Cortinarius 2014 (außer Telemonia, siehe eigene Rubrik)
Hinweis: Alle Mikromerkmale und Mikrofotos basieren auf Exsikkatpräparaten in 3-4%iger Kalilauge. Die Nummerierung knüpft an die Telamonia-Kollektioen an, damit alle Aufsammlungen 2014 eindeutige Nummern besitzen. Die Teilung in zwei Rubriken dient der Verkürzung der ohnehin langen Ladezeiten für die Übersichtsseiten.
Nr. 55: Cortinarius cf. balteatus (Fr.) Fr.
Zur Bestimmung: Unklar. Aufgrund der gelbrandigen KOH-Reaktion und der ungerandeten Knolle wohl klar den Variecolores zuzurechnen. Wg. der fehlenden Blautöne am Stiel und in den Lamellen kommt man in den Schlüsseln von FN und Soop zu C. balteatus, der aber in den meisten Abbildungen einen stärker violetten und nicht so wasserstreifigen Hutrand aufweist. CFP C60 (balteatus) z.B. sieht völlig anders aus. Die Hutbeschaffenheit würde eher zur Gruppe um C. nemorensis/largus passen, z.B. CFP B59 sieht von den Hutfarben her recht ähnlich aus. Ziemlich auffallend sind bei dieser Kollektion der recht massive, knollige Stiel und die relativ kleinen, oft apikal eingeschnürten Sporen. Im Feld hatte ich den Eindruck, so einen Schleimkopf noch nie gesehen zu haben.
Funddaten: 20.08.2014; MTB 8533-1-2-2, 950 m; D – By – Klais, Geißschädel, NSG, Fichtenwälder und Buckelwiesen über Raibler Schichten (Kalkalpin) und Würm-Fernmoräne; im Fichtenjungwald auf Nadelstreu, bei Fichte und Birke; gesellig (2 Fk);
Hut: bis 5,3 cm (nicht aufgeschirmt), kaum schleimig und schwach klebrig, glatt, überwiegend rehbraun bis blassbraun, aber ziemlich bunt, teils auch schmutzig creme und mit zartem Lilaton, vor allem am Rand oft heller graubraun mit schwachen Lilaton und dunkler streifig (eher wasserstreifig als eingewachsen faserig); Stiel: bis 5,5 x 2,2 cm, basal knollig, aber kaum gerandet (Knolle unten konisch und bis 4 cm breit), schmutzig weiß, über der Knolle und am Knollenrand ockerbräunlich verfärbt; Velum undeutlich, sehr dünn; Lamellen: gerade angewachsen, extrem gedrängt, sehr schmal, jung weiß bis grauweiß und auch nach dem Aufreißen der Cortina so; Schneiden weiß und glatt; Fleisch: weiß, im Stiel oben blass hellgrau mamoriert; Geruch: süßlich-gebäckartig (typischer Phlegmaciengeruch), aber auch mit leichter Weihrauchkomponente; Geschmack: Huthaut und Fleisch mild; KOH (40%): am Hut kupferbraun, am Hutfleisch negativ, aber mit deutlich gelblichem Rand, am Knollenrand und auf der Knollenunterseite negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, über 275 µm dick, Zellen teilweise gelifiziert, sonst hyalin bis deutlich quergestreift inkrustiert (gelb bis gelbbraun); Hypoderm schwach entwickelt, Zellen kaum über 12 µm breit, mit gelbem Dickwandpigment, schmalere Zellen quergestreift inkrustiert; Lamellenschneide: subfertil, mit vielen sterilen, oft auffallend schlanken Zellen, die aber wohl doch eher Basidiolen sind, da sie auch an der Lamellenfläche vorhanden sind; Lamellentrama: hyalin; Sporen: amygdaloid, unterhalb des Apex oft auffallend eingeschnürt, Apex schmal bis mittelbreit gerundet; eher fein und niedrig warzig, im Umriss rau, indextrinoid; Maße: 9,9 x 5,9 (8,6-10,8 [11,4] x 5,6-6,4), Q=1,67 (1,51-1,84), 20 Sp. gemessen;
Nr. 56: Cortinarius balteatoalbus Rob. Henry
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Wohl unkritisch. Die letzten beiden Fotos zeigen eine Aufsammlung aus Ehrwald/Tirol von 2011, die wie ein Zwilling aussieht und auch identische Sporenmaße aufweist.
Funddaten: 18.09.2014; MTB 8533-1-2-4, 950 m; D – By – Klais, Geißschädel; Fichtenwälder und Buckelwiesen über Raibler Schichten (Kalkalpin) und Würm-Fernmoräne; in der Wiese bei Fichte; einzeln;
Hut: 6 cm breit, eingewachsen faserig, nur am Rand stellenweise schwach schleimig bis klebrig, sonst praktisch trocken; ockerbraun; Stiel: kurz, 3 x 2 cm, basal knollig, weiß; Knolle einseitig angedeutet gerandet, basal flach konisch, weiß, unterseits schmutzig weiß bis beige verfärbt; Lamellen: kurz ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, hell graubeige; Fleisch: weiß; Geruch: gebäckartig-süßlich, typischer Phlegmaciengeruch; KOH (40%): am Hut kastanienbraun, am Fleisch blass creme mit schwefelgelbem Rand; an Knollenrand und –unterseite cremegelb mit chromgelbem Rand; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: trockene, mäßig dicke Cutis, simplex, Hypoderm nicht entwickelt; Zellen der Epicutis intakt, mit gelbem bis bernsteinfarbenem Wandpigment mit grobem querstreifigen Inkrustationen, stellenweise auch mit bernsteinfarbenem intrazellulärem Pigment; Sporen: amygdaloid, in Aufsicht breit spindelig, basal meist zugespitzt, apikal schmal gerundet, mäßig grob warzig, im Umriss fein rau; Warzen meist isoliert, klein bis mittelgrob, selten etwas verlängert oder zusammenfließend, niedrig; Maße: 9,1 x 5,1 (8,5-9,7 x 4,7-5,3), Q=1,79 (1,67-1,94), 20 Sp. gemessen;
Nr. 57: Cortinarius cf. varius (Schaeff.: Fr.) Fries
Zur Bestimmung: Stimmt fast perfekt mit der sequenzierten Kollektion Nr. 25/2013 aus dem Gebirge überein, hat nur etwas kleinere Sporen. Dasselbe auffallende Phänomen: Lamellen jung weiß und nur die Schneiden blau.
