Cortinarius 2015

Hinweis: Alle Mikromerkmale und Mikrofotos basieren auf Exsikkatpräparaten in 3-4%iger Kalilauge.
Nr. 1: Cortinarius laberiae Münzmay, B. Oertel & Saar

Zur Bestimmung: Zu den Calochroi gehörig. Ähnlich ist wohl C. lilacinovelatus (mit allerdings kleineren Sporen), eine Laubwaldart. Ich denke, dass die vorliegende Kollektion mit Nadelbäumen assoziiert ist. Ein bisschen schwer zu beurteilen ist die Farbe des Velums: Am Hut- und Knollenrand finden sich sowohl sehr vergängliche Lilatöne als auch ein gelblicher Schleim. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht auch mit dem in JEC2011 von Eyssartier beschriebenem C. lavandulochlorus, der mit etwas schlankeren Sporen beschrieben ist.

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Funddaten: 27.09.2015; MTB 8533-3-2-2, 1050 m; D-By-Mittenwald, Kranzberggebiet, Kratzenrauth, Fällgrabental; Mischwald (Fichte, Tanne, Buche) auf postglazialen Ablagerungen im Übergangsbereich zu Hauptdolomit (kalkalpin); unter einer großen Tanne, umgeben von mittelalten Fichten, wohl noch im Einzugsbereich steht auch eine große Buche; gesellig (5 Fk); vergesellschaftet mit Nr. 2 und Nr. 4;
Hut: bis 4,2-5,3 cm breit, gewölbt, Rand auch alt eingerollt, schleimig und klebrig, glatt, ausgesprochen bunt, jung stellenweise mit rasch vergänglichen blass lilablauen Zonen, sonst blass gelb bis semmelgelb, stellenweise auch weißlich, mit ockerbraunen Striemen und Flecken; Velum am Hutrand lebhaft gelb; Stiel: bis 5 x 1,4 cm, gerandet knollig, blass lilablau, zur Basis hin schmutzigweiß, an der Spitze lange mit bläulichem Schein; Knolle bis 3,2 cm breit, basal schwach konisch bis abgerundet, Unterseite und Basalmyzel weiß; Velum am Knollenrand gelb und schleimig schleimig (am Knollenrand sind jung aber stellenweise auch lilablaue Farben vorhanden, wie man auf den Fotos sieht); Lamellen: abgerundet bis breit angewachsen, gedrängt, jung sehr blass lilablau, rasch entfärbend und dann graubeige, zuletzt graubraun; Schneiden bleiben lange lilablau; Fleisch: cremefarben, in der Stielrinde mit bläulichem Touch, in der Stielknolle cremegelb; Geruch: unauffällig; Geschmack: Huthaut mild; KOH (40%): am Fleisch negativ; am Hut ockerbraun bis rehbraun; am Knollenrand, an der Knollenunterseite und am Myzel blass bräunlich; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: dickes Ixotrichoderm, simplex; Zellen überwiegend intakt, im Präparat sehr locker gestreut, in den oberen Schichten hyalin und glatt, teilweise auch intrazellulär gelbbraun bis bernsteinfarben gefärbt (möglicherweise zum Velum gehörend); Zellen der Subpellis teilweise gelb quergestreift inkrustiert, vermutlich auch mit parietalem und fleckenweise intrazellulärem gelbem Pigment; Lamellenschneide: substeril; mit einem dichten Band aus keuligen, sterilen Marginalzellen, die aber recht klein und unauffällig sind; Lamellentrama: hyalin; Basidien: 4-sporig, ca. 28-35 x 9-10; Sporen: amygdaloid, apikal bisw. schwach ausgezogen, ohne auffallende Depression, Plage nicht ausgeprägt, krustenwarzig; Ornament aus unterschiedlich dicken, oft verlängerten, zusammenfließenden oder scholligen, meist niedrigen Warzen und kurzen Graten, im Umriss knubbelig überstehend; Maße: 10,3 x 6,2 (9,1-11 x 5,7-6,7), Q=1,65 (1,55-1,77), 20 Sp. gemessen;

Nr. 2: Cortinarius laberiae Münzmay, B. Oertel & Saar

Zur Bestimmung: Vergesellschaftet mit Kollektion Nr. 1. Die Sporen sind noch etwas länger als bei Nr. 1. Beim jungen Exemplar dieser Kollektion sind die violetten Farben am Hut- und Knollenrand sehr deutlich zu sehen.

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Funddaten: 27.09.2015; MTB 8533-3-2-2, 1050 m; D-By-Mittenwald, Kranzberggebiet, Kratzenrauth, Fällgrabental; Mischwald (Fichte, Tanne, Buche) auf postglazialen Ablagerungen im Übergangsbereich zu Hauptdolomit (kalkalpin); unter einer großen Tanne, umgeben von mittelalten Fichten, wohl noch im Einzugsbereich steht auch eine große Buche; gesellig (5 Fk); vergesellschaftet mit Nr. 1 und Nr. 4;
Hut: bis 5,1 cm breit, gewölbt, Rand auch alt eingerollt, schleimig und klebrig, glatt, ausgesprochen bunt, jung stellenweise mit rasch vergänglichen lilablauen Zonen (vor allem am eingerollten Hutrand so), sonst blass gelb bis semmelgelb, stellenweise auch weißlich, mit ockerbraunen Striemen und Flecken; Velum am Hutrand lebhaft gelb; Stiel: bis 6,5 x 1 cm, gerandet knollig, blass lilablau, zur Basis hin schmutzigweiß, an der Spitze lange mit bläulichem Schein; Knolle bis 3,2 cm breit, basal schwach konisch bis abgerundet, Unterseite und Basalmyzel weiß; Velum am Knollenrand gelb und schleimig (am Knollenrand sind jung aber stellenweise auch lilablaue Farben vorhanden, wie man auf den Fotos sieht); Lamellen: abgerundet bis breit angewachsen, gedrängt, jung höchstens mit minimalem Lilastich, rasch entfärbend und dann grau bis graubeige, zuletzt graubraun; Fleisch: cremefarben, in der Stielrinde mit bläulichem Touch, in der Stielknolle cremegelb; Geruch: unauffällig; Geschmack: Huthaut mild; KOH (40%): am Fleisch negativ; am Hut ockerbraun bis rehbraun; am Knollenrand, an der Knollenunterseite und am Myzel blass bräunlich; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: sehr dickes Ixotrichoderm, simplex; Eigenschaften wie bei der verges. Kollektion. Lamellenschneide: heterogen, mit vielen unauffälligen Marginalzellen, aber auch mit Basidien durchsetzt; Sporen: amygdaloid bis subcitriform, apikal oft schwach ausgezogen, sehr grob krustenwarzig; Maße: 10,6 x 6,3 (9,4-11,5 x 6,0-6,5), Q=1,68; 20 Sp. gemessen;

Nr. 3: Cortinarius laberiae Münzmay, B. Oertel & Saar

Zur Bestimmung: Mit FN schlüsselt man auch hier in die Nähe von C. lilacinovelatus (mit kleineren Sporen), abweichend hier aber auch das rein gelbe Velum.

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Funddaten: 03.10.2015; MTB 8236-3-1-1, 860 m; D – By – Marienstein, Tegernseer Berge; Bergmischwald (Tanne, Buche, Fichte, Bergahorn, Esche) überwiegend auf quartärem Schutt, auf jeden Fall kalkreich, aber stellenweise auch bodensauer (Heidelbeere); bei mittelgroßen und jungen Buchen, großen Tannen und (schon recht weit entfernt) Fichte; verges. mit Lactarius intermedius, Cortinarius vulpinus und Cortinarius calochrous; gesellig (2 Fk);
Hut: bis 4,2 cm (nicht ganz aufgeschirmt), schleimig und klebrig, ausgesprochen bunt, mit blassen blaulila, grünlichen und (vom Velum) gelben Farben und bräunlichen Flecken, mit kleinen, gelben oder bräunlich verfärbten Velumflöckchen besetzt; Velum intensiv gelb, am Hutrand sehr deutlich und am Scheitel als Flöckchen; Stiel: bis 3 x 1,3 (nicht völlig gestreckt), stark gerandet knollig, weiß; Knolle bis 3,3 cm breit, tellerartig gerandet, verkehrt halbkugelig, unterseits weiß, Basalmyzel weiß; Velum am Knollenrand (und in der Cortina hängend) schleimig und intensiv gelb; Lamellen: abgerundet und breit angewachsen, gedrängt, jung blass graubeige, beim älteren Fk mit lila Schneiden, später hell graubraun; Fleisch: cremefarben, im Stiel schwach marmoriert; Geruch: schwach gebäckartig mit minimal unangenehmer Komponente; Geschmack: Huthaut mild; KOH (40%): am Hut ockerbraun (ohne Rotton); sonst überall negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis/trichoderm, simplex; Zellen der Subpellis mit gelbem Wandpigment, ohne auffällige Inkrustationen; Epicutiszellen teils stark gelifiziert, hyalin oder mit goldgelbem intrazellulären Pigment, nicht inkrustiert, bei einem Präparat mit sehr auffälligen kristallartigen Auflagerungen, die teils auch frei im Präparat schwimmen, bei einem zweiten Präparat war dieses Merkmal nur schwach ausgeprägt (und so sieht man es auch bei anderen Calochroi); Lamellenschneide: heteromorph, mit zahlreichen, kleinen, keuligen Marginalzellen, die aber auch mit Basidien durchsetzt sind; Sporen: amygdaloid, in Aufsicht meist breit spindelig, typischerweise basal und apikal etwas zugespitzt, apikal bisw. auch schwach ausgezogen, ohne Depression und Plage; mäßig grob krustenwarzig; Maße: 10,0 x 5,9 (9,3-11 x 5,3-6,4), Q=1,69 (1,57-1,87), 20 Sp. gemessen;

Nr. 4: Cortinarius cf. barbarorum Bidaud, Moënne-Locc & Remaux

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Der einzige greifbare Unterschied zu den als C. subgracilis bestimmten Kollektionen ist das gelbe Velum am Knollenrand. In der Originalbeschreibung von C. barbarorum sind die Sporen als subcitriform bis citriform angegeben, was bei dieser Kollektion eher nicht zutrifft. Vergesellschaftet mit den Kollektionen Nr. 1 und 2.

