Cortinarius 2016, Phlegmacium und Myxacium

Hinweis: Alle Mikromerkmale und Mikrofotos basieren auf Exsikkatpräparaten in 3-4%iger Kalilauge. Die Bestimmungen orientieren sich überwiegend an den Schlüsseln und Beschreibungen in der Funga Nordica (FN) sowie der Flora Photografica (CFP).

Nr. 1: Cortinarius lustratus Fr.

Zur Bestimmung: Unkritisch. Sehr ähnlich wie die Kollektion Nr. 2013-33, siehe auch Bemerkungen dort.

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Funddaten: 29.10.2016; MTB 8135-4-1-2, 810 m; 11.607863 E, 47.837254 N; D – By – Dietramszell, Zeller Wald; Mischwald (Tanne, Buche, Fichte,) über Würmmoräne; bei großer Buche, Tanne und (weiter entfernt) Fichte; gesellig (8Fk);
Hut: 2,7-4,2 cm breit, irregulär gewölbt, meist gebuckelt, fast glatt, befeuchtet klebrig, nicht schleimig, elfenbeinweiß, am Scheitel auch zart cremebeige; Hutrand jung durch Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: bis 6 x 0,7 cm breit, basal variabel, meist keulig, aber auch spindelig und verjüngt, hutfarben, trocken, nicht klebrig; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, jung hellgrau, dann graubeige; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: deutlich nach Mehl; Geschmack: Huthaut und Fleisch mild mit mehligem Geschmack; KOH (40%): am Stiel blassbraun, sonst überall negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, Zellen intakt, in den obersten Lagen hyalin, in der Subcutis feinst (und sehr blass) inkrustiert; Hypoderm schwach entwickelt; Sporen: ellipsoid bis subamygdaloid, apikal mittelbreit bis schmal gerundet; mittelgrob warzig, Warzen sehr variabel, teils klein, teils recht grob, bisw. auch zusammenfließend, eher schütter, einzelne deutlich überstehend; Maße: 7,3 x 4,3 (6,6-8 x 4,0-4,6), Q=1,69 (1,60-1,80), 20 Sp. gemessen;

Nr. 2: Cortinarius cf. patibilis Brandr. & Melot

Zur Bestimmung: Sektion Phlegmacioides. Die blassen Hutfarben beim jungen Fk sowie die auffallend eingeschnürten Sporen deuten auf C. patibilis hin. Die Sporen der Kollektion sind extrem schlank.

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Funddaten: 17.08.2016; MTB 7146-1-1-4, 560 m; Spiegelau, Rehbruck, NWR Rehberg; Mischwald (Fichte, Tanne, Buche) an südostexponiertem, recht trockenem Steilhang, auf saurem Boden über Granit/Gneis; bei riesigen Tannen und jungen Buchen; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 3,4 cm breit, praktisch trocken, jung sehr blass beigegrau, ohne Blautöne, später etwas dunkler beigebraun, etwas glimmerig; Stiel: bis 5 x 1 cm, basal ausgeprägt keulig, an der Spitze bläulich (Farbe rasch vergehend), sonst schmutzig creme mit beigebraunem Reflex und seidig glänzend; Lamellen: jung blassbau, später zimtbraun; Fleisch: cremefarben, in der Spitze grau marmoriert; Geruch: sehr stark gebäckartig süßlich, fast parfümiert, vielleicht auch etwas erdig; Chemie: KOH (40%) am Fleisch gelb; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, im Exsikkat ca. 125 µm dick; Epikutiszellen ca. 3-6 µm breit, fein inkrustiert, teils gelbbraun, teils gelifiziert; Schnallen ca 4,8-6,2 breit; Hypoderm ausgeprägt, Zellen bis ca. 20 µm dick, mit blass gelblichem Dickwandpigment; Sporen: subamygdaloid, schlank, apikal mittelbreit bis schmal gerundet, bisw. mit subapikulärer Depression, nicht selten irregulär und in Apexnähe auf der Unterseite einseitig eingeschnürt, warzig, Warzen mäßig dick, aber nicht hoch, Spore im Umriss fein rau bis fast glatt; Maße: 10,6 x 5,3 (9,8-11,9 x 4,7-6,2), Q=2,01 (1,81-2,25), 20 Sp. gemessen;

Nr. 3: Cortinarius fulvoochrascens Henry

Zur Bestimmung: Gehört sicher in den Artenkomplex um C. fulvoochrascens/riederi/anomaloochrascens. Bemerkenswert an dieser Kollektion ist das Habitat im kalkfreien Nadelwald sowie das büschelige Wachstum.

