Hymenogasteraceae 2015 (Galerina, Hebeloma, Phaeocollybia, Naucoria)

Einige Hebeloma-Kollektionen aus früheren Jahren, die erst nach Erscheinen von Fungi Europaei 14 bestimmt bzw. revidiert wurden, sind ebenfalls auf dieser Seite dokumentiert.

Nr. 1: Galerina vittiformis (Fr.) Singer sl.

Zur Bestimmung: Mit FND (Fungi non delineati 3 Galerina-Bände) und FN geschlüsselt.

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Funddaten: 22.09.2015; MTB 8235-4-2-2, 850 m; D – By – Marienstein, Tegernseer Berge; Bergmischwald (Tanne, Buche, Fichte, Bergahorn, Esche) überwiegend auf quartärem Schutt, auf jeden Fall kalkreich (Leberblümchen), aber stellenweise auch bodensauer (Heidelbeere); an einer steilen, nassen, mit Brombeere und viel Moos bewachsenen Böschung, bei Ulme, Erle, Haselnuss und (weiter entfernt) Fichte; auf Moostrieben verankert, gesellig, ca. 6 Fk;
Hut: bis 1,4 cm breit, kegelig, glatt, bis zum Scheitel durchscheinend gestreift, am Scheitel etwas glasig, ziemlich hell, beige bis sandgelb; Stiel: bis 6,5 cm lang und 1 mm breit, an der Basis mit weißen Rhizoiden, an der Spitze beige, stielabwärts immer dunkler braun, bis dunkel rotbraun an der Basis, auf ganzer Länge abstehend kurzhaarig bereift, ab Stielmitte oft schütter; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, entfernt (ca. 10 erreichen den Stiel), bräunlichbeige, honigbraun; Schneiden weißlich; Geruch: schwach; Mikromerkmale vom Exsikkat: Pileozystiden: auf halbem Radius fehlend oder sehr spärlich; Cheilozystiden: lageniform (Schneide steril), apikal gelegentlich schwach kopfig, ca. 43-57 x 8-15; Pleurozystiden: zerstreut, aber leicht zu finden, lageniform, am Bauch oft schwach dickwandig, z.B. 15x17; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: amygdaloid, deutlich warzig, im Umriss rau, mit Plage, nicht kalyptrat, Maße: 8,6 x 5,5 (7,8-9 x 5,1-6), Q=1,56 (1,45-1,67), 20 Sp. gemessen;

Nr. 2: Galerina cephalotricha Kühner

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Die wohl ausschließlich Sphagnum besiedelnde G. sphagnorum ist mikroskopisch recht ähnlich, hat aber nach FND etwas breitere (Q=1,6), indextrinoide Sporen.

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Funddaten: 29.09.2015; MTB 8235-4-2-3, 1170 m; D-By-Reichersbeuern, Greiling, Vorberg, Kehrberg; Bergmischwald (Tanne, Fichte, Buche) in der Flyschzone (überwiegend Piesenkopfschichten und Zementmergel); bei Fichte und Tanne in einem kleinen Moor, auf Sphagnum und auf anderen Moosen (z.B. Polytrichum); gesellig (4 Fk);
Hut: bis 9 mm breit, Stiel bis 7 cm lang, tief im nassen Moos wurzelnd; Lamellen entfernt, honiggelb; Geruch unauffällig; im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: kopfig lageniform bis kurzhalsig tibiiform, ca. 24-32 x 7-8 x 6-9 (Länge x Bauch x Kopf), vereinzelt auch lageniform ohne kopfige Erweiterung am Apex; Pleurozystiden: fehlend; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: amygdaloid, mit deutlicher „Plagedelle“, apikal bisw. etwas ausgezogen (papilliert), im Umriss glatt, feinst punktiert, kräftig dextrinoid (rotbraun in Melzer), Maße: 11,2 x 6,2 (10,4-12 x 5,8-6,5), Q=1,82 (1,68-1,97), 20 Sp. gemessen;

Nr. 3: Hebeloma cf. hygrophilum Poumarat & Corriol

Zur Bestimmung: Die Identität mit der nur 50 m entfernt gewachsenen Kollektion Nr. 4 ist trotz einiger makrosopischer Unterschiede recht wahrscheinlich, obwohl auch deren Sporen etwas kleiner und blasser ausfallen. Interpretiert man die Sporen als sehr schwach dextrinoid (was ich in der Beschreibung getan habe), landet man im neuen Schlüssel von FE14 bei H. dunense, die jedoch ellipsoide Sporen mit in der Regel niedrigerem Q-Wert aufweist. Anhand der Fotos in Melzer können die Sporen jedoch durchaus als deutlich, wenn auch nicht stark dextrinoid interpretiert werden, dann landet man beim Artenpaar H. nigellum (ursprüngliche Bestimmung) und H. hygrophilum. Aufgrund der sehr schlanken, im Mittel nicht über 7 µm breiten Sporen kommt man hier klar zu H. hygrophilum. In FE14 wird angenommen, dass diese Art mit Salix wächst (im Gegensatz zu unserem Habitat im Fichtenwald), allerdings trifft dies auch für alle anderen in Erwägung gezogenen Arten zu. Wir können auch nicht ausschließen, eine junge Salix am Bachufer übersehen zu haben.