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Funddaten: 27.09.2015; MTB 8533-3-2-2, 1050 m; D-By-Mittenwald, Kranzberggebiet, Kratzenrauth, Fällgrabental; Mischwald (Fichte, Tanne, Buche) auf postglazialen Ablagerungen im Übergangsbereich zu Hauptdolomit (kalkalpin); unter einer großen Tanne, umgeben von mittelalten Fichten, wohl noch im Einzugsbereich auch eine große Buche; gesellig (5 Fk); verges. mit Nr. 1 und Nr. 2;
Hut: bis 6 cm breit, gewölbt, Hutrand auch alt eingerollt, schleimig und klebrig, gelb, am Scheitel bisw. ockerbraun verfärbt; meist spärlich mit weißlichen Velumflocken besetzt, die schnell ockerbraun verfärben; Stiel: bis 5 x 1 cm, gerandet knollig, schmutzig weißlich bis cremefarben; Knolle tellerartig gerandet und schwach bis deutlich konisch ausspitzend, Knollenunterseite und Basalmyzel weiß; Velum am Knollenrand gelb und schleimig; Lamellen: schwach aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, jung etwas verwaschen blaulila, dann graubraun bis beigebraun; Schneiden fein weißflockig abgesetzt; Fleisch: cremeweiß; Geruch: schwach; KOH (40%): am Fleisch blass rosabraun; am Hut und am oberen Knollenrand rotbraun; an der Knollenunterseite pinkrot; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Dicke Ixocutis, simplex; Zellen im Präparat sehr locker gestreut, überwiegend intakt, nicht oder nur fein gelblich quergestreift inkrustiert, in den oberen Lagen auch dunkler gelbbraun körnelig intrazellulär pigmentiert; Pigment in der Subpellis wohl auch parietal gelb; Hypoderm nicht entwickelt; Lamellenschneide: substeril, mit einem dichten, aber auch mit wenigen Basidien durchsetzten Band steriler, keuliger Zellen, die zumindest teilweise breiter (bis ca. 13 µm) als die Basidien und auch sonst gut von Letzteren differenziert sind; Basidien: 4-sporig, ca. 26-31 x 8-10; Lamellentrama: hyalin; Sporen: breit amygdaloid, apikal bisw. schwach ausgezogen, ohne auffällige Depression, Plage kaum ausgeprägt; Ornament grob krustenwarzig, Warzen oft verlängert bis gratig, aber niedrig und knubbelig überstehend; Maße: 10,9 x 6,8 (10,2-11,7 x 6,6-7,1), Q=1,59 (1,46-1,73), 20 Sp. gemessen;

Nr. 5: Cortinarius cf. subgracilis Moënne-Locc.

Zur Bestimmung: Abgesehen von der etwas schwächlichen KOH-Reaktion am Basalfilz ist diese Kollektion weitgehend identisch mit Nr. 2013-11 (bei der Günter Saar C. laberiae für möglich hält). In der Tat ist diese langsame KOH-Reaktion ein Merkmal von C. laberiae. Übereinstimmend ist auch die (sub)sterile Lamellenschneide. Andererseits werden dieser Art „kaum bläuliche Töne“ in den Lamellen attestiert, bei der vorliegenden Kollektion sind sie sogar recht lebhaft blaulila. Mir ist zudem nicht klar, wie C. laberiae von C. subgracilis getrennt werden kann. C. barbarorum ist wohl intensiver und dunkler gefärbt und hat ein gelbes Velum am Knollenrand.

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Funddaten: 10.10.2015; MTB 8337-2-1-3, 1320 m; D – By – Fischbachau, Aurachtal, Benzingalm; Almweide mit lockerem Baumbestand (Fichte, Tanne, Latsche, Lärche, Bergahorn) auf postglazialem Schutt im Übergangsbereich zu Hauptdolomit (kalkalpin); bei großer Tanne auf der Wiese; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 6 cm breit, sehr schleimig, glatt, am Scheitel semmelgelb, zum Rand hin blasser gelb bis cremegelb, vor allem am Scheitel mit andgedrückten weißen Velumresten; Stiel: bis 4,5 x 1,3 cm, gerandet knollig, cremeweiß; Knolle bis 2,5 cm breit, +/- halbkugelig oder schwach konisch eingesenkt, unterseits weiß; Velum am Knollenrand weiß, anfangs volvaartig überstehend; Lamellen: aufsteigend und recht schmal angewachsen, gedrängt, blaulila, alt blass graubraun; Schneiden stets intensiver blaulila und auch im Alter so bleibend; Fleisch: cremefarben; Geruch: schwach, unauffällig; KOH (40%): am Hut kupferbraun, beim jüngsten Fk etwas intensiver braunrot; am Fleisch beige, in der Stielbasis mit blassem Rosaton; am Knollenrand pinkrosa; an der Knollenunterseite und am Basalmyzel pinkrosa, aber ziemlich langsam und nur stellenweise intensiv reagierend; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: dickes Ixotrichoderm, simplex; Epicutiszellen stark gelifiziert, intakte meist blass gelbbraun intrazellulär pigmentiert; Hypoderm nicht ausgeprägt; Zellen der Subcutis schlank, schwach dickwandig, mit blassgelbem Dickwandpigment, bisw. auch schwach querstreifig inkrustiert; Lamellenschneide: substeril, mit zahlreichen keuligen Marginalzellen, die teils deutlich breiter (9-12) als die Basidien (bis 10) und leicht zu differenzieren sind; Sporen: amygdaloid, apikal fast spitz, nur selten ganz schwach ausgezogen; grob krustenwarzig, Warzen knubbelig und wenig überstehend; Maße: 10,7 x 6,6 (10-11,6 x 6,3-7,1), Q=1,61 (1,46-1,75), 20 Sp. gemessen;

Nr. 6: Cortinarius lavandulochlorus Eyssart.

Zur Bestimmung: Auf der JEC-Tagung gefunden. Die Kollektion passt gut zur Original-Beschreibung von Eyssartier in JEC 2011. Abweichend sind die fertile Lamellenschneide sowie etwas breitere Sporen.

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Funddaten: 27.10.2015; I – Marken – Urbino – Cantiano; Eichenmischwald über Silikatgestein; bei Eichen (viel Zerreiche, Quercus cerris) und Mannaesche (Fraxinus ornus), in tiefer Laubstreu; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 6 cm breit, schleimig und klebrig, glatt, hellgelb; Stiel: bis 8 x 1,2 cm, gerandet knollig, cremeweiß; Knolle bis 2,7 cm breit, mäßig breit gerandet, basal halbrund bis konisch, weiß; Velum am Knollenrand weiß; Lamellen: ausgebuchtet und breit angewachsen, gedrängt, jung mit zartem Lilaton, dann braunbeige; Schneiden etwas heller abgesetzt; Fleisch: cremeweiß; in der Knolle bisw. mit orangegelben Flecken; Geruch: schwach, minimal raphanoid; KOH (40%): am Hut blass olivbräunlich, sonst auf allen Teilen negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex; Zellen der Epicutis teils gelifiziert, intakte ca. 2-6 µm breit, hyalin oder gelb bis goldgelb pigmentiert, Pigment sehr fein inkrustierend; Hypoderm nicht entwickelt, Zellen der Subcutis höchstens etwas breiter; Lamellenschneide: fertil; mit zahlreichen Marginalzellen, die aber stets mit Basidien untermischt sind und in der Regel kleiner als diese sind; Lamellentrama: Zellen praktisch hyalin und sehr schmal, kaum mehr als 2-4µm breit; Basidien: 4-sporig, viele hyalin, reife Basidien aber häufig ganz oder teilweise mit einem sehr auffälligem, körneligem, zitronengelbem Pigment gefüllt; Sporen: amygdaloid bis citriform, apikal in der Regel leicht ausgezogen, abgerundet papilliert; Ornament ziemlich grob krustenwarzig, Warzen oft schollig verbreitert oder gratig zusammenfließend, niedrig, nur schwach überstehend; ohne Plagebildung und ohne Hilardepression; Maße: 10,7 x 6,5 (10,0-11,1 x 5,9-6,9), Q=1,64 (1,56-1,72), 20 Sp. gemessen;

Nr. 7: Cortinarius aureopulverulentus M.M. Moser

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Die HDS hätte ich eher als simplex eingestuft, und in der Subcutis habe ich die in FN erwähnten Inkrustationen nicht gesehen. Ansonsten passt alles perfekt.