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Funddaten: 20.08.2016; MTB 6845-4-3-4, 1110 m; 13.278571 E, 49.103759 N; By-Regen-Lindberg-Zwieslerwaldhaus, Ruckowitz-Hänge; Mischwald (Buche, Fichte, Tanne) auf saurem Boden; bei riesiger Tanne, Fichte und jungen Buchen; gesellig bis büschelig; verges. mit C. anomalus s.l. und Amanita regalis;
Hut: bis 8,5 cm breit, schwach klebrig (bei trockener Witterung), jung fast glatt, am Scheitel glimmerig bereift, zum Rand hin eingewachsen faserig, olivocker, am Scheitel dunkler; Stiel: bis 7 x 1,5 cm, schwach gerandet knollig, schmutzig weiß; Velum dünn und unauffällig, wohl weiß, am Knollenrand bräunend; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, blassblau, Schneiden weißlich abgesetzt; Fleisch: schmutzig cremefarben, im oberen Stieldrittel blass bräunlich marmoriert; Geruch: schwach,unauffällig; KOH (40%): am Hut erst lehm-, dann kastanienbraun, am Knollenrand und auf der Unterseite negativ, im Hutfleisch negativ, im Stielfleisch blassbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: duplex, Epicutis stark gelifiziert, intakte Zellen gelbbraun querstreifig inkrustiert, zusätzlich mit gelbem bis gelbbraunem intrazellulärem (?), flächigem Pigment; Hypoderm schwach entwickelt, Zellen mit hellgelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: substeril, von kleinen, keuligen Zellen dominiert, die aber kaum von Basidiolen unterscheidbar sind, Basidien im selben Gewebe eingestreut; Lamellentrama: Zellen schmal und praktisch hyalin; Basidien: 4-sporig; ca. 32-43 x 10,5-12; Sporen: ellipsoid, selten subamygdaloid, apikal meist mittelbreit gerundet, in der Regel ohne subapikuläre Depression; dicht warzig, Warzen meist nicht rund, sondern etwas eckig oder schwach verlängert, niedrig, apikal auch sehr viel gröber, fast plackenartig und deutlich überstehend; Maße: 11,9 x 7,4 (11,1-12,7 x 7,1-7,7), Q=1,60 (1,51-1,69), 20 Sp. gemessen;

Nr. 4: Cortinarius cf. anomaloochrascens Chevassut & Rob. Henry

Zur Bestimmung: Die fehlenden Olivtöne im Hut sprechen eher für C. fulvoochrascens, der relativ schlanke Habitus eher für C. anomaloochrascens. Bei dieser Kollektion echt schwer zu entscheiden. Die Sporen von zweiterer Art scheinen tendenzielle etwas kürzer zu sein, deshalb bestimme ich als C. anomaloochrascens.

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Funddaten: 16.10.2016; MTB 8330-1-4-4, 990 m; Koordinaten: 10.908215 E, 47.652258 N; D – By – Steingaden, Resle; am G’fäll; Bergnadelwald (hauptsächlich Fichte mit eingestreuten Tannen und Buchen) überwiegend über Hangschutt, etwa im Bereich der 1000 m-Höhenlinie über tertiärer Molasse (Deutenhausender Schichten: Tonmergelstein, Sandstein); bei Fichte; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 4,2 cm breit, befeuchtet klebrig, ziemlich glatt, ganz zart glimmerig (unterm Stereomikroskop mit einem feinaderigen Netzmuster), ockerbraun bis lehmbraun, ohne Olivton; Stiel: bis 8 x 1,2 cm, basal gleichmäßig keulig erweitert, nicht knollig und nicht gerandet, frisch blaulila, aber rasch entfärbend, dann nur noch an der Spitze so; Lamellen: gedrängt, blaulila; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach aromatisch; KOH (40%): am Hut kastanienbraun, sonst negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm; Epikutiszellen in den oberen Lagen stark gelifiziert, intakte Zellen in tieferen Schichten bisw. grob gelbbraun querstreifig inkrustiert; Hypoderm stark entwickelt, Zellen bis ca. 20 µm dick, mit gelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: Zellen schmal und hyalin; Basidien: 4-sporig, ca. 35-37 x 9-11; Sporen: ellipsoid bis subamygdaloid, in Aufsicht ovoid, apikal mittelbreit, seltener schmal gerundet, nicht selten mit subapikulärer Depression, mittelgrob warzig, Plage deutlich ausgeprägt, Warzen sehr variabel, von fein bis grob, bisw. auch etwas irreguläre eckig oder schollig, etwas hubbelig überstehend; Maße: 11,3 x 7,1 (10,3-12,8 x 6,3-7,7), Q=1,60 (1,49-1,84), 20 Sp. gemessen;

Nr. 5: Cortinarius scaurus (Fr.: Fr.) Fr.

Zur Bestimmung: Unkritisch.

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Funddaten: 20.08.2016; MTB 6845-4-3-4, 1110 m; 13.278571 E, 49.103759 N; By-Regen-Lindberg-Zwieslerwaldhaus, Ruckowitz-Hänge; Mischwald (Buche, Fichte, Tanne) auf saurem Boden über Gneis; bei Fichte, teils im Sphagnum; gesellig (>5 Fk);
Hut: bis ca. 6 cm breit, jung kastanien- bis schokobraun, am Rand eingewachsen faserig und wasserstreifig, hygrophan, olivbeige verblassend; Stiel: bis 6,5 x 0,8 cm, basal dick keulig, in der Regel ungerandet, jung undefinierbar gefärbt, stark silbrig weiß überfasert und vor allem am Knollenrand grünlich schimmernd (Velum!), Knolle schmutzig cremefarben; Lamellen: gedrängt, jung dunkelgrün, reif lehmbraun, Schneiden schartig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach; KOH: am Hut olivbraun, am Fleisch schmutzig olivgrün, am Knollenrand und an der Bulbipellis negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: duplex, Epicutis stark gelifiziert, intakte Zellen mit intrazellulärem olivbraunem Pigment; Hypoderm ausgeprägt, Zellen bis ca. 20 µm breit und mit blassgelbem Dickwandpigment; keine oder nur minimal ausgeprägte Inkrustationen in der HDS. Sporen: ellipsoid, warzig; Warzen klein bis mittelgroß und ziemlich hoch, deutlich überstehend; Maße: 9,5 x 6,2 (8,5-10,3 x 5,8-6,7), Q=1,53 (1,42-1,69), 20 Sp. gemessen;

