Hymenogasteraceae 2016 (Galerina, Hebeloma, Phaeocollybia, Naucoria)

Nr. 1: Galerina camerina (Fr.) Kühner

Zur Bestimmung: Von G. sideroides durch die geringe Größe und die trockene HDS unterschieden. Makroskopisch doch anders als eine 2008er Kollektion vom Taubenberg, die starr-knorpelige, fast schwarzbraune Stiele aufwies. Vermutlich handelt es sich hier einfach sehr junge, schmächtige Fk.

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Funddaten: 18.08.2016; MTB 7046-1-3-3, 760 m; 13.335332 E, 48.95084 N; Spiegelau, Klingenbrunn-Bahnhof, Flanitz-Ebene; mooriger Fichtenwald mit eingestreuten Tannen und Birken, Bazzania-Picetum auf saurem, moorigem Boden; auf liegendem morschem, starkem Nadelholzstamm, ziemlich an der Unterseite, direkt auf morschem Holz; gesellig (4 Fk);
Hut: bis 7 mm breit, trocken; Stiel: bis 1,8 x 1 mm, zur Basis hin rotbraun, vom Velum weißlich beflockt bis befasert; Lamellen: aufsteigend angewachsen, mäßig gedrängt, honiggelb, Schneiden weißflockig; Geruch: unscheinbar, aber bei der Größe schwer feststellbar; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: glatte Cutis, Zellen nicht gelifiziert, Pigment schwach inkrustierend; Cheilozystiden: tibiiform, meist flaschenförmig mit rundlichem Köpfchen, Maße: 25-38 x 4-7[10] x 4-6 (Länge x Bauch x Kopf), mit Schnallen; Pleurozystiden: fehlend; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; ca. 23-26 x 6-7; Sporen: schmal ellipsoid bis subamygdaloid, apikal mittelbreit bis schmal gerundet, völlig glatt, bisw. mit angedeutetem Kallus, blass ockergelb in KOH, schwach (aber deutlich) dextrinoid, in Melzer ockerbraun bis orangebraun (zumindest zum Teil deutlich reagierend); Maße: 7,1 x 4,1 (6,4-7,6 x 3,6-4,5), Q=1,72 (1,53-1,90), 20 Sp. gemessen;

Nr. 2: Galerina vittiformis (Fr.) Singer sl.

Zur Bestimmung: Mit FND46 und FN geschlüsselt. Wegen der minimalen Velumreste am Hutrand käme streng nach Schlüssel in FN auch G. minima infrage, ich schließe mich hier jedoch der Meinung von BK (PDS5, Nr. 428) an, dass die ökologischen Unterschiede stärker zu gewichten sind als die Velumverhältnisse. Außerdem soll letztere nicht auf Moostrieben wachsen und nach Mehl riechen.

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Funddaten: 14.10.2016; MTB 8330-3-3-1, 880 m; Koordinaten: 10.671716 E, 47.612347 N; D – By – Füssen, Hopfen am See; Hopfener Wald; Fichtenmischwald in der Flyschzone (Reiselsberger Sandstein); bei Fichte im Moos (z.B. Plagiomnium), direkt auf Moostrieben verankert;
Hut: bis 6 mm, am Rand mit zarten, faserigen Velumresten; im Übrigen siehe Fotos; Stiel: auf ganzer Länge haarig bereift, nur sehr sporadisch mit flüchtigen Velumresten; Geruch und Geschmack: neutral, kein Mehl; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, keine Pileozystiden gefunden (im Skalp-Präparat); Cheilozystiden: dicht stehend, überwiegend lageniform, mit langem schlankem Hals, apikal nicht selten schwach kopfig, ca. 44-68 x 8-13; Pleurozystiden: häufig, lageniform; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: breit amygdaloid, lateral unterm Apikulus deutlich abgeflacht und mit mäßig deutlicher Plage, fein warzig, im Umriss fein rau, nicht kalyptrat, stark dextrinoid; Maße: 9,2 x 5,9 (8,4-9,9 x 5,4-6,4), Q=1,54; 10 Sp. gemessen;

Nr. 3: Galerina clavata (Velen.) Kühner

Zur Bestimmung: Mit FN und FND46 geschlüsselt. Unkritisch.