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Funddaten: 21.10.2015; MTB 8136-4-3-1, 790 m; D – By – Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; bodensaurer Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche, mit viel Heidelbeere/Vaccinum) über Oberer Süßwassermolasse (Tertiär, Mergel, Konglomerate); an der Wegböschung am ziemlich offenen Waldrand bei mittelgroßen Fichten; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 5,5 dm breit, schleimig und klebrig, schwach eingewachsen faserig, am und um den Scheitel rehbraun, zum Rand hin mit blass olivgrauen bis olivgelben Farben; Stiel: bis 5,5 x 1,4 cm, schwach gerandet knollig, an der Spitze blass blaulila, sonst schmutzig cremeweiß; Knolle bis 2,5 cm breit, meist schwach gerandet, unterseits weißlich; Velum am Knollenrand schleimig und leuchtend zitronengelb; Lamellen: kurz ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung blaulila, später graubraun; Schneiden gleichfarbig und glatt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach; KOH (40%): am Fleisch negativ (beige), am Hut blutrot, am Knollenrand und an der Knollenunterseite pinkrot; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: dickes Ixotrichoderm, simplex; Epikutis über 300 µm dick (am Exsikkat), Zellen stark gelifiziert, intakte schmal und hyalin, einzelne intrazellulär gelbbraun pigmentiert; Hypoderm nicht entwickelt; Zellen der Subkutis dichter gepackt, mit blass gelbem bis bräunlichem, wahrscheinlich parietalem Pigment; keine Inkrustationen zu sehen; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Lamellentrama: hyalin, Zellen schmal; Cortina bzw. Universalvelum: Zellen in KOH intensiv rosa (bei der Sporenanalyse festgestellt); Basidien: 4-sporig, hyalin, mit großen Tropfen; Sporen: citriform, grob krustenwarzig, Warzen niedrig; Maße: 12,4 x 8,0 (11-13,4 x 7,7-8,4), Q=1,55 (1,43-1,69), 20 Sp. gemessen;

Nr. 8: Cortinarius pseudoglaucopus (M.M. Moser) Quadr.

Zur Bestimmung: Es dürfte sich um ein Nadelwaldtaxon handeln. Da gibt es nicht viele mit so riesigen Sporen. Am ehesten passt C. pseudoglaucopus. Ein violettes Velum habe ich zwar nicht festgestellt, aber da die drei hier zusammengefassten Kollektionen (alle drei nahe beieinander und sicher identisch, aber vielleicht aus verschiedenen Myzelien) keinen sehr jungen Fk beinhalten, könnte sich die Farbe auch verflüchtigt haben. Außerdem sieht man beim Foto der 3. Kollektion durchaus schwache Violetttöne etwas oberhalb der Stielknolle. Moser erwähnt auch kein violettes Velum am Knollenrand. Sowohl Moser als auch Soop geben zumindest schwach violettblaue Lamellenfarben an. Gut passen die recht düster olivbraunen Hutfarben und die orangebraune KOH-Reaktion am Hut, weniger gut die nur schwach gerandete Stielknolle. Eine gewisse Ähnlichkeit mit C. elegantior ist durchaus gegeben. Die Beschreibung bezieht sich auf die Aufsammlung 1.

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Funddaten: 21.10.2015; MTB 8136-4-3-1, 770 m; D – By – Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; bodensaurer Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche, mit viel Heidelbeere/Vaccinum) über Oberer Süßwassermolasse (Tertiär, Mergel, Konglomerate); am Wegrand bei großen Fichten und Tannen; gesellig (2 Fk);
Hut: bis 9,5 cm breit, sehr schleimig, jung am und um den Scheitel sehr blass cremefarben, zum Rand hin und alt mit ziemlich düster olivbraunen Farben (könnte man im ersten Moment für einen Atrovirens halten); Stiel: bis 9 x 2 cm, schwach gerandet knollig, schmutzig cremefarben, an der Spitze zart blaulila; Knolle bis 3,2 cm breit, schwach oder kaum gerandet, unterseits weißlich; Velum am Knollenrand bzw. etwas darüber schleimig, gelblich; Lamellen: abgerundet angewachsen, gedrängt, jung blass blaulila und am Rand länger so bleibend, dann bräunlichbeige entfärbend; Schneiden gleichfarbig und glatt; Fleisch: cremeweiß, in der Stielspitze blass blaulila durchgefärbt; Geruch: schwach; Geschmack: Huthaut und Hutfleisch mild; KOH (40%): am Hut lebhaft orangebraun; am Fleisch negativ; am Knollenrand ockerbräunlich; an der Knollenunterseite stellenweise ockerbraun; HDS: mäßig dicke Ixocutis, simplex; Epicutiszellen kaum gelifiziert, locker liegend; Hypoderm nicht entwickelt, Subcutis auch dichter liegenden Zellen; Pigment lebhaft gelb, teils intrazellulär, teils inkrustierend (ein bisschen drahtartig, kaum querstreifig und deutlich außen an der Zellwand); Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Lamellentrama: hyalin, Zellen schmal; Sporen: citriform, sehr grob krustenwarzig, Warzen knubbelig überstehend; Maße: 12,5 x 7,9 (12-13,4 x 7,5-8,5), Q=1,58 (1,46-1,68), 20 Sp. gemessen;

Nr. 9: Cortinarius caesiocanescens M. M. Moser

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Von einem Fundort kenne ich die Art mit mehr Velum auf dem Hut und stärker ausgeprägtem Blauton. Die Aufsammlung sieht auch insgesamt anders aus als die als C. caesiocanescens bestimmte Kollektion Nr. 2008-03. C. caerulescentium hat größere, ellipsoide Sporen.

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Funddaten: 10.10.2015; MTB 8337-2-1-3, 1050 m; D – By – Fischbachau, Aurachtal; nahe dem Wanderweg zur Benzingalm; Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche, Bergahorn) auf postglazialem Schutt im Übergangsbereich zu Hauptdolomit (kalkalpin); mitten im Wald an einem Grabenrand, bei riesigen Fichten, mittelgroßen Buchen und (weiter entfernt) Tanne; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 6,7 cm breit, schleimig und klebrig, ziemlich undefinierbar gefärbt, jung blass braunbeige mit schwachem Blauton am Hutrand, später mehr olivgelb; Stiel: bis 4 x 1,4 cm, gerandet knollig, jung blass blaulila, später schmutzig cremefarben; Knolle bis 3 cm breit, deutlich gerandet, unterseits schmutzig cremefarben; Velum am Knollenrand cremegelb; Lamellen: mit Burggraben angewachsen, gedrängt, jung blass blaulila, dann rasch beigebraun; Schneiden +/- glatt; Fleisch: im Stiel blass blaulila, sonst cremefarben; Geruch: intensiv süßlich gebäckartig; Geschmack: Huthaut mild; KOH (40%): am Hut, am Hutfleisch und am Knollenrand ockerbraun; am Stielfleisch blass beige bis cremegelblich; an der Knollenunterseite negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm, simplex bis schwach duplex; Epikutishyphen teils stark gelifiziert, intakte hyalin und mit sehr auffallendem, lichtbrechendem, teils schaumig-körneligem, teils tropfenartigem Inhalt wie bei C. gracilior; Hypoderm schwach entwickelt, Zellen etwas breiter (kaum über 10 µm), nicht typisch kastenförmig, und mit blassgelbem, bisw. auch körnigem und selten auch schwach querstreifig inkrustierendem Dickwandpigment; in tieferen Schichten auch gelbe Safthyphen beobachtet; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Lamellentrama: hyalin; Basidien: 4-sporig, mit lichtbrechendem, schaumig-körneligem oder tropfigem Inhalt; ca. 27-36 x 7-8; Sporen: amygdaloid bis citriform, apikal etwa zu einem Drittel ausgezogen und dann schlank zitronenförmig; isoliert und dicht feinwarzig, im Umriss fein rau, Warzen meist klein und niedrig, einzelne etwas verdickt oder verlängert, kaum überstehend; Maße: 9,1 x 5,4 (8,3-9,5 x 5,1-5,5), Q=1,69 (1,57-1,79), 20 Sp. gemessen;

Nr. 10: Cortinarius haasii (M.M. Moser) M.M. Moser

Zur Bestimmung: Durch die negative KOH-Reaktion und große Sporen gut festgelegt.

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Funddaten: 29.09.2015; MTB 8235-4-1-2, 740 m; D-By-Reichersbeuern, Greiling, Vorberg; am Wanderweg von Greiling zum Sulzkopf/Sigrizalm; Bergmischwald (Tanne, Fichte, Buche) auf würmeiszeitlicher Fernmoräne oder spätglazialen Schuttablagerungen; bei großen Tannen, Fichten und (sicher noch in Reichweite) großer Buche; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 5,7 cm breit, klebrig, glatt, blassgelb bis elfenbeinfarben, stellenweise mit weißlichem Belag, etwas striemig; Stiel: bis 6 x 1,5 cm, gerandet knollig, blaulila, an der Spitze auch alt so bleibend, sonst schmutzig weiß verblassend und mit bräunlichem Reflex; Knolle bis 2,3 cm breit, eher schwach gerandet, Unterseite weiß, Basalmyzel teils weiß, teils deutlich schwefelgelb; Velum schwer zu beurteilen, da kein ganz junger Fk vorhanden, aber vermutlich weiß; Lamellen: ausgebuchtet und breit angewachsen, gedrängt, jung blaulila, später graubraun mit Purpurton; Schneiden etwas schartig und schwach weißlich abgesetzt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut hellbraun ohne Rotton, auf allen anderen Teilen negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm, simplex; Zellen ziemlich stark gelifiziert, im oberen Bereich kaum inkrustiert, meist hyalin, manche Zellen mit intrazellulärem gelbbraunem Pigment; Zellen der Subpellis schwach quergestreift inkrustiert; Hypoderm nicht ausgeprägt; Lamellenschneide: fertil; keine auffälligen Marginalzellen beobachtet; Sporen: amygdaloid bis citriform, apikal oft, aber nicht immer deutlich ausgezogen, bisw. mit gut ausgeprägter subapikulärer Depression; grob krustenwarzig; Plage kaum ausgeprägt; Maße: 11,9 x 6,9 (11,4-12,7 x 6,6-7,6), Q=1,72 (1,62-1,84), 20 Sp. gemessen;

Nr. 11: Cortinarius haasii (M.M. Moser) M.M. Moser

Zur Bestimmung: Die Sporenmaße der Art scheinen recht stark zu schwanken. Konstant scheint wohl die fertile Lamellenschneide sowie die leichte Tendenz zu einer Hilardepression.