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Funddaten: 26.07.2015; MTB 8431-1-3-2, 1250 m; D – By – Füssen, Buching, Kenzenhaus; Kenzenmoos; am Kenzenbach südlich der Bergwachthütte; direkt am Bauchufer unter hoher Krautschicht (Pestwurz); im reinen, alten Fichtenbestand, auf sandig-kiesigem Boden; zwei Fk;
Hut: bis 1,5 cm breit, schwach klebrig, typisch zweifarbig; Hutrand jung durch Cortina mit dem Hut verbunden; Stiel: bis 4,5 x 0,2 cm, basal gleichdick; cremebeige, oben beschürfelt, sonst längsfaserig; mit deutlicher Velumabrisszone, Velum aber unauffällig, als feinfilziger bis faseriger, bisw. schwach gelblich verfärbter Überzug; Lamellen: schwach ausgebuchtet und breit angewachsen, normal gedrängt, ockerbraun; Schneiden grob weißflockig; Fleisch: sehr unterschiedlich creme, beige,hellbraun, in der Stielbasis dunkelbraun; Geruch: rafanoid; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: überwiegend lageniform mit mehr oder weniger stark ausgeprägtem Bauch, bisw. auch zylindrisch und sehr schlank, ca. 31-61 x 5-12; Basidien: 4-sporig, mit Schnallen; Sporen: amygdaloid, fein warzig, im Umriss rau, schwach dextrinoid, ockergelb in KOH, O2-3, P0, D1, Maße: 12,4 x 6,6 (11-13,3 x 6,2-7,3), Q=1,86 (1,74-2,05), 20 Sp. gemessen;

Nr. 4: Hebeloma cf. hygrophilum Poumarat & Corriol

Zur Bestimmung: Die Identität mit der nur 50 m entfernt gewachsenen Kollektion Nr. 3 ist recht wahrscheinlich. Siehe Anmerkungen dort.

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Funddaten: 26.07.2015; MTB 8431-1-3-2, 1250 m; D – By – Füssen, Buching, Kenzenhaus; Kenzenmoos; am Kenzenbach südlich der Bergwachthütte; direkt am Bauchufer unter hoher Krautschicht (Pestwurz); im reinen, alten Fichtenbestand, auf sandig-kiesigem Boden; zwei Fk;
Hut: bis ca. 2 cm breit, klebrig, typisch zweifarbig, am Scheitel dunkelbraun, am Rand durch feinfilziges Velum viel heller, aber ohne häutige Velumfetzen; Stiel: bis 4,5 x 0,5 cm, basal ausspitzend, fein längsfaserig, cremefarben, zur Basis hin bräunlich; Velum spärlich ausgeprägt, höchstens als sporadische feinfilzige, +/- gleichfarbige Überfaserung; Lamellen: abgerundet aufsteigend bis schwach ausgebuchtet und breit angewachsen, gedrängt, graubeige; Schneiden weißflockig; Fleisch: im Hut cremebeige bis wässrig braun, im Stiel (hohl) cremebeige, zur Basis hin dunkelbraun; Geruch: deutlich rafanoid; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: lageniform, ca. 44-62 x 7-12; Sporen: amygdaloid, etwas irregulär, bisw. mit „Bauchdelle“ oder leicht ausgezogenem Apex, fein, aber deutlich warzig (auch im 40er sind die Pünktchen zu sehen), im Umriss rau, schwach dextrinoid, ziemlich blass ockergelb in KOH, O2-3, P0, D1, Maße: 11,2 x 5,9 (10,6-12,5 x 5,6-6,7), Q=1,91;

Nr. 5: Hebeloma cf. celatum Grilli, U. Eberh. & Beker

Zur Bestimmung: Aufgrund der sehr variablen Cheilozystiden auch mit FE14 nur schwer festzulegen: Als Sektion kommen sowohl Denudata als auch Velutipes in Betracht. In der Sektion Denudata kommt man je nach Gewichtung der bauchigen bzw. stark kopfigen Zystiden zur Subsektion Crustuliniforme oder zur Subsektion Clepsydroida. In der Subsektion Crustuliniforme versandet man bei meist sehr hell gefärbten Arten mit schwach dextrinoiden Sporen. In der Subsektion Clepsydroida kommt man ebenfalls zu keinem Ergebnis (H. vaccinum, ammophilum). In der Sektion Velutipes scheidet H. aestivale aufgrund der Zystidenform (viel zu breiter Apex und zu oft bauchig) sowie der nur mäßig kalyptraten Sporen aus, H. velutipes hat kein ablösendes Perispor und hellere Fk, so bleibt eigentlich nur H. celatum. Aber auch H. celatum hat laut FE14 mehr durchgehende Lamellen und etwas kürzere Zystiden mit schmälerem Apex.

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Funddaten: 10.10.2015; MTB 8337-2-1-1, 900 m; D – By – Fischbachau, Aurachtal; am Wanderweg zur Benzingalm; Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche, Bergahorn) auf postglazialem Schutt im Übergangsbereich zu Hauptdolomit (kalkalpin); am grasigen Wegrand bei großen Buchen und jungen Fichten; gesellig (ca. 10 Fk);
Hut: bis 4,2 cm breit, schleimig, meist mit kleinem Buckel, graubeige mit lebhafter braun gefärbtem Scheitel; Stiel: bis 8 x 0,6 cm, basal keulig, cremefarben, bis zu Mitte bereift bis beflockt; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, gedrängt, jung graubeige, reif lehmbraun; Schneiden weißflockig; vermutlich tränend, da mit wässrig-braunen Flecken; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: stark nach altem Radi; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: schlank zylindrisch mit meist keulig bis kopfig erweitertem Apex, im unteren Drittel sporadisch bauchig, im Mittelteil gelegentlich mit schwacher Wandverdickung, Maße: 48-105 x 7-12 x 4-6 x 5-7, Apex im Mittel 9,3 µm breit (17 Messungen), M=5,12, B=5,8; A/M=1,82, A/B=1,6, B/M=1,13; Revision mit stärkerer Gewichtung der bauchigen Zystiden: sehr variabel, lang und schlank, teils fast zylindrisch mit schlank keuligem Apex, etwa zur Hälfte auch basal deutlich bauchig, apikal schlank keulig bis keulig-kopfig; Maße: 49-100 x 7,3-11,2 x 3,6-5,8 x 4,4-9; l=69, A=9,2, M=4,6, B=6,6; A/M=1,98, A/B=1,39, B/M=1,42 (20 Zystiden gemessen); Sporen: amygdaloid, fein warzig, deutlich kalyptrat (Perispor bei vielen Sporen schwach ablösend), mäßig stark dextrinoid (ockerbraun bis orangebraun in Melzer), O3, P2, D2-3, Maße: 11,6 x 6,7 (10,5-12,8 x 6,3-7,1), Q=1,74 (1,64-1,97), 20 Sp. gemessen;

Nr. 6: Hebeloma aestivale Vesterh.