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Funddaten: 14.10.2016; MTB 8330-3-3-1, 880 m; Koordinaten: 10.677287 E, 47.616681 N; D – By – Füssen, Hopfen am See; Hopfener Wald; in einer nassen Viehweide in der Flyschzone (Reiselsberger Sandstein), terrestrisch zwischen Gras und Moos;
Hut: bis 1,8 cm breit, sehr lebhaft orangegelb gefärbt, jung am Rand mit faserigen, flüchtigen Velumresten; Stiel: apikal bereift, stielabwärts von Velumresten befasert bis beflockt; Geruch: schwach aromatisch, nicht nach Mehl; im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: dicht stehend; eine Mischung aus tibiiformen bis lecythiformen Cheilos und keuligen bis blasigen Zellen, erstere ca. 28-47 x 9-16 x 6-9 (Länge x Bauch x Kopf), letztere ca. 23-47 x 12-27; stets ohne Schnallen; Basidien: 4-sporig, ohne Schnallen; Sporen: schlank amygdaloid, apikal fast spitz bis schmal gerundet, deutlich warzig, im Umriss rau, indextrinoid; Maße: 14,7 x 7,3 (13,0-16,3 x 6,7-7,8), Q=2,02 (1,81-2,32), 20 Sp. gemessen;

Nr. 4: Hebeloma cavipes Huijsman

Zur Bestimmung: Zuordnung zu hiemale bzw. Subsektion Clepsydroida ist hier schwierig. Meiner Einschätzung nach sind die Sporen für H. hiemale zu stark ornamentiert. Interpretiert man die Hutfarben als kaum braun, schlüsselt man H. fragilipes oder pseudofragilipes. Andererseits passt H. fragilipes ökologisch nicht und hat laut Monografie einen A/B-Wert von mindestens 1,25. Die andere Alternative, H. pseudofragilipes, hat kleinere und schmalere Sporen sowie eine mittlere Zystidenapexbreite von A<6,5. Bleibt als Alternative eigentlich nur H. cavipes, die laut FE14 durchaus auch recht blasse Hutfarben aufweisen kann. Hier passen nun auch alle Zystidenmaße und die ziemlich langen Sporen.

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Funddaten: 14.10.2016; MTB 8330-3-3-1, 880 m; Koordinaten: 10.671982 E, 47.612488 N; D – By – Füssen, Hopfen am See; Hopfener Wald; Fichtenmischwald in der Flyschzone (Reiselsberger Sandstein); bei Fichte und großen Salweiden; gesellig;
Hut: bis 4 cm breit, nur schwach klebrig, am Scheitel zumindest blass bräunlich, zum Rand hin cremeweiß; Stiele basal gleichdick, Lamellen gedrängt (ca. 60 erreichen den Stiel); Geruch rafanoid; im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: schlank keulig und bauchig bis gestielt keulig mit erweiterter Basis, häufig mit Wandverdickungen in der Mitte; 49 x 6,7 x 4,1 x 6,0 (34-62 x 5,6-8,1 x 3,0-5,0 x 4,3-7,9), A/M=1,70, A/B=1,17, B/M=1,48; 20 gemessen; Sporen: amygdaloid, bisw. schwach papilliert (dann sublimoniform), im 40er warzig und im Umriss rau, Perispor bisw. schwach ablösend, kaum dextrinoid, O3, P1-2, D1-2; Maße: 11,8 x 6,3 (10,0-13,0 x 5,9-6,9), Q=1,85 (1,59-2,03), 20 Sp. gemessen;

Nr. 5: Hebeloma ingratum Bruchet

Zur Bestimmung: Mit FE14 geschlüsselt. Unterscheidet sich von H. cavipes durch die nur schwach dextrinoiden, im Mittel unter 11 µm langen Sporen.

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Funddaten: 29.10.2016; MTB 8135-4-1-3, 775 m; 11.599162 E, 47.833891 N; D – By – Dietramszell, Zeller Wald; Mischwald (Tanne, Buche, Fichte,) über Würmmoräne; bei großen Buchen und Tannenverjüngung; gesellig (4 Fk);
Hut: bis 2,5 cm breit, klebrig, bisw. konzentrisch gezont, beige bis bräunlichbeige; Stiel: bis 4,5 x 0,5 cm, basal gleichdick, schmächtig und brüchig, cremeweiß, apikal bereift bis beschürfelt; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt (42-54 erreichen den Stiel), blass graubraun, tränend; Fleisch: weiß; Geruch: nach Radi; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: keulig bauchig bis gestielt keulig und mit erweiterter Basis, apikal gelegentlich mit schwacher Wandverdickung, Maße: 46 x 7,1 x 4,0 x 5,8 (33-58 x 5,2-8,7 x 3,2-5 x 4,8-6,9), A/M=1,81, A/B=1,23, B/M=1,47; Sporen: amygdaloid bis citriform, apikal meist ausgezogen, stark ornamentiert, stark kalyptrat, schwach dextrinoid, O3-4, P2-3, D1-D2, Maße: 10,8 x 6,2 (9,9-11,4 x 5,8-6,7), Q=1,74 (1,68-1,82);

Nr. 6: Hebeloma mesophaeum (Pers.) Quél.