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Funddaten: 17.10.2015; MTB 8233-2-2-1, 620 m; D – By – Seeshaupt, Osterseen, Unterlauterbach, Buchet; Tannenwald auf kalkhaltigem Boden über Würmmoräne; bei großen Tannen in der Nadelstreu; gesellig (>6 Fk); verges. mit Hygrophorus abieticola, Russula cavipes u.a.;
Hut: bis 4,7 cm breit, sehr schleimig und klebrig, semmelgelb, am Hutrand lebhafter hellgelb; am Scheitel mit weißen, bald bräunenden Velumflöckchen; Stiel: bis 5 cm lang und 1,4 cm breit, gerandet knollig, auf ganzer Länge zart blaulila, bei einem Fk auch am Knollenrand mit blaulila Flecken; Knolle bis 3 cm breit, sehr breit gerandet und basal deutlich konisch eingesenkt, Knollenunterseite weiß, Basalmyzel und Rhizomorphen weiß bis schwefelgelb; Hutrand und Knollenrand (teils in der Cortina hängend) mit schleimigem, gelbem Velumsaum; Lamellen: kurz ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung blaulila, rasch entfärbend und dann graubeige; Schneiden meist schartig und gleichfarbig oder schwach weißlich abgesetzt; Fleisch: cremeweiß, in der Stielrinde lila durchgefärbt und etwas marmoriert; Geruch: schwach, unauffällig; KOH (40%): am Hut blass braun, sonst auf allen Teilen negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm, simplex; Zellen teilweise stark querstreifig gelb bis gelbbraun inkrustiert, teils auch gelb bis bernsteinfarben intrazellulär pigmentiert; Hypoderm kaum ausgeprägt; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Sporen: amygdaloid bis schlank citriform, oft mit ziemlich stark ausgeprägter Hilardepression, apikal bisw. fast spitz, meist etwas ausgezogen; Ornament krustenwarzig, niedrig; Maße: 12,3 x 6,8 (11,1-13 x 6,4-7,3), Q=1,81 (1,66-1,92), 20 Sp. gemessen;

Nr. 12: Cortinarius piceae Froslev, Jeppesen, Brandrud

Zur Bestimmung: Passt perfekt zu den beiden Kollektionen Nr. 22 und 23 von 2012 aus Geitau: gleiche Makroskopie, gleiche Sporenform und -maße, sterile Lamellenschneide und gleiche HDS-Pigmentierung, sogar die häufigen Endzellen in der HDS stimmen überein.

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Funddaten: 22.09.2015; MTB 8235-4-2-2, 830 m; D – By – Marienstein, Tegernseer Berge; Bergmischwald (Tanne, Buche, Fichte, Bergahorn, Esche) überwiegend auf quartärem Schutt, auf jeden Fall kalkreich, aber stellenweise auch bodensauer (Heidelbeere); bei Tanne und Fichte auf Nadelstreu; gesellig (4 Fk);
Hut: bis 3,2 cm breit, halbkugelig bis gewölbt, ziemlich glatt, am Rand höchstens ganz fein eingewachsen faserig, klebrig, semmelgelb, Rand lebhaft zitronengelb, jung komplett mit dunkleren braunen Velumschüppchen bedeckt, die zumindest teilweise persistent sind; Velum am Hutrand wohl gelb, aber bräunend; Stiel: bis 3 x 1,1 cm, gerandet knollig, schmutzig cremefarben; Knolle bis 2,5 cm breit, Unterseite und Basalmyzel weiß; Velum am Knollenrand gelb und schleimig, rasch bräunend; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, jung grauweiß mit zartem Lilaton, dann mittelgrau mit Lilastich, zuletzt graubraun; Schneiden weiß abgesetzt; Fleisch: cremeweiß; Geruch: schwach, unauffällig; KOH (40%): am Hut und am Knollenrand rehbraun bis kastanienbraun; an Bulbipellis/Basalmyzel und am Fleisch negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm; simplex; Zellen kaum gelifiziert, im Präparat locker verteilt, mit vielen zylindrischen bis keuligen Endzellen, meist sehr grob goldgelb quergestreift inkrustiert, selten auch mit bernsteinfarbenem Pigment; Hypoderm nicht ausgeprägt; Lamellenschneide: steril; mit dicht gepackten keuligen, bis ca. 17,5 µm breiten Cheilozystiden; Sporen: citriform bis subamygdaloid, apikal fast immer kurz ausgezogen (papilliert); Ornament aus groben, bisw. scholligen Warzen, die bisw. ineinander übergehen, knubbelig vorstehend (bis ca. 0,3 µm); Maße: 10,6 x 6,3 (9,8-11,1 x 5,9-6,9), Q=1,67 (1,55-1,76), 20 Sp. gemessen;

Nr. 13: Cortinarius collocandoides Remaux

Zur Bestimmung: Mit dem Schlüssel in JEC2014 bestimmt. Aufgrund der violetten Hutfarben und der nicht zugespitzten Stielbasis wohl eher C. collocandoides als C. subpurpurascens. Bei der Vergleichskollektion von C. subpurpurascens Nr. 2012-46 sieht man deutlich die zugespitze Stielbasis und andere Hutfarben.

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Funddaten: 27.10.2015; I – Marken – Urbino – Cantiano; Eichenmischwald über Silikatgestein; bei Eichen (viel Zerreiche); einzeln;
Hut: 5 cm breit, schwach klebrig, stark eingewachsen faserig, graublau; Stiel: 5 x 1 cm, gerandet knollig, blau; Knolle bis 1,8 cm breit, schwach gerandet, unterseits weißlich; Velum am Knollenrand blaulila; Lamellen: ausgebuchtet und sehr schmal angewachsen, gedrängt, blau; Fleisch: cremeweiß mit zartem Blauton, in der Stielspitze stärker blau durchgefärbt; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut ockerbraun bis rehbraun; am Fleisch minimal gelblich (fast negativ), an der Bulbipellis negativ; Lugol: am Fleisch rasch tiefviolett; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: ellipsoid, in Aufsicht schmal ovoid; Ornament dicht und isoliert grobwarzig, Warzen vereinzelt zusammenfließend, abgerundet, vor allem apikal deutlich überstehend; Maße: 8,9 x 5,2 (8,1-10 x 4,5-6), Q=1,69 (1,59-1,84), 20 Sp. gemessen;

Nr. 14: Cortinarius xanthochlorus Rob. Henry

Zur Bestimmung: Auf der JEC-Tagung in Urbino bereits makroskopisch bestimmt. Mit FN geschlüsselt. Im Gegensatz zum Schlüssel der FN würde ich die HDS durchaus als duplex interpretieren. Sehr auffallend sind die schlanken, apikal zapfenförmig ausgezogenen Sporen, die Garnweidner auf pilze-ammersee.de erwähnt. Eine schöne Abbildung der Art findet sich bei Eyssartier 2013.

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Funddaten: 27.10.2015; I – Marken – Urbino – Cantiano; Eichenmischwald über Silikatgestein; bei Eichen (viel Zerreiche); gesellig (>5 Fk);
Hut: bis ca. 6 cm breit, bei trockener Witterung schwach klebrig, am Rand eingewachsen faserig, ziemlich düster olivgrün, zum Rand hin heller; ohne auffallende Velumreste; Stiel: bis 6,5 x 1,7, gerandet knollig, lebhaft hellgelb; Knolle bis 2,5 cm breit, schmal bis kaum gerandet, unterseits weißlich; Velum am Knollenrand lebhaft gelb; Lamellen: ausgebuchtet und breit angewachsen, mäßig gedrängt, jung olivgelb, bald olivgrün; Fleisch: im Stiel hellgelb, im Hut weiß; Geruch: süßlich gebäckartig, ohne auffallenden Pfeffergeruch; KOH (40%): am Hut dunkel rotbraun, am Fleisch und an der Bulbipellis negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm/Ixocutis, duplex; Epicutis sehr dick (bis 800 µm am Exsikkat beobachtet!), stark gelifiziert, intakte Zellen teils hyalin, teils flächig gelbbraun pigmentiert, aber auch mit sehr feinen Inkrustationen an der Zellwand; Zellen der Subcutis teils deutlich breiter, enger verflochten, kaum gelifiziert, ähnlich pigmentiert; Hypoderm entwickelt, aus sehr unterschiedlich breiten, teils rundlichen, oft fast isodiametrischen, dickwandigen Zellen mit gelbbraunem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Lamellentrama: Zellen relativ breit, sehr blass gelblich pigmentiert, ohne Inkrustationen; Basidien: 4-sporig, überwiegend hyalin, reife oder kollabierte oft zitronengelb pigmentiert; Sporen: schlank amygdaloid mit stark ausgezogenem Apex, in Aufsicht auch schlank citriform; Ornament aus überwiegend kleinen, aber stellenweise auch sehr breiten, scholligen Warzen, Warzen oft zu kurzen Graten verlängert, ziemlich deutlich überstehend; insgesamt nicht so grob krustenwarzig wie bei vielen Calochroi; Maße: 14,5 x 7,4 (12,7-15,7 x 6,8-8,2), Q=1,97 (1,80-2,21), 20 Sp. gemessen;

Nr. 15: Cortinarius subhygrophanus Bidaud

Zur Bestimmung: Eindeutig C. subhygrophanus, den ich seit 2008 nicht mehr gesehen habe. Auch die Sporen passen perfekt zu den Aufsammlungen von 2006 bzw. 2008. Sehr auffällig sind die stachelwarzigen Sporen mit ausgeprägter Plage!

