Entoloma 2010
Nr. 16: Entoloma asprellum (Fr.) Fayod (Stahlblaustieliger Zärtling)
Funddatum: 21.09.2010; Fundort: MTB 8533-1-1-3, 880 m; Kaltenbrunn, Mähwiesen oberhalb der Straße nach Wamberg, Nordhänge; zwischen Gräsern und Moosen; gesellig (6 Fk), verges. mit Entoloma exile; Hut: bis 3,8 cm breit, flach gewölbt und schwach genabelt, ausgeprägt angedrückt schuppig, jung fast bis zum Rand, dunkelbraun mit schwarzbraunem Zentrum; frisch nicht oder schwach, später bis zum Scheitel durchscheinend gerieft; Stiel: ca. bis 7 x 0,3 cm, bisw. breitgedrückt und mit Längsfurche (dann bis 5 mm breit), glatt, fein längsfaserig, aber nicht silbrig überfasert, poliert wirkend, basal schwach weißfilzig, jung dunkelblau, später dunkelgrau verblassend; Lamellen: etwas aufsteigend und ziemlich breit angewachsen, mäßig gedrängt, cremegrau, reif mit leichtem Rosastich; Schneiden konvex, gleichfarbig und glatt; Fleisch: im Hut wässrig grau, im Stiel graublau, alt grau; Geruch: schwach, unauffällig; HDS: Cutis mit trichodermalen Strukturen (Schuppen); Endzellen büschelig aufgerichtet, schlank keulig, ca. bis 23 breit; ohne Schnallen; Pigment intrazellulär diffus, vakuolär und körnig, braun; LS: fertil, keine echten Cheilozystiden beobachtet, bestenfalls Marginalzellen, die kleiner als die Basidien sind; Basidien: ganz überwiegend 4-sporig, 2- und 3-sporige eingestreut, ohne Schnallen; Sporen: 5-8eckig, Ecken gut ausgeprägt, meist mit 6 oder 7 Ecken, 11,2 x 7,5 (10-13 x 7-8), Q=1,50; Bestimmung: Der Übergang zu E. anatinum scheint nicht allzu scharf, da Merkmale wie die Stielüberfaserung und die Hutriefung doch recht variabel sind; wg. der durchscheinend gerieften Hüte und poliert wirkenden Stiele mit Gröger und Noordel. als asprellum geschlüsselt; vgl. mit Kollektion Nr. 15 und Nr. 10/2009;
Nr. 15: Entoloma cf. atrocoeruleum)
Funddatum: 06.10.2010; Fundort: MTB 8533-1-1-3, 880 m; Kaltenbrunn, Mähwiesen oberhalb der Straße nach Wamberg, Nordhänge; gesellig (>8 Fk); Hut: bis 4,4 cm breit, flach gewölbt, jung nicht, später zentral schwach genabelt, jung vollständig feinschuppig, alt am Rand etwas schwächer, jung schokobraun, alt etwas heller, jung völlig ungerieft, alt etwa zur Hälfte schwach durchscheinend gerieft; keine Blautöne am Hut (evtl. Fotos korrigieren!) Stiel: bis 5,5 x 0,25 cm, zylindrisch, basal gleichdick, Oberfläche fein faserig, matt, nicht glänzend, kaum streifig, basal weißfilzig, jung dunkelblau, später dunkelgrau verblassend; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, mäßig gedrängt bis etwas entfernt, jung cremegrau, später graubeige mit Rosaton; Schneiden gleichfarbig; Fleisch: sehr dünn, unter der HDS braun durchgefärbt, sonst blaugrau; Geruch: unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis mit trichodermalen Elementen (Schüppchen), Endzellen ca. bis 20 breit; ohne Schnallen; Pigment intrazellulär (oft vakuolär, "wolkig"); Lamellenschneide: fertil, häufig mit Marginalzellen, die wohl nicht mehr als Basidiolen durchgehen, aber kleiner als die Basidien sind (z.B. 25x11); Basidien: 4-sporig, 2-sporige eingestreut, ca. 32-37 x 10-12, ohne Basalschnallen; Sporen: 5-8eckig, heterodiametrisch, 10,9 x 7,7 (10-12,5 x 6,5-8), Q=1,41 (1,25-1,62); Bestimmung: Die Kollektion gleicht sehr dem Foto in FE5a Nr. 255 (E. anatinum), gehört aber nach Noordeloos eher zu E. atrocoeruleum; die Kollektion Nr. 16, die am 21. September 2010 auf der anderen Straßenseite wuchs, habe ich als E. asprellum bestimmt - die sind schon grenzwertig nah beieinander; mikroskopisch scheinen keine Trennmerkmale zu existieren;
