Cortinarius 2013
Hinweis: Alle Mikromerkmale und Mikrofotos basieren auf Exsikkatpräparaten in 3%iger Kalilauge.
Nr. 1: Cortinarius subporphyropus Pilat
Zur Bestimmung: Stimmt abgesehen von den etwas größeren Sporen weitgehend mit der Aufsammlung vom Kirchsee (Nr. 15/2011) überein, die durch Sequenzanalyse als C. mendax identifiziert wurde. Bei der vorliegenden Kollektion ist höchstwahrscheinlich Fagus der Mykorrhiza-Partner (auch bei meinen anderen beiden Kollektionen war stets Fagus am Fundort). Auffallend sind die relativ großen (bis 6,8 cm Hut und bis 8 cm Stiel) Fk, die deutlich über die Angaben in JEC2011 hinausgehen. Dies gilt auch für die 2. Kollektion vom Kirchsee (Nr. 2/2013). Die in PDS5 (Nr. 242) dargestellte Kollektion (als C. subporphyropus) sieht dem vorliegenden Fund täuschend ähnlich (allerdings wie eine Miniaturausgabe), hat ähnliche Mikromerkmale und wuchs bei Birke und Kiefer. C. subporphyropus Pilat ss. FN hat deutlich größere Sporen. C. porphyropus ist nach den Angaben in FN, CFP und GCI ein reiner Birkenbegleiter.
Funddaten: 21.09.2013; MTB 8533-4-1-1, ca. 1100 m; D-By-Mittenwald, Kranzbergregion, bodensauerer, magerer, Buchen-Hutewald (wohl Schafbeweidung) mit viel Heide und Heidelbeere auf Hauptdolomit (möglicherweise auch würmeiszeitliche Fernmoräne), bei großen Buchen (und krüppeliger Fichte) in der Laubstreu an ebener, etwas feuchterer Stelle (nicht am trockenen Hang); gesellig (4 Fk);
Hut: 3,5-6,8 cm breit, flach gewölbt, schleimig und klebrig (bisw. schwach), eingewachsen faserig, oft mit radialen Wasserstreifen und -flecken, in der Hutmitte lehmbraun bis ocker, sonst überwiegend grau, beigegrau bis olivgrau; Stiel: bis 8 x 1 cm, zylindrisch, bisw. irregulär verbogen, basal gleichdick, undefinierbar lilagrau bis beigegrau und bisw. bei Berührung stark violett fleckend, vor allem in der oberen Hälfte seidig glänzend und etwas streifig; Lamellen: aufsteigend und breit bis schmal angewachsen, bisw. auch ausgebuchtet und mit Zahn kurz herablaufend, gedrängt, frisch blaulila, dann lilabraun bis kartonbraun, auf Druck violett fleckend; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: etwas säuerlich; KOH (40%): am Hut olivbraun, am Fleisch negativ; Lugol: am Fleisch dunkel und intensiv violett; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, ca. 250 µm dick (schwer zu messen vom Exsikkat, fliegt bei dünnen Schnitten auseinander in KOH), Zellen hyalin oder gelblich, nicht quergestreift, höchstens minimal feinst inkrustiert; Hypoderm schwach ausgeprägt, Zellen nicht über 10 µm breit, mit blass gelblichem Dickwandpigment, ohne auffallende Inkrustationen; Lamellenschneide: fertil, ohne auffallende Zystiden oder Marginalzellen; Lamellentrama: in Melzer pseudoamyloid (violett); Sporen: ellipsoid bis subamygdaloid, subapikulär abgeflacht oder mit schwacher Depression, Apex mittelbreit, seltener schmal gerundet, Ornament grob warzig, Warzen sehr variabel, fein bis grob, bisw. sogar fast schollig, im Umriss deutlich überstehend, vor allem am Apex bis ca. 0,5 µm, indextrinoid; Maße: 9,5 x 6,1 (8,5-10,5 x 5,5-6,5), Q=1,55 (1,43-1,71), 20 Sp. gemessen.
Nr. 2: Cortinarius subporphyropus Pilat
Zur Bestimmung: Passt perfekt zur Kollektion aus Mittenwald (Nr. 1/2013), siehe Bemerkungen dort. Der Fundort ist ca. 500 m von dem der Kollektion Nr. 15/2011 entfernt, liegt aber nicht am Moorrand, sonderen weiter oben auf der Moräne bei Tanne und Buche.
Funddaten: 07.10.2013; MTB 8135-4-3-2, 720 m; D - By -Sachsenkamm, Kirchsee Nord, nördlich des Wanderwegs vom Kirchsee zum Kogelweiher, Mischwald (Tanne, Buche, Fichte) auf würmeiszeitlichen Moränen angrenzend an ein Hochmoor; bei großen Tannen und Buche; auf mehreren Quadratmetern verteilt, gesellig (6 Fk);
Hut: 4-5,4 cm, schleimig bis klebrig, fein eingewachsen faserig, sonst glatt, zum Rand hin bisw. wasserzugig streifig oder fleckig, olivgrau bis graubeige; Stiel: bis 6,5 x 1 cm, schlank, zylindrisch, basal oft verbogen und bisw. schwach spindelig erweitert, blass lila, silbrig glänzend, auf Druck intensiv rotlila verfärbend; Lamellen: ausgebuchtet bis gerade angewachsen, bisw. mit Zahn kurz herablaufend, gedrängt, jung blaulila, später lilabraun, bei Verletzung oder Druck intensiv rotlila verfärbend; Fleisch: rotlila marmoriert; Geruch: süßlich, etwas an L. nuda erinnernd; KOH (40%): überall negativ (blass bräunlich); Mikromerkmale vom Exsikkat: ^ HDS: Ixocutis, Zellen stark auseinandergetrieben, teils gelifiziert, hyalin oder intrazellulär gelb pigmentiert, in Hypodermnähe auch feinst inkrustiert; Hypoderm deutlich entwickelt, Zellen ca. 5-15 breit, dickwandig und mit blassgelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: hyalin; Basidien: 4-sporig; 35-40 x 8-10; Sporen: ellipsoid bis subamygdaloid, subapikulär meist abgeflacht, selten mit schwacher Depression, grob warzig, Warzen variabel, isoliert, fein bis grob, selten etwas verlängert, auch schwach schollig, am Apex bis 0,5 µm vorstehend, indextrinoid; Maße: 9,4 x 6,0 (8,5-10,5 x 5,5-6,5), Q=1,56 (1,42-1,67), 20 Sp. gemessen;
Nr. 3: Cortinarius cf. calochrous (Pers.: Fr.) Gray s.l.
Zur Bestimmung: Für diese knallgelben Gesellen mit gelbem Velum aus dem Gebirge bei Mittenwald/Karwendelgebiet kommen wohl nur C. calochrous oder C. sublilacinopes infrage, wobei Letzterer in FN nicht ausgeschlüsselt ist. Streng nach dem Schlüssel bei Froslev 2006 müsste ich praktisch alle meine Aufsammlungen von C. calochrous s.l. (2012 und 2013) als C. sublilacinopes bestimmen, da Bulbipellis und Basalmyzel weiß sind. Jedoch hat keine dieser Kollektionen Violetttöne am Stiel und alle sind aus dem Buchenwald. Die Sporenmittelwerte reichen von 8,9-9,9 x 5,0-5,6. Die vorliegende Kollektion hat mit 9,9 x 5,5 die größten Sporen dieser Aufsammlungen. Die beiden letzten Fotos zeigen eine weitere Aufsammlung aus demselben Waldstück und vom selben Tag mit praktisch identischen Sporenmaßen.
Funddaten: 21.09.2013; MTB 8533-4-1-1, ca. 1100 m; D-By-Mittenwald, Kranzbergregion, bodensauerer, magerer, trockener Buchen-Hutewald (wohl Schafbeweidung) mit viel Heide und Heidelbeere auf Hauptdolomit (möglicherweise auch würmeiszeitliche Fernmoräne), bei großen Buchen am Hang in der Laubstreu; gesellig (2 Fk);
Hut: bis 4,8 cm breit, stark schleimig und klebrig, glatt, hellgelb, am und um den Scheitel mit braunen Schüppchen besetzt; Stiel: bis 5,5 x 1,2 cm, gerandet knollig, cremeweiß mit blassockerbraunen Reflexen; Knolle bis 2,7 cm breit, sehr breit und tellerartig gerandet, basal schwach konisch bis abgeflacht, cremeweiß bis cremegelb; Velum am Knollenrand lebhaft gelb und schleimig; Basalmyzel weiß; Lamellen: aufsteigend angewachsen, gedrängt, jung lila, reif blass graubraun mit schwachem Lilaton; Fleisch: cremeweiß; Geruch: schwach süßlich-hefig (typischer Phlegmaciengeruch); KOH (40%): am Hut ockerbraun bis lehmbraun, am Fleisch negativ, am Knollenrand ockerbraun (siehe auch Schnittbild); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Simplex, Ixotrichoderm, Zellen cal 3-6 µm breit, oft schwach dickwandig, hyalin oder iz. gelb pigmentiert, Hypoderm nicht ausgeprägt, Zellen der Subkutis bis 12 breit und schlank-zylindrisch-hyphig, hyalin, keine Inkrustationen beobachtet; Lamellentrama: hyalin; Lamellenschneide: fertil; keine von Basidiolen unterscheidbaren Marginalzellen beobachtet; Sporen: amygdaloid, Apex meist schmal gerundet, selten fast spitz, in der Regel nicht ausgezogen, kräftig gelb in KOH, Ornament aus isolierten feinen bis groben Warzen, die hin und wieder zusammenfließen und bisw. als schollige Beläge oder Krusten ausgebildet sind, einzelne Warzen oft deutlich vorstehend, aber Umrisslinie der Sporen immer gut zu sehen, Maße: 9,9 x 5,5 (9-11 x 5-6), Q=1,79 (1,63-1,91), 20 Sp. gemessen;
Nr. 4: Cortinarius calochrous (Pers.: Fr.) Gray s.l.
Zur Bestimmung: Diese Aufsammlung aus dem Kalkbuchenwald an der Isar südlich von München stimmt sehr gut mit den letztjährigen Kollektionen aus den "Schwesterwäldern" im südlichen Münchner Umland überein.
Funddaten: 30.09.2013; MTB 7934-4-4-2, 560 m; D - By - Frundsbergerhöhe, Östliche Isarleite, Buchenmischwald mit eingestreuten Fichten auf würmeiszeitlichen Schottern mit Schutt, unter großen Buchen, weiter entfernt auch Fichte vorhanden; gesellig (2 Fk);
Hut: 4-4,5 cm breit, schleimig, klebrig, gelb, ockerbraun streifig und fleckig, ohne deutlich ausgeprägte Velumschüppchen; Stiel: bis 4,5 x 1,1 cm, gerandet knollig, undefinierbar cremebeige, seidig glänzend; Knolle bis 3 cm breit, tellerartig breit gerandet, basal abgeflacht oder konisch eingesenkt, Unterseite weißlich, Basalmyzel weiß; Velum als gelber Saum am Knollenrand; Lamellen: gedrängt, lila, später lilagrau bis kartonbraun; Schneiden weißlich, unregelmäßig, aber kaum schartig; Fleisch: cremeweiß; Geruch: schwach gebäckartig, KOH (40%): am Hut ockerbraun bis kastanienbraun, am Knollenrand ockerbraun, an der Knollenunterseite blass bräunlich, am Fleisch negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex, Zellen der Epicutis teils gelifiziert, intakte mit blass gelbem bis intensiv goldgelbem, intrazellulärem Pigment; Lamellenschneide: fertil, mit mäßig vielen Marginalzellen, die aber kaum von Basidiolen zu unterscheiden sind; Sporen: amygdaloid, Apex schmal gerundet, bisw. fast spitz, selten etwas ausgezogen; Ornament krustenwarzig; Maße: 9,2 x 5,4 (8,5-10 x 5-6), Q=1,71 (1,58-1,80), 20 Sp. gemessen;
Nr. 5: Cortinarius calochrous (Pers.: Fr.) Gray
Zur Bestimmung: Diese Kollektion von der Isar weist als Einzige zumindest teilweise gelbliche Farben an Bulbipellis und Myzel auf und hat die kleinsten und gedrungensten Sporen.
Funddaten: 27.09.2013; MTB 7935-1-3-4, ca. 550 m; D - By - Grünwald , Kalkbuchenwald nördlich der Grünwalder Brücke; bei großen Buchen in der Laubstreu;
Hut: bis gut 5 cm breit, schleimig und klebrig, gelb, bisw. mit ockerbräunlichen Schüppchen besetzt und / oder etwas ockerbraun verfärbt; Stiel: bis 5 x 1,5 cm, gerandet knollig, weißlich, vielleicht mit minimalem Lilastich an der Spitze, seidig glänzend; Knolle tellerartig gerandet, bis 3,5 cm breit, ziemlich abgeflacht, Knollenunterseite cremegelb bis blass schwefelgelb, Basalmyzel blass schwefelgelb; Velum am Knollenrand als schwefelgelber Saum; Lamellen: gedrängt, blass graulila, zuletzt hell graubraun; Fleisch: weiß, in der oberen Stielrinde grau; Geruch: gebäckartig; Geschmack: Huthaut mild; KOH (40%): am Hut kupferbraun bis rotbraun; am Fleisch fast negativ, ganz blass beige, am Knollenrand rostbraun; an der Knollenunterseite und am Basalmyzel negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex, Pigment in der Epicutis gelb bis bernsteinfarben, diffus bis körnelig; Lamellenschneide: fertil, Marginalzellen unauffällig; Sporen: amygdaloid, Apex nicht ausgezogen, grob warzig, Warzen teils etwas zusammenfließend und Krusten bildend, Maße: 8,9 x 5,4 (8,5-9,5 x 5-6), Q=1,63 (1,55-1,73), 20 Sp. gemessen;
Nr. 6: Cortinarius cf. haasii (M.M. Moser) M.M. Moser
Zur Bestimmung: Wegen der fehlenden Blautöne in den Lamellen landet man in FN im Schlüssel D und versandet dort bei C. pseudoglaucopus. Diese Art sollte jedoch ein deutlich violettes Velum am Knollenrand, einen erdigen oder rettichartigen Geruch sowie breitere Sporen aufweisen. Die großen Sporen, das schwefelgelbe Myzel und die Epicutis-Pigmentierung würden ganz gut zu C. haasii passen. Abweichend neben der Lamellenfarbe sind die ebenfalls schwach ausgeprägte Violettfärbung des Stiels und die schwach ausgeprägten Velumreste am Hut.