Nr. 6: Cortinarius subporphyropus Pilat

Zur Bestimmung: Bei den Sporenmaßen am absolut unteren Ende der Bandbreite von C. subporphyropus und eher bei C. subpurpurascens einzureihen. Aufgrund des schmächtigen, Anomalus-ähnlichen Habitus und der starken Verfärbung des Stiels wohl kaum letztere Art und viel besser zu C. subporphyropus passend.

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Funddaten: 08.09.2016; MTB 8433-2-1-1, 1110 m; 11.257285 E, 47.592943 N; By – Eschenlohe; Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche, Bergahorn) über Haupdolomit; bei Buche, Tanne und Fichte; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 4,5 cm breit, schleimig und klebrig, am Rand eingewachsen faserig, beigegrau; Stiel: bis 5 x 0,9 cm, basal gleichdick oder etwas verjüngt, blassblau, auf Druck intensiv violett verfärbend; Lamellen: schwach aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, jung blau, bei Verletzung violett verfärbend; Schneiden weiß; Fleisch: im Hut weißlich, im Stiel blassblau, violett verfärbend; Geruch: etwas süßlich-aromatisch, an Lepista nuda erinnernd; Chemie: Fleisch mit Lugol violettrosa; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: ellipsoid, apikal mittelbreit gerundet, unterm Apikulus gerade oder mit schwacher Depression, grob warzig; Warzen meist mittelgroß bis groß, bisw. zu kurzen Graten verbunden, stumpf und am ganzen Umriss deutlich überstehend; Maße: 8,7 x 5,4 (7,8-9,4 x 5,0-5,8), Q=1,59 (1,44-1,73), 20 Sp. gemessen;

Nr. 7: Cortinarius mussivus (Fr.) Melot

Zur Bestimmung: Die massiven und riesigen Fk, die Hutfarben, die großen Sporen und die negative KOH-Reaktion am Fleisch sprechen sehr für C. mussivus. Allerdings konnte keinerlei aufdringlicher oder gar unangenehmer Geruch festgestellt werden. C. nanceiensis ist normalerweise kleiner und reagiert im Stielfleisch rot auf KOH.

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Funddaten: 08.09.2016; MTB 8433-2-1-1, 1085 m; 11.255622 E, 47.595193 N; By – Eschenlohe, Judental; Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche, Bergahorn) über Haupdolomit; bei riesiger Tanne und kleiner Buche an grasiger, lichter Stelle; gesellig (5 Fk);
Hut: bis gut 11 cm groß, klebrig, eigentlich mit den Farben von C. mussivus, am Scheitel schwarzbraun, zum Rand hin olivbraun bis olivgelb; Stiel: sehr massiv und basal keulig, blass gelblich; Velum kaum mehr zu erkennen; Lamellen: gedrängt, dunkel beige, bräunlichbeige, alt etwas dunkler; Fleisch: weißlich, im Stiel blassgelb marmoriert; Geruch: schwach obstig (nicht im geringsten aufdringlich); KOH (40%): am Hut olivgrün, am Fleisch negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: amygdaloid, apikal bisw. schwach ausgezogen, sehr grob warzig, Maße: 11,7 x 6,5 (10,6-12,9 x 6,3-7,0), Q=1,81 (1,69-1,97), 20 Sp. gemessen;

Nr. 8: Cortinarius percomis Fr.

Zur Bestimmung: Unkritisch. Abgesehen davon, dass es genetisch wohl nicht nur einen C. percomis gibt.

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Funddaten: 05.10.2016; MTB 8135-4-1-4, 775 m; 11.60745 E, 47.831944 N; D – By – Dietramszell, Zeller Wald; Mischwald (Tanne, Buche, Fichte, Esche) über Würmmoräne; an der nordöstlich exponierten, feuchten, moosigen (Thujamoos) Böschung eines Tannenjungwalds; gesellig (2 Fk); verg. mit Tricholoma pseudonictitans;
Hut: bis 4,8 cm breit, stark schleimig, semmelgelb, am Scheitel aus dunkler ockerbraun und beim großen Fk unter dem Schleim feinschuppig gesprenkelt (ähnlich sie C. olidus); Stiel: bis 6 x 1,5 cm, basal gleichdick oder leicht verjüngt, blass cremegelb; Velum unauffällig, am ehesten weißlich; Lamellen: abgerundet angewachsen, gedrängt, jung gelb bis olivgelb, später hell olivbraun; Fleisch: hell zitronengelb; Geruch: deutlich nach Majoran; KOH (40%): am Hut blass olivgrün, in der Stielbasis blutrot; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: amygdaloid, mittelgrob warzig, apikal auch grob warzig; Maße: 10,8 x 6,5 (10-12 x 6-7), Q=1,66, 20 Sp. gemessen;

Nr. 9: Cortinarius infractus (Pers.: Fr.) Fr. s.l.