Nr. 14: Entoloma clandestinum (Fr.: Fr.) Noordel. (Dickblättriger Glöckling)
Abweichend von der Beschreibung in Noordel FE5: Schnallen nur an den Basidienbasen, in der HDS keine gefunden;
Funddatum: 22.10.2010; Fundort: Castiglion Fiorentino, St. Stefano, Eichen-Kastanien-Wald; an der Wegböschung zwischen Gräsern, Kräutern und Moosen; gesellig; Hut: bis 1,6 cm breit, mit warzenförmigem Buckel, glatt, bis zum Scheitel durchscheinend gerieft, dunkelbraun, hygrophan, vom Scheitel her streifig hellbraun ausblassend; Stiel: bis 4,5 x 0,15 cm, basal schwach verdickt und weißfilzig, dunkelbraun (hutfarben), oben weiß bereift, sonst glatt, matt; Lamellen: aufsteigend angewachsen, mäßig gedrängt bis etwas entfernt, graubraun, ziemlich dick; Schneiden gleichfarbig und glatt; Fleisch: wässrig dunkelbraun, im Hutkern schmuztig-creme; Geruch: schwach, unaufällig; Geschmack: mild, neutral; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: glatte Cutis, Zellen ca. 3-10 breit, einzelne bis 15 aufgeblasen, vereinzelt auch keulige Endzellen, keine Schnallen beobachet (in etlichen Präparaten von versch. Fk); Pigment extrem grob quergestreift inkrustierend, dunkelbraun; Tramazellen lang septiert (>100); Lamellenschneide: fertil, Tramazellen lang septiert, fein inkrustiert (braun); im Hymenium vereinzelt intrazelluläres Pigment vorhanden (vakuolär); Stieltrama grob inkrustiert, keine auffallenden Kaulozystiden gesehen; Basidien: 4-sporig, ca. 43-47 x 11-12, mit Basalschnallen; Sporen: 5-7eckig, heterodiametrisch, 9,7 x 7,4 (9-11 x 7-8); Q=1,31 (1,20-1,43) Bestimmung: Mit FE5a geschlüsselt; abweichend: Schnallen nur an den Basidienbasen gefunden, nicht in der HDS;
Nr. 13: Entoloma cf. olivaceotinctum Noordel. (Olivfarbener Zärtling)
Leider nur ein Einzelexemplar.
Funddatum: 22.10.2010; Fundort: Castiglion Fiorentino, St. Stefano, im Hainbuchen-Kastanienwald, am Stammgrund einer abgetorbenen Kastanie an feuchter Stelle auf Erde; einzeln; Hut: 1,2 cm breit, zentral deutlich vertieft und deutlich schuppig, sonst eher glatt, olivbraun, etwa zur Hälfte durchscheinend gerieft; Stiel: 2,8 x 0,25 cm, zylindrisch, basal gleichdick und weißfilzig, olivgrau, schwach weißlich überfasert; Lamellen: leicht herablaufend, mäßig gedrängt bis etwas entfernt, graubraun, ziemlich dick, Schneiden gleichfarbig und glatt; Fleisch: wässrig olivgrau bis olivbraun; Geruch: nich notiert, vermutlich unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis mit trichodermalen Elementen, nahe dem Zentrum ein echtes Trichoderm, Endzellen spindelig, spindelig-bauchig, subzylindrisch, wurstförmig aufgeblasen, keulig, ca. 10-30 breit, oft recht lang, z.B. 80x15, 140x20; keine Schnallen beobachtet; Pigment intrazellulär braun; Trama lang septiert; Lamellenschneide: heteromorph, Cheilozystiden zwischen den Basidien versteckt und leicht zu übersehen, Cheilos zylindrisch und überwiegend leicht kopfig, ca. 26-45 x 7-16; Trama lang septiert; Basidien: 4-sporig, ca. 31-35 x 9-10, mit Basalschnallen; Sporen: 5-8eckig, Ecken unterschiedlich gut ausgeprägt, oft zahlreich, Maße: 8,3 x 5,8 (7,5-9 x 5,5-6,5) Q=1,43 (1,15-1,64), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Abweichend sind die heteromorphe und nicht sterile Lamellenschneide mit den oft etwas kopfigen Zystiden sowie die recht schwach herablaufenden Lamellen, die allerdings auch Ludwig angibt; mit FE5a geschlüsselt, im Kompendium verglichen, vor allem das Aquarell in FE5 passt gut;