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Funddaten: 27.09.2015; MTB 8533-3-2-2, 1050 m; D-By-Mittenwald, Kranzberggebiet, Kratzenrauth, Fällgrabental; Mischwald (Fichte, Tanne, Buche) auf postglazialen Ablagerungen im Übergangsbereich zu Hauptdolomit; bei mittelalten Fichten und sehr jungen Buchen; einzeln;
Hut: 2,8 cm breit, glatt, etwas glimmerig, fast trocken, tiefblau; mit cremegelben bis ockergelben, dicken, im Randbereich etwas filzigen Velumschüppchen besetzt; Stiel: 3 x 1 cm, knollig, nur angedeutet gerandet, Knolle 2,3 cm breit, blau, am Knollenrand mit ockergelbem bis ockerbraunem, dickem Velum; Basalmyzel weiß bis gelblich; Lamellen: leicht aufsteigend und breit angewachsen, tiefblau; Fleisch: blau, in der Stielknolle cremeocker; Geruch: typischer Phlegmaciengeruch, etwas süßlich; KOH (40%): am Fleisch blass violett, in der Stielknolle purpurbraun, außen an der Knolle unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: amygdaloid, apikal bisw. etwas ausgezogen, isoliert und dicht stachelwarzig, Warzen klein und relativ hoch, unterm Apikulus mit deutlicher Plage-Zone; Maße: 10,1 x 5,9 (9,5-11 x 5,5-6,3), Q=1,70 (1,58-1,83), 20 Sp. gemessen;

Nr. 16: Cortinarius anomaloochrascens Chevassut & Rob. Henry

Zur Bestimmung: Fulvoochrascens-Gruppe ist taxonomisch noch ziemlich unklar.

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Funddaten: 21.10.2015; MTB 8136-4-3-1, 770 m; D – By – Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; bodensaurer (Heidelbeere) Bergmischwald (Fichte, Tanne Buche) über Hang- und Verwitterungsschutt; bei großen Tannen (weiter entfernt auch Buche und Fichte); gesellig (5 Fk);
Hut: bis 7 cm breit, schleimig und schwach klebrig, am Rand eingewachsen faserig und wasserstreifig, ockergelb bis olivgelb, hygrophan, alt am Hutrand beige verblassend; Stiel: bis 7,5 x 1,7 cm, basal keulig bis knollig, bisw. auch angedeutet gerandet knollig, schmutzig cremefarben, jung im oberen Drittel blaulila, alt mit ockerbraunem Reflex; Basis bis 2,2 cm breit, höchstens schwach gerandet oder gleichmäßig keulig; Velum sehr dünn und unauffällig; Lamellen: ausgebuchtet und breit angewachsen, jung komplett blaulila und am Hutrand lange so bleibend, alt lehmbraun; Schneiden gleichfarbig und schwach schartig; Fleisch: schmutzig creme bis beige, jung in der Stielspitze blaulila durchgefärbt; Geruch: im Schnitt schwach süßlich; KOH (40%): am Hut kastanienbraun; am Fleisch blassbraun; an der Knolle negativ; Lugol: am Fleisch stellenweise goldgelb; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: dünne Ixocutis, duplex; Epicutiszellen sehr stark gelifiziert, intakte hyalin oder sehr fein inkrustiert; Hypoderm vorhanden, Zellen typisch kastenförmig bis isodiametrisch, mit gelbbraunem, teils körnig inkrustierendem Dickwandpigment, schmalere Zellen auch quergestreift gelbbraun inkrustiert; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Lamellentrama: Zellen schmal, hyalin; auf Melzer nicht reagierend; Basidien: 4-sporig; Sporen: ellipsoid-ovoid bis subamygdaloid, apikal mittelbreit bis schmal gerundet; isoliert und kräftig warzig, Warzen sporadisch auch etwas verlängert oder zusammenfließend, vor allem apikal deutlich überstehend, die Sporen wirken bisw. schwach kalyptrat; indextrinoid; Maße: 12,1 x 8,0 (11,2-13,9 x 7,3-8,8), Q=1,52 (1,41-1,72), 20 Sp. gemessen;

Nr. 17: Cortinarius calochrous (Pers.: Fr.) Gray

Zur Bestimmung: Typischer C. calochrous.

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Funddaten: 29.09.2015; MTB 8235-4-1-2, 880 m; D-By-Reichersbeuern, Greiling, Vorberg; am Wanderweg von Greiling zum Sulzkopf/Sigrizalm; Bergmischwald (Tanne, Fichte, Buche) auf würmeiszeitlicher Fernmoräne oder spätglazialen Schuttablagerungen im Übergangsbereich zum Flysch; bei großen Buchen und Fichte Rand eines Pfades; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 5 cm breit, glatt, schleimig und klebrig, gelb, stellenweise bräunlich fleckig, aber ohne Velumschüppchen; Velum am Hutrand leuchtend gelb; Stiel: bis 6 x 0,9 cm, gerandet knollig, weißlich; Knolle verkehr halbkugelig, bis 2,9 cm breit, sehr breit tellerartig gerandet, Unterseite weißlich; Basalmyzel teils weiß, teils schwefelgelb; Velum am Knollenrand schleimig und leuchtend gelb; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut ockerbraun ohne Rotton, auf allen anderen Teilen negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm, simplex; Zellen der Subpellis schwach quergestreift inkrustiert (gelb), Zellen der Epikutis kaum inkrustiert, hyalin oder iz. gelb; Lamellenschneide: substeril, mit zahlreichen, kleinen Marginalzellen, die aber kaum von Basidiolen unterscheidbar seind; Sporen: amygdaloid, grob krustenwarzig, Plage kaum ausgeprägt; Maße: 9,4 x 5,6 (8,4-10,1 x 5,1-6,2), Q=1,67 (1,56-1,79), 20 Sp. gemessen;

Nr. 18: Cortinarius infractus (Pers.: Fr.) Fr. aggr.

Zur Bestimmung: Artengruppe noch ungeklärt.

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Funddaten: 25.09.2015; MTB 8136-2-3-4, 730 m; D – By – Holzkirchen , Darching, Fentberg, Niedermoos, Himmelbichel, nahe der Forststraße zum Fentberg; saurer Bergmischwald (Tanne, Fichte, Buche) mit viel Heidelbeere auf Oberer Süßwassermolasse (Tertiär); im Hochwald an leicht grasiger Stelle bei Fichte und Tanne (Buche schon ziemlich weit entfernt); büschelig (>10 Fk);
Hut: bis 4,2 cm breit, glatt, am Rand fein eingewachsen faserig, schwach schleimig und klebrig, düster olivbraun; Stiel: bis 6 x 1,3 cm, in der Mitte leicht spindelig erweitert, an der Basis verjüngt und meist büschelig verwachsen, schmutzigweiß, an der Spitze mehr grau und schwach glänzend; Velum sehr dünn und unscheinbar; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, schon jung kühl schokobraun, bei Sporenreife eher etwas heller; Fleisch: schmutzigweiß, in der Stielspitze grau marmoriert, in der Basis bisw. mit ockerlichen Flecken; Geruch: rafanoid; Geschmack: sehr bitter; KOH (40%): auf allen teilen zuerst bläulichgrün, dann olivgrün und zuletzt olivgelb; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, ca. 150 µm dick, Zellen ziemlich stark gelifiziert, hyalin oder grünlichgelb; Hypoderm schwach entwickelt, ohne auffallende Pigmente; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: hyalin; Basidien: 4-sporig, hyalin, reif mit großen lichtbrechenden (grünlichen) Tropfen (Gutullen); Sporen: subglobos, basal konisch zugespitzt, apikal breit gerundet, ziemlich grob warzig; Ornament aus isolierten, oft etwas verlängerten Warzen und sporadisch auch kurzen Graten, leicht überstehend (am ganzen Umfang); Maße: 7,6 x 6,3 (6,8-8 x 5,8-6,6), Q=1,20 (1,08-1,26), 20 Sp. gemessen;

Nr. 19: Cortinarius subrubrovelatus (Bidaud) Kytöv., Liimat., Niskanen & Dima

Zur Bestimmung: Die Beschreibung und Umkombination findet sich in Persoonia 33. Die Kollektion hat exakt die in Persoonia angegebenen Sporenmaße.