Funddaten: 25.08.2014; MTB 7935-3-1-3, 555 m; München, Grünwald, Isarauen am Ostufer zwischen Grünwalder Brücke und Wasserwerk, unten sandiger Auwald mit Weide, Esche, Ahorn und Grauerle, etwas oberhalb mit Fichte und Buche, über tertiärem Flinzsand und Mergel, die meist von Hangrutschen überdeckt sind; im Hangwald, bei Fichten und Buchen, am Stammgrund einer großen Fichte; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 4,5 cm breit (nicht aufgeschirmt), sehr schleimig und klebrig, glatt, ziemlich lebhaft orangebraun, zum Rand hin semmelbraun; Stiel: bis 5 x 1,5 cm, basal oder insgesamt etwas keulig (dort bis 2,4 cm dick), weiß bis schmutzig weiß; Velum weiß, faserig, eher dünn; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung lichtgrau (grauweiß), dann cremegrau und stellenweise mit blassblau gefärbten Schneiden (kein ausgewachsenes Exemplar vorhanden); Fleisch: cremeweiß, im oberen Stielbereich marmoriert; Geruch: schwach, minimal süßlich, etwas an Kunsthonig erinnernd; KOH (40%): am Hut kastanienbraun; am Fleisch gelb; am Velum negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: duplex; Epicutis als Ixotrichoderm, Zellen ca. 5-8 µm breit und kräftig gelbbraun quergestreift inkrustiert; Hypoderm ausgeprägt, Zellen bis ca. 20 µm breit, mit kräftig gelbem Dickwandpigment; LS: mit zahlreichen Marginalzellen, die aber kaum von Basidiolen zu unterscheiden sind (überhaupt schwer zu beurteilen, da generell noch ein recht unreifer Fk); Sporen: amygdaloid, Apex meist schmal gerundet, mittelgrob warzig, im Umriss kräftig rau, Warzen mittelgrob, bisw. auch gröber oder etwas verlängert; Maße: 10,5 x 6,1 (9,5-11,6 x 5,8-6,6 ), Q=1,71 (1,56-1,83), 20 Sp. gemessen;
Nr. 58: Cortinarius varius (Schaeff.: Fr.) Fries
Zur Bestimmung: Mit FN bestimmt. Nicht gerade ein typischer C. varius. Sehr robust und mit vergänglichem Blau in den Lamellen.
Funddaten: 18.09.2014; MTB 8533-1-2-4, 950 m; D – By – Klais, Geißschädel, NSG; Fichtenwälder und Buckelwiesen über Raibler Schichten (Kalkalpin) und Würm-Fernmoräne; auf der Mähwiese bei Fichten; gesellig (4 Fk);
Hut: bis 7,3 cm breit, glatt, nicht eingewachsen faserig, befeuchtet schwach klebrig, sonst trocken, semmelbraun bis semmelgelb, Hutrand meist heller; jung mit dünnem weißem Velumbelag in der Hutrandzone; Stiel: bis 6,5 x 2,5 cm, +/- keulig, nicht knollig, cremeweiß; Velum weiß, aber bisw. vor allem an der Abrisszone schwach gilbend, dünn; Lamellen: kurz ausgebuchtet und breit angewachsen, gedrängt, jung lilablau, dann rasch beige, zuletzt kartonbraun; Schneiden reif weißlich bis blass lilablau; Fleisch: cremeweiß; Geruch: schwach, unauffällig; KOH (40%): am Hut blassbraun; am Fleisch intensiv chromgelb; außen am Stiel (und Velum) negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, duplex; Epicutiszellen teils gelifiziert, intakte besonders in Hypodermnähe grob quergestreift gelbbraun inkrustiert; Hypoderm stark entwickelt mit zahlreichen isodiametrischen oder rundlichen Zellen und bernsteinfarbenem körnigem Dickwandpigment; Sporen: breit amygdaloid, mäßig grob warzig, im Umriss rau; Maße: 10,0 x 6,3 (9,4-11 x 5,7-6,7), Q=1,60, 10 Sp. gemessen;
Nr. 59: Cortinarius olidoamethysteus Rob. Henry & Ramm
Zur Bestimmung: Mit FN und Soop geschlüsselt. Sporenmaße übereinstimmend mit Soop, kleiner als in FN angegeben. Von Andreas Gminder in GpBW wohl als cephalixus bzw. cliduchus bezeichnet.
Funddaten: 05.09.2014; A - Fügen, Zillertal, ca. 1400 m; Fügenberg, Wildauwald südwestlich des Sonnkogel; moosiger Jungfichtenwald mit eingestreuten Tannen über Tonschiefer und Grauwacken auf mutmaßlich saurem Boden; bei Fichte, gesellig (6 Fk);
Hut: bis ca. 5 cm breit, jung schleimig, mit feinschuppiger Huthautstruktur wie C. olidus, sehr blass ockergelb; Stiel: bis 6 x 2 cm, keulig, weiß, mit gelbem, angedrücktem Velum; Lamellen: schwach aufsteigend bis gerade angewachsen, gedrängt, jung weiß mit amethystfarbenem Ton oder Reflex, reif sehr blass graubraun; Fleisch: weiß, im Stiel schwach marmoriert, Stiel meist hohl; Geruch: eher leicht fruchtig, nicht süßlich, aber schwach; KOH (40%): negativ auf allen Teilen; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis bis Ixotrichoderm, simplex (Hypoderm möglicherweise schwach ausgeprägt), Epicutishyphen stark gelifiziert, intakte in der obersten Lage flächig und blass gelbbraun pigmentiert, in der Subcutis blass aber deutlich quergestreift inkrustiert, außerdem mit schwer lokalisierbarem, „vakuolärem“ gelbbraunem Pigment in tieferen Schichten; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällig Marginalzellen; Lamellentrama hyalin; Sporen: amygdaloid, subapikulär kaum abgeflacht, apikal schmal gerundet; mäßig warzig, im Umriss fein rau, Warzen meist schmächtig und niedrig, bisw. auch etwas gröber oder etwas verlängert, Maße: 8,4 x 5,2 (7,7-9,4 x 4,7-5,7), Q=1,61 (1,48-1,77), 20 Sp. gemessen;
Nr. 60: Cortinarius caesiostramineus R. Hry
Zur Bestimmung: Die kollektionsinterne starke Streuung der Sporenmaße ist ziemlich erschütternd, aufgrund der sehr typischen HDS-Mikroskopie aller Fk sollte eine Mischkollektion jedoch ausgeschlossen sein. Auch die Zellen der Cortina, aus der jeweils vermessen wurde, weisen diesen körneligen Inhalt auf. Die Art scheint generell ein Faible für streuende Merkmale zu haben, dann auch die Stiele sind teils einfach keulig, teils gerandet knollig.
Funddaten: 05.09.2014; A - Fügen, Zillertal, ca. 1400 m; Fügenberg, Wildauwald südwestlich des Sonnkogel; moosiger Jungfichtenwald mit eingestreuten Tannen über Tonschiefer und Grauwacken auf mutmaßlich saurem Boden; bei Fichte; gesellig (6 Fk);
Hut: bis 5,5 cm breit, schleimig, blass beigeocker, jung glatt, später feinst eingewachsen faserig; Stiel: bis 5,5 x 1 cm, gerandet knollig bis einfach keulig, oft ansatzweise gerandet, weiß; Velum weißlich, unauffällig; Lamellen: leicht aufsteigend bis gerade angewachsen, gedrängt, jung weiß mit minimalem Blauton oder ohne, reif bräunlich beige bis blass kartonbraun; Fleisch: cremeweiß; Geruch: phlegmacientypisch, leicht süßlich, gebäckartig; Geschmack: Huthaut bitter, Fleisch mild; KOH (40%): negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: duplex, Epicutis als mäßig dicke Ixocutis, Zellen stark gelifiziert, intakte mit typisch körneligem Inhalt; Hypoderm schwach ausgeprägt, mit blass gelblichem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil, keine auffälligen Marginalzellen beobachtet; Sporen: amygdaloid bis schlank subcitriform mit bisw. etwas ausgezogenem, schmal gerundetem, meist konisch zulaufendem Apex, kräftig warzig, im Umriss grob rau, Warzen isoliert, mittelgrob, meist deutlich überstehend, eher stumpf, Maße: 7,1 x 4,6 (6,4-7,8 x 4,3-5,0), Q=1,55 (1,45-1,68), 20 Sp. gemessen bzw. 8,7 x 5,2 (7,9-9,1 x 5-5,3), Q=1,69 (1,58-1,80), 10 Sp. gemessen. Bei beiden Messungen wurden die Sporen aus der Cortina entnommen. Der offensichtlich reifere Fk hat die größeren Sporen. Alle untersuchten Fk weisen die typischen körnelig gefüllten HDS-Zellen auf. Eine Mischkollektion ist dadurch nahezu ausgeschlossen.
