Marasmiaceae 2015

Nr. 1: Clitocybula cf. abundans (Peck) Singer

Zur Bestimmung: Clitocybula-Kollektionen mit durchgehend rußbraunen Hüten und Cheilozystiden wurden in der Vergangenheit häufig als C. abundans bestimmt. So zum Beispiel die Kollektion Nr. 181 in der Pilze der Schweiz, Band 3, die exakt so aussieht wie die vorliegende Aufsammlung und auch sehr lange, teils schlauchartige Cheilozystiden aufweist (Müller 1979 in SZP). Die Bestimmung ist jedoch mit einem dicken Fragezeichen zu versehen, da die aus Amerika beschriebene C. abundans nach Bigelow (1973) weißliche Hüte mit höchstens etwas dunklerer Scheibe sowie keulige, nicht über 50 µm lange Cheilozystiden aufweist. Es ist daher nicht auszuschließen, dass die rußbraunen europäischen Kollektionen eine eigenständige Art darstellen. C. lacerata hat keine Cheilozystiden und ist in der Regel auch nicht so düster gefärbt.

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Funddaten: 11.09.2015; MTB 8235-4-1-2, 900 m; D-By-Reichersbeuern, Greiling, Vorberg; am Wanderweg von Greiling zum Sulzkopf/Sigrizalm; Bergmischwald (Tanne, Fichte, Buche) in der Flyschzone; auf feucht liegendem morschem Nadelholzstammstück (wahrscheinlich Tanne); gesellig bis kleinbüschelig (>15 Fk);
Hut: 1,5-2,5 cm breit, gewölbt bis fast halbkugelig, am Scheitel ohne Buckel oder sogar angedeutet genabelt, Rand lange eingerollt, glatt, nicht durchscheinend gestreift, aber deutlich radialfaserig und etwas glimmerig streifig, schokobraun, hygrophan, heller graubraun ausblassend; Stiel: bis 5 x 0,5 cm, recht stämmig, hohl, blass graubraun mit Olivton, vor allem im obersten Viertel weißlich (etwas glimmerig) überreift, sonst irgendwie rau, stellenweise auch etwas dunkler gesprenkelt; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt, nicht bauchig, gerade bis leicht bogig mit konkaver Schneide, hellgrau; Schneiden weiß und auffallend schütter fransig beflockt (lange Cheilos?), an der Fläche ohne solche „Fransen“; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: angenehm aromatisch, kein Mehl; Geschmack: mild, fad; Sporenpulver: weiß; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen glatt, überwiegend 3-7 µm breit (einzelne auch breiter), zumindest in Hutscheitel-Nähe mit meist keuligen, ca. 10-20 µm breiten Endzellen; Pigment doppelt, teils fein inkrustierend, teils diffus intrazellulär; Kaulozystiden: zumindest im oberen Stieldrittel sehr zahlreich vorhanden, oft büschelig, auch vereinzelt, polymorph, meistens keulig, die meisten intrazellulär braun pigmentiert, ca. 23-58 x 7-22); Lamellentrama: regulär, am Exsikkat schwer zu beurteilen, aber Zellen sehr lang, indextrinoid; mit zahlreichen unseptierten, bisw. verzweigten Lactiferen durchzogen; Cheilozystiden: an der Schneide häufig (Schneide aber keineswegs steril), polymorph, aber meistens schlank zylindrisch und sehr lang, schlangenförmig (das sind wohl die „Fransen“, die man in der Stereolupe an der Schneide sieht), oder irregulär lageniform mit langem Hals, aber auch keulig oder kopfig, oft septiert, divertikuliert oder mit einzelnen fingerigen Auswüchsen, ca. 43-130 x 7-12; Pleurozystiden: sehr sporadisch vorhanden (in etlichen Präparaten gar keine gefunden, in den übrigen nie mehr als 1-2), nicht so schlangenförmig schlank zylindrisch wie die meisten Cheilozystiden, meist irregulär unförmig zylindrisch; Basidien: schlank, ca. 25-37 x 5-7, mit Schnallen; Sporen: globos bis subglobos, hyalin, deutlich amyloid, kongophil, Maße: 5,5 x 4,9 (5-6,3 x 4,3-5,9), Q=1,13 (0,98-1,23), 20 Sp. gemessen;