Zur Bestimmung: Revision der Bestimmung nach Erscheinen von FE14: Aufgrund des geringen Werts von B/M als H. aestivale zu schlüsseln. Die in der Tat nur sehr sporadisch schwach bauchigen, im Schnitt gut über 60 µm langen Cheilozystiden sowie die konstant ablösende Sporenhülle grenzen hier gegenüber H. celatum ab. Makroskopisch dagegen spricht die Zahl der durchgehenden Lamellen für letztere Art (zumindest wenn die Zählung anhand des Fotos korrekt ist).

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Funddaten: 10.08.2007; MTB 8136/3/4/2, 770 m; Taubenberg, Geiselberg, am Schotterweg, der zur Straße führt, ziemlich kurz vor der Einmündung; am Wegrand, bei jungen Buchen und (weiter entfernt) großen Tannen; gesellig in langer Reihe wachsend (ca. 10 Fk);
Hut: bis 4,5 cm breit, jung mit nach innen gebogenem, weißlichem, bisweilen riffeligem oder auch löchrigem Rand (keine Cortina beobachtet), später ausgebreitet, stark schleimig und klebrig, Färbung siehe Foto; Stiel: bis gut 5 cm lang, 0,8-1,3 cm breit, recht kräftig, meist zylindrisch, apikal bisweilen plattgedrückt und erweitert, basal schwach verjüngt, apikal dicht, darunter mehr und mehr sporadisch weißlich beschürfelt, Basis beim Anfassen rasch bräunend; Lamelleln: ausgerandet angewachsen, gedrängt (ca. 62-70 erreichen den Stiel), jung blass graubraun, reif satt graubraun bis zimtbraun, Schneiden weißflockig, jung mit winzigen Wassertröpfchen besetzt, später an den Schneiden dunkelbraun punktiert; Fleisch: kompakt, Stiel hohl, manchmal mit "sinapizans-Zapfen", jung weißlich, später oft wässerig braun, in der Basis im Schnitt rasch dunkelbraun verfärbend; Geruch: insensiv nach Radi; Geschmack: nach Radi; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: zylindrisch bis schlank keulig, nur ganz sporadisch bauchig, bisw. schwach und gleichmäßig dickwandig, oft septiert, 37-80 x 5-8(9) x 3,5-5 x 4-5, schmalste Stelle fast immer im Mittelteil, Endenbreite im Mittel 6,1, 14 Stück gemessen; l>60, A=6,1, M=3,8, B=4,8; A/M=1,60, A/B=1,27, B/M=1,26; Sporen: amygdaliform bis subcitriform, 11,5 x 6,6 (10,5-12,5 x 6-7), Q=1,74 (1,6-2,0), D4, P2-3, O3, meist mit langem Apiculus und indextrinoider schwach ausgeprägter Papille; Messung an 2. Fk: 12,5 x 7 (11,5-14 x 6,5-7,5), Q=1,79 (1,6-1,9); Messung von 20 Sporen am Exsikkat (2016): 12,4 x 6,7 (11,3-13,5 x 6,2-7,2), Q=1,85;

Nr. 7: Hebeloma anthracophilum Maire

Zur Bestimmung: Revision der ursprünglich als H. birrus bestimmten Kollektion nach Erscheinen von FE14: Geschlüsselt als H. anthracophilum. Diese von Vesterholt und anderen mit H. birrus synonymisierte Art ist nach FE14 eigenständig und unterscheidet sich von H. birrus durch längere Sporen. Sie wächst vermutlich ausschließlich auf Brandstellen bei Fagaceen, in FE14 ist auch ein Fund aus Italien bei Kastanie zitiert.

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Funddaten: 01.10.2007; Italien, Toskana, Pratomagno-Gebiet, am Schotterweg über Casa Fantone (ehemalige Obstgärten), ca. 750 m, sonnig-trockener Standort, auf einer Brandstelle bei Kastanie; gesellig bis büschelig;
Hut: bis 5 cm breit, schleimig bis klebrig, meist mit farblich abgesetzter Scheibe, keine Cortina beobachtet; Stiel: bis 1 cm dick, zylindrisch, stielabwärts zu 2/3 kleiig bereift bis flockig beschürfelt; Lamellen: gedrängt (ca. 60 durchgehend, nur vom Foto geschätzt), ohne Tropfen; Fleisch: mit Zapfen im Übergang vom Hut zum Stiel wie bei H. sinapizans, weißlich; Geruch: Heu, Gras, Tee; Mikrodaten vom Exsikkat: Cheilozystiden: zylindrisch, bisw. schwach bauchig, ca. 6-7 breit, recht kurz (z.B. 35x7), dünnwandig und zerbrechlich, auf fertiler Schneide locker bis mäßig dicht verteilt; Nachmessung 2016 am Exsikkat: überwiegend zylindrisch und apikal schwach keulig, oft auch etwas bauchig, ca. 26-56 x 4,5-7 x 3,5-6 x 3,5-7,5, l=36, A=6,2, M=4,7, B=5,4, A/M=1,33, A/B=1,15, B/M=1,15; Kaulozystiden: zylindrisch, ziemlich lang (z.B. 60 x 6), büschelig; Basidien: 4-sporig; Sporen: amygdaloid, stark ornamentiert, ausnahmslos mit stark ablösendem Perispor, sehr stark dextrinoid, O3-4, P3, D4, Maße: 11,1 x 6,2 (10-12 x 6-6,5), Q=1,8 (1,7-1,9); Nachmessung 2016 vom Exsikkat: 11,1 x 6,4 (10,2-12,1 x 6-7,1), Q=1,72 (1,57-1,85);