Funddaten: 23.09.2013; MTB 8236-4-4-3, ca. 1350 m; D-By-Tegernsee, Baumgartenschneid, Bergmischwald (Buche, Fichte, Tanne, Bergahorn) auf Hauptdolomit (Kalkalpin), bei großen Fichten und (weiter entfernt) Tanne; gesellig (6 Fk);
Hut: 4-5 cm breit, schleimig und klebrig, auf semmelfarbenem Grund ockerbraun bis rostbraun fleckig (dünne Velumflocken vermutlich), nicht eingewachsen faserig; Stiel: bis 3 x 1,4 cm, gerandet knollig, sehr blass lila (zumindest in der oberen Hälfte); Knolle deutlich gerandet, bis 2,6 breit, flach konisch eingesenkt, Knollenunterseite weiß, aber Basalmyzel schwefelgelb; Velum am Knollenrand als bräunlicher Saum; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, auch bei jungen Fk mit Cortina hellgrau ohne Blauton, später beigegrau (keine alten Fk vorhanden); Fleisch: schmutzig cremefarben; Geruch: unauffällig; KOH (40%): am Fleisch blass braun, am Hut dunkel kastanienbraun, am Knollenrand (Velum) dunkel kastanienbraun, an der Knollenunterseite und am Basalmyzel negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, schwach duplex, Epicutis sehr dick (>500 µm), Zellen teils gelifiziert, intakte ziemlich breit, ca. 5-15 mm, Pigment quergestreift gelbbraun inkrustierend und zusätzlich bernsteinfarben intrazellulär; Zellen der Subcutis stark quergestreift inkrustiert (gelbbraun); Hypoderm wohl vorhanden (schon unterhalb der Subcutis, evtl. auch etwas ungewöhnliche Zellstruktur des Hutfleischs), aber schwach entwickelt, Zellstruktur puzzleartig, Zellen kaum über 15 breit, mit blassgelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: hyalin; Basidien: 4-sporig, ca. 35-43 x 10-11,5; Sporen: amygdaloid bis subcitriform, Apex bisw. schwach ausgezogen; grob krustenwarzig, Warzen oft zusammenfließend, Krusten und Schollen (bis 1,5 µm dick) bildend; stets einige Warzen deutlich überstehend; Maße: 11,8 x 6,8 (10,5-12,5[13,5] x [6]6,5-7), Q=1,74 (1,60-2,05), 20 Sp. gemessen;
Nr. 7: Cortinarius haasii (M.M. Moser) M.M. Moser
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Scheint mir ein wenig blass pigmentiert, aber sonst passt alles: schwefelgelbes Myzel, zumindest an der Spitze bläulicher Stiel und große Sporen.
Funddaten: 07.10.2013; MTB 8135-4-3-2, 710 m; D - By -Sachsenkamm, Kirchsee Nord, Mischwald (Tanne, Buche, Fichte) auf würmeiszeitlichen Moränen angrenzend an ein Hochmoor; bei großen Tannen und Fichten sowie jungen Buchen; gesellig (2 Fk);
Hut: 4,5 - 7 cm breit, schleimig und klebrig, semmelgelb, am Hutrand cremegelb, am Scheitel dunkler bis ockerbraun, mit zahlreichen weißen, bisw. bräunlich verfärbten Velumflocken besetzt; Stiel: bis 6 x 1,4 cm, gerandet knollig, cremeweiß, an der Spitze mit bläulichem Schein; Knolle bis 3 cm breit, halbrund, stark gerandet, weiß; Basalmyzel leuchtend schwefelgelb (kräftige Rhizomorphen); Velum am Knollenrand (wohl auch am Hutrand) schleimig und gelb (zumindest so verfärbt); Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, lila, später lilabraun bis kartonbraun; Schneiden gleichfarbig und +/- glatt, nicht lila unterlegt; Fleisch: cremeweiß; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut rotbraun bis ockerbraun; am Fleisch negativ; am Knollenrand rostbraun; an der Knollenunterseite und am Basalmyzel negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex; Epicutis dick, Zellen stark gelifiziert, intakte Zellen teils fein und blass quergestreift inkrustiert, vor allem in der obersten Lage auch mit goldgelbem bis bernsteinfarbenem intrazellulärem Pigment; Zellen der Subcutis schwach inkrustiert, auch mit goldgelbem intrazellulärem Pigment; Hypoderm nicht ausgeprägt; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Sporen: amygdaloid bis subcitriform, Apex meist fast spitz und bisw. schwach ausgezogen; Ornament grob krustenwarzig; Maße: 11,1 x 6,6 ([9,5]10,5-12 x 6-7), Q=1,69 (1,53-1,79), 20 Sp. gemessen;
Nr. 8: Cortinarius cf. selandicus Frøslev & T. S. Jeppesen
Zur Bestimmung: Mit FN so geschlüsselt. Die Kollektion hat schon eine gewisse Ähnlichkeit mit C. insignibulbus aus dem Berglholz, Nr. 16/2009, (auch mikroskopisch die Cheilos), aber die Sporen sind halt über 1 µm kürzer und öfter mal nur subamygdaloid bis fast ellipsoid. C. selandicus ist bei Froslev (MyR110:1048) mit Olivtönen am Hut beschrieben, was bei dieser Kollektion nicht der Fall ist. Die stark oliv getönte, in JEC2011 (S. 10) vorgestellte Kollektion sieht komplett anders aus. Auch C. insignibulbus von der Frundsberghöhe (Nr. 9/2013, 30.09.2013) ist makroskopisch etwas ähnlich, hat auch eine sterile Lamellenschneide und ganz ähnliche Elemente in der HDS, aber eben auch im Schnitt um 1,4 µm längere Sporen. Möglicherweise käme auch C. violaceipes infrage.
Funddaten: 27.09.2013; MTB 7935-1-3-4, ca. 550 m; D - By - München-Grünwald , Kalkbuchenwald nördlich der Grünwalder Brücke; bei großen Buchen in der Laubstreu;
Hut: 4,5-8 cm breit, schleimig und klebrig, cremebeige bis graubeige, am Scheitel mit kleinen ockerbraunen Schüppchen besetzt; Stiel: bis 5 x 1,5 cm, gerandet knollig, lila, an der Spitze so bleibend; Knolle breit gerandet, bis 3 cm breit, basal abgeflacht bis flach konisch eingesenkt, Unterseite weißlich bis blass lila; Velum am Knollenrand blass lila; Basalmyzel weiß; Lamellen: gedrängt, lila; Fleisch: cremeweiß, in der Stielrinde lila; Geruch: ein wenig an L. cristata erinnernd, aber schwächer nach Gummi; Geschmack: Huthaut mild; KOH (40%): am Hut ockerbraun; am Fleisch negativ; am Knollenrand, an der Knollenunterseite und am Basalmyzel pink (telemagenta); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm, simplex, Epicutis relativ dünn für so schleimige Pilze (ca. bis 250 µm), Zellen kaum gelatinisiert, zumindest nahe der Hutmitte mit aufgeblasenen irregulär zylindrischen Endzellen, Pigment überwiegend intrazellulär gelb bis bernsteinfarben, an schmalen Zellen auch feinst inkrustierend, aber nirgends deutlich quergestreift; Hypoderm nicht entwickelt; Lamellenschneide: substeril; deutlich differenzierte Cheilozystiden in Clustern an der Schneide, diese keulig, nicht länger, aber breiter als die Basidien und ohne Tropfen, ca. 24-30 x 11-15; Basidien: 4-sporig, ca. 30-34 x 11-12; Sporen: amygdaloid bis subamygdaloid, Apex meist schmal, hin und wieder auch mittelbreit gerundet, bisw. schwach ausgezogen; Ornament krustenwarzig, Warzen niedrig, aber oft zusammenfließend und Krusten oder kleine Schollen bildend, Sporen im Umriss nur fein rau; Maße: 9,6 x 5,8 (8,5-10,5 x 5-6,5), Q=1,66 (1,52-1,82), 20 Sp. gemessen;
Nr. 9: Cortinarius insignibulbus Bidaud & Moenne-Locc.
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Vielleicht ein bisschen überdimensioniert, stimmt aber gut mit C. insignibulbus aus dem Berglholz, Nr. 16/2009 überein. C. catharinae mit kleineren Sporen und roter KOH-Reaktion am Hut.
Funddaten: 30.09.2013; MTB 7934-4-4-2, 560 m; D - By - Frundsbergerhöhe, Östliche Isarleite, Buchenmischwald mit eingestreuten Fichten auf würmeiszeitlichen Schottern mit Schutt, bei großen Buchen; gesellig (6 Fk); verges. mit Cortinarius multiformium;
Hut: 3-7,5 cm breit, schleimig, klebrig, glatt, ohne Schüppchen, ziemlich blass cremegelb, bräunlich streifig oder fleckig (stellenweise); Stiel: bis 9 x 1,3 cm (stattlicher Pilz), gerandet knollig, schmutzig creme, zumindest an der Spitze blaulila; Knolle bis 3 cm breit, weiß; Velum vermutlich weiß (keine ganz jungen Fk vorhanden); Lamellen: gedrängt, jung lila, dann graubraun bis kartonbraun; Schneiden weißlich; Fleisch: cremeweiß, in der oberen Stielhälfte blaulila marmoriert; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut blassbraun, am Fleisch negativ, am Knollenrand braun, an der Knollenunterseite und am Basalmyzel pinkrot (RAL: telemagenta); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex; Epicutis ca. 200 µm dick, Zellen schwach gelifiziert, hyalin, sporadisch mit goldgelbem Pigment; Zellen der Subcutis schmal (ca. bis 6 µm), hyalin oder intrazellulär blassgelb pigmentiert; Hypoderm nicht ausgeprägt; Lamellenschneide: steril, Cheilozystiden deutlich differenziert, ca. 29-35(45) x 10-15(20); Sporen: amygdaloid bis citriform, Apex schmal gerundet und oft schwach ausgezogen; Ornament mäßig grob krustenwarzig, Warzen nicht allzu dick, bisw. etwas zusammenfließend, Spore im Umriss fein rau mit einzelnen deutlich überstehenden Warzen, Maße: 11,0 x 6,5 (10-12 x 6-7), Q=1,69 (1,54-1,83);
Nr. 10: Cortinarius cf. nymphicolor Remaux
Zur Bestimmung: Mit FN und GpBW geschlüsselt. Die einzige Abweichung zur Beschreibung in FN ist das lila Velum am Knollenrand, das aber auch in der Originalbeschreibung und in GpBW als lila angegeben ist. Die makroskopischen Unterschiede zu C. sodagnitus (siehe Nr. 16) sind augenfällig (z.B. die fehlenden Wasserflecken).
Funddaten: 30.09.2013; MTB 7934-4-4-2, 560 m; D - By - Frundsbergerhöhe, Östliche Isarleite, Buchenmischwald mit eingestreuten Fichten auf würmeiszeitlichen Schottern mit Schutt, unter großen Buchen, einzeln;
Hut: 3,2 cm breit, klebrig, "bunt", am Rand lila, Scheitel teils mit weißlichem Belag überdeckt; Stiel: 4 x 0,8, gerandet knollig, , weißlich, an der Spitze blaulila; Knolle 1,9 cm dick, basal abgerundet, Unterseite schmutzig weiß, stellenweise ockerbraun verfärbt; Velum als blaulila Saum am Knollenrand; Lamellen: gedrängt, blaulila; Schneiden dunkler abgesetzt Fleisch: cremeweiß, in Stiel blaulila marmoriert; Geruch: schwach gebäckartig; KOH (40%): am Hut bräunlichrot (RAL: rotviolett, orientrot), am Knollenrand und an der Unterseite pinkrot; am Fleisch negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex, ca. 275 µm dick, Zellen der Epicutis schwach gelifiziert, intakte teils über 10 µm breit, meist gelblich quergestreift inkrustiert, viele auffällig rosa gefärbt (iz), gelegentlich mit goldgelbem intrazellulärem Pigment; goldbraunes Velum aufliegend (fragmentarische Zellen); Hypoderm nicht ausgeprägt; Lamellenschneide: mit vielen keuligen Marginalzellen, die aber kaum von Basidiolen differenziert sind; Lamellentrama: hyalin; Sporen: amygdaloid, Apex meist schmal gerundet, nicht ausgezogen, Ornament grob krustenwarzig, Spore im Umriss rau, einzelnen Warzen deutlich überstehend, Maße: 9,5 x 5,8 (8,5-10,5 x 5,5-6), Q=1,65 (1,54-1,82), 20 Sp. gemessen;
Nr. 11: Cortinarius cf. subgracilis Moënne-Locc.
Zur Bestimmung: Es folgen vier Aufsammlungen, die ich mit FN zumindest mit cf. als C. subgracilis geschlüsselt habe. Mir liegt aber über FN hinausgehend keine vernünftige Beschreibung der Art vor. Die Sporenmaße streuen etwas. Alle vier Aufsammlungen haben sterile Lamellenschneiden. Ein Problem bei der Bestimmung ist oft, dass die Funde zwar alle aus von Tannen dominierten Beständen stammen, aber fast immer auch Buche in der Nähe steht.
Bei dieser ersten Kollektion führt der Schlüssel in FN pfeilgerade zu C. subgracilis. Hier ist wohl auch ökologisch klar, dass es sich um eine Nadelwaldkollektion handelt. Außerdem ist C. catharinae durch die fehlende Rosareaktion der Epikutishyphen (Froslev) ausgeschlossen. Die Bemerkung in Punkt C2 des FN-Schlüssels "without conspicious sterile elements" finde ich ein bisschen irritierend.
Funddaten: 07.10.2013; MTB 8135-4-3-2, 720 m; D - By -Sachsenkamm, Kirchsee Nord, am Wanderweg vom Kirchsee zum Kogelweiher, Mischwald (Tanne, Buche, Fichte) auf würmeiszeitlichen Moränen angrenzend an ein Hochmoor; bei Fichte, Tanne und (weiter entfernt) Buche; gesellig (2 Fk); verges. mit C. atrovirens;
Hut: 4,5 - 5,6 cm breit, schleimig und klebrig, ziemlich blass semmelgelb, am Rand cremegelb, am Scheitel bisw. etwas dunkler und mit sporadischen weißen Velumflocken besetzt; Stiel: bis 6 x 1,5 cm, gerandet knollig, cremeweiß; Knolle tellerartig gerandet, bis 3,4 cm breit, ziemlich flach, schwach konisch eingesenkt; Velum am Knollenrand weißlich; Basalmyzel weiß; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen (kleiner Burggraben), gedrängt, jung lila, alt bis kartonbraun; Schneiden glatt, weißlich, schwach lila unterlegt; Fleisch: cremeweiß; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut rotbraun bis kupferbraun; am Fleisch beige mit Rosaton in der Stielknolle; am Knollenrand und an der Knollenunterseite rosa, am Basalmyzel tief pinkrot; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex; Epicutis sehr dick (800-1000 µm), Zellen stark gelifiziert und dissoziiert, in der obersten Lage mit goldgelbem und bernsteinfarbenem intrazellulärem Pigment, in der Mittelschicht praktisch hyalin, über der Subcutis teils etwas breiter und feinst gelblich quergestreift inkrustiert; Zellen der Subcutis schwach dickwandig mit blassgelbem Wandpigment; Hypoderm nicht entwickelt; Lamellenschneide: steril; Cheilozystiden dicht büschelig stehend, keulig, von Basidiolen klar differenziert, hyalin, bis ca. 12 µm breit; Sporen: amygdaloid bis subcitriform, Apex bisweilen schwach ausgezogen; Ornament grob krustenwarzig, Spore im Umriss rau und hubbelig; Maße 10,6 x 6,4 (10-11,5 x 6-6,6), Q=1,65 (1,55-1,77), 20 Sp. gemessen;
Nr. 12: Cortinarius cf. subgracilis Moënne-Locc.
Zur Bestimmung: Diese gelber gefärbte Kollektion stand gleichermaßen bei Buche und Tanne und stammt aus demselben Wald. Sehr auffallend sind die kurzen, gedrungenen Sporen. Die Laubwaldart C. catharinae müsste eigentlich blasser gelb sein und vor allem eine lebhaft rote KOH-Reaktion am Hut zeigen. Als Nadelwaldarten kommen laut FN-Schlüssel wieder nur C. subgracilis und barbarorum infrage, beide eigentlich mit größeren Sporen.