Nr. 61: Cortinarius caesiostramineus R. Hry
Zur Bestimmung: Unkritisch. Die letzten beiden Fotos zeigen eine zweite Kollektion aus demselben Wald mit exakt denselben Sporenmaßen.
Funddaten: 06.10.2014; D – Th – Oberhof, Meiningen, Hohe Maas; Fichtenjungwald auf Kalk; bei jungen Fichten im Moos; gesellig (2 Fk);
Hut: bis 6,8 cm breit, klebrig, eingewachsen faserig, mit weißem Velumbelag am Scheitel; elfenbeinweiß, am Scheitel ockerlich; Stiel: bis 7 x 2 cm, gerandet knollig, weißlich, an der Spitze vielleicht mit zartem Blaustich, seidig glänzend; Knolle bis 3,5 cm breit, nur schwach bis angedeutet gerandet, weiß; Velum weiß, am Knollenrand ockerbraun verfärbend; Lamellen: kurz ausgebuchtet angewachsen, sehr gedrängt, schmal, hellgrau, nur mit viel Fantasie mit Blaustich, reif hell graubraun; Fleisch: cremeweiß, im Stiel grau marmoriert; Geruch: Schwach; Geschmack: Huthaut deutlich bitter; KOH (40%): am Hut blassbraun, am Fleisch in Hut und Stielknolle blass gelblich, im Stiel negativ; an der Knolle und am Knollenrand ockerbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, duplex; Epicutis-Zellen stark gelifiziert, praktisch hyalin, über der Subcutis teils mit schaumig-körneligem lichtbrechendem Inhalt, Subcutis als diffuse Schicht aus schwach differenzierten Zellen, darunter ein gut ausgeprägtes Hypoderm mit vielen rundlichen oder isodiametrischen Zellen mit blass gelblichem Dickwandpigment; Sporen: amygdaloid, mittelgrob warzig, im Umriss grob rau; Maße: 8,1 x 5,1 (7,2-9 x 4,9-5,4), Q=1,58 (1,47-1,70), 20 Sp. gemessen;
Nr. 62: Cortinarius cf. aurantiobasalis Bidaud
Zur Bestimmung: Sieht aus wie ein etwas zu düster geratener C. caerulescens, wobei die Kollektion Nr. 41/2012 aus Leutstetten auch nicht viel heller ausfällt. Wegen des Wachstums am Stammgrund einer großen Fichte könnte es sich hier auch um ein Nadelwaldtaxon handeln. Günter Saar hat mir Fotos von C. aurantiobasalis mit so düsteren Farben gezeigt. Die Sporenmaße passen zwar gut zur Originalbeschreibung, aber nicht zu den Angaben in FN (dort 9,5-10,5 x 5-6). Es widerstrebt mir schon ein bisschen, einen Pilz als C. aurantiobasalis zu bestimmten, der überhaupt keine orange Knollenunterseite hat. Consiglio interpretiert C. aurantiobasalis als Laubwaldtaxon.
Funddaten: 23.09.2014; MTB 8335-3-4-1, 870 m; D – By – Lenggries, Leger, Röhrmoostal; an einem Holzlagerplatz; Bergmischwald (Buche, Tanne, Fichte, Bergahorn) in der kalkalpinen Zone (Übergangsbereich zwischen Hauptdolomit und würmeiszeitlichen Ablagerungen); am Stammgrund einer großen Fichte, daneben aber auch Buche und Tanne; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 7,5 cm breit, klebrig, glatt, am Hutrand eingewachsen faserig, sehr düster purpurbraun (nur schwacher Blauanteil), jung fast vollständig von silbrig glänzendem cremegelblichem Velum überzogen; Velum cremegelb, kräftig ausgeprägt, am Hut als ziemlich dicker Belag, später fleckig aufreißend; Stiel: bis 5,5 x 2,5 cm, stämmig, gerandet knollig, schmutzig cremefarben, an der Spitze blau; Knolle bis 3,8 cm dick, basal gerundet, stark gerandet, weißlich, bisw. auch blass bläulich an der Unterseite, Basalmyzel weiß; Velum cremegelb, später ockergelb nachdunkelnd, volvaartig überstehend; Lamellen: kurz und schwach ausgebuchtet und breit angewachsen, gedrängt, jung blaugrau, später kartonbraun; Fleisch: im Hut weiß, im Stiel blau, in der Knolle cremegelb, siehe Schnittbild; Geruch: intensiv süßlich-gebäckartig, typischer Phlegmacien-Geruch; KOH (40%): am Hut kastanienbraun, sonst negativ (beige bis bräunlichbeige am Fleisch und an der Knolle; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Dicke Ixocutis/Ixotrichoderm, duplex; Epicutiszellen teils gelifiziert, intakte glatt oder feinst inkrustiert, +/- hyalin, mit lichtbrechendem körnig-öligem Inhalt; Hypoderm entwickelt, Zellen subisodiametrisch mit oft abgerundeten Kanten und gelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: steril, Marginalzellen kaum von Basidien durchsetzt, meist schlank keulig und kleiner als die Basidien; Basidien: ca. 26-36 x 7-8; Sporen: amygdaloid bis citriform, subapikulär abgeflacht oder seltener mit schwacher Depression, apikal meist schmal gerundet, selten fast spitz, Apex in ca. 50% der Sporen papillös ausgezogen; mäßig grob warzig, im Umriss sehr rau bis kurzstachelig; Warzen meist fein bis mäßig grob und dicht stehend, ziemlich hoch, deutlich überstehend; Maße: 8,7 x 5,2 (8,3-9,0 x 4,7-5,7), Q=1,69 (1,58-1,87), 20 Sp. gemessen;
Nr. 63: Cortinarius cf. pansa Fr.
Zur Bestimmung: Kritisch. C. magicus dürfte aufgrund der kaum vorhandenen Stielknolle ausscheiden, aber die Unterscheidung zwischen C. glaucopus und pansa scheint schwierig. Nach FN wäre diese Kollektion aufgrund der sehr kleinen (allerdings eher grob warzigen) Sporen und kaum vorhandener Stielknolle als C. pansa zu schlüsseln. Die Glaucopus-Kollektion Nr. 31/2010 hat genauso kleine Sporen und eine recht deutlich ausgeprägte Stielknolle. Von Moser und Gminder wird C. pansa völlig anders interpretiert. FN schlüsselt die beiden Arten im Grunde nur anhand der Sporenmaße aus. Das ist schon ein bisschen mager.