Nr. 8: Hebeloma cf. cavipes Huijsman

Zur Bestimmung: Revision der ursprünglich als cf. fragilipes bestimmten Kollektion mit FE14: Als H. cavipes zu schlüsseln. Sporen grenzwertig klein, A/M und A/B ebenfalls absolut grenzwertig. Die Abgrenzung gegenüber H. ingratum ist aufgrund der sehr kleinen Sporen ebenfalls schwierig. Schwer zu glauben, dass dies dieselbe Art sein soll wie der Fund aus der Toskana unter Cistus (Nr. 9).

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Funddaten: 24.09.2009; MTB 8135-4-1-3, 730 m; Dietramszell, Zeller Wald, im Mischwald bei Fichten und junger Buche; gesellig;
Hut: 3 bis 5 cm breit, Hutrand jung am Rand schwach gerippt, Oberfläche trocken, befeuchtet schwach klebrig, typische Fälblingsfärbung; keine Cortina beobachtet; Stiel: bis 5,5 x 0,7 cm, zylindrisch, apikal erweitert oder nicht, basal spindelig bis keulig erweitert und dann unregelmäßig verjüngt (selten ausspitzend), schmutzig cremeweiß, im oberen Drittel weiß bereift bis beflockt, stielabwärts längsfaserig, kaum oder nicht bräunend; Lamellen: gedrängt (l>60); Tropfen am Foto keine zu sehen. Fleisch: weiß, im Stiel mehr cremefarben; Geruch: schwach rafanoid (kohlrabiartig) mit Übergang zu schwarzem Tee; Geschmack: leicht rafanoid und bitter; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: überwiegend keulig-bauchig, apikal meist schlank keulig oder fast zylindrisch, im unteren Teil überwiegend schwach bis deutlich bauchig, im Mittelteil oft etwas eingeschnürt und mit schwacher Wandverdickung, ca. 35-74 x 4,5-8 x 5-8 (Länge x Bauch x Apex), Apex im Mittel um 6; Nachmessung 2016: 34-48 x 4,7-7,1 x 3,5-5,3 x 4,5-8,8; gemittelt 42 x 5,9 x 4,2 x 6,5 (l x A x M x B), A/M=1,39, A/B=0,90, B/M=1,54; Sporen: schmal amygdaloid, Apex sehr schmal gerundet bis fast spitz, sehr stark ornamentiert, blass ocker in KOH, Perispor bei den meisten Sporen schwach ablösend, deutlich, aber schwach dextrinoid, O3-4, P2, D2-3; Maße: 11,1 x 5,6 (10-12 x 5-6), Q=1,98 (1,81-2,30), 20 Sp. gemessen;

Nr. 9: Hebeloma cf. cavipes Huijsman

Zur Bestimmung: Revision der ursprünglich als H. cf. vaccinum bestimmten Kollektion mit FE14: Da bei Cistus und mit bereiftem Hut gelangt man im Schlüssel zu H. plesiocistum, die aber makro- und vor allem mikroskopisch völlig anders ist. Am ehesten dürfte die Kollektion in der Subsektin Clepsydroida verortet sein. Die riesigen Sporen passen tatsächlich am ehesten zu H. vaccinum, allerdings ist diese Art nicht mit so breiter, cremeweißer Hutrandzone beschrieben. H. ammophilum ist nur von 4 Kollektionen auf Sandboden bekannt und mit breiteren, gedrungeneren Sporen sowie breiterem Zystidenapex beschrieben. H. cavipes würde makroskopisch am ehesten passen und wurde auch schon bei Cistus registriert, ist jedoch mit schmäleren Sporen und etwas schmälerem Zystidenapex beschrieben, wobei hier auch meine Messungen etwas variieren (7,3 versus 8,1). Ich gewichte hier die Makroskopie etwas stärker und bestimme deshalb als cf. cavipes.

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Funddaten: 17.10.2010; Italien, Castiglion Fiorentino, St. Stefano, 400 m; im Ort, im Anwesen Borgo St. Stafano auf nackter Erde unter Zistrosen; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 2,9 cm breit, sehr schleimig und klebrig, mit deutlich dunkler abgesetzter Scheibe und cremeweißer Randzone, Scheibe braun, bisw. mit Wasserflecken; Stiel: bis 3,6 x 0,5 cm, basal schwach oder nicht verdickt, cremeweiß, oben bereift bis beflockt und mit hyalinen Guttationströpfchen besetzt; Lamellen: gedrängt (L=50, geschätzt vom Foto), jung mit vielen Tröpfchen besetzt; Geruch: rafanoid; Cheilozystiden: zylindrisch, apikal keulig, im unteren Drittel meist schwach bauchig, seltener gerade und etwas wellig, Wände nicht verdickt, ca. 35-60 x 3-9 x 4-12 (Länge x Bauch x Apex), Apex im Mittel ca. 7,3 (18 gemessen) µm breit; Sporen: citriform bis amygdaloid, Apex meist ausgezogen, kräftig bis mäßig warzig (Umriss im 40er glatt bis leicht rau), kräftig ockergelb in KOH mäßig dextrinoid, schwach bis mäßig kalyptrat, O2-3, P1-2, D2-3; Maße: 12,9 x 6,9 (11-15 x 6-7,5), Q=1,86 (1,73-2,00), 20 Sp. gemessen; Nachuntersuchung am 26.06.2016: Cheilozystiden: überwiegend gestielt keulig bis gestielt kopfig, aber auch zu über 50% zumindest schwach bauchig, ohne auffällige Wandverdickungen; Maße: 43-73 x 6,2-11 x 2,7-4,1 x 3,6-6,7; l=56, A=8,1, M=3,5, B=5,4; A/M=2,4, A/B=1,5; B/M=1,6; Sporen: schmal citriform, amygdaloid, fusoid, meist deutlich papilliert, stark ornamentiert (im 40er gut sichtbar), Perispor bei vielen Sporen schwach ablösend, deutlich, aber nicht stark dextrinoid, O3, P1-2, D2; Maße: 13,5 x 6,8 (12,1-14,8 x 6,2-7,6), Q=1,98 (1,80-2,14), 20 Sp. gemessen;