Zur Bestimmung: Taxonomie unklar.

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Funddaten: 29.10.2016; MTB 8135-4-1-2, 790 m; 11.603073 E, 47.837762 N; D – By – Dietramszell, Zeller Wald; Mischwald (Tanne, Buche, Fichte,) über Würmmoräne; an recht lichter Stelle unter riesiger Tanne, aber auch noch im Einzugsbereich einer großen Buche; gesellig bis kleinbüschelig (>15 Fk);
Hut: bis ca. 6 cm breit, schwach klebrig, glatt, zum Rand hin glimmerig und eingewachsen faserig, anfangs sehr düster olivbraun, reif deutlich heller olivbraun; Stiel: bist 7,5 x 1,5 cm, im keuligen Teil bis 2 cm dick, nahe der Basis meist spindelig keulig und dann wurzelnd verjüngt, oft verwachsen, schmutzig weiß; Lamellen: ausgebuchtet und mäßig breit angewachsen, von Anfang an sehr dunkel schokobraun, reif durch die Sporen eher etwas heller; Fleisch: schmutzig weiß, an der Spitze grau marmoriert; Geruch: neutral; Geschmack: bitter; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, Zellen schmal, nicht gelifiziert, Pigment unauffällig, am ehesten sporadisch körnelig intrazellulär; Sporen: subglobos, stachelwarzig, Warzen mittelgrob, weit überstehend (apikal bis über 0,5 µm), teils hyalin, oft zu kurzen Graten zusammenfließend; Maße: 7,7 x 6,4 (6,9-8,3 x 6,0-6,8), Q=1,21 (1,12-1,30), 20 Sporen gemessen;

Nr. 10: Cortinarius insignibulbus Bidaud & Moenne-Locc.

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Stimmt perfekt mit der Kollektion Nr. 9/2013 von der anderen Isarseite überein. Die letzten beiden Fotos zeigen einen sicher konspezifischen Fk, der 11 Tage vorher an exakt derselben Stelle wuchs und nur eine sehr schwache KOH-Reaktion an der Bulbipellis aufwies.

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Funddaten: 03.10.2016; MTB 7934-4-4-3, 585 m; 11.477031 E, 48.006214 N (gleiche Fundstelle wie Nr. 436 vom 22.09.16); D – By – Baierbrunn, Klosterwald, Isar-Westufer; Buchenmischwald auf meist kalkhaltigem Boden (Geologie kleinteilig, Nagelfluh, Rutschmassen, aber auch Tertiärflinz und Seetone); oberhalb der Forststraße im Hang, bei Buche; einzeln;
Hut: 5 cm breit, schleimig und klebrig, Hutrand umgerollt und mit Wassertröpfchen besetzt, glatt, elfenbeinweiß, am Scheitel etwas dunkler, bis cremegelb; Stiel: 5,6 x 1 cm, gerandet knollig (Knolle 2,8 cm breit, tellerartig gerandet, weiß), lebhaft blaulila, zur Basis hin blasser; Velum weiß bis ganz blass gelblich; Basalmyzel überwiegend weiß, mit einigen wenigen gelblichen Strängen; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt, schmal, blaulila; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut und am Fleisch negativ, am Knollenrand bräunlich, an der Bulbipellis lebhaft pinkrosa; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis; Epikutiszellen intakt, fein querstreifig inkrustiert (blassgelb), in der obersten Lage auch mit diffus goldgelbem Pigment; Hypoderm nicht ausgeprägt; Lamellenschneide: steril; Cheilozystiden deutlich differenziert, bilden ein durchgehendes Band, keulig, hyalin, z.B 41x16; ca. 7-20 µm breit; Lamellentrama: hyalin; Basidien: 4-sporig, ca. 28-32 x 9-11; Sporen: amygdaloid bis subcitriform, apikal meist schwach ausgezogen und abgerundet, grob warzig, Warzen recht unterschiedlich groß, bisw. schollig-krustig, aber auch klein und isoliert, nicht sehr stark überstehend und stets abgerundet; Maße: 10,6 x 6,4 (9,5-12,3 x 6,0-6,8), Q=1,65 (1,51-1,81), 20 Sp. gemessen;

Nr. 11: Cortinarius barbarorum Bidaud, Moënne-Locc. & Remaux

Zur Bestimmung: Je nach Interpretation der Hutfarbe gelangt man in FN entweder zu C. subgracilis oder zu C. barbarorum. Ersterer hat meist doch merklich kleinere Sporen und etwas blassere Hutfarben. C. insignibulbus hat schwächer ornamentierte, kleinere Sporen, blassere Hutfarben und blaue Stiele.