Funddaten: 02.10.2013; MTB 8135-4-3-1, 730 m; D - By -Sachsenkamm, Kirchsee Nord, nördlich des Wanderweg vom Kirchsee zum Kogelweiher, Mischwald (Tanne, Buche, Fichte) auf würmeiszeitlichen Moränen; an sonniger Stelle bei Buche und Tanne; gesellig (3 Fk);
Hut: bis 4,2 cm breit, klebrig, gelb, am Scheitel mit kleinen braunen Schüppchen und bei einem Fk mit Resten eines weißen Belags; Stiel: bis 5,5 x 0,8 cm, gerandet knollig, cremeweiß; Knolle bis 3 cm breit, weiß, Unterseite und Basalmyzel weiß; Velum am Knollenrand weiß (stellenweise schwach gelblich verfärbt), beim Abreißen volvaartig überstehend; Lamellen: gedrängt, jung lila, bald beige und nur noch die Schneiden lila abgesetzt, zuletzt blass graubraun; Schneiden glatt, lila unterlegt; Fleisch: cremeweiß; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut kupferbraun; am Fleisch negativ, in der Knolle blass rosabräunlich; am Knollenrand braun und rasch in pink übergehend; an der Knollenunterseite und am Basalmyzel pink (RAL: telemagenta); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex; Epicutis sehr dick (ca. 500 µm), Zellen teils gelifiziert, intakte gelblich quergestreift inkrustiert (teils in Auflösung befindlich und dann stacheldrahtähnlich), in der obersten Lage auch mit bernsteinfarbenem intrazellulärem Pigment; Lamellenschneide: steril; Cheilozystiden klar differenziert, keulig, nicht länger als die Basidien, aber breiter und völlig hyalin, ca. 10-15 breit; Sporen: breit (sub)amygdaloid, Apex schmal bis mittelbreit gerundet, nur sporadisch schwach ausgezogen, insgesamt sehr gedrungen; Ornament grob krustenwarzig, Warzen kräftig, oft zusammenfließend, dicke Krusten und Schollen bildend; Maße: 9,7 x 6,4 (8,5-10,5 x 6-7), Q=1,52 (1,38-1,63), 20 Sp. gemessen;
Nr. 13: Cortinarius cf. subgracilis Moënne-Locc.
Zur Bestimmung: Eine Kollektion mit den Farben von Nr. 11 und den kurzen, gedrungenen Sporen von Nr. 12.
Funddaten: 05.10.2013; MTB 8235-4-2-2, 830 m; D - By - Marienstein, Bergmischwald (Tanne, Buche, Fichte) im Übergangsbereich von quartärem Schutt, Helvetikum (Bacheralm) und Flyschzone; am Stammgrund einer Tanne, bei weiteren Tannen und Buchen; gesellig (2 Fk);
Hut: 4-4,5 cm breit, schleimig und klebrig, hell semmelgelb, am Rand bis cremegelb aufgehellt, am Scheitel dunkler bis ockerbraun verfärbt, sporadisch mit Resten eines weißlichen Velumbelags, aber ohne auffällige Körnchen oder Flocken; Stiel: bis 3,5 x 1,2 cm, gerandet knollig, cremeweiß; Knolle bis 2,5 cm breit, scharf gerandet, basal abgerundet bis leicht konisch eingesenkt, weiß; Velum am Knollenrand weiß; Basalmyzel weiß; Lamellen: gedrängt, lila, später blass graubraun; Schneiden +/- glatt, weißlich und lila unterlegt; Fleisch: cremeweiß; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut kupferbraun; am Fleisch beige mit leichtem Rosaton in der Knolle; am Knollenrand braunrot, an der Knollenunterseite pinkrot (RAL: telemagenta); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Dickes Ixotrichoderm, simplex, Zellen der und in Nähe der Subcutis fein gelblich quergestreift inkrustiert, sonst fast hyalin, in der obersten Lage bisw. mit goldgelbem Pigment; Lamellenschneide: steril; Cheilozystiden deutlich differenziert, keulig, ca. 20-38 x 10-13, ohne Tropfen; Basidien nicht über 10 µm breit; Sporen: amygdaloid bis subcitriform, Apex bisw. kurz ausgezogen; Ornament grob krustenwarzig, Spore im Umriss hubbelig; Maße: 9,7 x 6,0 ([8]9-10,5 x [5]5,5-6,5), Q=1,61 (1,49-1,72), 20 Sp. gemessen;
Nr. 14: Cortinarius subgracilis Moënne-Locc.
Zur Bestimmung: Weitgehend übereinstimmend mit Kollektion Nr. 11 und auch aus demselben Biotop.
Funddaten: 02.10.2013; MTB 8135-4-3-1, 710 m; D - By -Sachsenkamm, Kirchsee Nord, Mischwald (Tanne, Buche, Fichte) auf würmeiszeitlichen Moränen angrenzend an ein Hochmoor; bei großen Tannen, weiter entfernt auch Buche und Fichte, einzeln; verges. mit Ramaria ignicolor und Tricholoma cf. squarrulosum;
Hut: 4 cm breit, klebrig, gelb, am Scheitel mit weißem Velumbelag; Stiel: 4 x 1 cm, gerandet knollig, cremeweiß; Knolle normal gerandet, 2 cm breit, basal breit abgerundet, Basalmyzel und Unterseite weiß; Velum am Knollenrand unauffällig, sicher weiß (nicht gelb wie bei den Calochroi vom Sonnenberg); Lamellen: gedrängt, lila, bald graubraun mit Lilastich; Fleisch: cremeweiß, im Stiel etwas dunkler marmoriert; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut kupferbraun, am Fleisch blass ockerbraun, in der Knolle dunkler braun; an der Knollenunterseite und am Basalmyzel pink (RAL: telemagenta); am Knollenrand kupferbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm, simplex; Epicutis sehr dick, Zellen stark gelifiziert und dissoziiert, intakte fein quergestreift inkrustiert, teils gröber und mit stacheldrahtähnlichem Aussehen, immer sehr blass, in der obersten Schicht auch mit goldgelbem intrazellulären Pigment, nahe der Subcutis gröber gelb quergestreift inkrustiert; Lamellenschneide: substeril, mit zahlreichen, klar differenzierten Cheilozystiden, diese nicht länger als die Basidien, aber ca. 10-15 breit; Sporen: amygdaloid bis citriform, Apex schmal gerundet und oft schwach ausgezogen (und kahl); Ornament grob krustenwarzig, Warzen oft zusammenfließend, und grobe Krusten und Schollen bildend, auch recht hoch, Spore im Umriss grob rau bis hubbelig, Maße: 10,8 x 6,5 (10-11,5 x 6-7), Q=1,66 (1,59-1,77), 20 Sp. gemessen;
Nr. 15: Cortinarius spec.
Zur Bestimmung: Unklar. Mit FN kommt man beim Schlüsselpaar C. corrosus/caroviolaceus raus. Ich glaube aber, dass es weder der eine noch der andere ist. C. corrorus hat einen gedrungeneren Habitus und nach Moser eine fuchsigbraune KOH-Reaktion am Hut und kleinere Sporen. C. caroviolaceus hat meist einen Blauton im Stielfleisch, eine markantere Knolle mit volvaartigem Velum (Saar, Münzmay in JEC 2004) und kleinere Sporen. Sehr auffallend an diesem Fund sind die großen, extrem grob krustig ornamentierten Sporen!
Funddaten: 05.10.2013; MTB 8235-4-2-2, 830 m; D - By - Marienstein, Bergmischwald (Tanne, Buche, Fichte) im Übergangsbereich von quartärem Schutt, Helvetikum (Bacheralm) und Flyschzone; bei junger Buche, großen Tannen und (recht weit entfernt) Fichte; einzeln;
Hut: 5,8 cm breit, flach gewölbt, schleimig und klebrig, sehr blass cremegelb bis semmelgelb, sehr an einen Fälbling (sinapizans) erinnernd, sporadisch mit ockerbraunen Streifen (von daher an Calochroi erinnernd), am Scheitel etwas dunkler; sporadisch mit weißlichem Velumbelag; Stiel: 6 x 1,5 cm, gerandet knollig, cremeweiß; Knolle 2,7 cm breit, flach, schief, nicht tellerartig gerandet sondern eher fließend, weiß; Velum am Knollenrand weiß; Lamellen: ausgebuchtet und breit angewachsen, gedrängt, jung cremegrau bis cremebeige (obwohl der Fk reif ist, sicher ohne Blautöne), reif beige bis hell braunbeige (auch wie bei einem Fälbling); Schneiden fein gekerbt; Fleisch: cremeweiß; Geruch: schwach; Geschmack: Huthaut mild; KOH (40%): am Hut blassbraun (kühles Braun ohne Rottöne), am Fleisch negativ; am Knollenrand, an der Knollenunterseite und am Basalmyzel negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex, ca. 300-400 µm dick, Zellen der Epicutis teils gelifiziert, intakte fein und blass inkrustiert, bisw. mit "Stacheldrahtaspekt"; Zellen der Subcutis fein bis etwas gröber quergestreift inkrustiert (gelb); Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Lamellentrama: hyalin, Zellen sehr schmal; Basidien: 4-sporig, ca. 26-32 x 8-10; Sporen: amygdaloid bis citriform, Apex bisw. kurz ausgezogen; Ornament extrem grob krustenwarzig, Warzen oft zusammenfließend oder als dicke Schollen und Krusten (bis 2µm) ausgeprägt, Spore im Umriss sehr rau und hubbelig; Maße: 11,2 x 6,4 (10,5-12 x 6-7), Q=1,76 (1,64-1,90), 20 Sp. gemessen;
Nr. 16: Cortinarius sodagnitus Rob. Henry
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt, eigentlich auch makroskopisch unverkennbar.
Funddaten: 14.10.2013; MTB 7934-4-4-4, 550 m; D - By -Schäftlarn, westliches Isarufer, Klosterwald; überwiegend kalkreicher Buchenmischwald auf würmeiszeitlichen Schottern, Hangschutt und teils freigelegter Tertiär-Molasse; im Buchenwald; einzeln;
Hut: 6 cm breit, klebrig, tief violett (RAL: rotlila bis blaulila), typisch mit kleinen Wasserflecken und gelb verfärbten Stellen; Stiel: 5,5 x 1,7, gerandet knollig, blaulila; Knolle ausgeprägt gerandet, 3,5 cm breit, basal breit gerundet, unterseits weiß bis violett, Basalmyzel weiß; Velum am Knollenrand violett; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung grau (Fk bereits aufgeschirmt), dann blass graubraun; Fleisch: weiß bis creme, in der Stielrinde violett; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut leuchtend rot, an der Knollenunterseite blass bis kräftig pinkrot; im Fleisch blass rosabeige; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm, simplex; Epicutis mäßig dick, Zellen teils gelifiziert und locker dissoziiert, insgesamt sehr blass und ohne auffallende Inkrustationen, vor allem in der Nähe der Subcutis mit leichtem Rosaton; Zellen der Subcutis fast hyalin, aber schwach dickwandig und mit gelbem Dickwandpigment; Hypoderm nicht ausgeprägt; Sporen: amygdaloid, eher mäßig warzig; Warzen recht klein und nur gelegentlich zusammenfließend, Maße: 9,4 x 5,3 (9-10 x 5-5,5), Q=1,76;
Nr. 17: Cortinarius coerulescentium Rob. Henry
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt und in CFP und bei Moser verglichen. Habe ich vorher noch nie gesehen, müsste aber passen.
Funddaten: 23.09.2013; MTB 8236-4-4-3, ca. 1140 m; D-By-Tegernsee, Riederstein, Bergmischwald (Buche, Fichte, Tanne, Bergahorn) auf Raibler Schichten (Kalke) und Schutt, Wanderweg am Südhang an der Böschung, bei großen Buchen, Bergahorn und krüppeligen Fichten; gesellig (2 Fk); verges. mit Cortinarius argenteolilacinus Moser;
Hut: 4,4-6 cm breit, grauweiß (RAL: lichtgrau), zum Scheitel hin auch mit blassen Beigetönen, klebrig, eingewachsen faserig; Stiel: bis 6,5 x 1,2, gerandet knollig, weiß; Knolle 2-2,7 cm breit, nicht tellerartig, sondern fließend verbreitert, etwas schief und basal flach konisch, mit auffallend kräftigen Myzelrhizoiden; Velum unauffällig (stark mit Erde und Laub überdeckt), wohl weiß; Lamellen: ziemlich gerade angewachsen, gedrängt, jung zart lila, reif graubraun mit schwindendem Lilaton; Schneiden gleichfarbig, +/- glatt; Fleisch: im Hut weiß, im Stiel blass bräunlich marmoriert, in der unteren Stielhälfte und in der Knolle blass cremeocker; Geruch: etwas süßlich gebäckartig (typischer Phlegmaciengeruch); Geschmack: Huthaut mild; KOH (40%): komplett negativ, auch auf Knollenunterseite und Rhizoiden (nur blass olivocker am Fleisch); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm, Duplex, Epicutis ca. 250 µm dick, Zellen kaum gelifiziert, stark dissoziiert, ca. 3-6 breit, hyalin; Hypoderm schwach ausgeprägt (nur bei extrem dünnen Schnitten überhaupt zu sehen), Zellen nicht über 15 µm breit, dickwandig und mit blassgelbem Dickwandpigment, keine auffallenden Inkrustationen beobachtet, nur ganz sporadisch einzelne schmale Zellen schwach inkrustiert; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: hyalin; Basidien: 4-sporig, mit ziemlich auffallenden Tropfen, ca. 25-30 x 8-9,5; Sporen: ellipsoid, in Aufsicht schmal ovoid, subapikulär abgeflacht und nicht selten mit Depression, dicht und mäßig grob isoliert warzig, Warzen eher fein bis mittelgroß, nicht hoch, Spore im Umriss rau, am Apex auch einige Warzen deutlich überstehend, Maße: 10,0 x 6,0 (9-11[12] x 5,5-6,5[7], Q=1,66 (1,56-1,91), 20 Sp. gemessen;
Nr. 18: Cortinarius cf. argenteolilacinus M. M. Moser
Zur Bestimmung: Wuchs vergesellschaftet mit Nr. 17. Stimmt weitgehend mit der Beschreibung bei Moser überein. Abweichend lediglich der Lamellenansatz und die recht entfernt stehenden Lamellen. Mit FN geschlüsselt. C. anserinus mit kleineren, vor allem schmäleren, citriformen Sporen und auffälligem Geruch. C. fulvoochrascens mit mindestens ockerbraunem Hut und ellipsoiden Sporen.
Funddaten: 23.09.2013; MTB 8236-4-4-3, ca. 1140 m; D-By-Tegernsee, Riederstein, Bergmischwald (Buche, Fichte, Tanne, Bergahorn) auf Raibler Schichten (Kalke) und Schutt, am Südhang an der Böschung, bei großen Buchen, Bergahorn und krüppeligen Fichten; gesellig (2 Fk); verges. mit Cortinarius coerulescentium; Hut: bis 4,7 cm, befeuchtet schwach klebrig, am Rand eingewachsen faserig, olivgrau (RAL: khakigrau); Stiel: bis 5 x 1,2 cm, schmutzig weiß, in der oberen Stielhälfte blau durchscheinend, knollig; Knolle bis 2,4 cm breit, kaum gerandet, basal steil konisch eingesenkt; Velum unauffällig (Fk nicht sehr jung, mit Erde und Streu überdeckt); Lamellen: schwach ausgebuchtet und breit angewachsen, auch etwas herablaufend, auffallend entfernt, blau; Fleisch: in der oberen Stielhälfte blau, sonst weiß; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut blass braun, an der Knolle (Rand und unten) ockerbraun bis braun, am Fleisch braun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, Duplex, Zellen der Epicutis teils gelifiziert, intakte blass inkrustiert; Hypoderm schwach ausgeprägt, Zellbreite bis 15, mit gelbem, teils auch braun körnigem Dickwandpigment, schmale Zellen in der Subcutis stark bräunlichgelb quergestreift inkrustiert; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: hyalin; Sporen: subamygdaloid bis amygdaloid, Apex meist schmal, seltener mittelbreit gerundet, dicht und fein warzig, am Apex auch gröber, im Umriss rau, am Apex Warzen auch stärker überstehend, Maße: 12,4 x 7,5 (11,5-13,5 x 7-8), Q=1,65 (1,53-1,73), 20 Sp. gemessen;
Nr. 19: Cortinarius saporatus Britz.