Nr. 10: Hebeloma crustuliniforme (Bll.) Quèl.

Zur Bestimmung: 2016 revidiert. Mit FE14 geschlüsselt und als H. crustuliniforme bestätigt.

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Funddaten: 05.10.2007; Italien, Pratomagno, Raggiolo, ca. 700 m, im Laubmischwald (Kastanie, Eiche, Hopfenbuche), bei Kastanie und Salweide und unbek. Baum; gesellig bis büschelig;
Hut: bis 5 cm, bei Trockenheit klebrig, tonweiß, scheitel bisw. ockerbraun, ohne Cortina; Stiel: büschelig verwachsen, basal meist keulig, weißlich, Spitze fein bereift oder beschürfelt, darunter längsfaserig; Lamellen: gedrängt (ca. 60-70 erreichen den Stiel), mit feinsten Wassertröpfchen besetzt, jung weißlich, später tongrau bis graubraun; Fleisch: weiß, im Stiel voll; Geruch: leicht rettichartig bis kohlartig, oder leicht süßlich (Apfel, Melone???); Mikrodaten vom Exsikkat: Cheilozystiden: zylindrisch, lang, Enden schlank keulig, Maße (Länge/Kopf x Hals x Bauch): 40-60/6-11 x 3,5-4 x 4-6, ohne Wandverdickungen, Kopfbreite im Schnitt um 8 µm; Nachmessung 2016: Totalmaße: 51-67 x 6,5-8,9 x 3-4,5 x 3,6-6; gemittelt l=57, A=7,5, M=3,7, B=4,4, A/M=2,01, A/B=1,73, B/M=1,18; Basidien: 4-sporig, ca. 30-36 x 8-9; Sporen: amygdaliform, kalyptrat (P2), deutlich ornamentiert (O4), indextrinoid (D0), 11 x 5,8 (10-12 x 5-6,5), Q=1,9 (1,7-2,1); Nachmessung 2016: Sporen amygdaloid, oft leicht papilliert und dann citriform, bisw. fusoid, sehr hell gelb in KOH, Perispor bei vielen Sporen schwach ablösend, nicht oder sehr schwach dextrinoid, O3, P1-2, D0-1, Maße: 11,7 x 6,1 (10,8-12,9 x 5,6-6,6), Q=1,92 (1,80-2,10), 20 Sp. gemessen;

Nr. 11: Hebeloma cf. geminatum Beker, Vesterh. & Eberh.

Zur Bestimmung: Revision der ursprünglich als H. crustuliniforme bestimmten Kollektion nach Erscheinen von FE14: Diese Kollektion ist auch mit dem Schlüssel von F14 nicht eindeutig bestimmbar. Aufgrund der auch basal oft deutlich bauchigen Zystiden bzw. des hohen Werts B/M gelangt man innerhalb der Sektion Denudata nicht in die Subsektion Crustuliniformia, sondern zur Subsektion Clepsydroida und dort zu H. fragilipes, das jedoch erheblich kürzere Zystiden mit viel schmälerem Apex aufweist. Schlüsselt man in der Subsektion Crustuliniforme, gelangt man aufgrund der Zahl der durchgehenden Lamellen (<60) zu H. helodes, das jedoch durchgehend Wandverdickungen an der Zystidenspitze aufweist. Ignoriert man die Lamellenzahl, gelangt man zu H. geminatum. Auch diese Bestimmung ist fraglich, da sowohl die Lamellenanzahl als auch der Wert B/M sowie die doch recht deutlich dextrinoiden Sporen abweichend von der Beschreibung sind. Möglicherweise handelt es sich um eine kleinsporige Aufsammlung von H. eburneum.