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Funddaten: 24.09.2016; MTB 8335-4-3-2, 1210 m; 11.603081 E, 47.612513 N; D – By – Lenggries, Hohenwiesen, Hohenwiesener Berg, Hochalmgraben; Bergmischwald (Tanne, Buche, Fichte, Bergahorn) über Hauptdolomit; bei Buche, Tanne und Fichte; einzeln;
Hut: 6 cm breit, klebrig, semmelgelb, am Rand etwas blasser; Stiel: 5,5 x 1 cm, gerandet knollig, schmutzig weiß; Knolle 2,6 cm breit, verkehrt halbkugelig, stark gerandet; Velum weiß; Basalmyzel weiß; Lamellen: gedrängt, zart blaulila; Fleisch: cremefarben; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut kupferbraun, am Fleisch negativ (in der Knolle zart rosabräunlich), an Knollenrand und –unterseite pinkrosa; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: steril, Cheilozystiden bilden ein durchgehendes Band, keulig, deutlich differenziert; soweit messbar recht kurz (17-25) und ca. 9-13 µm breit; Basidien: z.B. 33x9; Sporen: überwiegend citriform, apikal meist deutlich ausgezogen, sehr grob ornamentiert, Warzen oft schollig-krustig, abgerundet und deutlich überstehend; Maße: 11,3 x 7,0 (10,3-12,7 x 6,6-7,3), Q=1,63 (1,47-1,84), 20 Sp. gemessen;

Nr. 12: Cortinarius corrosus Fr.

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Wohl etwas schmächtig für die Art, aber man kommt auf nix anderes im Schlüssel. Sporenmaße stimmen mit den Angaben in FN überein, aber sowohl Soop als auch Moser geben doch merklich kleinere, Gminder zumindest schmalere Sporen an. Die Laubwaldarten C. multiformium und gracilior haben keine so stark gerandete Knolle und eine völlig andere HDS mit Duplex-Struktur.

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Funddaten: 14.10.2016; MTB 8331-3-1-1, 850 m; Koordinaten: 10.850679 E, 47.639537 N; D – By – Füssen, Trauchgau; in Ortsnähe; Fichtenwald, über Würmmoräne; bei Fichte und Eberesche, gesellig (2 Fk);
Hut: bis 4,2 cm breit, (bei trockenem Wetter) klebrig, aber nicht schleimig, praktisch glatt, hell semmelgelb; Stiel: bis 3,5 x 1,2 cm, gerandet knollig (Knolle bis 2,7 cm breit), cremeweiß; Velum unauffällig, weiß; Lamellen: gedrängt, graubeige (jung); Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut blassbraun, am Fleisch blass rosabräunlich, an der Knollenunterseite und am Knollenrand negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, Epikutiszellen intakt, nur sporadisch gelifiziert, überwiegend deutlich gelbbraun querstreifig inkrustiert; Hypoderm nicht ausgeprägt; Lamellenschneide: fertil; Sporen: amygdaloid bis subcitriform, apikal meist schwach ausgezogen und abgerundet, grob krustenwarzig; Warzen sehr variabel, oft zusammenfließend, gratig verlängert oder schollig-krustenartig, stellenweise bis 0,5 µm überstehend; Maße: 11,1 x 6,6 (10,1-11,9 x 6,0-7,1), Q=1,68 (1,55-1,80), 20 Sp. gemessen;

Nr. 13: Cortinarius dionysae R. Hry. agg.

Zur Bestimmung: Sammelart. So büschelig habe ich den noch nie gesehen.

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Funddaten: 29.10.2016; MTB 8135-4-1-2, 790 m; 11.603073 E, 47.837762 N; D – By – Dietramszell, Zeller Wald; Mischwald (Tanne, Buche, Fichte,) über Würmmoräne; an recht lichter Stelle unter großer Tanne, aber möglicherweise noch im Einzugsbereich einer entfernt stehenden großen Buche; büschelig (4 Fk);
Hut: bis 6 cm breit, befeuchtet klebrig, sonst trocken, stark eingewachsen faserig, ockerbraun bis olivbraun; Stiel: bis 7 x 1,5 cm, basal gerandet knollig (durch die Verwachsung bisw. undeutlich), schmutzig weiß, im oberen Drittel blass blaulila; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung blaulila, später graubraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: deutlich nach Mehl; KOH (40%): am Hut lebhaft orangebraun, am Hut- und Stielfleisch blass gelb, in der Knolle goldgelb, an Knollenrand- und –unterseite negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: citriform, apikal kurz ausgezogen (papilliert), dicht und fein warzig, im Umriss rau, Maße: 9,3 x 5,5 (8,4-9,8 x 5,1-5,7), Q=1,70 (1,50-1,82), 20 Sp. gemessen;

Nr. 14: Cortinarius pseudoglaucopus (M.M. Moser) Quadr.

Zur Bestimmung: Trotz der um ca. 1 µm kürzeren Sporen sicher konspezifisch mit der Kollektionen Nr. 8/2015 vom Taubenberg. Diesmal habe ich auch den in FN erwähnten Rettichgeruch notiert.