Funddaten: 10.09.2014; MTB 8136-4-3-1, 750 m; D – By – Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; Bergmischwald (Tanne, Fichte, Buche) über tertiärer Oberer Süßwassermolasse (Mergel und Konglomerate); an einer Hangböschung, bei großen Tannen, großer Buche und Fichte; gesellig bis kleinbüschelig (5 Fk);
Hut: bis 6,5 cm breit, schwach schleimig und klebrig, lebhaft kupferbraun, fuchsigbraun, stark eingewachsen faserig, am Rand etwas heller braun; Velum am Scheitel als cremegrauer bis cremegelblicher Belag; Stiel: bis 6,5 x 1,7 cm, eher keulig als knollig, Knolle aber schwach angedeutet (völlig anders als die schwach gerandeten aber unten abgerundeten Knollen der Exemplare aus dem Zillertal!); jung blassblau, dann schmutzig creme, an der Spitze lange mit Blauton; Velum am „Knollenrand“ cremegelblich; Lamellen: schmal ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung blau, dann kartonbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: süßlich, gebäckartig; KOH (40%): am Hut dunkel rotbraun, sonst negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, duplex; Epicutiszellen stark gelifiziert, intakte fast hyalin, aber deutlich inkrustiert, in der obersten Lage auch mit gelbbraunem Pigment; Hypoderm stark entwickelt, Zellen kastenförmig und mit kräftigem gelbem bis bernsteinfarbenem, teil körnigem und grob inkrustierendem Dickwandpigment, schmalere Zellen kräftig quergestreift inkrustiert; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Sporen: subamygdaloid, subapikulär bisw. schwach abgeflacht, aber ohne Depression, apikal schmal bis mittelbreit gerundet, ziemlich kräftig warzig, im Umriss grob rau bis knubbelig, Warzen isoliert, mittelgrob, einzelne sehr grob; Maße: 6,9 x 4,5 (6,4-7,8 x 4,3-4,7), Q=1,53 (1,40-1,66), 20 Sp. gemessen;
Nr. 64: Cortinarius dionysae R. Hry.
Zur Bestimmung: Durch den Mehlgeruch, die blauen Lamellen und die zitronenförmigen Sporen klar festgelegt.
Funddaten: 10.09.2014; MTB 8136-4-3-1, 750 m; D – By – Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; Bergmischwald (Tanne, Fichte, Buche) über risseiszeitlichen Hochterassenschottern; bei Fichte, Tanne und Buche an offener grasiger, mit Brombeere überwachsener Stelle; gesellig (>6 Fk); verges. mit L. deterrimus und C. bolaris;
Hut: bis gut 9 cm breit, kaum schleimig, schwach klebrig, deutlich eingewachsen faserig, am Scheitel weißlich glimmerig überreift, Hutrand jung deutlich olivgelb; Stiel: bis 8 x 1,3 cm, gerandet knollig, jung blau; Velum am Knollenrand blass ockergelb; Lamellen: blau; Geruch: nach Mehl. Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, duplex; Epicutishyphen stark gelifiziert, intakte mit „schaumigem“ Inhalt und teilweise stark querstreifig inkrustiert; Hypoderm entwickelt mit kräftig gelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: steril, mit deutlich differenzierten, dicht stehenden, schlank keuligen bis zylindrischen Cheilozystiden; Sporen: amygdaloid bis citriform, Apex etwas bei der Hälfte der Sporen deutlich papillös ausgezogen, isoliert und mäßig grob warzig, Maße: 8,7 x 5,3 (8,1-9,5 x 5,1-5,9), Q=1,63 (1,50-1,79); 20 Sp. gemessen;
Nr. 65: Cortinarius spec.
Zur Bestimmung: Sektion Variecolores. Für diese Schwammerln find ich keinen Namen. Auffallend die blassen Hutfarben, die spektakuläre orangegelbe KOH-Reaktion und die völlig trockene HDS. Hat schon eine gewisse Ähnlichkeit mit C. largus, der aber eine gelifizierte, dicke Epikutis haben müsste und außerdem ein Kalkpilz ist. C. lividoviolaceus käme vom Standort her eher infrage, sollte nach Saar 2010 aber auch ein gelifizierte HDS haben. C. patibilis ist ebenso wie balteatoalbus ein Nadelwaldpilz. C. sabuletorum hat auch einen schleimigen Hut und sollte bräunen.
Funddaten: 16.08.2014; MTB 7446-4-1-3, 350 m; D – By – Passau, Neuburger Wald, Mischwald (Buche, Eiche, Fichte, Tanne, Hainbuche) über Gneis; in der Buchenverjüngung und bei großen Buchen (keine anderen Baumarten in der Nähe), gesellig bis kleinbüschelig (>6 Fk);
Hut: bis 7,6 cm breit, jung halbkugelig dann gewölbt, jung bei nassem Wetter schwach schleimig, rasch abtrocknend und dann kaum mehr klebrig, glatt, minimal eingewachsen faserig (nur am Rand sporadisch oder gar nicht), blass olivgrau, jung am Rand cremegrau und bisw. mit flüchtigem Lilaton (vermutlich vom Velum), auf Druck bräunlich fleckend, Hutfleisch unter der Huthaut blaulila; Stiel: bis 9 x 2,1 cm, (Keule bis 2,7), jung keulig, später zylindrisch und basal keulig (und etwas ausspitzend), unterschiedlich intensiv lila, oft alt intensiver als jung, jung bisw. auch weißlich, auf Druck blassbräunlich fleckend; Velum blass lilablau, sehr dünn (könnte auch weiß sein, wenn die lila Stielfarbe tatsächlich in der Rinde steckt); Lamellen: ausgebuchtet angewachsen (meist Burgraben), gedrängt, jung grauweiß bis hellgrau (ohne Blauton), reif graubeige; Schneiden feinschartig; Fleisch: im Stiel weiß bis cremeweiß, in der Stielrinde blass lila, im Hut blass blaulila und jung etwas intensiver blaulila marmoriert; Geruch: süßlich gebäckartig (typischer Phlegmaciengeruch); Geschmack: völlig mild (Hutfleisch und Huthaut); KOH (40%): am Fleisch intensiv chromgelb bis orangegelb (vor allem am Stiel nach einiger Zeit intensive orangegelb), am Stiel außen orangegelb; am Hut kupferbraun bis orangebraun; Formaldehyd an den Lamellen und am Fleisch negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis mäßig dick, Hypoderm nicht oder sehr schwach entwickelt. Epicutiszellen leicht irregulär angeordnet, verwoben, nicht gelifiziert, ohne jegliche Gelschicht, Zellen ca. 3-8 breit, Schnallen, ca. 4-6,5 lang; Pigment gelb, grob quergestreift inkrustierend, auch mit körnigem braunem Wandpigment und stellenweise gelb bis bernsteinfarben intrazellulär fleckig oder vereinzelt flächig; Lamellenschneide: fertil; nur unauffällige, basidiolenartige sterile Zellen vorhanden; Lamellentrama: hyalin; Sporen: amygdaloid, in Aufsicht fusoid, meist mit ziemlich stark ausgeprägter subapikulärer Depression, Apex schmal gerundet; Ornament aus feinen bis groben, niedrigen Warzen, diese bisweilen verlängert oder kleinschollig, wenig überstehend; Maße: 10,3 x 5,7 (9-11,3 x 5-6,5), Q=1,79 (1,61-1,95), 30 Sp. gemessen;
Nr. 66: Cortinarius cf. corrosus Fr.
Zur Bestimmung: Mit FN als C. corrosus geschlüsselt – glaube ich aber nicht recht. Müsste der nicht robuster sein? C. caroviolaceus mit helleren Hutfarben, Blautönen im Stielfleisch und stärker citriformen Sporen. Im FN-Schlüssel zu den Arten mit blauen Lamellen komme ich auch zu keinem vernünftigen Ergebnis.