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Funddaten: 05.11.2009; MTB 7735-4-3-2, 490 m; München, Fröttmaninger Heide, am Südrand des Kiefernwäldchens; in einem Weiden-Kieferngebüsch (kleine Kiefern), bei Salix spec. und Pinus spec., gesellig (4 Fk); vergesellschaftet mit Hebeloma mesophaeum;
Hut: bis 3,7 cm breit, klebrig, tonweiß bis cremefarben; keine Cortina beobachtet; Stiel: bis 5 x 0,7 cm, zylindrisch, basal gleichdick oder spindelig erweitert, cremeweiß, im oberen Drittel beschürfelt, stielabwärts längsfaserig; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, normal gedrängt (50 erreichen den Stiel, zumindest bei einem Fk der exsikkierten Kollektion), jung cremegrau, reif hell graubraun; Schneiden weißflockig und jung mit kleinen Wassertröpfchen besetzt; Fleisch: im Hut weiß, über den Lamellen wässrig grau, im Stiel cremefarben; Geruch: schwach rafanoid; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: zylindrisch und apikal keulig, unten meist schwach erweitert, subapikal fast stets etwas eingeschnürt, jedoch ohne auffällige Wandverdickungen (auch nicht am Apex), Maße: ca. 57-76 x 7,5-12 / 3,5-4,5 / 5-7,5 (Länge x Apex / Hals / Bauch); Apex im Schnitt 9,0 (24 gemessen); Nachmessung 2016: gestielt keulig, aber auch im unteren Drittel oft deutlich bauchig, 56-90 x 7,1-11,2 x 3,2-4,4 x 4,5-7,1; gemittelt: l=70, A=9,5, M=3,7, B=5,9, A/M=2,55, A/B=1,61, B/M=1,58, 20 Zystiden gemessen; Basidien: 4-sporig, z.B. 40x8,5, 39x9; Sporen: amygdaloid bis subcitriform, Apex bisw. etwas ausgezogen, deutlich warzig, Perispor mit deutlicher Tendenz zur Ablösung, schwach dextrinoid, O3, P1-2, D1-2; Maße: 10,6 x 6,0 (9,5-11,8 x 5,0-6,5), Q=1,78 (1,67-2,00), 30 Sp. gemessen;

Nr. 12: Hebeloma incarnatulum A. H. Sm.

Zur Bestimmung: Die Bestimmung bleibt auch nach Revision mit FE14 bestehen (2016). Trotz des relativ stark ablösenden Perispors besteht kein Zweifel, dass es sich hier um H. incarnatulum und nicht um das makroskopisch und ökologisch völlig andere H. aestivale handelt.

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Funddaten: 16.09.2008; MTB 8136-4-3-1, 730 m; Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; im Bergmischwald, im feuchten Nadelwald; im Sphagnum; bei Fichte und Tanne; gesellig (>5 Fk);
Hut: bis 3,5 cm breit, schon jung aufgeschirmt (keine Cortina beobachtet), schwach gebuckelt, stark schleimig, durch Velumreste am Hutrand zweifarbig erscheinend; Stiel: bis 9 x 0,5 cm, zylindrisch langgestreckt, basal keulig aufgeblasen; im oberen Drittel fein bereift; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt (l=50-60), Schneiden flockig, ohne Tropfen; Fleisch: im Hut wässerig graubraun, im Stiel weißlich; Geruch: nach Rettich; Cheilozystiden: zylindrisch, sehr lang, Apex keulig bis kopfig, ca. 52-75 x 5-7,5, im Mittelabschnitt meist um 4 µm breit; Sporen: mandelförmig, P1-2, O3, D3-4; 9,1 x 5,4 (8,5-9,5 x 5-6), Q=1,69 (1,55-1,8); Nachuntersuchung am 25.06.2016: Cheilozystiden: +/- zylindrisch mit regelmäßig schwach keuligem Apex, selten schwach bauchig, sehr lang, ca. 53-85 x 4,5-6,5 x 3-4 x 4-6,5; l=65, A=5,4, M=3,6, B=4,7; A/M=1,51, A/B=1,15, B/M=1,31; nur 10 Zystiden gemessen; Sporen: amygdaloid, meist mit relativ breit gerundetem Apex, mittelstark ornamentiert, Perispor an ca. 50% der Sporen schwach ablösend, stark dextrinoid, O=2-3, P=1-2, D=4, Maße: 8,9 x 5,4 (7,9-9,9 x 4,7-5,8), Q=1,65 (1,49-1,79), 20 Sp. gemessen;

Nr. 13: Hebeloma incarnatulum A. H. Sm.

Zur Bestimmung: Mit Vesterholt-Monografie bestimmt. Die Bestimmung bleibt auch nach Revision mit FE14 gültig. Aufgrund der ab und zu recht bauchigen Zystiden käme rein vom Schlüssel her auch H. celatum in Betracht, der schlanke Habitus und die Zystidenmaße insgesamt sprechen aber doch sehr für H. incarnatulum.

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Funddaten: 05.09.2009; MTB 8236-4-1-3, 1100 m; Tegernsee, am Bayernweg zur Neureutalm, im sauren, feuchten, moosigen Nadelwald, bei Tanne und Fichte; gesellig (Hexenring mit >10 Fk); vergesellschaftet mit Cortinarius flexipes var. flexipes;
Hut: bis 3,6 cm breit, stumpf konisch bis halbkugelig, extrem schleimig, nicht auffallend zweifarbig; keine Cortina beobachtet; Stiel: schlank und lang, bis 7,5 x 0,7 cm, zylindrisch, basal meist keulig aufgeblasen, schmutzigweiß, längsfaserig, an der Spitze bereift (nicht grob beschürfelt); Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, normal gedrängt (L=50-60), schmal, jung stark tränend (Schneiden mit zahlreichen kleinen Wassertröpfchen besetzt); jung weiß, reif graubraun; Fleisch: im Hut wässerig graubraun (nur ganz im Kern weißlich), sonst cremefarben, bisw. mit braun verfärbtem Sinapizans-Zapfen; Geruch: stark nach Radi; Mikromerkmale vom Exsikkat: Nachuntersuchung am 25.06.2016: Cheilozystiden: überwiegend schlank zylindrisch mit schwach keuligem Apex, bisw. auch etwas bauchig, Maße 39-90 x 4,1-8,3 x 3-4,9 x 3,9-8,2); l=59, A=5,9, M=4,1, B=5,4; A/M=1,47, A/B=1,09, B/M=1,34; Sporen: amygdaloid, Apex relativ breit gerundet, mäßig stark ornamentiert, Perisporen bei vielen Sporen schwach ablösend, stark dextrinoid, O2, P1-2, D3 (einzelne auch D4), Maße: 10,6 x 6,4 (9,4-12,3 x 5,9-7,1), Q=1,66 (1,57-1,87);