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Aus meiner Sicht unkritisch. Die letzten 4 Makrofotos zeigen zwei weitere Aufsammlungen aus Buchenwäldern an der Isar nahe München.
Funddaten: 30.09.2013; MTB 7934-4-4-2, 560 m; D - By - Frundsbergerhöhe, Östliche Isarleite, Buchenmischwald mit eingestreuten Fichten auf würmeiszeitlichen Schottern mit Schutt, bei großen Buchen; gesellig (2 Fk); Hut: 6,5-7,5 cm breit, ziemlich flach und Rand stark eingerollt, nur befeuchtet schwach klebrig, sonst trocken, schwach eingewachsen faserig, semmelgelb, hell ockerbraun; mit konzentrischen weißen Velumflocken besetzt (teils nur sporadisch); Stiel: bis 5 x 2,4 cm, sehr stämmig (überhaupt ein sehr massiver Pilz), weiß, gerandet knollig; Knolle bis 4,5 cm dick, abgerundet gerandet (nicht tellerartig), weiß, ockergelb fleckig (vor allem an der Unterseite), teils mit braunem Saum am Knollenrand; Velum weiß; Lamellen: gedrängt, blass graubeige, stark ockergelb fleckend; Schneiden schartig; Fleisch: weiß; Geruch: stark süßlich gebäckartig; KOH (40%): am Hut kastanienbraun, sonst überall negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex, Epicutis sehr dick (bis 500 µm), Zellen schwach gelifiziert, intakte fast hyalin, fein quergestreift inkrustiert oder mit goldgelbem, teils körnigem, intrazellulärem Pigment; Hypoderm nicht ausgeprägt; Sporen: citriform bis amygdaloid, Apex meist deutlich ausgezogen, Ornament grob krustenwarzig, Sporen im Umriss sehr rau, Maße: 10,5 x 6,2 (9,5-11,5 x 5,5-6,5), Q=1,71 (1,58-1,80), 20 Sp. gemessen;
Nr. 20: Cortinarius osmophorus P. D. Orton
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. C. talus hat nach CFP hygrophane Flecken am Hut, völlig anders geformte, mehr subamygdaloid-ellipsoide, schwächer ornamentierte Sporen und Duplex-HDS. C. xanthoochraceus hat nach Beschreibung in JEC2005 ebenfalls anders geformte Sporen und Duplex-HDS ohne inkrustierendes Pigment. Das Foto von Geert Schmidt-Stohn in GpBW sowie im dänischen "svampeatlas" zu C. osmophorus passen nicht schlecht zu diesem Fund und der doch recht auffällige Geruch scheint auch für diese Art zu sprechen, auch wenn er mich nicht an Orangenblüten oder H. sacchariolens erinnerte, sondern an süßlichen Weihrauchduft.
Funddaten: 27.09.2013; MTB 7935-1-3-4, ca. 550 m; D - By - Grünwald , Kalkbuchenwald nördlich der Grünwalder Brücke; bei großen Buchen in der Laubstreu; Hut: bis 9 cm breit, schleimig und klebrig, glatt, bisw. mit ockerbräunlichen Schüppchen besetzt (am Foto sieht man, dass die ursprünglich weiß und sehr häutig sind), blass gelb; Stiel: bis 5 x 1,5 cm, gerandet knollig, weiß; Knolle bis 3,2 cm breit und fast 2,5 cm hoch, konisch eingesenkt, Unterseite und Basalmyzel weiß, Velum am Knollenrand als gelber Saum; Lamellen: gedrängt, jung blass cremegelb bis olivgelb, zuletzt hell olivbraun; Fleisch: weiß; Geruch: süßlich-aromatisch, gebäckartig mit Weihrauchkomponente; Geschmack: Huthaut mild; KOH (40%): am Hut blass braun; am Fleisch zuerst negativ, nach einigen Minuten mit blass grünlichem Hauch; am Knollenrand rostbraun; an der Knollenunterseite und am Basalmyzel negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex, Epicutis ca. 250 µm dick, Zellen stark gelifiziert, intakte quergestreift inkrustiert (blass gelbbraun) und sporadisch zusätzlich mit goldgelbem intrazellulärem Pigment, Zellen in Nähe der Subcutis bis 20 µm breit (einzelne, stark quergestreift inkrustierte Fragmente); Hypoderm nicht ausgeprägt; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: hyalin, Zellen schmal; Basidien: 4-sporig, ca. 29-34 x8-9; Sporen: amygdaloid bis subcitriform, Apex gelegentlich etwas ausgezogen, Warzen niedrig (Spore im Umriss fein rau), aber bisw. zusammenfließend, krustig, aber nicht sehr dick, Maße: 8,8 x 5,4 (8,5-9,5 x 5-5,5), Q=1,64 (1,52-1,76), 20 Sp. gemessen;
Nr. 21: Cortinarius talus Fr.
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt und in CFP verglichen. C. multiformium kann makroskopisch schon ziemlich ähnlich aussehen, unterscheidet sich mikroskopisch durch zitronenförmige Sporen und getropfte, breitere Epicutiszellen. Die Kollektion wuchs auf den Donauhängen bei Passau. In den oberbayerischen Kalkgebieten scheint C. talus zu fehlen (zumindest im Oberland und im Münchner Umland habe ich ihn noch nie gefunden). Eine makroskopisch etwas ähnliche Aufsammlung aus einem tannendominierten Bergwald mit stärker gerandeter Knolle und gröber warzigen Sporen hatte ich 2011 als C. xanthoochraceus bestimmt (Nr. 30/2011).
Funddaten: 09.10.2013; MTB 7447-1-1-2, 360 m; D - By - Passau, Donauleite östlich der Kernmühle; Mischwald (Buche, Eiche, Tanne, Hainbuche, Kiefer, Linde, eingestreute Fichtenparzellen, auf saurem Boden); bei alten Buchen in der Laubstreu; gesellig (5 Fk); verges. mit A. citrina und B. erythropus; Hut: bis 6,4 cm breit, klebrig, eingewachsen faserig, jung am und um den Scheitel mit weißem Velumbelag; semmelgelb; Stiel: bis 6,5 x 1,5 cm, jung noch dicker, schwach gerandet knollig cremeweiß; Knolle bis 3 cm dick, weiß, Basalmyzel weiß; Velum am Knollenrand weiß, dick, jung bisw. volvaartig überstehend; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, recht schmal, sehr gedrängt, jung cremegrau bis cremebeige, später beige bis hell kartonbraun; Schneiden feinschartig; Fleisch: weiß; kompakt; Geruch: schwach süßlich; KOH (40%): am Hut dunkelbraun bis kastanienbraun; am Knollenrand bräunlich, sonst überall negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, duplex; Epicutis ca. 250 mm dick, Zellen stark gelifiziert, intakte recht schmal, praktisch hyalin, höchstens minimal und fast farblos inkrustiert; Hypoderm stark entwickelt, Zellen ca. 10-25 breit, mit kräftig gelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil, mit zahlreichen Marginalzellen, die sich aber kaum von Basidiolen unterscheiden; Lamellentrama: hyalin; Sporen: (sub)amygdaloid, Apex schmal gerundet; Ornament isoliert warzig; Warzen meist recht fein, aber auch oft dicker, nicht hoch, Sporen im Umriss fast glatt bis fein rau; Maße: 8,3 x 4,8 (7,5-9 x 4,5-5), Q=1,73 (1,56-1,89), 20 Sp. gemessen;
Nr. 22: Cortinarius cf. multiformium Consiglio & Moënne-Locc.
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Sicher identisch mit der Aufsammlung vom 04.10.2012 (Nr. 40/2012) aus dem Klosterwald, wenngleich mit etwas größeren Sporen. C. gracilior ist offenbar nur schwer abgrenzbar. Durch die auch in der obersten Lage praktisch hyaline Epicutis, das stark entwickelte Hypderm, die kaum runzeligen, sondern einfach stark eingewachsen faserigen Hüte und den süßlichen Geruch etwas abweichend vom Konzept von Saar und Münzmay in JEC 2004, ich glaube aber, dass es sich trotzdem um dieselbe Art handelt. Z.B. stimmen die sehr auffallenden schlanken Marginalhaare und die zitronenförmigen Sporen überein. Mir sind bei allen Aufsammlungen die recht großen lichtbrechenden Tropfen/Einschlüsse in den intakten, relativ breiten Epicutishyphen aufgefallen (auch ein deutlicher Unterschied zu C. talus).
Funddaten: 30.09.2013; MTB 7934-4-4-2, 560 m; D - By - Frundsbergerhöhe, Östliche Isarleite, Buchenmischwald mit eingestreuten Fichten auf würmeiszeitlichen Schottern mit Schutt, bei großen Buchen; gesellig (2 Fk); verges. mit Cotinarius insignibulbus; Hut: 3,5 - 4 cm breit, klebrig, zum Rand hin eingewachsen faserig, bisw. mit silbrigweißen, glimmerigen Velumresten überzogen (vor allem am Rand), semmelgelb, ockergelb; Stiel: bis 4 cm lang und bis 1 cm breit, keulig, bei einem Fk keulig-knollig und angedeutet gerandet knollig, cremeweiß; Velum weiß, unauffällig; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung cremebeige, reif kartonbraun; Schneiden weißlich, glatt; Fleisch: cremeweiß; Geruch: süßlich gebäckartig, auch etwas an Honig erinnernd; KOH (40%): am Hut ockerbraun; am Fleisch zumindest in der Stielbasis gelb, auch im Hutfleisch blass gelb, an der Keule negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, duplex, Epicutis dünn (ca. 100-125), Zellen stark gelifiziert, intakte schmal (ca. bis 5 µm), hyalin, mit lichtbrechenden Tropfen, in der obersten Schicht auch blass gelblich pigmentiert, aber minimal (im 10er wirkt die oberste HDS-Schicht hyalin!), in der Nähe der Subcutis Zellen auch etwas breiter und bisw. sehr diskret quergestreift inkrustiert; Hypoderm stark ausgeprägt, Zellen ca. 10-20 breit, mit gelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: substeril, mit zahlreichen Marginalzellen, diese etwas schlanker als reife Basidien, aber den Basidiolen nicht unähnlich; Lamellentrama: hyalin, Zellen schmal; Basidien: 4-sporig, ca. 29-33 x 9-11; Sporen: citriform, mit deutlich ausgezogenem Apex; Ornament überwiegend isoliert warzig, Warzen mittelgroß, ab und zu etwas verlängert oder zusammenfließend, recht hoch und im Umriss deutlich überstehend, Maße: 10,1 x 6,0 (9,5-11 x 5,5-6,5), Q=1,69 (1,58-1,83), 20 Sp. gemessen;
Nr. 23: Cortinarius cf. multiformium Consiglio & Moënne-Locc.
Zur Bestimmung: Makroskopisch und mikroskopisch nahezu identisch mit Kollektion Nr. 22, aber nicht wie diese im Kalkbuchenwald, sondern am Moorrand bei Fichte, Tanne und Erle gewachsen. Lässt sich unter den Nadelwaldarten auch nicht schlüsseln. Ober der auch bei Erle wächst???
Funddaten: 02.10.2013; MTB 8135-4-3-1, 710 m; D - By -Sachsenkamm, Kirchsee Nord, am Wanderweg vom Kirchsee zum Kogelweiher, Mischwald (Tanne, Buche, Fichte) auf würmeiszeitlichen Moränen angrenzend an ein Hochmoor; bei mittelgroßen Fichten und Tannen, sowie Erle; gesellig (4 Fk); Hut: 3-5,2 cm breit, schleimig und klebrig, deutlich eingewachsen faserig, ohne Velumreste; jung blass gelb, später dunkler sandgelb bis olivgelb; Stiel: bis 5 x 1 cm, keulig bis knollig, aber nicht gerandet knollig, cremeweiß; Velum weiß, sehr dünn und unauffällig; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung grauweiß, dann beige, zuletzt kartonbraun; Schneiden weißlich, wellig bis schartig; Fleisch: cremeweiß; Geruch: süßlich honigartig; KOH (40%): am Hut lehmbraun; am Fleisch negativ (in der Stielbasis blass gelb), an der Keule negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, duplex; Epicutis ca. 250 µm dick, Zellen stark gelifiziert, intakte hyalin und mit lichtbrechenden Tropfen, in Hypodermnähe auch fein quergetreift inkrustiert; Hypoderm entwickelt, Zellen ca. 8-20 breit, mit gelbem und körnig-braunem Dickwandpigment, am und im Hypoderm eingeflochtene, schmalere Zellen auch kräftig gelb quergestreift inkrustiert; Lamellenschneide: substeril, mit zahlreichen subzylindrischen bis schlank keuligen Marginalzellen, die recht klar von Basidiolen differenziert werden können; Sporen: citriform, Apex stark ausgezogen, kahl und oft braun; Ornament isoliert warzig, Warzen mittelgrob, Spore im Umriss deutlich rau; Maße: 10,0 x 5,8 (9,5-11 x 5,5-6), Q=1,73 (1,58-1,83), 20 Sp. gemessen;
Nr. 24: Cortinarius turmalis Fr.
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. C. turmalis ss. CFP.
Funddaten: 30.09.2013; MTB 7934-4-4-2, 560 m; D - By - Frundsbergerhöhe, Östliche Isarleite, Buchenmischwald mit eingestreuten Fichten auf würmeiszeitlichen Schottern mit Schutt, bei großen Buchen, weiter entfernt auch Fichte; gesellig (4 Fk); Hut: 6,5-10 cm breit, auch jung ohne auffallende Velumreste, jung befeuchtet schwach klebrig, sonst trocken, glatt, am Scheitel orangebraun bis ockerbraun oder semmelbraun, zum Rand hin semmelgelb bis blassgelb; Stiel: bis 8 x 2 cm, basal schwach keulig erweitert und oft irregulär, weiß, schmutzigweiß, beim jüngsten Fk an der Velumabrisszone mit bräunlichem Saum; Velum sehr dünn, wohl weiß, unauffällig; Lamellen: aufsteigend bis ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung blass beige, cremebeige, alt hell kartonbraun; Fleisch: weiß; Geruch: schwach; KOH (40%): am Hut blass braun; sonst negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis simlex bis schwach duplex; Epicutis dick (ca. 300 µm), Zellen stark gelifiziert und dissoziiert, hyalin, bisw. blass gelblich intrazellulär pigmentiert; Hypoderm schwach ausgeprägt, Zellen kaum über 10 µm breit, mit blassgelbem Dickwandpigment; Sporen: schmal amygdaloid bis spindelig, Apex schmal gerundet, subapikulär bisw. mit schwacher Depression, völlig glatt, Maße: 7,4 x 3,8 (6,5-8,5 x 3,5-4), Q=1,96 (1,79-2,14), 20 Sp. gemessen;
Nr. 25: Cortinarius cf. varius (Schaeff.: Fr.) Fries
Zur Bestimmung: Aufgrund der jung weißen Lamellen sehr fraglich. Auch ist der Hut nicht völlig glatt und die Sporen sind eine Nuance zu breit. Wegen der blau getönten Lamellenschneiden und des stark ausgeprägten Hypoderms stelle ich die Aufsammlung trotzdem mal hierhin, weil es auch an Alternativen mangelt. C. vacciniophilus und acidophilus kenne ich nicht, sie sind aber makroskopisch doch anders beschrieben.