Nr. 12: Entoloma serrulatum (Fr.: Fr.) Hesl. f. nigrovenosum Courtec. (Gesägtblättriger Saumzärtling)
Funddatum: 19.10.2010; Fundort: Castiglion Fiorentino, St. Stefano, Eichenwälder; ca. 620 m; mitten im Eichenwald, am Trampelpfad, auf Pflanzenresten; einzeln; Hut: 1,4 cm breit, nicht genabelt, schon gewölbt, grob faserig rissig, am Scheitel leicht schuppig, dunkelbraun, mit rasch vergehenden Blautönen; Stiel: 2,5 x 0,2 cm, zylindrisch, basal gleichdick und weißfilzig, dunkelgrau mit Blaustich, weiß überfasert; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen und mit Zahn herablaufend, grau; Schneiden dunkel graublau; Geruch: schwach; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis mit trichodermalen Elementen (Schüppchen), Zellbreite ca. 5-12, Endzellen keulig, z.B. 53x16, 55x20, 60x20, etwa bis 25 breit; ohne Schnallen; Pigment intrazellulär dunkelbraun (diffus und vakuolär); Tramazellen mit reichlich Bläschen; Lamellenschneide: steril, Serrulatum-Typ, Cheilozystiden aus mehrschichtigen +/- parallel zur Schneiden verlaufenden Hyphensträngen entspringend, zylindrisch, auch irregulär wellig bis keulig, septiert, Endzellen ca. 27-40 x 6-12; ohne Schnallen; Pigment sehr unauffällig; Basidien: 4-sporig, ca. 40-46 x 10-12; ohne Basalschnallen; Sporen: 5-7eckig, heterodiametrisch, 10,9 x 7,5 (9,5-13 x 6,5-9); Q=1,45 (1,27-1,60); Bestimmung: Mit Gröger geschlüsselt, bei Noordel. FE5a verglichen;
Nr. 11: Entoloma cf. caesiocinctum (Kuehner) Noordel. (Blaugerandeter Saumzärtling)
Funddatum: 21.10.2010; Fundort: Toskana, Castiglion Fiorentino, St. Stefano, Eichen-Kastanien-Wälder; an offener Stelle bei jungen Eichen, zwischen Gräsern, Moosen und Kräutern (Thymian); gesellig (3 Fk); Hut: bis 1,8 cm breit, kaum genabelt, am Scheitel schuppig, sonst glatt, bis zum Scheitel gerieft, dunkelbraunJ; Stiel: bis 5 x 0,2 cm, zylindrisch, basal weißfilzig, kahl, eher wie poliert, blau; Lamellen: aufsteigend angewachsen, eher entfernt, cremegrau, alt mit Rosaton; Schneiden meist dunkler braun (ganz jung evtl. auch schwarzblau, Färbung bisw. undeutlich und kaum je gezähnelt); Fleisch: extrem dünn, im Stiel stahlblau; Geruch: fehlend; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis mit trichodermalen Elementen, TZ schlank keulig, ca. bis 16 breit (nicht am Scheitel untersucht), Pigment intrazellulär braun; Schnallen fehlend; Lamellenschneide: steril, Cheilozystiden dicht gepackt, kettig angeordnet, nicht überall als Serrulatum-Typ erkennbar, aber nach genauerer Analyse doch als solcher eingeordnet, TZ schlank keulig, ca. 32-62 x 10-20, meist sehr blass braun pigmentiert (auch hyalin); Basidien: 4-sporig, ohne Basalschnallen, ca. 34-42 x 10-12; Sporen: 6-8eckig, Ecken oft recht undeutlich und zahlreich, heterodiametrisch, 10,8 x 7,5 (9,5-12 x 7-8); Q=1,44 (1,27-1,57); Bestimmung: nicht 100%ig sicher;
Nr. 10: Entoloma cf. caesiocinctum (Kuehner) Noordel. (Blaugerandeter Saumzärtling)