Nr. 14: Hebeloma leucosarx P.D. Orton

Zur Bestimmung: Revision der ursprünglich unbestimmt gebliebenen Kollektion mit FE14: Aufgrund der sehr variablen Cheilozystiden zunächst in der Sektion Denudata geschlüsselt, dort jedoch ohne Ergebnis. Schlüsseln in der Sektion Velutipes führt ohne Umschweife zu H. leucosarx. Hier passt die Beschreibung perfekt, u.a. werden in FE14 folgende Eigenschaften betont oder erwähnt: schlanker Habitus, kräftige Hutfarben mit schmalem hellerem Rand und gelegentlicher Hygrophaneität, Lamellen mit Tropfen, Vorkommen bei Birke. Auch die mikroskopischen Merkmale stimmen völlig überein; Unterscheidet sich makroskopisch recht deutlich von H. velutipes.

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Funddaten: 20.09.2012; MTB 7934-4-1-2, 600 m; D-By-München, Forstenrieder Park, Sukzessionsflächen östlich des Eichelgartens, südlich der Römerstraße; bodensaurer Laubmischwald (Eiche, Buche, Hainbuche, Linde, Zitterpappel, Salweide, Fichte) auf hochwürmeiszeitlichen Schottern (kalkhaltig); unter großer Birke, in näherer Umgebung auch Eiche, Hainbuche und Salweide; gesellig (5 Fk); verges. mit Amanita muscaria und Cortinarius herpeticus;
Hut: ca. 3,8-5 cm, jung abgerundet kegelig, dann flach gewölbt und schwach gebuckelt, Oberfläche glatt, sehr schleimig und klebrig, ziemlich warm ockerbraun bis lehmbraun, deutlich hygrophan, dann am Scheitel heller beige bis sandgelb; Stiel: bis 7,5 x 0,7, meist relativ lang und schlank, basal meist schwach keulig erweitert, cremeweiß, im oberen Fünftel deutlich bereift bis beschürfelt, sonst weiß überfasert; Lamellen: aufsteigend angewachsen, gedrängt (geschätzt l=50-60), beige; Schneiden mit Tropfen, weißflockig und später braun gepunktet; Fleisch: im Hut weiß, im Stiel creme; Geruch: deutlich nach Radi; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: schlauchartig zylindrisch, apikal meist schlank keulig verbreitert, bisw. mit schwach ausgeprägtem Bauch, meist ohne Wandverdickungen, Apex ab und zu gegabelt; Maße: 45-82 x 5,5-8 x 6-9,5 (Länge x Bauch x Apex), Apex im Schnitt 8,1 breit. Sporen: breit amygdaloid, selten etwas papilliert und dann subcitriform, fein warzig, im Umriss fein rau, nicht kalyptrat, stark dextrinoid, O2-3, P0, D4; Maße: 10,7 x 6,6 (9,5-12,5 x 6-7,2), Q=1,63 (1,50-1,79); Nachuntersuchung am 26.06.2016: Cheilozystiden: sehr variabel, schlank zylindrisch mit meist schlank keuligem, bisw. auch kopfigem Apex, meist mit schwach ausgeprägtem Bauch; Maße: 45-80 x 5,6-10 x 3,9-6 x 3,9-7,8; l=54, A=7,9, M=4,6, B=6,1; A/M=1,7, A/B=1,3, B/M=1,3; Sporen: amygdaloid bis subcitriform, mäßig stark ornamentiert, im 40er im Umriss glatt bis selten feinst rau, im 100er meist deutlich feinwarzig punktiert, Perispor nie ablösend, stark dextrinoid, O2, P0, D3-4; Maße: 10,9 x 6,9 (10-12,1 x 6,1-7,7), Q=1,59 (1,51-1,69), 20 Sp. gemessen;

Nr. 15: Hebeloma pseudofragilipes Beker, Vesterh. & U.Eberh.

Zur Bestimmung: Revision der ursprünglich als H. cf. fragilipes bestimmten Kollektion nach Erscheinen von FE14: Mit FE14 als H. pseudofragilipes geschlüsselt. Von H. ingratum und cavipes durch die sehr blass, jung nicht braun gefärbten Fk, von. H. fragilipes durch die Zystidenmaße zu trennen. Eine Verwechslung wäre denkbar mit H. hiemale, deren Sporen aber wohl schwächer ornamentiert sind und ein nur sporadisch ablösendes Perispor aufweisen. Die eher schwache Dextrinoidität der Sporen würde eher für H. hiemale sprechen.

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Funddaten: 26.09.2009; MTB 7934-4-4-2, 550 m; Baierbrunn, Georgenstein Süd, Isarleite, im Buchenwald; bei Buche; gesellig (>5 Fk);
Hut: bis 4,6 cm breit, befeuchtet klebrig, recht variabel gefärbt, oft sehr blass; Stiel: bis 6,5 x 0,8, zylindrisch, basal keulig, bis zur Mitte bereift; cremeweiß, unten minimal bräunlich verfärbend; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt (l=60), keine Tröpfchen gesehen, aber bisw. mit bräunlichen Pünktchen; Fleisch: weiß (Hut) bis cremeweiß (Stiel); Geruch: nach Radi; Mikrodaten vom Exsikkat: Cheilozystiden: zylindrisch, sehr schlank, apikal überwiegend schlank keulig, unten etwa zu 50% schwach bauchig, am Hals oft etwas eingeschnürt, aber nur sporadisch mit Wandverdickungen, Maße ca. 32-60 x 5-10 x 2,5-4 x 4-6,5 x (Länge x Apex x Hals x Bauch), Apex im Mittel um 6; Nachmessung am 20.06.2016: Maße: 32-60 x 4,9-9 x 2,8-4,5 x 4-8,3 (l x A x M x B), gemittelt: l=43, A=5,9, M=3,6, B=5,0; A/M=1,66, A/B=1,19, B/M=1,40; Sporen: amygdaloid, Apex fast spitz, bisw. schwach ausgezogen, blass ocker in KOH, deutlich, aber nicht sehr stark ornamentiert (schon im 40er zu sehen), O2-O3 , P1-2, D1-D2; Maße: 10,1 x 5,7 (9-11,5 x 5,2-6), Q=1,79 (1,64-2,00), 30 Sp. gemessen;

Nr. 16: Hebeloma pseudofragilipes Beker, Vesterh. & U.Eberh.