Funddaten: 23.09.2013; MTB 8236-4-4-3, ca. 1350 m; D-By-Tegernsee, Baumgartenschneid, Bergmischwald (Buche, Fichte, Tanne, Bergahorn) auf Hauptdolomit (Kalkalpin), bei großen Fichten; gesellig (4 Fk)); Hut: bis 5,3 cm breit, polsterig, schwach schleimig, rasch abtrocknend, befeuchtet klebrig, ziemlich glatt, am Rand minimal eingewachsen faserig, semmelfarben; Stiel: bis 4 x 1,8 cm, stämmig, jung schwach keulig, sonst zylindrisch, weiß, vom Velum minimal gestiefelt; Velum gelblich oder zumindest so verfärbend, an der Abrisszone bisw. etwas schleimig; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, jung grauweiß, später beigegrau, dann blass graubraun; obwohl die Lamellen beim jüngsten Fk rein weiß sind, weisen sie bei den anderen Fk in der Aufsicht einen Lilastich auf, unter dem Bino sieht man dann, dass nur die Lamellenschneiden diesen Farbstich haben; Fleisch: cremeweiß; Geruch: aromatisch hefig; KOH (40%): am Hut kupferbraun, am Fleisch gelb, am Stiel negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixotrichoderm, Duplex, Epicutis ca. 180 µm dick, Zellen stark gelifiziert, intakte Zellen fein inkrustiert; Zellen nahe der Subcutis stark quergestreift gelbbraun inkrustiert; Hypoderm stark entwickelt, Zellen ca. 10-30 breit, mit gelbem und braun körnigem Dickwandpigment; Lamellenschneide: substeril, mit vielen Marginalzellen, die aber kaum von Basidiolen zu unterscheiden sind; Sporen: amygdaloid, ziemlich grob warzig, Warzen stark überstehend, Maße: 11,2 x 6,5 (10-12 x 6-7), Q=1,72 (1,54-2,00), 20 Sporen gemessen;
Nr. 26: Cortinarius fraudulosus Britz.
Zur Bestimmung: Mit FN bestimmt. Wohl eine sehr typische Kollektion.
Funddaten: 21.09.2013; MTB 8533-4-1-1, ca. 1100 m; D-By-Mittenwald, Kranzbergregion, bodensauerer, magerer, feuchter bis nasser Fichten-Kiefernwald mit etwas Bergahorn auf Hauptdolomit, bei Fichte und (weiter entfernt) Kiefer; (>10 Fk); verges. mit C. varius und C. saginus; Hut: 3,7 - 6 cm breit, konvex, ohne Buckel, meist schwach klebrig bis fast trocken, ziemlich glatt, elfenbeinfarben bis beige, beigebräunlich fleckig, auch mit dunkelgrauen Flecken; Velum am Hut jung unauffällig, dünn, als weißlicher Belag richtung Hutrand; Stiel: bis 5,2 x 2 cm, basal oft irregulär spindelig verdickt (auch etwas eckig-knollig) und dann wieder verjüngt, cremefarben, oft mit typischem goldgelbem Reflex; Velum eher dünn, weiß, bräunend, manchmal an der Abrisszone gestiefelt; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen (ausgeprägter Burggraben), mäßig gedrängt, vor allem bei großen, älteren Fk auch entfernt, jung blassbeige, auch reif sehr hell graubraun; Schneiden gleichfarbig und glatt; Fleisch: cremeweiß, in der Stielbasis bei zwei Fk schmutziggrün fleckig; Geruch: intensiv süßlich-parfümiert mit Weihrauchkomponente wie bei C. olidus; KOH (40%): am Hut blassbraun, am Fleisch ockergelb (vor allem im Stiel), außen am Stiel blass bräunlich; Exsikkat: Stielfleisch in der oberen Hälfte grünlich verfärbt; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, ca. 175 µm dick, Duplex, Epicutis aus locker liegenden, ca. 2,5-10 µm breiten Zellen, Pigment blass quergestreift inkrustierend; Hypoderm gut ausgeprägt, Zellbreite ca. bis 25 µm, Zellen mit blassgelbem Dickwandpigment, ohne auffallende Inkrustationen; Sporen: amygdaloid, isoliert warzig, Warzen mäßig grob bis fein, seltener auch richtig dick, wenig überstehend, Spore im Umriss rau; Maße: 12,9 x 7,8 (11,5-14,5 x 7-8,5), Q=1,66;
Nr. 27: Cortinarius cf. anomaloochrascens Rob. Henry
Zur Bestimmung: Die folgenden beiden Aufsammlungen entsprechen in etwa einer schmächtigen Form von C. fulvoochrascens, unterscheiden sich jedoch abgesehen von der Größe durch ca. 1 µm kleinere Sporen und vor allem durch die deutlich oliv getönten Hutfarben junger Fk, die an C. dionysae erinnern. Es würde mich schon ein bisschen wunderen, wenn diese Pilze dasselbe wären wie die stämmigen, am Hut auch jung warm braun gefärbten Kollektionen, die ich bisher als C. fulvoochrascens bezeichnet habe (z.B. Nr. 12/2011 oder Nr. 6/2008). Für diese in PDS5 Nr. 234 als C. riederi bezeichnete Art gibt FN auch erheblich größere Sporen an (12-13,5 x 8-9). C. anomalo-ochrascens sollte wohl einen fast trockenen, viel helleren Hut aufweisen. Zur näheren Verwandtschaft scheint auch C. argenteolilacinus (siehe Nr. 18) zu gehören, der ähnliche Sporen besitzt, aber hellere Hüte mit Grautönen aufweist.
Funddaten: 21.09.2013; MTB 8533-4-1-1, ca. 1100 m; D-By-Mittenwald, Kranzbergregion, bodensauerer, magerer, feuchter bis nasser Fichten-Kiefernwald mit etwas Bergahorn auf Hauptdolomit, bei Fichte und Kiefer; gesellig halbkreisartig (>10 Fk); Hut: ca. 4 - 5 cm breit, jung halbkugelig, dann flach gewölbt ohne Buckel, schleimig und/oder klebrig, glatt, blass olivbraun, olivocker; Stiel: bis 6,5 x 1,4 cm, basal keulig bis knollig, in der Regel ungerandet, ausnahmsweise angedeutet gerandet, schmutzigweiß, an der Spitze blass lila durchscheinend und seidig glänzend, alt ockerbräunlich verfärbt; Velum unauffällig, dünn, wohl weiß; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, oft irregulär gekräuselt, jung blaulila, alt blass bräunlichbeige, blass kartonbraun; Fleisch: im Hut schmutzigweiß, in der oberen Stiehälfte blaulila, im Stielkern und in der Stielbasis blass cremeocker; Geruch: schwach, unauffällig (keinesfalls Mehlgeruch); KOH (40%): am Hut und am Fleisch ockerbraun; am Stiel und an der Knolle negativ (siehe Schnittbild); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, Duplex, Epicutis ca. 80-125 µm dick, Zellen stark gelifiziert, intakte Zellen feinst blass inkrustiert; Hypoderm stark entwickelt, puzzleartig, Zellbreite ca. 10-20 µm, mit blassgelbem Dickwandpigment, keine Inkrustationen beobachtet; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: hyalin; Basidien: 4-sporig, ca. 31-39 x 10-12; Sporen: ellipsoid, in Aufsicht ovoid, normal warzig, Warzen isoliert, fein bis mittelgroß, einzelne auch kräftiger, Sporen im Umriss rau, manche Warzen auch stärker vorstehend, vor allem apikal; Maße: 10,8 x 7,8 (9-12 x 6-8), Q=1,53 (1,39-1,64), 20 Sp. gemessen.
Nr. 28: Cortinarius cf. anomaloochrascens Rob. Henry
Zur Bestimmung: Verwandtschaft von fulvoochrascens, aber von diesem (ss. Hias) durch die jung olivbraunen Hüte, die fehlende Knolle und den schmächtigen Wuchs klar unterschieden; die Kollektion entspricht ziemlich exakt (abgesehen vom körnigen Dickwandpigment in der HDS) der Aufsammlung aus Mittenwald (Nr. 27, 21.09.2013). Auffallend sind die lediglich keuligen Stiele.
Funddaten: 07.10.2013; MTB 8135-4-3-2, 720 m; D - By -Sachsenkamm, Kirchsee Nord, nördlich des Wanderwegs vom Kirchsee zum Kogelweiher, Mischwald (Tanne, Buche, Fichte) auf würmeiszeitlichen Moränen angrenzend an ein Hochmoor; bei großen Tannen und (weiter entfernt) Fichte und jungen Buchen; gesellig (>6 Fk); Hut: bis 5 cm breit, schleimig, klebrig, eingewachsen faserig, am Hutrand wasserzugig streifig, jung stumpf olivbraun, später mehr ockerbraun, vor allem am Scheitel fast fuchsig orangebraun; Stiel: bis 8 x 1 cm, schmächtig, basal schwach keulig oder spindelig, jung auf blaulila Grund silbrigweiß überfasert, später undefinierbar cremebeige entfärbend und mit ockerbraunem Reflex; Velum sehr dünn, unscheinbar; Lamellen: aufsteigend bis gerade angewachsen, gedrängt, jung intensiv blaulila, reif dunkelbraun bis lehmbraun; Schneiden feinschartig bis glatt, schwach weißlich abgesetzt; Fleisch: im Hut schmutzig weiß, im Stiel blaulila, später ockergelb; Geruch: schwach; Geschmack: mild (Huthaut); KOH (40%): am Hut rehbraun, sonst überall negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, Duplex, Epicutiszellen stark gelifiziert, intakte hyalin oder fein und blass inkrustiert; Hypoderm stark entwickelt, Zellen puzzleartig angeordnet, ca. 10-20 breit, mit blassgelbem Dickwandpigment und körnigem braunem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: hyalin; Basidien: 4-sporig; Sporen: ellipsoid bis subamygdaloid, in Aufsicht auch ovoid, mäßig bis normal stark warzig, Warzen fein bis mittelkräftig, einzelne auch richtig dick, Spore im Umriss rau, einzelne Warzen vor allem am Apex auch deutlicher überstehend, Maße: 11,1 x 7,1 (9,5-13 x 6,5-8), Q=1,57 (1,43-1,66), 20 Sp. gemessen;
Nr. 29: Cortinarius obsoletus Kühner
Zur Bestimmung: Ähnelt ein bisschen C. vulpinus, hat aber kein braunflockiges Velum und ist schmächtiger und mehr ockergelb mit kahlerem Hut. Im Feld habe bei diesem Phlegmacium nicht an C. vulpinus gedacht - viel zu schmächtig, zu gelb, zu schleimig, Velum nicht so dick und wollig. Die für C. vulpinus typischen rotbraunen Hutfarben fehlen völlig. Mikroskopisch könnten die maximal subamygdaloiden Sporen mit oft mittelbreit gerundetem Apex ein weiterer Hinweis dafür sein, dass es sich um C. obsoletus Kühner handelt.
Funddaten: 28.09.2013; MTB 7934-3-4-1, 600 m; D-By-Leutstetten, Sonnenberg Südhang, alter Buchenwald (auf Würmendmoräne, Kalkgebiet), bei großen Buchen und Fichten in der Laubstreu; gesellig (10 Fk); Hut: 2,5-4,4 cm breit, schleimig bis klebrig, bisw. abtrocknend, am Scheitel ockerbraun, sonst semmelgelb, glatt, Hutrand jung mit flockigem, weißem Velum besetzt; Stiel: bis 8,5 x 1 cm, lang und schlank, basal meist schwach spindelig-keulig und dann verjüngt, cremeweiß; Velum weiß, dick, bildet meist schräge, weiße Gürtel am Stiel, die bisw. minimal bräunlich gerandet, aber insgesamt nicht verfärbt sind; Lamellen: breit angewachsen, bisw. mit Zahn kurz herablaufend, gedrängt, jung beigegrau, reif kartonbraun; Schneiden weißlich, glatt; Fleisch: weiß, kompakt; Geruch: aromatisch mit Weihrauchkomponente, wie C. olidus, aber schwächer; KOH (40%): am Hut rötlichbraun, kupferbraun, am Fleisch negativ, in der unteren Stielhälfte blass gelblich, am Stielvelum negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: dünne Ixocutis (ca. bis 125 µm dick), Zellen der Epicutis teils gelifiziert, intakte teilweise gelblich quergestreift inkrustiert, bisw. auch mit goldgelbem intrazellulärem Pigment; Hypoderm stark entwickelt, Zellen ca. 10-18 breit mit gelbem und stark ausgeprägtem körnigem braunem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil; Sporen: subamygdaloid bis ellipsoid, Apex mittelbreit bis schmal gerundet, subapikulär verflacht und mit deutlicher Plage, mäßig warzig, Warze isoliert, dicht stehend, eher fein und nicht hoch, vereinzelt auch gröber, Spore im Umriss meist fein rau, Maße: 11,2 x 6,9 (10,5-12,5 x 6,5-7,5), Q=1,63 (1,56-1,77), 20 Sp. gemessen;
Nr. 30: Cortinarius spec.
Zur Bestimmung: Unklar. Schlüsselt sich in FN als C. balteatoalbus, wozu in der Tat auch die Mikroskopie passen würde, wobei die sehr schlanken Sporen schon etwas aus dem Rahmen fallen. Makroskopisch kenne ich C. balteatoalbus aber doch völlig anders, vor allem viel stämmiger und nicht büschelig wachsend, und habe ihn bisher nur im Fichtenwald gesehen. Sehr auffällig bei dieser Kollektion aus dem Neuburger Wald bei Passau sind die fast spindeligen Sporen mit einem Q-Wert über 2,0.
Funddaten: 10.10.2013; MTB 7446-4-1-1, 350 m; D - By - Passau, Neuburger Wald, Mischwald (Buche, Eiche, Tanne, Fichte) auf Gneis; bei großer Eiche und unter Buchenverjüngung; büschelig, verges. mit A. muscaria; Hut: bis 7 cm breit, befeuchtet klebrig, am Rand fein eingewachsen faserig; semmelbraun mit hellerem Rand; Stiel: büschelig verwachsen, basal etwas spindelig, weiß, Velum weiß, unauffällig, dünn; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, jung wohl beige, reif hell graubraun bis kartonfarben; Schneiden feinschartig; Fleisch: cremeweiß; Geruch: süßlich gebäckartig; KOH (40%): am Hut rotbraun, am Fleisch blass cremegelb bis blassgelb, nach 1-2 Minuten chromgelb; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, simplex; Epicutis dünn, ca. 150 µm dick, Zellen teils gelifiziert, intakte gelb quergestreift inkrustiert, zusätzlich mit goldgelbem intrazellulärem Pigment; Subcutis-Zellen stark gelb inkrustiert; Hypoderm nicht ausgeprägt; Lamellenschneide: fertil, Marginalzellen unauffällig; Lamellentrama: hyalin; Sporen: schlank amygdaloid bis subfusoid, subapikulär abgeflacht oder mit schwacher Depression, Apex schmal gerundet, oft etwas irregulär ausgezogen und wie leicht abgeschnürt; Ornament isoliert warzig, Warzen mäßig grob; Sporen im Umriss fein bis normal rau; Maße: 9,3 x 4,6 (8-10,5 x 4-5), Q=2,04 (1,67-2,28), 20 Sp. gemessen; einzelne erheblich länger, aber vermutlich von 3- oder 2-sporigen Basidien;
Nr. 31: Cortinarius cf. caesiostramineus Henry
Zur Bestimmung: Leider eine Kollektion ohne ganz junge Fk. In FN landet man in der Nähe von C. caesiostramineus, und in diese Gruppe um C. rapaceus gehört er vermutlich auch. Die FK sind allerdings auffallend groß und eben bei Kiefer gewachsen. C. caesiostramineus sollte eine bittere Huthaut und zumindest nach Originalbeschreibung erheblich längere Sporen haben. C. areni-silvae mit schmalern Sporen, Simplex-HDS, fast trockenen Hüten und kürzeren Stielen. Mikroskopisch hat diese Aufsammlung eine gewisse Ähnlichkeit mit C. multiformium: Dupex-HDS mit auffallenden, lichtbrechenden Einschlüssen in den Epicutis-Hyphen, sterile Lamellenschneide und kleine, oft etwas citriforme Sporen, makroskopisch natürlich eine völlig andere Baustelle.