Funddaten: 10.09.2014; MTB 8136-4-3-1, 750 m; D – By – Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; Bergmischwald (Tanne, Fichte, Buche) über tertiärer Oberer Süßwassermolasse (Mergel und Konglomerate); am Wegrand bei großer Buche, großen Tannen und krüppeligen Fichten; gesellig (4 Fk); verges. mit Tricholoma sulphureum/bufonium, C. bolaris, C. infractus s.l., C. angelesianus und C. venetus;
Hut: bis ca. 6 cm breit, schwach schleimig bis klebrig, blass semmelgelb, ohne auffallende Velumreste, alt etwas dunkler braun fleckig; Stiel: gerandet knollig, cremeweiß; Knolle deutlich gerandet, bis 3,1 cm breit, weiß; Velum am Knollenrand weiß, blass ocker verfärbend; Basalmyzel weiß; Lamellen: beige, auch jung ohne Blautöne, alt kartonbraun; Schneiden weißlich abgesetzt; Fleisch: cremeweiß, im Stiel beige marmoriert; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut und am Knollenrand blassbraun, am Fleisch negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ziemlich dicke Ixocutis, simplex; Hypoderm nicht ausgeprägt; Epicutiszellen fein und blass inkrustiert; Subcutiszellen nur wenig dicker; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Sporen: amygdaloid bis citriform, nur ein geringer Anteil der Sporen mit deutlich ausgezogenem Apex; grob warzig, Warzen oft verlängert oder schollig, stumpf bis abgerundet, Spore im Umriss schwach knubbelig; Maße: 9,8 x 6,1 (8,6-10,7 x 5,6-6,3), Q=1,62 (1,44-1,73), 20 Sp. gemessen;
Nr. 67: Cortinarius barbaricus (Brandrud) Frøslev, T.S. Jeppesen & Brandrud
Zur Bestimmung: Mit FN und Soop geschlüsselt. C. barbarorum hat laut Originalbeschreibung und FN erheblich kürzere Sporen. C. aureopulverulentus mit eingewachsen faserigen, teils oliv und bräunlich gefärbten Hüten. Sehr auffällig bei dieser Kollektion ist das deutlich schleimige intensiv gelbe Velum, das auch den Hut überzieht.
Funddaten: 02.10.2014; MTB 8034-4-1-4, 600 m; D – By – Puppling, Pupplinger Au, Zotzenholz (Süd); oben an der Hangkante in der locker mit Bäumen bestandenen, grasigen, feuchten Zone; Mischwald (Fichte, Kiefer, Buche) auf Würmmoräne (Kalk); bei solitärer Fichte in der Nadelstreu, weiter entfernt auch Kiefer und junge Buchen; gesellig (4 Fk);
Hut: bis knapp 5 cm breit, schleimig und klebrig, glatt, am und um den Scheitel semmelbraun, ockerbraun, zum Rand hin gelb; ohne Schüppchen aber nahe dem Hutrand vom schleimigen gelben Velum überzogen; Stiel: 7 x 1,2 cm, gerandet knollig, schmutzig weiß, seidig glänzend; Knolle 2,6 cm dick, deutlich gerandet, basal konisch; Basalmyzel weiß; Velum am Hut und am Knollenrand intensiv gelb und schleimig; Lamellen: kurz ausgebuchtet und mäßig breit angewachsen, gedrängt, jung blass lila, dann lilabraun bis graubraun; Schneiden weiß; Fleisch: weiß, unter der HDS und in der Rinde der Knolle gelblich; Geruch: unauffällig; KOH (40%): am Hut und am Knollenrand (Velum) blutrot, an der Knollenunterseite und am Basalmyzel pinkrot, am Hutfleisch und in der Stielknolle blass rosa, im Stielfleisch negativ bis ganz blass lila; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis/Ixotrichoderm, duplex (?); Epicutiszellen stark gelifiziert, teils hyalin, aber vor allem in den obersten Lagen mit olivgelbem bis goldgelbem intrazellulärem Pigment, ohne auffällige Inkrustationen; darunter eine etwas diffuse Schicht mit sehr blassen, schlecht differenzierten Zellen, darunter hypodermartige Strukturen (nur im Dünnschnitt sichtbar), mit subisodiametrischen, dickwandigen, oft abgerundeten Zellen mit blass gelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil, trotz weißer Schneiden ohne auffällige Marginalzellen; Lamellentrama: aus recht schmalen, hyalinen Zellen; Basidien: ca. 36-40 x 10-12; Sporen: citriform, fast alle mit papillenartig ausgezogenem Apex, breit, mäßig grob warzig; Warzen meist isoliert, mittelgrob, bisw. auch grob, verlängert oder zusammenfließend, niedrig, Spore im Umriss fast glatt, leicht hubbelig, Maße: 12,0 x 7,5 (11-13 x 7,1-7,9), Q=1,61 (1,49-1,70), 20 Sp. gemessen;
Nr. 68: Cortinarius purpurascens Fr. (4)
Zur Bestimmung: Mit JEC 2014 und FN bestimmt. Unkritisch.
Funddaten: 05.09.2014; A - Fügen, Zillertal, ca. 1400 m; Fügenberg, Wildauwald südwestlich des Sonnkogel; moosiger Jungfichtenwald mit eingestreuten Tannen über Tonschiefer und Grauwacken auf mutmaßlich saurem Boden; bei Fichte und Tanne; gesellig (2 Fk);
Hut: bis 6 cm, Hutrand lange eingerollt; schleimig, stark eingewachsen faserig, lehmbraun, am Rand mit blaulila Ton (Velum); Stiel: bis 5 x 1,4 cm, gerandet knollig, bisw. nur angedeutet gerandet (Knolle bis 2,3 ;cm), jung blass lilablau, mit blaulila Velum am Knollenrand; Knollenunterseite weißlich, aber auf Druck bläulich fleckend; Lamellen: lilablau, gedrängt, auf Druck höchstens schwach fleckend; Fleisch: siehe Schnittbild, am Knollengrund und in der Stielspitze lilablau, weißliche Stellen auf Druck schwach lila fleckend; Geruch: unauffällig; KOH (40%): am Hut kupferbraun, in der Stielbasis ockergelb, am Knollenrand und Unterseite negativ; Lugol am Fleisch sofort violett; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: duplex; Epicutis als dicke Ixocutis ausgebildet, Zellen stark gelifiziert, flächig gelbbraun pigmentiert; Hypoderm kräftig entwickelt, mit bräunlichgelbem Dickwandpigment; Sporen: ellipsoid, in Aufsicht schlank ovoid, subapikulär abgeflacht und bisw. mit schwacher Depression, apikal mittelbreit gerundet, sehr grob warzig, Warzen sehr grob, stumpf, bis fast 1 µm überstehend, Maße: 8,3 x 4,9 (7,4-9,2 x 4,6-5,3), Q=1,68 (1,55-1,87), 20 Sp. gemessen;
Nr. 69: Cortinarius herpeticus Fr.
Zur Bestimmung: Mit FN bestimmt. Die Sporen fallen sehr breit aus und kürzer als bei den Aufsammlungen aus dem Forstenrieder Park. Auch die HDS weicht etwas ab: stärkeres Hypoderm mit körnigem Dickwandpigment und Inkrustationen in der Epicutis.