Zur Bestimmung: Revision der ursprünglich als H. fragilipes bestimmten Kollektion nach Erscheinen von FE14: Wegen der kurzen Cheilozystiden (l<40) zunächst in der Sektion Theobromina zu schlüsseln, dort aber ohne Ergebnis. Gehört demnach in die Sektion Denudata, Subsektion Clepsydroida und dort zur Artengruppe H. cavipes, ingrata, pseudofragilipes und fragilipes. H. cavipes kann aufgrund der kleinen Sporen, H. fragilipes aufgrund der Zystidenmaße ausgeschlossen werden. Die schwach dextrinoiden Sporen sprechen eher für H. ingratum, die sehr hell und nicht deutlich braun gefärbten Fk für H. pseudofragilipes.

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Funddaten: 10.10.2012; MTB 7735-1-4-4, 480 m D – By – München, Oberschleißheim, Berglholz, Mischwälder (Kiefer, Eiche, Linde, Pappel, Hainbuche) auf Kalkschotter, am Berglbach nördlich des Gasthauses, bei Linde, Ulme und Hasel, gesellig (6 Fk);
Hut: 2,7-3,7 cm breit, schleimig, cremeweiß bis hell elfenbeinfarben, am Scheitel beige; Stiel: bis 6 x 0,6 cm, basal schwach keulig, cremeweiß, im unteren Viertel wässrig beige, im oberen Drittel bereift bis beschürfelt; Hutrand jung mit Guttationströpfchen besetzt; Lamellen: gedrängt (ca.54-60 erreichen den Stiel), jung cremegrau, dann beige; Schneiden weißflockig, jung sporadisch mit Wassertröpfchen; Fleisch: im Hut blass beige, im Stiel cremegelblich, im untersten Bereich ocker bis ockerbräunlich; Geruch: nach Radi; Mikroskopische Nachuntersuchung 2016: Cheilozystiden: lageniform-clavat, stets bauchig und apikal regelmäßig keulig, kaum auffällige Wandverdickungen; 30-53 x 5,2-6,4 x 3,4-4,8 x 5,0-7,8; l=38, A=6,0, M=4,1, B=6,2; A/M=1,44, A/B=0,96, B/M=1,51; Sporen: amygdaloid bis citriform, stark ornamentiert, schwach dextrinoid, Perispor stark ablösend, O4, P3, D1-2; Maße: 9,9 x 5,8 (9,2-10,6 x 5,4-6,2), Q=1,73 (1,64-1,89), 20 Sp. gemessen;

Nr. 17: Hebeloma pumilum J.E. Lange

Zur Bestimmung: Revision der ursprünglich als H. birrus bestimmten Kollektion nach Erscheinen von FE14: Als H. pumilum geschlüsselt. Mikroskopisch durch die kleinen, stark dextrinoiden Sporen festgelegt. Ein auffälliges makroskopisches Merkmal sind Cortina und flockige Velumreste am Hut.

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Funddaten: 01.09.2010; MTB 8135-4-3-2, 750 m; Sachsenkam, Kirchsee, am Nordwestufer; bei großen Buchen und krüppeligen Fichten; gesellig (ca. 6 Fk); verges. mit C. balaustinus;
Hut: bis 3 cm, halbkugelig bis flach gewölbt, extrem schleimig und klebrig, mit auffälligen flockigen weißen Velumschüppchen knapp oberhalb des Hutrands; jung mit gut ausgeprägter Cortina; jung satt rotbraun, alt verblassend; Stiel: bis 4,5 x 0,8, basal spindelig erweitert und dann ausspitzend, cremeweiß, in der unteren Hälfte alt stark bräunend, apikal fein bereift, sonst weiß überfasert; Lamellen: aufsteigend bis ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung weiß bis grauweiß, reif blass graubraun; Fleisch: im Hut wässrig beige bis graubeige (im Kern weißlich), im Stiel cremeweiß, in der unteren Stielhälfte im Kern bisw. mit hyalin wirkender grauer Zone und in der Rinde stark bräunend; Geruch: nach schwarzem Tee; Geschmack: mild; Mikromerkmale vom Exsikkat: Cheilozystiden: zylindrisch wellig, oft irregulär, kaum keulig und nur selten bauchig, recht kurz, ca. 14-37 x 3,3-5,3 x 2,7-3,8 x 3,0-5,8; l=27,6, A=4,19, M=3,34, B=3,90, A/M=1,26, A/B=1,08, B/M=1,17; Sporen: amygdaloid bis subovoid (frontal), Apex schmal bis mittelbreit gerundet, oft ziemlich stumpf und manchmal leicht (ausgezogen) abgesetzt, deutlich warzig (schon im 40er im Umriss rauh und deutlich punktiert), sehr blass ockergelb in KOH, streng bis mäßig kalyptrat (unterschiedlich bei versch. Fk), stark dextrinoid (sofort intensiv rotbraun reagierend), O4, P2-3, D4, Maße: 8,1 x 4,9 (7-9 x 4,5-5,5), Q=1,66 (1,50-1,89); 20 Sp. gemessen;