Funddaten: 17.10.2013; MTB 8034-4-4-3, 590 m; D - By - Puppling, Pupplinger Au, magerer Wacholder-Kiefern-Wald auf "Talfüllung", schon im etwas waldigeren Bereich, unter Wacholder und Kiefern (auch Erlen in der Nähe); gesellig (2 Fk); Hut: 7,5 - 9 cm breit, schleimig und klebrig, eingewachsen faserig, zum Rand hin mit Wasserflecken und -streifen; Hutfarben fälblingsartig, cremebeige bis graubeige, nur an den wasserzugigen Stellen dunkler braun gefleckt; Stiel: bis 10 x 1,7 cm, gerandet knollig, cremeweiß bis cremebeige, mit bräunlichem Reflex, seidig glänzend; Knolle bis 3,4 cm breit, tellerartig gerandet, basal gleichmäßig und flach gerundet, cremeweiß, unterseits beigebräunlich verfärbt, Velum weiß; Basalmyzel weiß; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, gedrängt, kartonfarben bis kakaobraun, kein ganz frischer Fk vorhanden, aber vermutlich auch jung ohne Blautöne und beige; Schneiden weißlich und glatt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: süßlich, gebäckartig (typischer Phlegmaciengeruch); Geschmack: Huthaut mild; KOH (40%): am Hut blass braun, sonst +/- negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, duplex; Epicutis ca. 200-250 µm dick, Zellen teils gelifiziert und locker dissoziiert, intakte Zellen hyalin und mit großen lichtbrechenden Tropfen/Partikeln gefüllt, in der obersten Lage auch intrazellulär blassbräunlich gefärbt; Hypoderm schwach ausgeprägt, aber gut differenziert, Zellen kaum über 10 µm breit, mit gelblichem Dickwandpigment, teils auch schwach quergestreift inkrustiert; Lamellenschneide: substeril; deutlich hyalin abgesetzt, Marginalzellen zahlreich, klein und keulig; Lamellentrama: hyalin; Sporen: amygdaloid bis citriform, Apex schmal gerundet und bisw. etwa ausgezogen; Ornament isoliert warzig, Warzen nicht sehr dick, aber ziemlich hoch, Sporen im Umriss grob rau; Maße: 8,4 x 5,1 (7,5-9 x 5-5,5), Q=1,66 (1,50-1,76), 20 Sp., gemessen;
Nr. 32: Cortinarius betulinus J. Favre
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Diesmal eine Kollektion ohne "Stacheldraht", und wieder mitten im Sphagnum. Vgl. Kollektion Nr. 7/2011.
Funddaten: 28.09.2013; MTB 7934-3-4-1, 600 m; D-By-Leutstetten, Wildmoos; bei Birke, Kiefer und Fichte im Sphagnum; gesellig (>5 Fk); Hut: 2-3,8 cm breit, sehr schleimig; Stiel: basal aufgeblasen keulig und weißfilzig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: unauffällig; Geschmack mild; im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Icocutis, ca. 275-380 dick, Zellen schwach gelifiziert, meist intakt, hyalin oder mit lichtbrechender, körniger Substanz, ohne "Stacheldraht"; Hypoderm nicht ausgeprägt; Sporen: breit ellipsoid bis subglobos, isoliert stachelwarzig, Warzen nicht dick, sondern eher fein, aber im Umriss meist deutlich überstehend, Maße: 8,9 x 6,8 ([7,5]8,5-9,5 x [6]6,5-7), Q=1,32 (1,21-1,41), 20 Sp. gemessen;
Nr. 33: Cortinarius lustratus Fr.
Zur Bestimmung: Nach einem Hinweis von J. Kleine handelt es sich um C. lustratus Fr. Ich hatte die Kollektion für ein Myxacium gehalten. Auffallend auch die keuligen Stiele dieser Aufsammlung, die mit dem Purpurschneckling H. capreolarius vergesellschaftet wuchs. Die Fotos zu C. lustratus von Bollmann (GpBW5) und in GCI (C127) zeigen wesentlich kompaktere Laubwaldkollektionen, bei denen man eher nicht an ein Myxacium denken würde.
Funddaten: 23.09.2013; MTB 8236-4-3-4, 940 m; D-By-Tegernsee, Riedersteinholz, Bergmischwald (Buche, Fichte, Tanne, Bergahorn) in der Flyschzone, evtl. auf quartärem Schutt, am Wanderweg zur Galaun-Hütte, an einem sehr feuchten Hang bei Fichten und Tannen; gesellig (5 Fk); verges. mit H. capreolarius; Hut: 4-4,6 cm breit, glatt oder ganz schwach eingewachsen faserig, schleimig, dann klebrig, weiß bis cremeweiß, am Scheitel elfenbein bis blass beige; Stiel: bis 5,5 x 1 cm, basal allmählich keulig bis spindelig-keulig, weiß; Velum weiß, erst schleimig, dann klebrig, rasch abtrocknend, auf Druck etwas ockerbräunlich verfärbend; Lamellen: ausgebuchtet und breit angewachsen, bei einem Fk auch habituell etwas herablaufend, gedrängt, jung beige, reif ockergelb; Schneiden weißlich, glatt bis schwach schartig; Fleisch: weiß bis cremeweiß, alt in der Stielrinde und im Hut bisw. ockerlich verfärbt; Geruch: deutlich gurkig-mehlig; Geschmack: deutlich mehlig, mild (auch die Huthaut); KOH (40%): am Stielvelum rotbraun, sonst negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, Duplex, Epicutis ca. 250 µm dick, Zellen um 5 µm breit, teils gelifiziert, hyalin; Hypoderm vorhanden, Zellen ca. 20-30 breit, mit blassgelbem Dickwandpigment, keine Inkrustationen beobachtet; Lamellenschneide: fertig; Lamellentrama: hyalin; Basidien: 4-sporig, ca. 28-37 x 5,5-7; Sporen: ellipsoid, in Aufsicht schlank ovoid, eher schütter warzig, Warzen sehr variabel fein bis grob, Sporen im Umriss rau, meist mit einzelnen deutlicher überstehenden Warzen, dextrinoid (nicht sehr stark, aber deutlich, bernsteinfarben in Melzer), Maße: 7,4 x 4,4 (6-8,5 x 4-5), Q=1,67 (1,56-1,81), 20 Sp. gemessen;
Nr. 34: Cortinarius barbatus (Batsch: Fr.) Melot
Zur Bestimmung: Mal ein vorschriftsmäßiger C. barbatus, mit FN geschlüsselt.
Funddaten: 27.09.2013; MTB 7935-1-3-4, ca. 550 m; D - By - Grünwald , Kalkbuchenwald nördlich der Grünwalder Brücke; bei großen Buchen in der Laubstreu; Hut: bis 6 cm breit; Velum weiß, am Stiel schleimig; Geruch schwach; Geschmack: sehr bitter; KOH (40%) am Fleisch und am Hut blass braun; im Übrigen siehe Fotos; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis, ca. 170 µm dick, Zellen der Epicutis teils gelifiziert, intakte hyalin mit kleinen Tropfen; Hypoderm schwach entwickelt, mit sehr blass gelblichem Dickwandpigment; Sporen: subamygdaloid, Apex meist schmal bis mittelbreit gerundet, kräftig warzig, Warzen nicht sehr dick, aber deutlich überstehend, Spore im Umriss sehr rau bis fast stachelig, ganz schwach dextrinoid; Maße: 7,2 x 4,5 (6,5-8 x 4-5), Q=1,59 (1,45-1,77), 20 Sp. gemessen;
Nr. 35: Cortinarius serratissimus M.M. Moser
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt und in GCI verglichen, wo auch auf das oft wurzelnde Wachstum der Art hingewiesen wird.
Funddaten: 27.09.2013; MTB 7935-1-3-4, ca. 550 m; D - By - Grünwald, Kalkbuchenwald nördlich der Grünwalder Brücke; bei großen Buchen in der Laubstreu; vergesellschaftet mit C. cf. suillonigrescens; Hut: 6-9,5 cm breit, fein faserig, trocken, matt, düster mahagonibraun, ganz jung mit grauem Velum überzogen; Stiel: bis 10 x 1,5 (Keule bis 2,7), basal spindelig-keulig und dann fast rübenartig wurzelnd, Farbe undefinierbar bräunlich, streifig und silbrig-seidig glänzend, an der Stielkeule etwas flaumig und mit blassbläulichem Ton; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, entfernt, ganz jung lilablau, dann schokobraun; Schneiden stark gesägt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach; KOH (40%): überall schokoladenbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: sehr dünne Cutis, Zellen teils hyalin, teils intrazellulär braun (auch etwas körnelig) pigmentiert, keine auffälligen Inkrustationen beobachtet; Hypoderm gut entwickelt, Zellen ca. 10-18 breit, oft rundlich, mit blassgelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil, mit zahlreichen, oft kurz abseptierten Marginalzellen, die aber von Basidiolen kaum differenziert sind; Lamellentrama: einzelne Zellen fast hyalin wirkend, aber insgesamt sehr blass bräunlich intrazellulär pigmentiert; Basidien: 4-sporig, ca. 35-40 x 9-10; Sporen: ellipsoid, Apex meist sehr breit, seltener mittelbreit gerundet, subapikulär abgeflacht oder mit schwacher Depression, deutlich, aber mäßig stark dextrinoid; dicht und mäßig grob warzig, Warzen eher fein, aber zum Apex hin auch grob und dort bis 1 µm überstehend; Maße: 10,4 x 6,7 ([9]9,5-12[12,5] x 6,5-7[7,5], Q=1,54 (1,29-1,76), 20 Sp. gemessen;
Nr. 36: Cortinarius cf. suillonigrescens Reumaux
Zur Bestimmung: Sektion Sordescentes, aber Taxonomie unklar. Auffallende Merkmale: helle, jung silbrig überzogene, später samtige Hüte, büscheliges Wachstum, von Anfang an sehr dunkle Lamellen, praktisch hyaline HDS ohne Inkrustationen und relativ kleine, subamygdaloid-ellipsoide, gedrungene Sporen; von den ähnlich gefärbten, als C. terribilis/strenuisporus bestimmten Brummern aus dem Klosterwald (Nr. 15/2009) und vom Sonnenberg (Nr. 54/2012) durch dunkle Lamellen und kleinere Sporen unterschieden.
Funddaten: 27.09.2013; MTB 7935-1-3-4, ca. 550 m; D - By - Grünwald , Kalkbuchenwald nördlich der Grünwalder Brücke; büschelig bei großen Buchen in der Laubstreu; vergesellschaftet mit C. serratissimus; Hut: 5-7,5 cm breit, lehmbraun, jung mit silbergrauem Velum überzogen und etwas seidig glänzend, später dann matt und fein samtig; Stiel: bis 7,5 x 1,7 (Keule bis 3 cm dick), basal spindelig keulig und konisch wurzelnd, undefinierbar braun und silbrig-streifig überzogen; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, mäßig entfernt, schon jung dunkelbraun, dann rehbraun; Schneiden weiß und fein schartig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: schwach rafanoid; KOH (40%): überall dunkel schmutzig-olivbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen praktisch hyalin, ohne Inkrustationen; Hypoderm stark entwickelt, Zellen ca. 10-20 breit, mit blassgelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama hyalin; Basidien: 4-sporig, ca. 37-42 x 9-10; Sporen: ellipsoid bis subamygdaloid, subapikulär abgeflacht oder mit schwacher Depression, Apex mittelbreit, seltener schmal gerundet, grob warzig, Warzen bisw. auch zusammenfließend und grob krustig, am Apex bis ca. 0,7 µm überstehend, Spore im Umriss grob rau; Maße: 9,9 x 6,4 (9-11 x 6-7), Q=1,54 (1,43-1,67), 20 Sp. gemessen;
Nr. 37: Cortinarius spec.
Zur Bestimmung: Unklar; vgl. mit Nr. 48/2013 aus Lenggries und mit Nr. 21/2012 aus Geitau! Ersterer weicht durch inkrustierendes und etwas längere Sporen ab. Zweiterer hat auch etwas längere Sporen, stimmt ansonsten aber ganz gut überein. Makroskopisch sind alle drei Kollektionen kaum auseinanderzuhalten.
Funddaten: 02.10.2013; MTB 8135-4-3-1, 720 m; D - By -Sachsenkamm, Kirchsee Nord, Mischwald (Tanne, Buche, Fichte) auf würmeiszeitlichen Moränen angrenzend an ein Hochmoor; bei Tanne, Buche und Fichte, gesellig bis büschelig (>8 Fk), verges. mit C. vulpinus; Hut: 4-5 cm breit, jung abgerundet kegelig, dann gewölbt und mit deutlich vorgezogenem, abgerundetem Buckel, glatt, schwach glänzend, mahagonibraun bis schokobraun, jung ungestreift, alt bisw. am Hutrand schwach durchscheinend gestreift , hygrophan; Stiel: bis 8 x 1 cm, basal sehr variabel (durch das oft büschelige Wachstum bedingt), mal keulig, mal irregulär spindelig und etwas verjüngt; jung weißlich durch die dichte Überfaserung, alt braun, etwas heller als der Hut; Velum weiß, faserig dünn, am Stiel angedrückt, untere Stielhälfte dadurch scheckig; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, entfernt bis mäßig entfernt, auffallend vertikal aderig, jung lehmbraun, reif kastanienbraun; Schneiden +/- gleichfarbig und glatt; Fleisch: schmutzig cremefarben, stellenweise im Hut wässrig braun; Geruch: nach Kohlrabi; KOH (40%): am Hut schokobraun, am Fleisch und an der unteren Stielhälfte olivbraun; Exsikkat: Lamellenschneiden bisw. schwärzlich verfärbt, sonst braun, Stielfleisch hell beige; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Ixocutis (!), ziemlich dick, Zellen komplett gelifiziert und locker dissoziiert, blass olivbraun pigmentiert, ohne Inkrustationen; Hypoderm stark entwickelt, Zellen oft rundlich, ca. 10-30 breit, mit blassgelbem, nicht körnigem Dickwandpigment, ohne Inkrustationen; Lamellenschneide: fertil, Marginalzellen vorhanden, oft kurz, meist keulig, wenig auffällig; Lamellentrama: in dicker Schicht blass bräunlich, ohne auffallende Inkrustationen; Basidien: 4-sporig, oft braun pigmentiert, ca. 27-34 x 7-9; Sporen: ellipsoid bis ovoid, Apex breit bis mittelbreit gerundet, subapikulär abgeflacht oder mit schwacher Depression, kräftig dextrinoid; Ornament kräftig isoliert warzig, Warzen nicht sehr dick, aber hoch, Spore im Umriss sehr rau bis fast stachelwarzig; Maße: 7,5-4,9 (6,5-8,2 x 4,5-5,2), Q=1,53 (1,36-1,73), 20 Sp. gemessen;
Nr. 38: Cortinarius cf. malachius (Fr.) Fr.