Funddaten: 05.09.2014; A - Fügen, Zillertal, ca. 1400 m; Fügenberg, Wildauwald südwestlich des Sonnkogel; in der Schleife der Forststraße, wo das Marterl steht; moosiger Jungfichtenwald mit eingestreuten Tannen über Tonschiefer und Grauwacken auf mutmaßlich saurem Boden; bei Fichte; einzeln; verges. mit C. glaucopus;
Hut: knapp 5 cm breit, schleimig, stark eingewachsen faserig, ockerbraun mit olivgrünem Rand (Velum); Stiel: 5 x 1,5 cm, gerandet knollig, Knolle 3,4 cm dick, weißlich, an der Spitze mit Blauton; Velum am Knollenrand olivgrün; Lamellen: mäßig gedrängt, olivgrün, am Hutrand blaulila; Fleisch: schmutzig creme, in der Stielspitze marmoriert und mit Blauton; Geruch: schwach süßlich-gebäckartig; KOH (40%): am Hut düster olivbraun, am Fleisch blass olivbraun, am Knollenrand und Unterseite ockergelb bis olivgelb; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: duplex; Epikutis als Ixocutis ausgebildet, Zellen stark gelifiziert, intakte vor allem in Hypodermnähe deutlich querstreifig braun inkrustiert, in der obersten Lage auch mit intrazellzulärem düster gelbbraunem Pigment (Velumzellen?); Hypopderm gut entwickelt, Zellen mit dunkelbraunem, körnigem Dickwandpigment, schmalere Zellen kräftig quergestreift inkrustiert; Jodreaktion: Lamellenfragment in Melzer mit hübsch violettem Muster;-) Sporen: ellipsoid, in Aufsicht ovoid, subapikulär abgeflacht oder mit schwacher Depression, Apex sehr breit, seltener mittelbreit gerundet, kräftig stachelwarzig, Warzen nicht sehr dick (nicht so dick wie bei C. purpurascens), eher stumpf und vor allem apikal deutlich überstehend; Maße: 9,5 x 6,4 (8,8-10,2[11] x 5,9-6,8[7]), Q=1,47 (1,40-1,54), 20 Sp. gemessen;
Nr. 70: Cortinarius delibutus Fr.
Zur Bestimmung: Dürfte einfach C. delibutus sein, habe ich aber noch nie so kräftig und mit so dunklen, braunen Hutfarben gesehen. Kann mir kaum vorstellen, dass das das Gleiche sein soll wie die gelben Teile aus dem Forstenrieder Park (vgl. Kollektion Nr. 69/2012). Mikroskopisch gibt’s allerdings keine auffälligen Unterschiede.
Funddaten: 23.08.2014; MTB 8335-3-3-4, 860 m; D – By – Lenggries, Leger, Röhrmoostal; Moorwiese mit Heide und Sphagnum in der kalkalpinen Zone (Übergangsbereich zwischen Plattenkalk und würmeiszeitlichen Ablagerungen), bei solitärer Fichte (schon etwas lädiert), im hohen Gras mit Heide und Moos; gesellig (2 Fk);
Hut: bis 5,5 cm (nicht aufgeschirmt), gewölbt mit herabgebogenem Rand, sehr schleimig und klebrig, ziemlich dunkel und warm olivbraun, mit gelben Flecken, beim jungen Fk vielleicht mit minimalem Blauton am Rand; Stiel: bis 8 x 2,7 (!) cm, im unteren Drittel spindelig erweitert, weißlich, an der hoch sitzenden Velumzone gestiefelt, unterhalb schleimig, Velum kaum gefärbt, höchstens blass gelblich oder etwas gilbend; Lamellen: breit angewachsen, mäßig gedrängt, blaulila; Schneiden weißlich abgesetzt; Fleisch: schmutzig cremefarben, unter der Huthaut schmutzig gelblich, in der Stielspitze blass blaulila; Geruch: unauffällig; Geschmack: komplett mild; KOH (40%): in allen Teilen negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, ca. 375 µm dick, Zellen zum Teil gelifiziert, intakte Zellen ca. 3-6 µm breit und blass, aber deutlich quergestreift inkrustiert; Hypoderm nicht ausgeprägt; Zellen der Subkutis nur wenig breiter; in der Subkutis zahlreiche lichtbrechende Tropfen vorhanden; Lamellenschneide: fertil, keine auffälligen Marginalzellen oder Zystiden beobachtet; Lamellentrama: hyalin; Basidien: z.B. 34x9, 30x8; einige mit auffälligem, körnigem, lichtbrechendem Inhalt; Sporen: subglobos; mäßig grob stachelwarzig; Warzen ca. 0,2 µm überstehend; Maße: 7,4 x 6,2 (6,8-8 x 5,7-6,8), Q=1,19 (1,09-1,29), 20 Sp. gemessen;
Nr. 71: Cortinarius delibutus Fr.
Zur Bestimmung: Wohl eine der vielen Spielarten von C. delibutus, obwohl das bräunliche Velum schon recht merkwürdig ist.
Funddaten: 28.08.2014; MTB 8335-4-3-1, 1150 m; D – By – Lenggries, Hohenwiesen, Hohenwiesener Berg, Hochalmgraben; Bergmischwald (Tanne, Buche, Fichte, Bergahorn) über Plattenkalk; bei Fichten und Buchenverjüngung; einzeln;
Hut: 5 cm breit, flach gewölbt, sehr schleimig, am Scheitel braun, rehbraun, zum Rand hin blass olivbraun und frisch mit minimalem Blaustich; Stiel: 7 x 1,1 cm, basal keulig, schmutzig weiß, unter der Velumabrisszone schleimig, vom Velum genattert; Velum ockerbräunlich, olivocker, persistent; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, beigegrau, frisch und länger am Hutrand mit schwachem Blauton; Schneiden kaum abgesetzt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach; KOH (40%): auf allen Teilen negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: dicke Ixocutis, Zellen ziemlich flächig blass gelbbraun pigmentiert, höchstens sehr fein inkrustiert; Hypoderm nicht ausgeprägt; Lamellenschneide: fertil; Basidien: einige mit typisch kristallin-lichtbrechendem Inhalt; Sporen: subglobos, ziemlich grob stachelwarzig, Maße: 7,9 x 6,3 (7,5-8,3 x 5,8-6,7), Q=1,25 (1,16-1,30), 20 Sp. gemessen;
Nr. 72: Cortinarius cf. pluvius (Fr.: Fr.) Fr. s. Brandrud et al. 1998
Zur Bestimmung: Taxonomie unklar. Mit FN geschlüsselt. C. pluvius in CFP D25 würde makroskopisch sehr gut passen, wird aber mit schmäleren Sporen angegeben. C. vibratilis s. Brandrud mit breiteren Sporen, C. vibratilis ss. Kytövuori mit längeren, schmaleren Sporen.