Zur Bestimmung: Ein bisschen arg schmächtig, mit auffallend entfernten Lamellen und mit sehr breitem Zystidenapex (außerhalb des Korridors), der Schlüssel gibt jedoch nichts anderes her.

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Funddaten: 15.10.2016; MTB 8430-1-3-4, 800 m; Koordinaten: 10.689201 E, 47.558118 N; D – By – Füssen, Lechau; Weidengebüsch auf Sand am Lechufer; gesellig (3 Fk) im Sand;
Hut: bis 1,5 cm breit; Hutrand jung durch Cortina mit dem Stiel verbunden; Lamellen: entfernt, weniger als 30 erreichen den Stiel; Geruch nach altem Radi; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: überwiegend lageniform mit breitem Hals, apikal bisw. schwach erweitert, unterhalb des Apex oft mit unscheinbarem Schleimüberzug, Maße: 41,4 x 7,0 x 5,9 x 9,2 (32-60 x 5,5-7,7 x 5,2-7,2 x 6,8-10,6), A/M=1,21, A/B=0,78, B/M=1,58; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: schmal ellipsoid, selten subamygdaloid, im Umriss völlig glatt, nur schwach marmoriert (in Immersion), sehr blass pigmentiert, indextrinoid; O1, P0, D0; Maße: 9,6 x 5,6 (8,4-10,6 x 4,8-6,2), Q=1,73 (1,60-1,96), 20 Sp. gemessen;

Nr. 7: Hebeloma cf. mesophaeum (Pers.) Quél.

Zur Bestimmung: Eine Verwechslungsgefahr zwischen H. mesophaeum und H. dunense wird in FE14 nicht thematisiert, obwohl es Überschneidungen bei den Sporenmaßen gibt. Diese Kollektion ist die x-te, deren Sporenmaße genau intermediär sind und eine genaue Zuordnung aus diesem Grund nicht erlauben. Makroskopisch scheint es keine greifbaren Unterschiede zu geben, ich habe sowohl klein- also auch großsporige Aufsammlungen, die so ähnlich aussehen wie die vorliegende Kollektion.

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Funddaten: 15.10.2016; MTB 8430-1-3-4, 800 m; Koordinaten: 10.689201 E, 47.558118 N; D – By – Füssen, Lechau; Weidengebüsch auf Sand am Lechufer; gesellig (2 Fk) im Sand;
Hut: bis 2,4 cm breit, bei einem jungem, verwachsen-primordialartigen Fk Cortina offenbar vorhanden; Hutrand mit filzigen Cortinaresten behangen; Geruch nach Radi; im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: lageniform; Sporen: schlank ellipsoid bis subamygdaloid, in Aufsicht schlank ovoid, praktisch glatt, sehr blass pigmentiert, indextrinoid; Maße: 10,3 x 5,9 (9,7-12 x 5,4-6,8), Q=1,76 (1,70-1,94), 20 Sp. gemessen;

Nr. 8: Hebeloma velutipes Bruchet

Zur Bestimmung: Makroskopisch ein typisches H. velutipes. Mikroskopisch abweichend ist der im Mittel 9,7 µm breite Sporenapex. Generell könnte man die Form der Zystiden als überwiegend gestielt keulig interpretieren. In diesem Fall käme man im Schlüssel von FE14 in eine ganz andere Sektion, nämlich Denudata, zur Subsektion Crustiliniforme und dort zu H. eburneum. Diese Art hat jedoch nur schwach dextrinoide Sporen mit gelegentlich ablösendem Perispor und kann deshalb wohl ausgeschlossen werden.