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Funddaten: 10.10.2015; MTB 8337-2-1-3, 1320 m; D – By – Fischbachau, Aurachtal, Benzingalm; Almweide mit lockerem Baumbestand (Fichte, Tanne, Latsche, Lärche, Bergahorn) auf postglazialem Schutt im Übergangsbereich zu Hauptdolomit (kalkalpin); bei großer Tanne; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 5,5 cm breit (nicht ganz aufgeschirmt), nicht schleimig, nur schwach klebrig, stark eingewachsen faserig, ockerbraun, mit schwachem Olivton am Hutrand; Stiel: bis 4,5 x 1,8 cm, gerandet knollig, schmutzig cremefarben, an der Spitze mit bäulichem Schimmer; Knolle bis 2,7 cm breit, kurz gerandet oder gleichmäßig verbreitert, meist wenig konisch eingesenkt, Unterseite cremeweiß, Basalfilz weiß; Velum am Knollenrand unauffällig, weißlich; Lamellen: schwach aufsteigend und eher schmal angewachsen, gedrängt, jung blaulila und lange so bleibend, bei Sporenreife graubraun mit Lilastich; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: süßlich gebäckartig; KOH (40%): am Fleisch blassbraun, in der Stielbasis rötlichbraun; am Hut rehbraun; am Knollenrand und an der Knollenunterseite rehbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Fast trockene, relativ dünne Cutis; Zellen nicht gelifiziert, locker liegend; Pigment intensiv gelb, mäßig stark quergestreift inkrustierend, offenbar parietal und körnelig; Hypoderm gut entwickelt, mit gelbem, teils körneligem Dickwandpigment; Lamellenscheide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Lamellentrama: hyalin; Basidien: 4-sporig; Sporen: ellipsoid, in Aufsicht ovoid, apikal mittelbreit gerundet; dicht und isoliert warzig, im Umriss grob rau, Warzen am Apex stärker überstehend; Maße: 7,9 x 5,0 (7,1-8,7 x 4,4-5,4), Q=1,58 (1,46-1,71), 20 Sp. gemessen;

Nr. 20: Cortinarius glaucopus (Schaeff.: Fr.) Fries aggr.

Zur Bestimmung: Mikroskopisch wenig verschieden von Kollektion Nr. 19. C. magicus hat jung mehr Velum (nach FN).

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Funddaten: 10.10.2015; MTB 8337-2-1-1, 850 m; D – By – Fischbachau, Aurachtal; nahe dem Wanderweg zur Benzingalm; Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche, Bergahorn) auf postglazialem Schutt im Übergangsbereich zu Hauptdolomit (kalkalpin); bei großer Buche, Fichten und Tanne; büschelig;
Hut: bis 10 cm breit, nicht schleimig, nur schwach klebrig, stark eingewachsen faserig, ockerbraun, mit schwachem Olivton am Hutrand; Stiel: bis 8 x 2 cm, gerandet knollig, schmutzig cremefarben, an der Spitze mit bläulichem Schimmer; Knolle bis 3,5 cm breit, meist einseitig kurz gerandet, stark konisch eingesenkt, Unterseite schmutzig cremefarben; Velum am Knollenrand unauffällig, ockerlich verfärbt; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung blaulila und lange so bleibend, bei Sporenreife graubraun mit Lilastich; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: süßlich gebäckartig; KOH (40%): am Hutfleisch und in der Stielbasis rötlichbraun, sonst am Stielfleisch negativ; am Hut rehbraun; am Knollenrand und an der Knollenunterseite rehbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Fast trockene Cutis, Zellen nicht gelifiziert, mit gelbem quergestreift inkrustierendem Pigment, und intensiv gelbem, wohl intrazellulären Pigment in der obersten Lage; Hypoderm gut entwickelt, mit gelbem, körnelig inkrustierendem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil, ohne auffallende Marginalzellen; Lamellentrama: hyalin; Sporen: ellipsoid bis schlank ovoid (in Aufsicht), isoliert und dicht warzig, im Umriss grob rau; Maße: 8,0 x 5,0 (7,1-9,2 x 4,6-5,4), Q=1,59 (1,42-1,71), 20 Sp. gemessen;

Nr. 21: Cortinarius chromataphilus Rob. Henry (=Cortinarius cf. sabuletorum Redeuilh & Remaux ss. Saar)

Zur Bestimmung: Bei der JEC-Tagung gefunden. Die Mittelwerte der Sporenmaße liegen über den Maximalwerten, die bei Saar 2010 und Brandrud et al. 2012 angegeben sind. Darüber hinaus erinnert der Geruch mehr an C. olidus oder fraudulosus als an C. variecolor.

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Funddaten: 26.10.2015; I – Marken – Urbino – Seravalle; Eichenmischwald über Silikatgestein; bei Eichen (viel Zerreiche) und (weiter entfernt) Fichte; gesellig (>10 Fk);
Hut: bis 7,5 cm breit, schleimig, am Rand bisw. schwach eingewachsen faserig; sehr blass und bunt: mit zart lila, grauen und cremeweißen Farben; jung bisw. mit weißem Velumbelag; Stiel: bis 7 x 1,8 cm, basal keulig, weiß; Velum weiß, unauffällig am Stiel; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, auch bei recht jungen Fk ohne Blauton, graubeige, alt bräunlichbeige; Fleisch: rein weiß; Geruch: sehr auffällig, eher unangenehm gebäck- bis weihrauchartig, ein bisschen an C. olidus erinnernd, aufdringlich; Geschmack: Huthaut säuerlich, mild; KOH (40%): am Fleisch kräftig zitronengelb, am Hut ockergelb bis orangegelb, am Stiel(velum) gelblich; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex; Zellen der Epicutis teils gelifiziert, intakte teils gelbbraun pigmentiert, teils hyalin, bisw. auch inkrustiert; Hypoderm schwach ausgeprägt, Zellen der Subcutis etwas breiter, aber kaum typisch kastenförmig; Schnallen ca. 5-6 µm lang: Sporen: amygdaloid, apikal oft stumpf ausgezogen, bisw. mit schwacher Hilardepression und Plage, überwiegend isoliert warzig, Warzen aber bisw. auch verlängert oder zusammenfließend; Maße: 11,7 x 6,6 (10,9-13 x 6,3-7), Q=1,76 (1,63-1,94), 20 Sp. gemessen;

Nr. 22: Cortinarius caesiostramineus R. Hry

Zur Bestimmung: Recht großsporige Aufsammlung, aber auch nicht die erste mit so großen Sporen. Trotz der sehr unterschiedlichen Ökologie wahrscheinlich nichts anderes als die Aufsammlungen von sauren Böden, z.B. Nr. 2014-60 aus dem Zillertal.

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Funddaten: 13.10.2015; MTB 7935-4-4-2, 560 m; D – By – Frundsbergerhöhe, Östliche Isarleite, im ufernahen Auwaldbereich; Laub-Nadel-Mischwald (Buche, Esche, Fichte) auf kalkreichem Boden über würmeiszeitlichen Schottern mit Schutt; bei großen Fichten; gesellig (>10 Fk);
Hut: bis 6 cm breit, sehr schleimig und klebrig, glatt, zum Rand hin eingewachsen faserig und oft wasserstreifig bis –fleckig; am Scheitel beigebraun, zum Rand hin beigegrau; Stiel: bis 6 x 1,5 cm, gerandet knollig, schmutzig cremefarben, beim jüngsten Fk mit zartem Blauton in der Stielspitze; Knolle bis 2,4 cm breit; Velum am Knollenrand unauffällig, weißlich; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, sehr gedrängt, beim jüngsten Fk mit zartem Blaustich, sonst beigebraun; Fleisch: siehe Schnittbild; auffallend: in der Knollenbasis immer cremegelblich bis gelb; Geruch: süßlich gebäckartig, typischer Phlegmaciengeruch; Geschmack: Huthaut anfangs minimal bitterlich, aber nicht nachhaltig; KOH (40%): am Hut blassbraun; am Knollenrand und an der Knollenunterseite sehr blass ockerbräunlich; am Hutfleisch blass ockergelb, in der Stielbasis dunkler orangegelb; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Stark gelifiziertes Ixotrichoderm, simplex-duplex; intakte Zellen hyalin, mit tropfig-körngeligem, lichtbrechendem Inhalt; darunter eine Schicht dichter gepackter schmaler Zellen; erst darunter schwach ausgeprägte Hypodermstruktur, Zellen mit blassgelbem Dickwandpigment; Sporen: amygdaloid, apikal schmal gerundet, bisw. auch schwach ausgezogen, fein warzig; Warzen fein, meist isoliert, dicht stehend, bisw. auch etwas verlängert oder zusammenfließend; Maße: 8,7 x 5,2 (7,8-9,3 x 4,7-5,8), Q=1,67 (1,55-1,90); 20 Sp. gemessen;

Nr. 23: Cortinarius spec.

Zur Bestimmung: Unklar. Eine gewisse Ähnlichkeit hat die als C. fuscobovinaster cf. bestimmte Kollektion Nr. 2014-05 aus dem Zillertal. Deren Sporen sind nur wenig größer, ebenso stark dextrinoid, unterscheiden sich aber durch eine etwas stärker entwickelte Hilardepression. Größer sind die makroskopischen Unterschiede: Die Zillertaler haben jung nicht so flache, kegeligere Hüte, etwas wärmere Hutfarben, weniger Hutvelum und sind am Scheitel deutlich hygrophan. Ansonsten habe ich keine ähnlichen Aufsammlungen mit so großen Sporen.