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Funddaten: 29.10.2016; MTB 8135-4-1-2, 800 m; 11.60972 E, 47.836862 N; D – By – Dietramszell, Zeller Wald; Mischwald (Tanne, Buche, Fichte,) über Würmmoräne; am grasigen Waldrand bei Fichte (zunächststehend) und Buche; gesellig (6-7 Fk);
Hut: bis gut 9 cm breit, sehr schleimig und klebrig, glatt, nicht eingewachsen faserig, recht vielfarbig, lehmbraun, olivbraun, mit auffällig hellen cremebeigen Bereichen; Stiel: bis 7 x 1,6 cm, gerandet knollig (Knolle bis 3 cm dick), schmutzig cremefarben; Velum nicht erkennbar; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, graubeige (keine sehr jungen Fk vorhanden), reif ziemlich hell ockerbraun; Fleisch: cremeweiß; Geruch: schwach rafanoid, nicht süßlich; KOH (40%): am Hut lebhaft orange, sonst überall negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: dicke Ixocutis; Epicutiszellen nur in der obersten Lage teils schwach gelifiziert, überwiegend intakt, mit zitronengelbem diffusem Pigment und zusätzlich sporadisch mit drahtartigen Inkrustationen; Zellen in der Subcutis überwiegend hyalin, höchstens ganz schwach inkrustiert; Hypoderm nicht ausgeprägt; Sporen: citriform, apikal kurz papilliert, grob krustenwarzig, Warzen teils schollig oder gratig, oft knubbelig überstehend, Maße: 11,4 x 7,2 (10,4-12,8 x 6,8-7,6), Q=1,59 (1,45-1,76), 20 Sp. gemessen;

Nr. 15: Cortinarius glaucopus (Schaeff.: Fr.) Fries agg.

Zur Bestimmung: Glaucopodes. Mit FN als C. glaucopus zu schlüsseln. Nur recht wenige reife Sporen in der Cortina der noch sehr jungen Fk. Auffallend ist die stellenweise rostbraune Färbung des Velums am Hutrand und am Knollenrand, die mich im Feld kurz an C. aurantiobasalis erinnerte. Diese Art sollte jedoch düster blaue Hutfarben aufweisen und hat deutlich mandelförmige Sporen. Die Bestimmung auf Artebene könnte in Richtung C. glaucopus var. rubrovelatus oder C. subrubrovelatus gehen.

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Funddaten: 16.10.2016; MTB 8330-3-2-2, 1155 m; Koordinaten: 10.894189 E, 47.646017 N; D – By – Steingaden, Resle; am G’fäll; Bergnadelwald (hauptsächlich Fichte mit eingestreuten Tannen und Buchen) überwiegend über Hangschutt, etwa im Bereich der 1000 m-Höhenlinie über tertiärer Molasse (Deutenhausender Schichten: Tonmergelstein, Sandstein); bei Fichte und Tanne; gesellig (4 Fk);
Hut: (nicht aufgeschirmt) bis 4,5 cm breit, befeuchtet schwach klebrig (bei strohtrockenem Wetter), am Rand eingewachsen faserig, Hutfarben undefinierbar, überwiegend lehm- bis messingbraun, auch orangebraun, vor allem am Scheitel auch heller ockerlich; Velum als dünner Belag, „bunt“, am Scheitel fast weißlich, zum Rand hin auch als orangebraune Schüppchen ausgeprägt; Stiel: gerandet knollig, noch nicht voll entwickelt, aber Knolle bis 3,4 cm breit, an Knollenrand und –unterseite mit einer sehr auffälligen, orange gefärbten Zone des abreißenden Gesamtvelums; die Färbung ist nicht überall und bei allen Fk gleichmäßig ausgeprägt, möglicherweise kommt sie durch Oxidation zustande; Lamellen: blau; Geruch: schwach süßlich gebäckartig; KOH (40%): am Fleisch praktisch negativ (sehr blass bräunlich), am Hut kastanienbraun, an Knollenrand und –unterseite teils ockerbraun, an den orangen Stellen rotbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: duplex; Epicutishyphen großteils intakt, ziemlich verworren, meist schwach dickwandig, teilweise gelb querstreifig inkrustiert; Hypoderm vorhanden, aber schwach entwickelt, mit blassgelbem Dickwandpigment; Sporen: schmal ellipsoid bis subamygdaloid, apikal mittelbreit bis schmal gerundet, eher schwach warzig, Maße: 8,2 x 4,9 (6,9-9 x 4,6-5,2), Q=1,68, 10 Sp. gemessen;

Nr. 16: Cortinarius stillatitius Fr.

Zur Bestimmung: Unkritisch.

