Marasmiaceae 2015

Nr. 1: Clitocybula cf. abundans (Peck) Singer

Zur Bestimmung: Die etwas radialstreifigen Hüte lassen an einen Faserrübling denken. Möglicherweise ist dies eine dunkle Form von Clitocybula abundans, wie sie auch in PDS3, Nr. 181 abgebildet ist. Pileozystidenartige Zellen in der HDS sind dort nicht angegeben, aber auf einer amerikanischen Website sind solche für diese Art vermerkt. Die HDS-Beschaffenheit mit glatten, schlanken Zellen, erweiterten Endzellen und mit gemischtem Pigment (wie bei Hydropus trichoderma) sowie die zerstreuten, großen Hymenialzystiden und Lactiferen schienen mir anfangs sehr darauf hinzudeuteten, dass hier ein Wasserfuß vorliegt, und das war auch schon makroskopisch meine erste Idee. Aufgrund der runden Sporen bleiben allerdings nur zwei beschriebene Arten in dieser Gattung: H. atramentosus – fällt weg, da schwärzend; H. floccipes weicht in sehr vielen Punkten ab, wenn man die Beschreibungen in FN, bei Gröger, Ludwig und in ÖZP 1997 (Hausknecht) zugrunde legt: Die Hutform ist nicht kegelig-glockig und schon gar nicht papilliert, die Stiele sind locker doppelt so dick, die Lamellen nicht weiß, sondern hellgrau, die Sporen sind deutlich amyloid und kleiner als z.B. bei Hausknecht beschrieben und die Kaulozystiden sind anders geformt. Bleibt also nur der Faserrübling, zu dem auch die deutlich amyloiden, runden Sporen sehr gut passen.

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Funddaten: 11.09.2015; MTB 8235-4-1-2, 900 m; D-By-Reichersbeuern, Greiling, Vorberg; am Wanderweg von Greiling zum Sulzkopf/Sigrizalm; Bergmischwald (Tanne, Fichte, Buche) in der Flyschzone; auf feucht liegendem morschem Nadelholzstammstück (wahrscheinlich Tanne); gesellig bis kleinbüschelig (>15 Fk);
Hut: 1,5-2,5 cm breit, gewölbt bis fast halbkugelig, am Scheitel ohne Buckel oder sogar angedeutet genabelt, Rand lange eingerollt, glatt, nicht durchscheinend gestreift, aber deutlich radialfaserig und etwas glimmerig streifig, schokobraun, hygrophan, heller graubraun ausblassend; Stiel: bis 5 x 0,5 cm, recht stämmig, hohl, blass graubraun mit Olivton, vor allem im obersten Viertel weißlich (etwas glimmerig) überreift, sonst irgendwie rau, stellenweise auch etwas dunkler gesprenkelt; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt, nicht bauchig, gerade bis leicht bogig mit konkaver Schneide, hellgrau; Schneiden weiß und auffallend schütter fransig beflockt (lange Cheilos?), an der Fläche ohne solche „Fransen“; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: angenehm aromatisch, kein Mehl; Geschmack: mild, fad; Sporenpulver: weiß; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen glatt, überwiegend 3-7 µm breit (einzelne auch breiter), zumindest in Hutscheitel-Nähe mit meist keuligen, ca. 10-20 µm breiten Endzellen; Pigment doppelt, teils fein inkrustierend, teils diffus intrazellulär; Kaulozystiden: zumindest im oberen Stieldrittel sehr zahlreich vorhanden, oft büschelig, auch vereinzelt, polymorph, meistens keulig, die meisten intrazellulär braun pigmentiert, ca. 23-58 x 7-22); Lamellentrama: regulär, am Exsikkat schwer zu beurteilen, aber Zellen sehr lang, indextrinoid; mit zahlreichen unseptierten, bisw. verzweigten Lactiferen durchzogen; Cheilozystiden: an der Schneide häufig (Schneide aber keineswegs steril), polymorph, aber meistens schlank zylindrisch und sehr lang, schlangenförmig (das sind wohl die „Fransen“, die man in der Stereolupe an der Schneide sieht), oder irregulär lageniform mit langem Hals, aber auch keulig oder kopfig, oft septiert, divertikuliert oder mit einzelnen fingerigen Auswüchsen, ca. 43-130 x 7-12; Pleurozystiden: sehr sporadisch vorhanden (in etlichen Präparaten gar keine gefunden, in den übrigen nie mehr als 1-2), nicht so schlangenförmig schlank zylindrisch wie die meisten Cheilozystiden, meist irregulär unförmig zylindrisch; Basidien: schlank, ca. 25-37 x 5-7, mit Schnallen; Sporen: globos bis subglobos, hyalin, deutlich amyloid, kongophil, Maße: 5,5 x 4,9 (5-6,3 x 4,3-5,9), Q=1,13 (0,98-1,23), 20 Sp. gemessen;