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Funddaten: 14.10.2016; MTB 8331-3-1-1, 850 m; Koordinaten: 10.850679 E, 47.639537 N; D – By – Füssen, Trauchgau; in Ortsnähe; Fichtenwald, über Würmmoräne; bei Fichte, gesellig (3 Fk);
Hut: bis 2,6 cm breit, klebrig; Stiel: bis 4 x 1 cm, basal keulig und nicht bräunend, weit herab fein bereift; Lamellen: tränend; ca. 50-55 durchgehend; Geruch: rafanoid; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: gestielt keulig, meist mit schwach erweiterter Basis; Maße: 63 x 9,7 x 4,8 x 5,5 (47-82 x 7-11,3 x 4,2-6,1 x 4,9-6,2); A/M=2,04, A/B=1,77, B/M=1,16; Sporen: amygdaloid, im 40er nur schwach punktiert und im Umriss fast glatt, blass gelb; nicht kalyptrat, stark dextrinoid; O2-3; P0; D3-4; Maße: 11,1 x 6,6 (9,2-12,9 x 5,4-7,5), Q=1,69 (1,59-1,83);

Nr. 9: Hebeloma velutipes Bruchet

Zur Bestimmung: Mit FE14 geschlüsselt.

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Funddaten: 14.10.2016; MTB 8330-3-3-1, 900 m; Koordinaten: 10.673655 E, 47.613486 N; D – By – Füssen, Hopfen am See; Hopfener Wald; Fichtenmischwald in der Flyschzone (Reiselsberger Sandstein); bei Fichte; gesellig;
Hut: bis 3,8 cm breit, schwach klebrig; Stiel: basal auffallend keulig-knollig; Lamellen: gedrängt, ca. 55-65 erreichen den Stiel; Geruch: rafanoid; Cheilozystiden: überwiegend schlank keulig und bauchig in einem Präparat, im anderen überwiegend subzylindrisch oder gleichmäßig schlankkeulig, ziemlich dünnwandig, ohne Wandverdickungen; Maße: 54,7 x 7,7 x 4,9 x 6,8 (45-69 x 4,5-9,5 x 3,9-6,0 x 4,6-8,5), A/M=1,59, A/B=1,17, B/M=1,41; 15 gemessen; Nachmessung an 2. Fk: Maße: 65 x 6,7 x 4,4 x 5,0 (51-80 x 6,2-7,5 x 3,6-5,0 x 4,3-5,6), A/M=1,54, A/B=1,37, B/M=1,13; Sporen: amygdaloid, in der Regel nicht papilliert, schwach ornamentiert, im 40er nur fein punktiert und im Umriss glatt, im 100er aber deutlich warzig, Perispor nicht ablösend, deutlich dextrinoid, ockerbraun in Melzer, O2-3, P0, D3, Maße: 11,1 x 6,8 (9,8-12,1 x 6,3-7,3), Q=1,63 (1,52-1,73), 20 Sp. gemessen;

Nr. 10: Hebeloma velutipes Bruchet

Zur Bestimmung: Mit FE14 geschlüsselt. Unkritisch. Ausnahmsweise mal eine Kollektion mit gleichdicker Stielbasis.

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Funddaten: 16.10.2016; MTB 8331-3-2-2, 1100 m; Koordinaten: 10.902467 E, 47.648829 N; D – By – Steingaden, Resle; Bergnadelwald (hauptsächlich Fichte mit eingestreuten Tannen und Buchen) überwiegend über Hangschutt, etwa im Bereich der 1000 m-Höhenlinie über tertiärer Molasse (Deutenhausender Schichten: Tonmergelstein, Sandstein); an der nassen Böschung der Forststraße bei Buche, Tanne und Fichte; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 4,5 cm breit, schwach klebrig, am Scheitel sandgelb bis beigeocker, zum Rand hin blasser beige bis cremegrau; Stiel: bis ca. 6 x 0,7 cm, basal +/- gleichdick, in der oberen Hälfte bereift, cremefarben, in der unteren Hälfte bräunlich streifig; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt (ca. 48-54 erreichen den Stiel), tränend; Geruch: raphanoid; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: überwiegend gleichmäßig schlankkeulig, bisw. auch bauchig, apikal oft „knochenartig“ gegabelt, Maße: 67 x 7,8 x 5,2 x 5,9 (46-99 x 4,6-9,9 x 4,3-5,9 x 4,1-9,3), A/M=1,51, A/B=1,39, B/M=1,15; Sporen: amygdaloid, O2, P0, D2-3; Maße: 11,5 x 6,9 (10,1-12,7 x 6,4-7,4), Q=1,66 (1,49-1,81), 20 Sp. gemesse;