraun (ohne Rotton) in KOH, KP zentral, um 1,5 µm breit; Maße: 11,0 x 5,7 (9,8-12,0 x 5,4-6,1), Q=1,92 (1,78-2,11), 20 Sp. gemessen;

Nr. 15: Psathyrella tephrophylla (Romagn.) M. M. Moser ex Bon

Zur Bestimmung: Mit Gröger und FN problemlos zu schlüsseln. Passt auch mit der Kollektion Nr. 4/2014 aus Italien ganz vernünftig zusammen.

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Funddaten: 23.10.2016; MTB 8034-4-1-1, 625 m; Koordinaten: 11.431817 E, 47.936692 N; D – By – Icking; Buchenmischwald im Übergangsbereich von Riss- zu Würmmoräne; in der Buchenlaubstreu; kleinbüschelig;
Hut: bis 4,4 cm breit, nur jung mit faserigen Velumresten, Hutrand jung mit Resten eines cortinaartigen Teilvelums behangen; ziemlich hell olivbraun; Stiel: bis 8,5 x 0,4 cm, basal gleichdick, cremeweiß; ganzer Fk sehr mürb und brüchig; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, breit, gedrängt, dunkel graubraun; Schneiden nicht rot unterlegt; Fleisch: cremefarben, im Hut teils wässrig olivgrau; Geruch: aromatisch-pilzig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: mit zahlreichen, teils dicht, teils etwas schütter stehenden Cheilozystiden, Parazystiden sehr zahlreich, keulig bis blasig; Cheilozystiden: utriform, bauchig fusoid, kobig-keulig, selten auch lageniform mit breit gerundetem Hals oder irregulär (1mal gegabelt); 30-56 x 13-20; Pleurozystiden: utriform, keulig, bauchig-busoid, ohne Auflagerungen, sehr voluminös, 46-57 x 12-20; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: ellipsoid, lateral bisw. mit Hilardepression oder schwach bohnenförmig, aber meist regulär, frontal bisw. schwach abgestutzt, in Ammoniak rotbraun und mit auffallend vielen, kleinen Öltröpfchen, in KOH schokobraun, opak; KP deutlich, um 1,5 µm groß; Maße: 9,5 x 5,7 (8,7-10,5 x 5,3-6,1), Q=1,68 (1,56-1,91), 20 Sp. gemessen;

Nr. 16: Psathyrella spec.

Zur Bestimmung: Unklar. Aufgrund der winzigen Sporen kommen nur wenige beschriebene Arten infrage: P. piluliformis ist größer, hat gedrängte Lamellen und einen ungestreiften Hut; P. fragrans kommt wohl noch am nächsten, ist aber möglicherweise Synonym zu P. piluliformis; P. carinthiaca soll terrestrisch wachsen und ist mit kleineren Cheilozystiden beschrieben; P. stridvallii wächst ebenfalls terrestrisch und soll nichtphaseoliforme Sporen haben; P. rubiginosa wächt ebenfalls terrestrisch und hat größere Sporen; P. obscurotristis mit mucronaten Zystiden.

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Funddaten: 04.09.2016; MTB 8235-3-3-1, 841 m; 11.516333 E, 47.718003 N; Bad Tölz, Wackersberg, Lehen, Steinbachtal, direkt am Steinbachufer; Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche) mit Auwaldeinsprengseln (Ahorn, Grauerle) am Bachufer in der Flyschzone; auf einem feucht liegenden Nadelholzast; einzeln; verges. mit Galerina marginata;
Hut: 8 mm breit, fast bis zur Mitte durchscheinend gestreift, rehbraun bis graubraun (bei zunehmender Sporenreife), mit cremebeigen flockigen Velumresten am Hutrand; Stiel: 1,3 cm lang und 1 mm breit, basal gleichdick, auf graubeigem Grund silbrig überfasert, apikal weißlich beschürfelt bis bereift, mit flockigen cremebeigen Velumresten; Lamellen: aufsteigend angewachsen, mäßig entfernt (17 erreichen den Stiel), graubraun; Schneiden weißflockig, nicht rötlich unterlegt; Geruch: unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pleurozystiden: zahlreich, utriform mit breit gerundetem, meist erweitertem Apex; Maße: 42-53 x 10-15 x 7-9 (LängexBauchxApex); Lamellenschneide: von echten Cheilozystiden dominiert, keulige Parazystiden nur eingestreut; Cheilozystiden: überwiegend utriform, selten auch klobig keulig, einmal lageniform; Maße: 30-51 x 10-17 x 4-10 (überwiegend ca. 44 x 11 x 8); Parazystiden: keulig bis blasig, 15-22 x 8-18; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: ellipsoid bis schwach phaseoliform, frontal basal schwach abgestutzt, apikal verschmälert und abgerundet; in Ammoniak ockerbraun, in KOH mit Grauton; KP im Umriss kaum sichtbar, undeutlich, eher als schwache Wandverdünnung ausgeprägt (heller Fleck), klein; Maße: 5,7 x 3,5 (5,2-6,5 x 3,3-3,8), Q=1,62 (1,45-1,86), 20 Sp. gemessen;