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Funddaten: 22.09.2015; MTB 8235-4-2-2, 840 m; D – By – Marienstein, Tegernseer Berge; Bergmischwald (Tanne, Buche, Fichte, Bergahorn, Esche) überwiegend auf quartärem Schutt, auf jeden Fall kalkreich, aber stellenweise auch bodensauer (Heidelbeere); am Pfadrand bei Fichte und Tanne; gesellig bis kleinbüschelig (7 Fk);
Hut: bis 4 cm breit, schon jung bald gewölbt, reif flach ausgebreitet mit herabgezogenem Rand und ohne Buckel, glatt, kastanienbraun, in allen Altersstadien ungestreift; jung vom weißen, feinfilzigen Velum überzogen, das am Hutrand länger erhalten bleibt; Stiel: bis 5 x 1 cm, meist recht stämmig, basal spindlig-keulig, schmutzigweiß; Velum weiß, faserig, dünn; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, lehmbraun, jung höchstens etwas blasser; Schneiden weißlich; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: rafanoid; KOH (40%): am Hut dunkelbraun; sonst unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen teilweise gelifiziert, meist hyalin, höchstens hauchfein inkrustiert (nicht auffallend), teilweise auch diffus gelbbraun; Hypoderm stark entwickelt, Zellen bis ca. 25 breit, mit blass gelblichem, nicht körnigem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil, ohne Cheilozystiden oder auffällige Marginalzellen; Lamellentrama: Zellen schmal, praktisch hyalin; Basidien: 4-sporig, reife oft gelbbraun pigmentiert; ca. 33-39 x 8-9; Sporen: ellipsoid, apikal mittelbreit gerundet, ohne oder mit schwach ausgeprägter Depression, unterm Apikulus nicht oder schwach abgeflacht (in Seitenansicht), isoliert warzig, Warzen ziemlich grob, am gesamten Umfang überstehend, apikal noch etwas gröber (bis 0,5 µm vorstehend), mit schwacher Plage; stark dextrinoid; Maße: 9,2 x 5,8 (8,5-9,8[10,5] x 5,4-6,1[6,3], Q=1,58 (1,48-1,78), 20 Sp. gemessen;

Nr. 24: Cortinarius striaepilus J. Favre

Zur Bestimmung: Die einzige Abweichung zur Originalbeschreibung von Favre sind die relativ entfernt stehenden Lamellen. FN gibt erheblich breitere Sporenmaße an, die aber nicht der Originalbeschreibung entsprechen. Die unter dem Mikroskop sehr dunkelbraunen Gewebefarben teilt die Kollektion mit der Flexipes-Gruppe bei den Incrustati.

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Funddaten: 21.10.2015; MTB 8136-4-3-1, 730 m; D – By – Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; mooriger Bergmischwald (Fichte, Tanne) über risseiszeitlichen Hochterassenschottern; bei Fichten und (weiter entfernt) Tanne im Sphagnum; gesellig (6 Fk);
Hut: bis 1,6 cm breit, mit spitzwarzigem Buckel, glatt, trocken, rehbraun bis ockerbraun; Stiel: bis 5 x 0,2 cm, basal gleichdick, ockerbraun: Velum weiß, bildet eine schwach ausgeprägte Gürtelung am Stiel; Lamellen: ausgebuchtet und breit, auch mit Zahn angewachsen, entfernt, lehmbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen fein quergestreift dunkelbraun inkrustiert; Hypoderm normal ausgeprägt, mit teils körnelig inkrustierendem Dickwandpigment und vielen dunkelbraunen, wohl intrazellulären Placken. Lamellenschneide: fertil, keine auffälligen Marginalzellen gesehen; Lamellentrama: fein quergestreift braun inkrustiert; Sporen: ellipsoid bis subzylindrisch, apikal breit gerundet, bisw. auch etwas schmäler, ohne Hilardepressino, fein warzig, im Umriss fein rau; deutlich dextrinoid (in Melzer orangebraun); Maße: 9,1 x 5,3 (8,2-9,6 x 4,5-5,9), Q=1,69 (1,46-1,90), 20 Sp. gemessen;

Nr. 25: Cortinarius cf. striaepilus J. Favre

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Übereinstimmend mit der Beschreibung in FN sind die spitzwarzig gebuckelten, durchscheinend gestreiften Hüte und die Sporenmaße. Abweichend sind die sehr grobwarzige Ornamentierung der Sporen und vermutlich auch der trockene, mediterrane Standort. Sicher etwas anderes als Kollektion Nr. 24 und wohl kaum die Art, die Favre beschrieben hat, dann Favre gibt die Sporenmaße mit 7,5-9,5 x 4,7-5,5, also erheblich schmäler an.

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Funddaten: 30.10.2015; I – Marken – Urbino – SP51 Richtung Westen/Fossombrone; Kiefernwald (Schwarzkiefer, Pinie, Waldkiefer) mit eingestreuten Abies spec. und Mannaeschen auf sehr flachgründigem Kalkboden; bei Waldkiefer und Manna-Esche; gesellig (>10 Fk);
Hut: bis 2 cm breit, kegelig bis flach gewölbt, stets mit kleinem, spitzwarzigem Buckel, kastanienbraun, bis zum Scheitel durchscheinend gestreift, hygrophan; Stiel: bis 5,5 x 0,3 cm, basal gleichdick, braun, bisw. düster braun; Velum weiß, faserig, eher schwach ausgeprägt, bildet angedeutete Gürtel am Stiel; Lamellen: aufsteigend bis ausgebuchtet und breit angewachsen, mäßig entfernt, jung ockerbraun, dann kastanienbraun; Schneiden weißlich abgesetzt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach, höchstens schwach raphanoid; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, dünn; Epicutiszellen hyalin, nicht inkrustiert, schmal; Hypoderm entwickelt, mit teils körneligem, gelbbraunem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Lamellentrama: Zellen fein braun inkrustiert; Basidien: 4-sporig, jung hyalin, bei Reife oft kollabierend und dann düster braun pigmentiert; Sporen: ellipsoid, basal oft etwas zugespitzt, apikal sehr breit gerundet, isoliert und stumpf stachelwarzig; Warzen hoch, deutlich überstehend, meist stumpf, selten fast spitz, meist isoliert, selten auch etwas zusammenfließend; Maße: 8,9 x 6,0 (8,3-9,9 x 5,6-6,3), Q=1,50 (1,38-1,62), 20 Sp. gemessen;

Nr. 26: Cortinarius cf. decipiens var. atrocoeruleus

Zur Bestimmung: Unklar. Mit FN geschlüsselt.

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Funddaten: 26.10.2015; I – Marken – Urbino – Seravalle; Eichenmischwald über Silikatgestein; bei Buche und Zerreiche;
Hut: bis 2 cm breit, kegelig-glockig, glatt, trocken, schokobraun; hygrophan, beige ausblassend; Stiel: bis 6,5 x 0,4 cm, basal ausspitzend, oft sehr lang und verbogen, tief im Laub verankert, cremeweiß; Velum weiß, dünn, faserig; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, sehr breit, schon jung schokobraun und so bleibend, ohne Blauton; Fleisch: cremefarben, bei jungen Fk in der Stielspitze braun marmoriert; Geruch: leicht raphanoid; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis sehr dünn, Zellen teilweise gelifiziert, meist hyalin; Hypoderm stark entwickelt, Zellen typisch kastenförmig bis isodiametrisch und mit blass gelbbraunem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Sporen: ellispoid bis ovoid (in Aufsicht), kräftig warzig; Warzen am Apex grob und stark überstehend, Spore sonst im Umriss rau; stark dextrinoid (in Melzer orangebraun bis rotbraun); Maße: 8,0 x 5,2 (7-8,8 x 4,7-5,8), Q=1,53 (1,44-1,66), 20 Sp. gemessen;

Nr. 27: Cortinarius duracinus Fr. s. lato

Zur Bestimmung: Sieht aus wie der C. duracinus in CFP und hat auch wesentlich größere, vor allem breitere Sporen als die Aufsammlungen von C. spisnii.

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Funddaten: 27.09.2015; MTB 8533-3-2-2, 1100 m; D-By-Mittenwald, Kranzberggebiet, Kratzenköpfel; Fichtenmischwald (Fichte, Tanne, Buche eingestreut) auf Fernmoräne im Übergangsbereich zu Hauptdolomit (kalkalpin); im lichten Wald auf einer grasigen Lichtung bei junger Fichte und großen Buchen; gesellig (2 Fk); verges. mit L. pallidus;
Hut: bis 4 cm breit, kegelig bis gewölbt mit deutlich vorgezogenem, abgerundetem Buckel, glatt, schwach glänzend, braunbeige (RAL) oder kühles Hellbraun, reif am Rand kurz durchscheinend gestreift, hygrophan; Stiel: bis 7,5 x 0,7 cm, basal schwach spindelig und ausspitzend, cremefarben; Velum weiß und sehr dünn; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig entfernt, jung braunbeige, reif lehmbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: rafanoid; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen höchstens sporadisch etwas gelifiziert, hyalin oder diffus blass gelbbraun pigmentiert ohne Inkrustationen; Hypoderm schwach entwickelt, Zellen bis ca. 20 µm breit, Dickwandpigment unauffällig; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Basidien: 4-sporig, hyalin oder diffus bis marmoriert gelbbraun pigmentiert; Lamellentrama: sehr blass pigmentiert, ohne Inkrustationen; Sporen: ellipsoid, mit subapikulärer Depression, apikal mittelbreit bis breit gerundet, isoliert stachelwarzig, kräftig dextrinoid; Maße: 8,7 x 5,7 (8,1-9,5 x 5,4-6), Q=1,54 (1,42-1,62), 20 Sp. gemessen;

Nr. 28: Cortinarius duracinus Fr. s. lato

Zur Bestimmung: Erinnert an C. duracinus und könnte in diese Artengruppe gehören. Die Aufsammlung dürfte mit Nadelbäumen assoziiert sein, hat aber die Sporengröße von C. spisnii.