Zur Bestimmung: Unklar; makroskopisch ziemlich klar der Pilz, der in CFP als C. malachius abgebildet ist. Die Sporen sind aber relativ klein (in FN und GCI mit stets über 10 lang angegeben) und auch nie subamygdaloid. Aufgrund des keinesfalls feinschuppigen Huts schlüssle ich in FN C. argillaceosericeus (=C. diosmus Kühner ss. Soop). Der bei Soop abgebildete C. diosmus sieht auch nicht viel anders aus, sollte aber wohl schmalere Sporen haben. Consiglio GCI gibt für C. diosmus noch viel kleinere Sporen an, für C. malachius hingegen deutlich größere Sporen, die auch anders geformt sind als bei meiner Kollektion. C. diosmus hat laut Originalbeschreibung einen ziemlich auffällig fruchtigen Geruch, der bei meiner Kollektion nicht festzustellen war. Sowohl in GpBW als auch in GCI werden für malachius Violetttöne wenigstens in den Lamellen oder im Stielfleisch angegeben. Obwohl sehr junge Fk vorhanden sind, ist davon bei dieser Kollektion nichts zu sehen.
Funddaten: 23.09.2013; MTB 8236-4-3-4, 940 m; D-By-Tegernsee, Riedersteinholz, Bergmischwald (Buche, Fichte, Tanne, Bergahorn) in der Flyschzone, evtl. auf quartärem Schutt, an einem sehr feuchten Hang bei Fichten und Tannen; gesellig (4 Fk); Hut: bis 3,5 cm, irregulär polsterig, trocken, blassbraun, durch das weißliche Velum seidig faserig bis glimmerig überzogen; Stiel: bis 5,5 x 1,2 cm, basal keulig oder spindelig-keulig, weiß; Velum mäßig dick, weiß, Stiel an der Abrissstelle schwach gestiefelt; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, entfernt, jung beige, reif ockerbraun; Schneiden weißlich; Fleisch: schmutzig beige, in der Stielspitze etwas dunkler, aber nicht blau, in der unteren Stielhälfte weiß; Geruch: unauffällig; KOH (40%): am Hut dunkel olivbraun; am Fleisch negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: dünne Cutis, Zellen ca. 3-5 breit, hyalin, glatt; Hypoderm gut entwickelt, Zellen puzzleartig, ca. 10-20 breit, mit sehr blass gelblichem Dickwandpigment, ohne Inkrustationen; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: hyalin, regulär; Basidien: 4-sporig, oft bräunlich pigmentiert, ca. 33-37 x 8-9; Sporen: ellipsoid bis leicht tropfenförmig, am Apikulus verschmälert, Apex breit gerundet, subapikulär abgeflacht oder mit schwacher Depression, mittelstark warzig, Warzen dicht und normal kräftig, Sporen im Umriss deutlich rau, Warzen am Apex bisw. stärker vorstehend, mittelstark dextrinoid, Maße: 9,1 x 5,8 (8-10,5 x 5-6,5), Q=1,56 (1,42-1,73), 20 Sp. gemessen;
Nr. 39: Cortinarius cf. duracinus Fr. sl.
Zur Bestimmung: Stimmt makroskopisch und großteils auch mikroskopisch gut mit C. cf. duracinus s.l. aus der Toskana (Nr. 58/2012) überein und passt makroskopisch auch zur Abbildung in CFP. Abweichend zur dortigen Beschreibung ist das meiner Einschätzung nach eher intrazelluläre HDS-Pigment.
Funddaten: 28.09.2013; MTB 7934-3-4-1, 600 m; D-By-Leutstetten, Sonnenberg Südhang, alter Buchenwald (auf Würmendmoräne, Kalkgebiet), gesellig (>10 Fk); Hut: bis 3,6 cm, kegelig bis flach gewölbt, trocken, matt, ganz frisch lehmbraun, stark hygrophan, rasch beige bis creme ausblassend; am Hut praktisch ohne Velumreste; Stiel: bis 5,3 x 0,8 cm, basal spindelig keulig und dann verbogen wurzelnd, cremebeige, faserig; Velum weiß, faserig, dünn, recht schütter am Stiel; Lamellen: aufsteigend angewachsen, mäßig entfernt, jung beige, graubeige, reif kartonbraun; Schneiden weißlich, meist glatt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: rafanoid; KOH (40%): am Hut blassbraun, am Fleisch negativ, im Stielinneren dunkelbraun, am Stielvelum negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: relativ dicke Cutis, Zellen kaum gelifiziert, mit blassbraunem, intrazellulären Pigment, ohne Inkrustationen; Hypoderm mäßig stark entwickelt, Zellen ca. bis 15 breit, nicht sehr dickwandig, mit sehr blass gelblichem Dickwandpigment, ohne Inkrustationen; Lamellenschneide: fertil; Marginalzellen unauffällig, kaum von Basidiolen zu unterscheiden; Basidien: 4-sporig, oft bräunlich und kollabiert; Lamellentrama: in der Gesamtsicht sehr blass bräunlich, einzelne Zellen praktisch hyalin; Sporen: ellipsoid, in Aufsicht auch ovoid, aber am Apikulus meist recht spitz, subapikulär abgeflacht, Apex breit gerundet, ; mäßig grob und isoliert stachelwarzig, Warzen fein bis mittelstark, am Apex auch grob, im Umriss deutlich überstehend, am Apex bis ca. 0,5 µm; Maße: 8,2 x 5,2 (7,5-9,5 x 4,5-6), Q=1,57 (1,42-1,73), 20 Sp. gemessen;
Nr. 40: Cortinarius cf. conicoides Bidaud
Zur Bestimmung: Fk-Farben, entfernte Lamellen und rundliche, stachelwarzige Sporen gehören wohl in die Hinnuleus-Gruppe. Die Übereinstimmung mit der Originalbeschreibung von C. conicoides ist abgesehen vom Geruch sehr groß.
Funddaten: 28.09.2013; MTB 7934-3-1-2, 590 m; D-By-Leutstetten, Würmtal, Mühlthaler Leite; Buchenmischwald auf würmeiszeitlichen Schottern; bei Buche und Esche in der Laubstreu, nahe den Überresten eines großen Strunks; gesellig (>5 Fk); Hut: bis 2,1 cm breit, jung abgerundet kegelig, dann gewölbt und schwach gebuckelt, trocken, glatt, jung vom weißen Velum feinfilzig überzogen, honigbraun (RAL: ockerbraun bis kupferbraun), hygrophan, vom Scheitel her ockergelb ausblassend; Stiel: bis 3,5 x 0,5 cm, basal spindelig-keulig und dann verjüngt, an der Spitze cremeweiß bis cremebeige, stielabwärts immer dunkler braun; Velum weiß, recht dünn, an der Abrisszone jung etwas abstehend; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, entfernt, honigbraun (RAL: ockerbraun); Schneiden weißlich und glatt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: rafanoid; KOH (40%): am Hut kastanienbraun, am Fleisch und am Velum schokobraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: dünne Cutis, Zellen teils hyalin, teils gelblich quergestreift inkrustiert; Hypoderm gut entwickelt, Zellen ca. 10-20 breit, mit kräftig gelben und teils körnig braunen Dickwandpigmenten, schmalere Zellen teils quergestreift inkrustiert; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: in der Gesamtheit blass gelblich, einzelnen Zellen fast hyalin, ohne Auffallende Inkrustationen; Basidien: 4-sporig, teilt mit goldgelbem Nekropigment und dann oft kollabiert, ca. 27-38 x 7,5-8; Sporen: breit ellipsoid bis subglobos, am Apikulus am schmalsten, Apex stets sehr breit gerundet, subapikulär kaum abgeflacht, schwach dextrinoid, isoliert stachelwarzig, Warzen deutlich überstehend, Maße: 6,9 x 5,3 (6-8 x 5-6), Q=1,31 (1,20-1,42), 20 Sp. gemessen;
Nr. 41: Cortinarius hinnuleus s.l.
Zur Bestimmung: Hinnuleus-Gruppe dürfte klar sein. Farblich natürlich ganz anders und viel größer als die ganz in der Nähe gewachsene Kollektion Nr. 40 vom selben Tag; auffällig ist die schwarze KOH-Reaktion am Stielvelum;
Funddaten: 28.09.2013; MTB 7934-3-1-2, 590 m; D-By-Leutstetten, Würmtal, Mühlthaler Leite; Buchenmischwald auf würmeiszeitlichen Schottern; bei großen Eichen und Buchen; gesellig (>5 Fk); Hut: bis 3,8 cm, kegelig bis flach gewölbt, trocken, matt, ganz frisch lehmbraun, stark hygrophan, rasch beige ausblassend, alt bisw. schwärzend (schwarzbraun streifig), ziemlich ausdauernd vom weißen Velum überfasert und dadurch vor allem am Rand filzig; Stiel: bis 4 x 0,8 cm, basal spindelig keulig, cremebeige, faserig; Velum weiß, faserig, mäßig dick; Lamellen: aufsteigend angewachsen, mäßig entfernt, jung beige, graubeige, reif kartonbraun; Schneiden weißlich, meist glatt; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: rafanoid; KOH (40%): am Hut schokobraun, am Fleisch blassbraun, am Stielvelum sofort schwarz (auffallende Reaktion); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Dünne Cutis, Zellen hyalin oder sehr fein inkrustiert, in tieferen Schichten deutlich braun quergestreift inkrustiert; Hypoderm schwach entwickelt, Zellbreite ca. 10-18, mit blass gelbem Dickwandpigment; Lamellenschneide: substeril, mit zahlreichen von Basidiolen differenzierten Marginalzellen, diese kurz und breit keulig, bisw. auch artikuliert; Lamellentrama: in der Gesamtsicht blass braun, einzelne Zellen deutlich blassbraun quergestreift inkrustiert; Basidien: 4-sporig, oft mit braunem Nekropigment und dann kollabiert, ca. 35-40 x 8-8,5; Sporen: breit ellipsoid bis subglobos, auch tropfenförmig, am Apikulus am schmalsten, subapikulär abgeflacht oder mit schwacher Depression, Apex stets sehr breit gerundet, ziemlich kräftig dextrinoid; Ornament sehr variabel, teils aus eher feinen, niedrigen Warzen, teils, vor allem apikal mit dicken, bis fast 1 µm überstehenden Stachelwarzen; Maße: 7,4 x 5,4 (6,5-8,5 x 5-6), Q=1,36 (1,24-1,55), 20 Sp. gemessen;
Nr. 42: Cortinarius sec. (Hinnulei?)
Zur Bestimmung: Die tropfenförmigen, grob ornamentierten Sporen passen in die Hinnleus-Gruppe, auch die einheitlich ockerbraunen Farben und die schwärzlichen Flecken am Hut passen hierhin. Für C. hinnuleus s.l. sind die Sporen wohl etwas zu lang und das Velum zu schwach ausgeprägt. Auffallend natürlich auch die geringe Größe und das Vorkommen bei Fichte und Schwarzerle am Moorrand.
Funddaten: 05.09.2013; MTB 8040-3-3-1, 530 m NN; Bad Endorf, Hemhofer Seenplatte (würmeiszeitliche Relikte mit flachen Moränenhügeln), Erlenbrüche zwischen Kautsee und Schlosssee, am Rand des Wanderwegs bei Fichte und Schwarzerle, an krautig-grasiger, feuchter Stelle; gesellig (>10 Fk); Hut: 1,2-1,6 cm breit, steil bis flach kegelig mit fast spitzem bis abgerundetem Buckel, Hutrand abrupt herabgebogen, bisw. am Scheitel und am Hutrand mit weißen, faserigen Velumresten (bzw. dünnem Belag), sonst glatt und kahl, frisch ockerbraun, stark hygrophan, rasch ockergelb mit kupfernem Glanz; Stiel: bis 3,5 x 0,4 cm, basal gleichdick, etwas heller als der Hut, blass ockergelb, mit meist spärlichen weißen Velumresten; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, relativ hell ockerbraun mit weißen Schneiden (Cheilos?); Fleisch: schmutzig creme, in der unteren Stielhälfte blass bräunlich; Geruch: frisch kein Jodgeruch, eher etwas modrig-kellerartig; KOH (40%): am Hut schwarz; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Dünne Cutis, Zellen ca. 3-7 breit, feinst inkrustiert bis hyalin, mit vielen Lochschnallen; Hypoderm normal entwickelt, Zellbreite ca. 10-20, teils gelbbraun quergestreift inkrustiert und mit inkrustierendem körnigem Dickwandpigment; Lamellentrama: nicht quergestreift inkrustiert, Zellen hyalin, aber bisw. mit braunen Placken; Lamellenschneide: substeril, mit vielen Marginalzellen, diese kürzer als die Basidien, unter 20 µm, keulig, mit Basidien durchsetzt; Sporen: ellipsoid-tropfenförmig, am Apikulus verschmälert und mit breit gerundetem Apex, Ornament auch dichten, ziemlich kräftigen Warzen, die teilweise bis 0,5 µm überstehen (Stachelwarzen), vor allem am Apex, im Umriss rau bis stachelig, nicht oder nur sehr schwach dextrinoid, Maße: 8,7 x 6,0 (8-10 x 5,5-6,5), Q=1,44 (1,29-1,54), 20 Sp. gemessen;
Nr. 43: Cortinarius cf. vernus Lindstr. & Melot
Zur Bestimmung: Mit FN geschlüsselt. Das "cf." setze ich wegen folgender Abweichungen von den Beschreibungen in FN und CFP: Lamellen von Anfang an dunkelbraun, Sporen kleiner, Lamellenschneide fertil und HDS ohne inkrustierendes Piment und mit schwach ausgeprägtem Dickwandpigment im Hypoderm. Aufgrund der makroskopisch guten Übereinstimmung und fehlender Alternativen glaube ich trotzdem, dass es sich um C. vernus handelt. 2009 habe ich im Klosterwald schon mal diese Art gefunden (leider nicht online), ebenfalls mit teils extrem dicken Hypodermzellen und mit kleineren Sporen als in CFP angegeben.