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Funddaten: 01.07.2016; MTB 8331-4-3-1, 1180 m; Bad Bayersoien, Halblech, Unternogg, Hohe Bleick, Angstmoos; anmooriger, junger Fichtenwald teils über quartärem Hangschutt in der Flyschzone; bei Fichte; gesellig (>5 Fk), im ganzen Waldstück aspekt-bildend;
Hut: bis 4,5 cm breit, sehr schleimig, nur in der Randzone gerieft, extrem schleimig, jung schokobraun bis kastanienbraun, später heller und lebhaft ockerbraun, nur in der Randzone durchscheinend gestreift; Stiel: bis 6 x 1,1 cm (jung am dicksten), basal schwach verjüngt oder gleichdick, extrem schleimig, jung schmutzig weiß und großteils blassblau durch das Velum, später beige; Velum: schleimig und blassblau, Farbe sehr vergänglich; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, jung graubeige bis beige, reif blass-braun bis lehmbraun; Schneiden weißlich; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: ausgeprägt nach Honig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: +/- steril durch blasige, meist kurz gestielte Marginalzellen, diese ca. 34-46 x 15-28; ohne Schnallen; Basidien: ohne Schnallen; Sporen: citriform, oft mit leichter subapikulärer Depression, am Apex oft papilliert; dicht warzig, im Umriss kräftig rau, Warzen mittelgroß, isoliert, selten etwas gröber oder verlängert; Maße: 13,8 x 8,0 (13,3-14,3 x 7,7-8,5), Q=1,72, 10 Sp. gemessen;

Nr. 17: Cortinarius vibratilis (Fr.: Fr.) Fr. ss. Kytövuori&Niskanen, Moser

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Aufgrund der kräftigen Fk und sehr gedrängten Lamellen könnte man die Art auch als C. duramarus Mos. ex Kuhnert&Peintner bestimmen (vgl. bei Soop!). Der C. vibratilis ss. CFP/FN hat deutlich ellipsoide Sporen mit kleinerem Q-Wert. C. causticus hat ebenfalls ellipsoide, kürzere Sporen und wächst laut CFP in trockenen Wäldern bei Pinus.

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Funddaten: 20.08.2016; MTB 6845-4-3-4, 1050 m; 13.278909 E, 49.105368 N; By-Regen-Lindberg-Zwieslerwaldhaus, Ruckowitz-Hänge; Mischwald (Buche, Fichte, Tanne) auf saurem Boden über Gneis; bei Buche, Fichte und Tanne, verges. mit Lactarius pterosporus, Hydnum repandum und Lactarius salmonicolor; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 5,3 cm breit, schleimig, glatt, schwach hygrophan, ockerbraun bis semmelgelb; Stiel: bis 6 x 1 cm, basal meist keulig, klebrig, cremeweiß; Velum unauffällig; Lamellen: gedrängt, beige bis braunbeige; Fleisch: cremeweiß; Geruch: frisch aromatisch; Geschmack: sehr bitter; KOH (40%): am Hut kastanienbraun, am Fleisch beige bis beigebraun, am Stiel negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: Exsikkat: Hutmitte bei allen Fk auffallend geschwärzt, HDS fast wie lackiert hart und kaum präparierbar; Lamellenschneide: fertil; Quetschpräparat mit auffallenden Öllachen; Lamellentrama hyalin; Basidien: 4-sporig; Sporen: subamygdaloid, apikal mittelbreit bis schmal gerundet, unterm Apikulus gerade oder mit schwacher Depression, Warzen fein bis höchstens mittelgroß, leicht überstehend (Sporen im Umriss deutlich rau); indextrinoid oder sehr schwach dextrinoid; Maße: 7,5 x 4,5 (7,0-8,3 x 4,2-4,9), Q=1,66 (1,53-1,77), 20 Sp. gemessen;

Nr. 18: Cortinarius cf. causticus Fr. s. Brandrud

Zur Bestimmung: Die Taxonomie in der Vibratilis-Gruppe ist sauber verworren. Aufgrund der satt orangebraunen Hutfarben und relativ kleinen Sporen bestimmte ich mit dem Schlüssel in FN als C. causticus, obwohl bei Tanne und nicht bei Kiefer gewachsen. Der im Habitus ähnliche Fund aus dem Bayerischen Wald (Nr. 17) ist etwas heller gefärbt und hat viel schmalere, subamygdaloide Sporen.

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Funddaten: 25.09.2016; MTB 7934-4-3-2, 640 m; 11.44305 E, 48.019576 N; D – By – München, Oberdill, Forstenrieder Park; Tannenjungholz (früher eingezäunt) über Rissmoräne; bei jungen Tannen; gesellig (4-5 Fk); verges. mit Cantharellus tubaeformis, Tricholoma pseudonictitans und Cortinarius semisanquineus;
Hut: 3-4 cm breit, glatt, klebrig, orangebraun, stark hypgrophan; Stiel: bis 5,5 x 0,9 cm, basal spindelig-keulig, weiß, schleimig; Velum unscheinbar; Lamellen: schwach aufsteigend bis gerade und breit angewachsen, gedrängt, jung blass graubeige, auch reif sehr hell grauocker bis sandgelb; Fleisch: cremefarben; Geruch: süßlich honigartig; Geschmack: extrem bitter; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: ellipsoid, in Aufsicht ovoid, apikal mittelbreit gerundet, fein warzig, Warzen meist fein bis maximal mittelgrob, wenig überstehend (Spore im Umriss fein rau); schwach dextrinoid (ockerbraun in Melzer); Maße: 6,5 x 4,3 (5,9-7,0 x 4,0-4,5), Q=1,51 (1,40-1,63), 20 Sp. gemessen;

Nr. 19: Cortinarius pluvius (Fr.) Fr.