Nr. 17: Cystoagaricus silvestris (Gillet) Örstadius & E. Larss.

Zur Bestimmung: Unkritisch. Aus irgendwelchen Gründen wächst diese Art absolut chronisch in unmittelbarer Nähe von Flüssen und Bachläufen.

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Funddaten: 20.09.2016; MTB 8531-2-1-3, 840 m; 10.927417 E, 47.482769 N; By – Garmisch-Partenkirchen, Griesen, Naidernachtal; direkt an der Naidernach; von Rindern beweidete Kiefernau (Bergkiefer, Weide, Erle, Fichte, Wacholder mit Heide und Silberwurz) auf sandigem bis feinschottrigem Boden (sicher kalkhaltig); auf sehr morschem Laubholzstammstück (Nadelholz unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen, wahrscheinlich Salix); gesellig (2 Fk);
Hut: bis 2,3 cm breit, am Scheitel glatt, zum Rand hin faserig bis faserschuppig, fast vollständig mit einem glimmerigem (Velum-) Belag überzogen, graubraun, Fasern etwas dunkler und wärmer braun; hygrophan, cremeweiß verblassend; Stiel: bis 3 x 0,25 cm, basal gleichdick, an der Spitze bereift, sonst faserig, cremeweiß; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, graubraun; Schneiden fein weißflockig, nicht rötlich unterlegt; Fleisch: im Hut wässrig grau, im Stiel in der Rinde cremeweiß, innen beige; Geruch: unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: zahlreich, utriform, ohne Auflagerungen in Ammoniak, ca. 29-40 x 12-15; Pleurozystiden: utriform, mit sehr auffälligen Schleimkappen, die sich in Ammoniak knallgrün verfärben, auch mit grünen kristallartigen Einsprengseln im Quetschpräparat; z.B. 42 x 12; Sporen: ellipsoid bis phaseoliform, in Aufsicht basal abgestutzt und sackförmig, KP deutlich; Maße: 8,5 x 5,1 (8-9,1 x 4,8-5,4), Q=1,67 (10 Sp. gemessen), in Aufsicht sicher etwas breiter;

Nr. 18: Parasola conopileus (Fr.: Fr.) Örstadius & E. Larss.

Zur Bestimmung: Man fällt doch immer wieder mal rein auf die Art.

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Funddaten: 13.10.2016; MTB 7933-1-1-3, 590 m; Koordinaten: 11.168762 E, 48.083359 N; D – By – Inning, Martinsberg, Buchenwald; am Waldrand, teils in der Wiese im Gras, terrestrisch oder auf Buchenkupullen; gesellig;
Hut: recht stattlich, bis ca. 2,5 cm, jung sehr hell ockerbraun, stark hygrophan und sehr rasch cremeweiß ausblassend; Stiele: blass cremefarben, oben bereift, brückig; Lamellen: gedrängt, Schneiden nicht rot unterlegt; Geruch: unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Huthaut mit zahlreichen, dickwandigen, braun pigmentierten Seten;

Nr. 19: Coprinellus silvaticus (Peck) Gminder

Zur Bestimmung: Unkritisch. Hatte ich im Feld für C. impatiens gehalten. Mikroskopisch durch die gratig-warzig ornamentierten Sporen leicht bestimmbar.