Funddaten: 30.09.2013; MTB 7934-4-4-2, 560 m; D - By - Frundsbergerhöhe, Östliche Isarleite, Buchenmischwald mit eingestreuten Fichten auf würmeiszeitlichen Schottern mit Schutt, unter großen Buchen, gesellig bis kleinbüschelig (6 Fk); verges. mit C. olidus; Hut: 2-2,8 cm breit, seidig feinfaserig, trocken, jung vom grauweißen Velum dünn übersponnen, schokobraun, hygrophan; Stiel: bis 6 x 0,6 (Keule bis 1 cm dick), basal spindelig-keulig, hohl, undefinierbar cremebeige, silbrig glänzend, an der Spitze mit blaulila Ton, basal mit leichter Tendenz zum Röten; Velum sehr dünn, wohl weißlich; Lamellen: ausgebuchtet und meist mit Zahn angewachsen, mäßig gedrängt, schon jung dunkelbraun, schokobraun, höchstens mit minimalem Lilastich, reif eher heller mahagonibraun; Schneiden weiß, vor allem jung stark kontrastierend; Fleisch: in der Stielspitze blaulila, sonst schmutzig creme, in der Keule blass bräunlich und recht lebhaft rötend (im Schnitt); Geruch: schwach kohlrabiartig; KOH (40%): am Hut und am Fleisch dunkelbraun, am Stiel (und Velum) olivbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: sehr dünne Cutis, Zellen teils gelifiziert, intakte sehr blass bräunlich bis hyalin, ohne Inkrustationen; Hypoderm sehr stark entwickelt, Zellen ca. 15-35 dick, mit blassgelblichem Dickwandpigment; Lamellentrama: blass bräunlich, ohne Inkrustationen; Lamellenschneide: fertil, ohne auffällige Marginalzellen; Basidien: 4-sporig, ca. 28-31 x 7; Sporen: breit ellipsoid bis subglobos, Apex breit gerundet, subapikulär bisw. etwas abgeflacht, isoliert stachelwarzig, Warzen dicht und mäßig dick, aber relativ hoch und deutlich überstehend, Maße: 7,0 x 4,9 (6-8 x 4,5-5,5), Q=1,44 (1,31-1,67), 20 Sp. gemessen;
Nr. 44: Cortinarius casimiri (Velen.) Huijsman
Zur Bestimmung: Die Sporen sind eine Nuance schmaler als bei den bisherigen Kollektionen, aber die oft subzylindrische Form und auch die Makroskopie sprechen schon sehr für C. casimiri.
Funddaten: 28.09.2013; MTB 7934-3-4-1, 600 m; D-By-Leutstetten, Sonnenberg Südhang, alter Buchenwald (auf Würmendmoräne, Kalkgebiet), bei großen Buchen; gesellig (4 Fk); Hut: bis 2 cm breit, flach kegelig bis flach gewölbt, mit kleinem, spitzem Buckel, trocken, matt, glatt, am Scheitel schwarzbraun, sonst heller braun, durch das dünne weiße Velum jung vor allem am Hutrand filzig; Stiel: bis 4,5 x 0,25, basal schwach spindelig keulig erweitert, schmutzig creme, seidig glänzend, an der Basis bisw. auf Berührung schwach rötlichbraun verfärbend; Velum weiß, faserig, dünn; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, recht lebhaft honigbraun (RAL: ockerbraun); Schneiden weißlich; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: nach Kohlrabi; KOH (40%): auf allen Teilen schwarzbraun (Hut, Stielvelum, Fleisch); Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen kaum gelifiziert, Pigment fein bis deutlich quergestreift inkrustierend (braun); Hypoderm gut entwickelt, Zellen ca. 10-25 breit, mit gelbem und körnig braunem Dickwandpigment; Lamellenschneide: fertil; Lamellentrama: fein, aber deutlich quergestreift braun inkrustiert; Basidien: oft braun und kollabiert; Sporen: schmal ellipsoid bis subzylindrisch, subapikulär abgeflacht, ohne Depression, Apex meist mittelbreit gerundet, deutlich dextrinoid, aber nicht ganz einheitlich reagierend; fein warzig, im Umriss glatt bis fein rau, Warzen recht diskret, nur vereinzelt dicker und gelegentlich strichartig zusammenlaufend; Maße: 10,2 x 5,9 (9-11 x 5,5-6,5), Q=1,71 (1,53-1,93), 20 Sp. gemessen;
Nr. 45: Cortinarius americanus A. H. Sm.
Zur Bestimmung: Purpurne Farbtöne sind auf den Fotos vor allem am Stiel noch erkennbar, ansonsten bei dieser Kollektion wohl vergangen. Für C. alnetorum erscheinen die Fk und die Sporen deutlich zu klein. Im Komplex C. bibulus/pulchellus/lilacinopusillus/americanus verweisen Moser und Kuyper auf eine kleinsporige Art (bibulus), die wohl in FN als C. americanus ausgeschlüsselt ist. Zur Beschreibung dort passen dann auch die bald schwarzbraunen Hüte, die mäßig entfernten, bald braunen Lamellen und die inkrustierte Lamellentrama.
Funddaten: 07.10.2013; MTB 8135-4-3-2, 700 m; D - By -Sachsenkamm, Kirchsee Nord, südlich des Wanderwegs vom Kirchsee zum Kogelweiher, Mischwald (Tanne, Buche, Fichte) auf würmeiszeitlichen Moränen angrenzend an ein Hochmoor; am Pfad, der westlich vom Kirchsee ins Wampenmoos führt, im Erlenbruch vor dem ersten Waldstück, bei Erle; gesellig (5 Fk); Hut: bis 1,4 cm breit, flatterig ausgebreitet, düster schwarzbraun, am Hutrand heller, silbriggrau glimmerig, nicht gestreift; Stiel: bis 5,5 x 0,2 cm, knorrig, irregulär, dunkelbraun; Velum weiß, angedrückt faserig, eher dünn; Lamellen: aufsteigend angewachsen, mäßig entfernt, ziemlich dick, rostbraun; Geruch: schwach; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellen hyalin; Hypoderm stark ausgeprägt, Zellen ca. bis 25 µm breit und mit körnigem, braunem Dickwandpigment; Zellen in tieferen Schichten grob quergestreift inkrustiert; Lamellenschneide: substeril; mit zahlreichen, oft büschelig angeordneten, subglobosen bis globosen, seltener keuligen Cheilozystiden, die klar differenziert und sehr auffallend sind, meist kürzer als die Basidien und ca. 10-18 mm breit bzw. im Durchmesser; Lamellentrama: fein, aber deutlich quergestreift braun inkrustiert; Sporen: ellipsoid, Apex meist mittelbreit, bisw. sehr breit gerundet, isoliert und deutlich warzig, Warzen fein, Spore im Umriss fein rau; Maße: 8,2 x 5,1 (7,5-9[9,5] x 4,5-5,5[6]), Q=1,60 (20 Sp. gemessen);
Nr. 46: Cortinarius angelesianus A. H. Smith
Zur Bestimmung: Mit FN bestimmt.
Funddaten: 05.09.2013; MTB 8040-3-3-1, 530 m NN; Bad Endorf, Hemhofer Seenplatte (würmeiszeitliche Relikte mit flachen Moränenhügeln), im Erlenbruch am Nordrand des Schlosssees, bei Schwarzerle und Fichte; gesellig (5 Fk); Hut: 2-4,5 cm (!, sehr robust), spitz gebuckelt, auf dunkelbraunem Grund komplett filzig faserschuppig (beige bis ockergelb); Stiel: bis 8 x 0,9 cm, basal stark ausspitzend und Basis leicht brechend, vom ockergelbem Velum genattert, an der Spitze silbrig überfasert; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, schon jung dunkel sepiabraun bis kastanienbraun, alt schokobraun mit Roststich; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: unauffällig; KOH (40%): am Hut und am Velum schwarzbraun bis schwarz; Mikromerkmale vom Exsikkat: Sporen: ideal ellipsoid, in Aufsicht auch oval, dicht und fein warzig, im Umriss fein rau, Maße: 7,4 x 5,2 (7-8 x 4,5-5,5), Q=1,42 (1,30-1,56), 20 Sp. gemessen;
Nr. 47: Cortinarius cf. helobius Romagn.
Zur Bestimmung: Aufgrund des dunklen Fleisches und der starken Inkrustationen in allen Geweben dürfte die Kollektion ziemlich sicher zur Sektion Inctustati gehören. C. helobius in CFP (C43) hat große Ähnlichkeit mit diesem kleinen Pilz, ist aber mit etwas schmäleren Sporen angegeben. Abgesehen davon sprechen die geringe Größe, die Ökologie, Phänologie und die sterilen Zellen an der Schneide schon für diese Art. In FN ist die Art mit ockerbraunem Velum ausgeschlüsselt, auf dem Foto in CFP ist davon aber nicht viel zu sehen. Ich würde das Velum dieser Kollektion auf jeden Fall als weißlich einstufen. Bei Gminder (GpBW S. 249) und in PDS5 (Nr. 328) ist die Art mit apfelkernförmigen Sporen mit subapikulärer Depression beschrieben - dies trifft für meine Kollektion nicht zu. Die Autoren von "Telamonia in Flandern" (2013) beschreiben C. helobius als viel größer als FN und Gminder. Die Beschreibung von C. helobius in JEC2013 (S. 64/65) verstehe ich zwar nur zur Hälfte, scheint aber ganz gut mit dieser Kollektion übereinzustimmen, die Velumreste werden dort als ockerlich, silbrig oder weißlich beschrieben. C. robertiii ist im selben Werk mit kleineren Sporen, C. romagnesi mit rötlicheren Farben, stärker gebuckelten Hüten udn viel schmaleren, längeren Sporen beschrieben.
Funddaten: 04.06.2013; MTB 7735-4-3-2, 490 m; Fröttmaniger Heide Südost (Schotterheide, Magerwiese, von Schafen beweidet), bei Weiden und Pappeln an einer schattigen Böschung, gesellig (5 Fk); Hut: bis 1,2 cm breit, kegelig, später mit vorgezogenem Buckel, Oberfläche ziemlich glatt, feinst radialfaserig, ohne deutliche Velumreste, nur am Hutrand jung mit flüchtigen weißlichen faserigen Velumspuren; nicht oder am Rand schwach durchscheinend gestreift; schokoladenbraun; Stiel: bis 2,5 x 0,2, basal schwach erweitert, schmutzig hellbraun, zur Basis hin und alt dunkler braun, im unteren Drittel stark weiß überfasert, sonst normal faserig; Velum praktisch nicht feststellbar, nach den Resten am Hutrand zu schließen aber eher weißlich; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, mäßig entfernt, ca. 18-19 erreichen den Stiel, l=1-3; Fleisch: braun, im Stiel bis dunkelbraun; Geruch: schwach, unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: schwach inkrustierte Cutis, oberste Lage ziemlich verquollen, kaum differenziert; Hypoderm mäßig entwickelt, Zelldicke unter 20 µm, mit inkrustierendem Dickwandpigment; Lamellentrama: fein inkrustiert (bräunlich); Lamellenschneide: mit zahlreichen sterilen, keulig-blasigen Zellen (oft etwas verpappt und dann schlecht zu sehen), diese nicht größer als die Basidien; Basidien: 4-sporig, bisw. mit braunem Pigment, oft kollabiert; Sporen: schlank ellipsoid, Apex mittelbreit gerundet; mäßig warzig, Warzen dicht und eher fein, am Apex bisw. etwas gröber, im Umriss rau, oft wenig vorstehend, Maße: 9,2 x 5,5 (8,5-10 x 5-6), Q=1,67 (1,50-1,82), 20 Sp. gemessen;
Nr. 48: Cortinarius cf. helobius Romagn.
Zur Bestimmung: Unklar. Die Sporen sind etwas anders geformt und stärker ornamentiert als die makroskopisch sehr ähnliche Aufsammlung Nr. 47 vom Frühjahr (auch aus Fröttmaning). Auffallend an dieser Kollektion sind die vielgestaltigen, deutlich differenzierten Cheilozystiden. C. cystidifer ist in JEC2013 (S. 59-61) mit erheblich längeren Sporen beschrieben.
Funddaten: 17.09.2013; MTB 7735-4-3-2, 490 m; Fröttmaniger Heide Südost (Schotterheide, Magerwiese, von Schafen beweidet), bei Weide und Birke; gesellig (7 Fk); verg. mit Lact. torminosus und Inoc. dulcamara; Hut: bis 1,2 cm breit, flach gewölbt, meist mit warzenförmigem Buckel, am Scheitel glatt, zum Rand hin durch weißliche Velumfasern schwach filzig und dadurch etwas zweifarbig wirkend, am Scheitel kastanienbraun bis schokobraun, zum Rand hin merklich aufgehellt; Hutrand jung durch Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: bis 2,6 x 0,2 cm, basal gleichdick oder schwach verjüngt, auf undefinierbar braunem Grund dicht silbrig-weiß überfasert; Velum praktisch nicht feststellbar, am ehesten weißlich (zumindest am Hutrand so), extrem dünn; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen und oft mit Zahn kurz herablaufend, mäßig gedrängt, ockerbraun, honigbraun, Schneiden weißlich und bisw. schwach flockig; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: unauffällig; KOH (40%): am Hut schwarzbraun, in der unteren Stielhälfte negativ; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epikutis schwach gelifiziert, Zellen feinst inkrustiert, Hypoderm normal ausgeprägt, mit dunkelbraunem, stark inkrustierendem Pigment; Lamellentrama: braun inkrustiert; Lamellenschneide: steril; Cheilozystiden vielgestaltig, meist keulig, schlankkeulig, aber auch subzylindrisch und sehr schmal, ca. 15-38 x 4-12; Sporen: ellipsoid, schlank ellipsoid, subapikulär oft mit leichter Depression und deutlicher Plage, Apex meist mittelbreit gerundet, ziemlich grob warzig, Warzen vor allem am Apex deutlich überstehend, Maße: 9,1 x 5,6 (8,5-10 x 5-6), Q=1,63;
Nr. 49: Cortinarius cf. albovariegatus (Velen.) Melot
Zur Bestimmung: Obtusus-Gruppe, Taxonomie unklar. C. albovariegatus ist immerhin mit sehr kleinen Sporen beschrieben.
Funddaten: 07.09.2013; MTB 8236-3-1-4, ca. 980 m; D-By-Gmund, Marienstein, Tegernseer Flyschberge, Bodensaurer Bergmischwald (Fichte, Tanne, Buche) mit viel Heidelbeere, bei Tannen und Fichten oberhalb einer feuchten, teils mit Sphagnum bewachsenen Böschung; gesellig (>5 Fk); Hut: bis 2 cm breit, jung spitzkegelig, reif flacher kegelig mit spitzem Buckel, jung rotbraun, kastanienbraun, stark hygrophan, rasch über kupferbraun zu ockergelb ausblassend (vom Zentrum her und streifig); jung vom Universalvelum überzogen; Stiel: bis 4,5 x 0,5 cm, basal zugespitzt, hohl, blass ockergelb bis ginstergelb (RAL); Velum weiß, dünn, am Stiel als faseriger Überzug, keine Natterung bildend; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt, lebhaft rostbraun (RAL: kupferbraun bis orangebraun), Schneiden weißlich (Cheilos?); Fleisch: blass ockergelb bis beige; Geruch: nach Radi; KOH (40%): am Hut schokobraun, am Velum lehmbraun; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Epicutis gut differenziert, Zellen ca. 2-8 µm breit, praktisch hyalin; Hypoderm gut ausgeprägt, Zellen ca 10-25 breit, mit gelbem bis gelbbraunem, teils inkrustierendem Dickwandpigment, viele Zellen auch quergestreift inkrustiert; Lamellentrama: stark gelb bis gelbbraun quergestreift inkrustiert; Lamellenschneide: steril; Cheilozystiden meist schlank keulig bis keulig, ca. 14-38 x 7-13, gut differenziert, aber oft auch sehr kurz; Basidien: 4-sporig, ca. 26-30 x 8-10; Sporen: ellipsoid, in Aufsicht auch gedrungen ovoid, mäßig bis normal warzig, im Umriss deutlich rau, Apikulus winzig, oft nicht zu sehen, schwach bis mäßig, aber deutlich dextrinoid, Maße: 6,7 x 4,8 (6-7,5 x 4,5-5,5) Q=1,41 (1,27-1,56), 20 Sp. gemessen;