Zur Bestimmung: Die Sporen sind etwas kleiner als in FN und CFP angegeben, stimmen jedoch mit den bei Soop angeführten Maßen überein. Vor allem durch die schmächtigen Fk und blassen Hutfarben von den andren Arten der Gruppe unterschieden.

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Funddaten: 29.10.2016; MTB 8135-4-1-3, 775 m; 11.599162 E, 47.833891 N; D – By – Dietramszell, Zeller Wald; Mischwald (Tanne, Buche, Fichte,) über Würmmoräne; bei Fichten und (weiter entfernt) Tanne im Moos; gesellig (ca. 6 Fk);
Hut: bis 2,5 cm breit, ausgebreitet, schleimig und klebrig, ockergelb, hygrophan, am Rand schwach durchscheinend gestreift; Stiel: bis 3,5 x 0,3 cm, basal gleichdick, sehr schmächtig und brüchig, glitschig, aber nicht klebrig, creme bis cremegelblich; Lamellen: aufsteigend bis abgerundet angewachsen, gedrängt, ockergelb; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: etwas süßlich, nach Kunsthonig; Geschmack: sehr bitter; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenpräparat: mit auffälligen grünlichen „Ölflecken“, die sich beim Quetschen auflösen; Sporen: breit ellipsoid, apikal meist mittelbreit gerundet, fein warzig, im Umriss rau; Warzen meist klein, maximal mittelgroß und nur apikal gelegentlich stärker überstehend; Maße: 7,0 x 4,9 (6,1-7,9 x 4,5-5,6), Q=1,41 (1,27-1,54), 20 Sp. gemessen;

Nr. 20: Cortinarius delibutus Fr.

Zur Bestimmung: Könnte man aufgrund der fehlenden gelben Hutfarben als var. parvulus bestimmen, die in CFP als Tannenbegleiter aufgeführt ist.

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Funddaten: 08.09.2016; MTB 8433-2-1-1, 1160 m; 11.253766 E, 47.590107 N; By – Eschenlohe; Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche, Bergahorn) über Haupdolomit; bei großen Tannen und Fichte zwischen Bärlapp und niedrigen Heidelbeersträuchern; gesellig (4 Fk);
Hut: bis 3 cm breit, stark schleimig und klebrig, hell elfenbeinfarben; Stiel: bis 6 x 0,5 cm, basal gleichdick oder verjüngt, cremefarben, an der Spitze bisw. mit Blaustich; Velum schleimig, ganz blass gelblich; Lamellen: ganz schwach ausgebuchtet bis gerade angewachsen, gedrängt, jung braunbeige, später intensiver ockerbraun; Schneiden feinschartig; Fleisch: blass gelblich, im oberen Stieldrittel oft blassblau; Geruch: unauffällig: Geschmack: mild; KOH (40%): am Hut negativ; HDS: angesichts des schleimigen Huts nur sehr schwach ausgeprägte Ixocutis (die oberste Lage löst sich möglicherweise in KOH auf), Epikutiszellen intakt, locker liegend, deutlich querstreifig, wenn auch sehr blass inkrustiert; Hypoderm nicht ausgeprägt; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: nahezu hyalin, höchstens ganz fein inkrustiert; Basidien: 4-sporig, ca. 28-33 x 7-9; ohne auffallend körnelig-klumpige Füllung; Sporen: subglobos, stachelwarzig, Stacheln stumpf, deutlich überstehend, Maße: 7,6 x 6,6 (7-8,2 x 6,3-6,9), Q=1,15 (1,08-1,23), 20 Sp. gemessen;

Nr. 21: Cortinarius emunctus Fr. ss. Photoflora

Zur Bestimmung: Unkritisch. Mit FN geschlüsselt.

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Funddaten: 16.10.2016; MTB 8330-1-4-4, 940 m; Koordinaten: 10.90789 E, 47.654025 N; D – By – Steingaden, Resle; am G’fäll; Bergnadelwald (hauptsächlich Fichte mit eingestreuten Tannen und Buchen) überwiegend über Hangschutt, etwa im Bereich der 1000 m-Höhenlinie über tertiärer Molasse (Deutenhausender Schichten: Tonmergelstein, Sandstein); bei Fichte; gesellig (ca. 6 Fk);
Hut: bis 6 cm breit, im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: dicke Ixocutis; Zellen in den obersten Lagen teils stark gelifiziert, oft mit diffusem, gelbem Pigment, intakte Zellen in tieferen Lagen hyalin oder blass querstreifig inkrustiert; Hypoderm schwach entwickelt, Zellen ziemlich gestreckt, mit blassgelbem, bisw. auch körnelig wirkendem Dickwandpigment, an schmaleren Zellen querstreifig inkrustiert; Sporen: subglobos, mäßig grob warzig, im Umriss rau; Warzen fein bis mittelgrob, meist niedrig, bisw. auch stärker überstehend; Maße: 7,2 x 6,0 (6,3-8,1 x 5,5-6,8), Q=1,19 (1,10-1,33), 20 Sp. gemessen;