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Funddaten: 13.10.2016; MTB 7933-1-2-4, 630 m; D – By – Wessling, Buchenwald über Würmmoräne; auf Erde mit Streu und teilweise auf Holzresten;
Fk ziemlich groß (ca. bis 3,5 cm) und robust, Hüte typisch tief gefurcht, Stiel cremeweiß und wehr brüchig; Lamellen gedrängt, alt vertintend, Geruch unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: zellig, mit sublageniformen, nach oben zu verschmälerten Pileozystiden (verstreut); Cheilozystiden: bauchig fusoid, subutriform mit breitem, sich nach oben zu verjüngendem Apex, ca. 45-58 x 16-19; Pleurozystiden fehlend; Basidien: 4-sporig, 2-sporige eingestreut, keine Schnallen gesehen; ca. 30-44 x 10-12; Sporen: lateral zitronenförmig mit urnenförmigem, oft etwas ausgezogenem Apex und 2,5-3 µm breitem Keimporus, frontal mitraförmig und deutlich breiter, mit auffallendem Ornament aus Warzen und Graten, schwarzbraun; Maße (lateral): 12,6 x 8,5 (11,0-15,0 x 7,6-9,6), Q=1,49 (1,37-1,61), 20 Sp. gemessen;

Nr. 20: Coprinopsis echinospora (Buller) Redhead & al.

Zur Bestimmung: Mit Gröger und FN problemlos zu schlüsseln. Gemäß pilze-deutschland erst der 5 Nachweis in Bayern (Stand Februar 2017).

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Funddaten: 23.10.2016; MTB 7933-1-2-4, 630 m; D – By – Wessling, Buchenwald über Würmmoräne; auf Erde mit Streu und teilweise auf Holzresten;
Hut: bis ca. 2,5 cm breit und 2 cm hoch; Lamellen sehr engstehend; vermutlich eine rasch vertintende Art; Geruch etwas süßlich oder nach alter Glut; im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: Velum: Zellen zylindrisch, etwas divertikuliert (mit schmaleren, zylindrischen Auswüchsen), bisw. verzweigt, mit Schnallen, hyalin, ca. 3,5-12 µm breit (meist 4-9); HDS: Cutis, Zellen schlank, ca. 5-15 µm breit, keine Pileozystiden gesehen; mit Schnallen; darunter wurstförmig aufgeblasene, ca. 30-40 µm breite Tramazellen; Stielrinde: ohne Kaulozystiden; Cheilozystiden: sehr groß und utriform, nahe dem Apex ca. 35 µm breit, stark eingebaut; Basidien: 4-sporig; Sporen: lateral +/- amygdaloid bis citriform, lateral mitraförmig und breiter, mit vorgestülptem, um 2,5 µm breitem und abgestutztem Keimporus, isoliert warzig, nie gratig, Warzen höchstens etwas verlängert, dicht stehend und unterschiedlich dick; Maße: 9,9 x 6,4 (8,9-10,9 x 5,9-6,9), Q=1,54 (1,44-1,69), 20 Sp. gemessen;

Nr. 21: Panaeolus acuminatus (Schaeff.) Gillet

Zur Bestimmung: Mit Gröger und FN geschlüsselt. Unkritisch.

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Funddaten: 04.06.2016; MTB 8136-4-3-1, 800 m; D – By – Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; bodensaurer Mischwald (Fichte, Tanne, Buche) über Oberer Süßwassermolasse (Mergel, Konglomerate); am grasigen Wegrand, terrestrisch, ohne offensichtliche Verbindung zu Dung; gesellig (3 Fk); verges. mit Psathyrella spadiceogrisea s.l.;
Hut: 2-2,5 cm breit, glockig, glatt, matt, schokobraun, stark hygrophan; Stiel: bis 9 x 0,25 cm, zylindrisch, auffallend starr, oben ockerbraun, zur Basis hin dunkel rotbraun, auf ganzer Länge fein bereift und im oberen Drittel mit Guttationstropfen besetzt; Lamellen: aufsteigend und mäßig breit angewachsen, sehr gedrängt, bis ca. 4 mm breit, dunkel graubraun, typisch marmoriert, Schneiden fein weißflockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: pilzig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: sublageniform, mit geschlängeltem, zylindrischem Hals, ca. 23-34 x 6-8; Pleurozystiden: keine gesehen; Basidien: 4-sporig, ca. 28-30 x 12-13; Sporen: deutlich abgeplattet, lateral schlank ellipsoid, in Aufsicht breit mitraförmig, apikal oft auffallend ausgezogen wie ein Schweinerüssel, KP groß und in der Regel zentral, Maße: frontal 14,2 x 10,1 (13,5-14,7 x 9,0-10,9), Q=1,4; lateral 14,3 x 8,2 (13,8-14,7 x 7,8-8,9), Q=1,74; gesamt 14,3 x 10,1 x 8,2;