Funddaten: 20.08.2014; MTB 8533-1-2-2, 950 m; D – By – Klais, Geißschädel, NSG, Fichtenwälder und Buckelwiesen über Raibler Schichten (Kalkalpin) und Würm-Fernmoräne; am Waldrand bei Fichte, Haselnuss und (weiter entfernt) Birke; gesellig (2 Fk);
Hut: bis knapp 2 cm breit, gewölbt, Oberfläche etwas schleimig und klebrig, glatt, semmelgelb bis ockergelb, hygrophan, heller gelb ausblassend, Rand cremeweiß; Stiel: bis 4 x 0,5 cm, basal verjüngt, cremeweiß, unter der Cortinaabrisszone schwach schleimig; Lamellen: aufsteigend und recht breit angewachsen, gedrängt, beige; Fleisch: cremefarben, in der Stielrinde gelb; Geruch: rafanoid; Geschmack: Huthaut und Fleisch sehr bitter; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: ellipsoid, in Aufsicht ovoid, subapikulär schwach abgeflacht, fein warzig, im Umriss rau, schwach oder nicht dextrinoid; Maße: 6,7 x 4,8 (5,9-7,3 x4,3-5,1), Q=1,40 (1,28-1,54), 20 Sp. gemessen;
Nr. 73: Cortinarius vibratilis (Fr.: Fr.) Fr. s. Brandrud
Zur Bestimmung: Hat viel längere, gestrecktere Sporen als der C. pluvius aus Klais (Nr. 72) und entspricht eigentlich genau dem C. vibratilis s. CFP, obwohl in FN breitere Sporen angegeben werden (nicht so aber in CFP). Der C. vibratilis s. Kytövuori & Niskanen und Moser hat anscheinend schmälere, sehr schwach ornamentierte und mandelfömige Sporen.
Funddaten: 07.09.2014; A-Uderns, Zillertal, Riedberg, Seebachwald; Tannen-Fichten-Hochwald mit viel Heidekraut und Heidelbeere, offenbar auf recht magerem, saurem Boden über Kellerjoch-Gneis im Übergansbereich zu Quarzphyllit; bei Fichten und Tannen; einzeln;
Hut: 4 cm breit, schleimig und klebrig, ockerbrau bis orangebraun, hygrophan, ocker ausblassend; Stiel: 3,8 x 1 cm, basal schlank spindelig-keulig und ausspitzend, kaum schleimig, cremeweiß-beige streifig; Lamellen: aufsteigend angewachsen, gedrängt, ziemlich hell bräunlich-beige; Fleisch: cremefarben, im Stiel bräunlichbeige marmoriert; Geruch: im Schnitt nach Radi, danach auch mit süßlicher, an Phlegmacien erinnernder Komponente; Geschmack: Huthaut und Fleisch stark bitter; KOH (40%): am Hut hellbraun, sonst negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: ellipsoid, in Aufsicht ovoid, subapkulär deutlich abgeflacht, apikal mittelbreit gerundet, mäßig grob warzig, im Umriss grob rau bis kurzstachelig, Warzen fein bis mittelgrob, ziemlich hoch, indextrinoid (ockergelb in Melzer); Maße: 7,3 x 4,8 (6,7-8,2 x 4,4-5,1), Q=1,54 (1,41-1,71), 20 Sp. gemessen;
Nr. 74: Cortinarius huronensis var. olivaceus Ammirati & A.H. Smith
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. In GpBW als C. chrysolithus geführt. Von C. tubarius durch den gelben granulären Inhalt der Basidien, rötliche Reaktion der LTrama auf KOH und kleinere Sporen unterschieden.
Funddaten: 26.07.2014; MTB 8331-4-2-4, 1180 m; D – By – Unterammergau, Altenau, Hochschergen, Markmoos; Hochmoor mit Latschen in der Flyschzone; im Sphagnum bei Pinus mugo und Picea abies; zweimal einzeln gesichtet;
Hut: 1,9 – 2,4 cm breit, gewölbt mit heruntergebogenem Rand und mäßig bis stark vorgezogenem Buckel, Oberfläche trocken, filzig bis feinschuppig, grünbraun (RAL) bis olivbraun mit dunkleren (bisw. fast schwärzlichen) Flecken und Streifen; Stiel: 6,5-9 cm lang und bis 4 mm breit, zylindrisch, hohl, etwas heller als der Hut, olivgelb bis schmutzig oliv, basal bis mehrere cm herauf weißfilzig; Velum dünn, unauffällig; Lamellen: leicht aufsteigend und breit angewachsen, mäßig bis normal gedrängt, olivgelb, oliv, alt olivbraun; Schneiden etwas heller und ziemlich schartig; Fleisch: im Hutkern schmutzig creme oder wässrig olivbraun, im hohlen Stiel dunkel olivbraun; Geruch: pilzig bis schwach rafanoid; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellentrama: stellenweise mit rötlicher Reaktion in KOH (im 40er gut zu sehen); Basidien: teilweise mit gelbem, körnigem Inhalt; Sporen: ellipsoid, mit mittelbreit gerundetem Apex; fein warzig, im Umriss rau; Maße: 8,4 x 5,2 (7,2-9,8 x 4,8-5,7), Q=1,60 (1,44-1,76), 20 Sp. gemessen;
Nr. 75: Cortinarius malicorius Fr.
Zur Bestimmung: C. fervidus sieht zumindest in CFP makroskopisch sehr ähnlich aus, die Sporenmaße schließen aber eine Verwechslung aus.
Funddaten: 06.10.2014; MTB 8331-4-2-4, 1180 m; D – Th – Oberhof, Meiningen, Hohe Maas; Fichtenjungwald auf Kalk; bei jungen Fichten und Birke im Moos; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 4,3 cm, flach gewölbt, kaum gebuckelt, feinst faserig (etwas eingewachsen wirkend), olivgelb, alt mit stärker braunen Tönen, Velum am Hutrand lebhaft orange; Stiel: bis 5 x 1 cm, ziemlich kräftig, basal verjüngt, gelb; Velum lebhaft orange, bildet jung eine deutlich ausgeprägte Natterung; Basalfilz orangegelb; Lamellen: schwach ausgebuchtet und mit Zahn herablaufend, oder schwach herablaufend, jung lebhaft orange, dann rostorange bis orangebraun; Fleisch: olivgelb, grüngelb; Geruch: schwach rafanoid; KOH (40%): auf allen Teilen rotbraun und dann rasch schwarzbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: breit ellipsoid, ohne Depression, apikal mittelbreit gerundet, kräftig warzig,im Umriss grob rau bis kurzstachelig, Maße: 5,7 x 4,1 (5,4-6 x 3,9-4,4), Q=1,38;
Nr. 76: Cortinarius cf. battaillei (M.M. Moser) Hoil.
Zur Bestimmung: Sieht nach C. batallei aus, obwohl von einem grauen bis olivbraunen Velum keine Rede sein kann. Die orangerosa Stielbasis und die Sporenmaße sollten für C. batallei sprechen.