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Funddaten: 29.09.2015; MTB 8235-4-1-2, 820 m; D-By-Reichersbeuern, Greiling, Vorberg; Bergmischwald (Tanne, Fichte, Buche) auf würmeiszeitlicher Fernmoräne oder spätglazialen Schuttablagerungen; bei großen Tannen, Fichten und sehr junger Buche; gesellig (ca. 9 Fk);
Hut: 3,5-6,8 cm breit, jung flachkegelig bis gewölbt mit schwach ausgeprägtem, breitem Buckel, glatt, matt, jung lehmbraun, stark hygrophan und sehr rasch beige aussblassend, im Alter dann wieder mit dunkleren semmelbraunen bis ockerbraunen Farben; Stiel: bis 7,5 x 1,5 cm breit, meist lang und schlank, basal deutlich ausspitzend und meist etwas verbogen wurzelnd, cremeweiß; Velum weiß, extrem dünn und unauffällig; Lamellen: aufsteigend bis abgerundet und breit angewachsen, mäßig entfernt, jung braunbeige, später dunkler lehmbraun; Schneiden weiß abgesetzt und +/- glatt; Fleisch: cremeweiß; Geruch: angenehm nach frischen Radi; KOH (40%): am Hut olivbraun, am Fleisch und in der unteren Stielhälfte blass olivgrau; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen nicht gelifiziert, hyalin, feinst inkrustiert oder blass gelbbraun intrazellulär pigmentiert; Hypoderm normal entwickelt, Zellen bis 25 µm breit, Dickwandpigment sehr blass gelblich, nicht körnig; Lamellenschneide: heterogen, mit zahlreichen, eher unauffälligen Marginalzellen; Lamellentrama: schwach pigmentiert, ohne Inkrustationen; Sporen: ellipsoid, mit subapikulärer Depression, apikal mittelbreit bis breit gerundet, isoliert warzig, Warzen meist klein, bisw. auch etwas verlängert, mäßig hoch (manchen Sporen fast stachelwarzig), stark dextrinoid; Maße: 8,2 x 5,1 (7,8-8,9 x 4,9-5,7), Q=1,61 (1,53-1,69), 20 Sp. gemessen;

Nr. 29: Cortinarius helvelloides (Fr.: Fr.) Fr.

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt.

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Funddaten: 17.10.2015; MTB 8233-2-2-3, 590 m; D – By – Seeshaupt, Osterseen, Unterlauterbach, Großer Ostersee; am Ostufer; Erlenwald auf nassem Boden über würmeiszeitlichen Niederterassenschottern bzw. Moorboden; bei großen Schwarzerlen und Salix auf einem schwachen, übermoosten, morschen Stumpf (wohl Erle); gesellig (5 Fk);
Hut: bis 1,4 cm breit, kegelig, mit warzenförmigem Buckel, Oberfläche ziemlich grob faserig (auch schwach aufschuppend), jung kastanienbraun, später heller lehmbraun; vor allem am Rand mit goldgelben Velumresten; Stiel: bis 4 x 0,2 cm, basal gleichdick, ockerbraun bis honigbraun, mit goldgelben, faserig-flockigen Velumresten, die eine undeutliche Gürtelung bilden; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, oft mit Zahn, entfernt, dick, jung violett, rasch entfärbend und dann rehbraun bis lehmbraun; Schneiden +/- glatt, gleichfarbig; Fleisch: siehe Schnittbild (in der Stielspitze jung violett, sonst goldbraun marmoriert); Geruch: schwach, unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen ziemlich breit, Pigment gelb, (wahrscheinlich parietal) stark querstreifig inkrustierend; Hypoderm mäßig stark ausgeprägt, mit querstreifig inkrustierendem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Lamellentrama: sehr fein goldgelb inkrustiert (wahrscheinlich parietal); Basidien: hyalin oder gelb pigmentiert (dann oft kollabiert); Sporen: ellipoid bis tropfenförmig, basal meist zugespitzt und mit leichter Hilardepression, apikal breit gerundet; fein stachelwarzig, Warzen fein und hoch, apikal noch etwas stärker überstehend; Maße: 9,0 x 5,7 (8,3-9,7 x 5,3-6,1), Q=1,59; 20 Sp. gemessen;

Nr. 30: Cortinarius trivialis J. Lange

Zur Bestimmung: C. trivialis aggr. Nur Moser und PDS-5 geben so große Sporen an. FN und CFP erheblich kleinere Maße. Auch bei sehr jungen Fk waren hier keine Blautöne in den Lamellen vorhanden.

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Funddaten: 26.10.2015; I – Marken – Urbino – Seravalle; Buchenmischwald über Silikatgestein; bei Zerreiche und Buche; gesellig; in der ganzen Gegend ein Massenpilz bei Eichen;
Hut: bis 4,5 cm, erst schleimig, bald trocken, jung rehbraun mit hellerem, olivgelbem Rand, später komplett olivgelb entfärbend; Stiel: bis 9 cm lang, jung bis fast 2 cm breit; mit typischer, jung schleimiger Natterung; Lamellen: jung hellgrau, später braunbeige, sehr breit angewachsen; Fleisch: weiß; Geruch: fehlend; KOH (40%): am Fleisch fast negativ (blass bräunlich), am Hut ockerbraun bis orangebraun Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, duplex; Epicutiszellen stark gelifiziert, intakte Zellen ziemlich parallel, locker liegend (Epicutis am Exsikkat ca. 250 µm dick), hyalin, höchstens hauchfein inkrustiert, in der obersten Lage stellenweise intrazellulär gelbbraun pigmentiert; Schnalle vorhanden; Lamellenschneide: heteromorph, Marginalzellen unauffällig; Lamellentrama: Zellen überwiegend schmal, schwach pigmentiert (gelblich), ohne auffällige Inkrustationen; Basidien: 4-sporig, kollabierte oft goldgelb pigmentiert, sonst hyalin; Sporen: schmal amygdaloid, in Aufsicht auch spindelig, meist mit deutlich ausgeprägter Hilardepression und Plage; grob krustenwarzig, Warzen oft sehr breit schollig, aber nicht hoch, knubbelig überstehend; Maße: 14,0 x 7,6 (13-15,4 x 7-8,2), Q=1,85 (1,67-2,01), 20 Sp. gemessen;

Nr. 31: Cortinarius diasemospermus var. diasemospermus Lamoure

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Stimmt gut mit der in CFP D47 vorgestellten Kollektion überein.

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Funddaten: 10.10.2015; MTB 8337-2-1-1, 830 m; D – By – Fischbachau, Aurachtal; Viehweide am Bach mit lockerem Baumbestand (Weide, Fichte, Ahorn, Buche); bei größeren Weiden, junger Fichte und Ahorn auf steinigem Boden; gesellig (>10 Fk);
Hut: bis 2,3 cm breit, kegelig, mit spitzwarzigem Buckel, glatt, kastanienbraun, nicht oder schwach durchscheinend gestreift, jung vor allem am Scheitel mit feinfilzigen weißlichen Velumresten, die oft lange erhalten bleiben; Stiel: bis 5 x 0,25 cm, basal gleichdick oder schwach erweitert, auf hellbraunem Grund weißlich überfasert; Velum weiß, mäßig dick, bildet schüttere Gürtel; Lamellen: sehr variabel angewachsen, aufsteigend, gerade oder mit Zahn, aber insgesamt überwiegend gerade angewachsen, entfernt, ockerbraun bis lehmbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: fein nach Geranien; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen gelifiziert, im Präparat kaum auszumachen; Hypoderm stark entwickelt, mit blass gelbbraunem, stellenweise körnigem Dickwandpigment; Pigment in tieferen Schichten auch quergestreift inkrustierend; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen (die fotografierten Zellen bei einem Präparat sind wahrscheinlich hervorgetretene Tramazellen; Lamellentrama: blass braun pigmentiert, feinst quergestreift inkrustiert; Sporen: ellipsoid bis subamygdaloid, unterm Apikulus abgeflacht oder mit deutlich ausgeprägter Depression; isoliert und fein warzig, Warzen am Apex etwas gröber und deutlicher überstehend; indextrinoid; Maße: 8,5 x 5,1 (7,8-9 x 4,8-5,6), Q=1,66 (1,50-1,76), 20 Sp. gemessen;

Nr. 32: Cortinarius emunctus Fr. ss. Photoflora

Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt.

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Funddaten: 17.09.2015; MTB 8533-1-2-4, 950 m; D – By – Klais, Geißschädel; Fichtenwälder und Buckelwiesen über Raibler Schichten (Kalkalpin) und Würm-Fernmoräne; bei jungen Fichten im grasigen, sehr feuchten Jungwald; gesellig (>10 Fk);
Hut: bis 5,8 cm breit, schleimig, glatt, blass blaugrau; Stiel: bis 10 x 1 cm, basal schwach keulig verdickt, extrem schleimig durch persistentes blass blaugraues Velum, an der Spitze cremegrau, im Velumbereich blass blaugrau; Lamellen: ausgebuchtet und breit angewachsen, gedrängt, jung sicher mit Blauton, aber sehr rasch beigebraun durch die Sporenreife; Fleisch: cremefarben und beige marmoriert; Geruch: angenehm, leicht säuerlich; Geschmack: Huthaut und Hutfleisch mild; KOH (40%): auf Hut und Hutfleisch negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm (mit Übergängen zu einer Ixocutis), Zellen stark gelifiziert, intakte Zellen meist hyalin und glatt (höchstens minimal inkrustiert), ohne auffallende lichtbrechende Substanz; in der obersten Schicht sind intrazellulär gelb pigmentierte Zellen zu beobachten, die möglicherweise zum Velum gehören, da sie nur stellenweise auftreten; Hypoderm schwach entwickelt, Zellen mit gelbem, minimal körnigem Dickwandpigment; Sporen: subglobos bis breit ellipsoid, dicht und fein warzig, Warzen bis ca. 0,3 µm überstehend, Maße: 7,1 x 5,7 (6,5-7,7 x 5,3-6,3), Q=1,24 (1,12-1,33); 20 Sporen gemessen;