Funddaten: 10.10.2014; D – Th – Oberhof, Stürzerbach, Mayersgrund, im Bachtal; saurer Fichtenwald und Extensivweiden auf Granit; auf der Weide in der moosigen Wiese, bei Fichte; gesellig (>10 Fk);
Hut: 2,2 – 3 cm, meist mit breitem, flachem Buckel, Oberfläche trocken, samtig, lebhaft rehbraun, fast orangebraun, zum Rand hin etwas heller; Hutrand jung durch gelbe Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: bis 8,5 x 0,5, tief im Moos steckend, gelb, alt mit Olivtönen, basal meist weit herauf orangerosa überzogen; Velum wohl orangerosa, bei den jüngsten Fk sind orangerosa Flecken und Streifen am Stiel (möglicherweise auch Velumreste), dünn, am Hut nicht oder sehr schwach ausgeprägt; Basalmyzel und Rhizomorphen orangerosalich; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, gelb, dunkelgelb, dann ockergelb bis ockerbraun; Schneiden auffallend gesägt (bei allen Fk); Fleisch: im Hut wässrig braun oder blassgelb, im Stiel olivgelb, zur Basis hin olivbraun; Geruch: intensiv nach Rettich; KOH (40%): am Hut schwarzbraun, außen am Stiel dunkel rotbraun, im Hut- und im Stielfleisch dunkel rotbraun; Exsikkat: Lamellenschneiden von den braunen Lamellen knallgelb abgesetzt. Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Hymenium und Trama stellenweise mit zitronengelbem Pigment; Cortina: Zellen in KOH stellenweise mit orangerosa Pigmenten. Sporen: schlank ellipsoid bis subamygdaloid, subapikulär etwas abgeflacht, apikal meist mäßig breit bis fast schmal gerundet, mäßig grob warzig, im Umriss grob rau; Warzen meist mittelgrob, einzelne auch gröber, abgerundet; Maße: 8,3 x 5,0 (7,8-9,1 x 4,8-5,4), Q=1,66 (1,55-1,75), 20 Sp. gemessen;
Nr. 77: Cortinarius callisteus (Fr.: Fr.) Fr.
Zur Bestimmung: Aufgrund der schon jung recht dunkel orangebraunen (nicht hell gelben) Hutfarben wohl eher ein callisteus. Die Trennung von C. citrinofulvescens ist nicht ganz leicht nachzuvollziehen.
Funddaten: 20.08.2014; MTB 8533-1-2-2, 950 m; D – By – Klais, Geißschädel, NSG, Fichtenwälder und Buckelwiesen über Raibler Schichten (Kalkalpin) und Würm-Fernmoräne; im Fichtenjungwald, gesellig (>5 Fk); verges. mit C. variecolor und C. varius;
Hut: 4-4,8 cm breit, Oberfläche glatt bis grieselig, bisw. schwach feinschuppig, orangebraun, bisw. schwach hygrophan; Stiel: bis 5 x 1 cm, basal keulig (Keule bis 2,2 cm dick), an der Spitze cremegelb, sonst gelb, in der unteren Hälfte bei Berührung bräunend; Velum gelb; Lamellen: gerade und breit angewachsen, mäßig gedrängt, jung hellgelb, dann honiggelb bis ockerbraun; Fleisch: im Hut und in der Stielspitze schmutzig creme, in der unteren Stielhälfte goldgelb bis orangebraun; Geruch: etwas unangenehm nach heißem Blech; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: subglobos, mäßig grob warzig, Warzen eher klein, knapp überstehend und dicht; Maße: 7,4 x 6,3 (6,8-8,1 x 5,9-6,8), Q=1,16 (1,10-1,27), 20 Sp. gemessen;
Nr. 78: Cortinarius melanotus Kalchbr.
Zur Bestimmung: Unkritisch. Die beiden letzten Fotos zeigen eine separate Aufsammlung vom Kirchsee.
Funddaten: 15.09.2014; MTB 8236-4-3-4, ca. 1020 m; D-By-Tegernsee, Riedersteinholz, am Wanderweg zum Riederstein; Bergmischwald (Buche, Fichte, Tanne, Bergahorn) über „Cenoman“ (Kalkalpin); bei großen Tanne, Fichten, Bergahorn und (weiter entfernt) Buche; gesellig (5 Fk);
Hut: bis 5 cm, schuppig, olivgrün bis olivbraun, komplett mit dunkelbraunen Faserschüppchen besetzt; Stiel: bis 6 x 1 cm, basal spindelig erweitert, undefinierbar cremefarben, im unteren Drittel mit blass grüngelben Farben; Velum olivbraun, bildet meist eine schwach ausgeprägte Ringzone und +/- deutliche Gürtelzonen; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, mäßig gedrängt, jung olivgrün, reif olivbraun; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: deutlich nach Petersilie; KOH (40%): am Hut zuerst rotbraun, dann düster olivbraun; am Fleisch (vor allem im Stiel) zuerst rot, dann rotbraun; am Stiel außen olivgrün, nahe der Basis rotbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: subglobos, ziemlich kräftig warzig bis stachelwarzig, Maße: 6,6 x 5,2 (6,2-7,1 x 4,7-5,6), Q=1,27 (1,11-1,40), 20 Sp. gemessen;
Nr. 79: Cortinarius cf. melanotus Kalchbr.
Zur Bestimmung: Geruch, Hutoberfläche und Sporenmaße dieses Einzelexemplars passen gut zu C. melanotus, der sehr keulige Stiel und das völlig fehlende braune Velum werfen aber ein paar Fragezeichen auf.
Funddaten: 19.10.2014; Italien-Arezzo-Castiglion Fiorentino, Cantalena, Alta S. Egidio, ca. 1000 m, Tannenwald am Nordhang mit eingestreuten Esskastanien; einzeln;
Hut: 5 cm breit, grob samtig mit braunen Schuppen; Stiel: 3 x 2 cm, keulig, schmutzig creme, ohne braunes Velum; Lamellen: oliv bis olivbraun, mäßig entfernt; Geruch: nach Petersilie; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellentrama: in KOH mit schaumig-körneligem, grünlich-gelbem Inhalt (wie auch teilweise die Basidien); Basidien: ca. 34-38 x 6-8; Sporen: subglobos, im Umriss rau bis kurzstachelig, Warzen mäßig dick, aber bisw. recht hoch; Maße: 6,4 x 5,3 (5,8-7,2 x 5-5,7), Q=1,20 (1,15-1,26), 20 Sp. gemessen;
Nr. 80: Cortinarius cyanites Fries
Zur Bestimmung: Nach Liimatainen et. al. in Persoonia33 gibt es drei nahe verwandte „cyanites“-Arten. Der vorliegende Fund dürfte am besten zu C. cyanites s.str. passen.
Funddaten: 23.08.2014; MTB 8335-3-3-4, 860 m; D – By – Lenggries, Leger, Röhrmoostal; Bergmischwald (Buche, Tanne, Fichte, Bergahorn) in der kalkalpinen Zone (Übergangsbereich zwischen Plattenkalk und würmeiszeitlichen Ablagerungen); bei großen Buchen und (weiter entfernt) Tanne; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 7,5 cm breit, gewölbt, stark eingewachsen faserig, ziemlich trocken, nur befeuchtet schwach klebrig, nicht schlemig, olivbraun; Stiel: bis 6,5 x 1,7, zylindrisch, basal schwach keulig, undefinierbar düster grau-braun-blau, silbrig glänzend, Myzelfilz blassblau; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung blau, dann purpurbraun, auf Druck langsam rötend; Fleisch: blass blau, im Schnitt langsam rötend; Geruch: schwach, unauffällig; Geschmack: mild (auch die Huthaut); KOH (40%): am Hut und am Fleisch blassbraun; Exsikkat: Hut und Stiel ziemlich hell, graubeige. Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: deutlich entwickelte Ixocutis, Zellen vor allem im Mittelteil stark gelifiziert, in den obersten Lage diffus olivgelb pigmentiert, im Mittelteil oft auch hyalin, ohne Inkrustationen; Hypoderm nicht ausgeprägt; Sporen: amygdaloid, subapikulär meist abgeflacht, selten mit schwacher Depression, apikal schmal gerundet, sehr dicht und mäßig grob warzig, im Umriss grob rau; Maße: 9,9 x 5,8 (8,7-11,1 x 5,2-6,5), Q=1,70 (1,53-2,02), 20 Sp. gemessen;