Funddatum: 27.08.2010; Fundort: MTB 8432-4-4-3, 1760 m; Garmisch-Partenkirchen, Wank, Gipfelregion, an der Wegböschung, zwischen Kräutern, Gräsern und Moos; gesellig (3 Fk); Hut: bis 2,4 cm breit, flach gewölbt und genabelt, am Nabel feinschuppig, sonst +/- glatt und fein faserig, kartonbraun, am Hutrand frisch mit Blautönen, nicht durchscheinend gerieft, schwach hygrophan (streifig ausblassend); Stiel: bis 5,2 x 0,2 cm, bisw. schwach exzentrisch inseriert, zylindrisch, basal schwach spindelig verbreitert und stark weißfilzig (bis knapp 2 cm aufwärts), oben schwach bereift, sonst befasert, schwach silbrig fibrilliert, matt (nicht poliert), grau bis olivgrau (vermutlich ganz jung auch mit Blautönen); Lamellen: schwach ausgebuchtet bis gerade angewachsen, mäßig gedrängt, cremegrau mit Rosastich, jung vermutlich mit Blautönen; Schneiden grob schwarzblau gezähnelt; Fleisch: sehr dünn, im Hut weißlich, im Stiel cremegrau; Geruch: schwach nach getrockneten Steinis; HDS: Cutis mit trichodermalen Elementen, TZ schlank keulig, bisw. etwas aufgerichtet, z.B. 110 x 25, bis 30 breit, Schn-; Pigment intrazellulär diffus braun, bisw. auch schwärzlich körniges (vermutl. ursprüngl. bläuliches) Pigment; Huttrama ca. bis 150 lang, mit typischen Bläschen, hyalin; Cheilozystiden: LS vom Serrulatum-Typ, mit mehrschichtigen Strängen, die lange parallel zur Schneide laufen und dann irrgeuläre Zacken bilden, TZ z.B. 63x11, ca. bis 14 breit; Pigment körnig bis vakuolär, dunkelblau, schwarzblau; Schn-; Lamellentrama hyalin, mit typischen Bläschen; Basidien: 4-sporig, ohne Basalschnallen; ca. 40-49 x 11-12; Sporen: 5-8eckig, meist vieleckig und Ecken recht prägnant; Maße: 10,5 x 7,3 (9,5-12 x 6,5-8), Q=1,43 (1,31-1,60); Bestimmung: Mit Noordeloos geschlüsselt; die Abbildung 218c dort stimmt sehr gut überein; wg. der hellen Färbung und den recht entfernten Lamellen käme hier auch E. carneogriseum in Frage.
Nr. 9: Entoloma exile (Fr.: Fr.) Hesler (Schmächtiger Zärtling)
Funddatum: 21.09.2010; Fundort: MTB 8533-1-1-3, 880 m; Kaltenbrunn, Mähwiesen; zwischen Gräsern und Moosen; gesellig (6 Fk); verges. mit Entoloma asprellum; Hut: bis 1,5 cm breit, flach gewölbt und nur angedeutet genabelt (trotzdem mycenoider Leptonia-Habitus), jung über den Scheitel hinaus schuppig, alt nur am Scheitel und sonst +/- glatt, ziemlich blass cremegrau bis cremebeige mit dunkelbraunem Scheitel, jung am Hutrand vielleicht mit ganz schwachem Blauton, jung kaum gerieft, später bis zum Scheitel schwach durchscheinend gerieft; schwach hygrophan; Stiel: bis 5 x 0,2 cm, basal gleichdick, kahl, nicht glänzend, jung vor allem an der Spitze mit Blauton, sonst überwiegend grau, stahlgrau, zur Basis hin bisw. auch mit Olivtönen, Stielbasis bei 2 Fk rot verfärbt, aber auch bei den anderen Fk zeigt sich eine Neigung zum Röten in der Stielbasis (eher kein Befall), nicht weißfilzig; Lamellen: aufsteigend und bisw. mit Zahn angewachsen, ziemlich entfernt (ca. 14-16 erreichen den Stiel), dick, jung weiß, später satt cremefarben mit Rosaton; Schneiden glatt und gleichfarbig; Fleisch: sehr dünn, im Hutkern weiß, im Stiel grau, in der Stielbasis mit leichter Tendenz zum Röten, bisw. auch zur ockerbräunlicher Verfärbung; Geruch: unauffällig; HDS: Cutis mit trichodermalen Strukturen (Schuppen), Breite der Endzellen ca. 10-18, schlank keulig, Zellen mit vielen Bläschen gefüllt; Pigment intrazellulär braun, keine blauen oder schwarzen Körnchen gesehen; Schnallen fehlend; Cheilozystiden: dicht gepackt (fast wie Serrulatum-Struktur, Schneide steril), unterteilt, hyalin, Endzellen ca. 30-85 x 10-20, ohne Schnallen; Stielbekleidung: an der Stielspitze schlank keulige Kaulozystiden beobachtet; Basidien: 4-sporig, z.B. 37x12, 30x11, ohne Basalschnallen; Sporen: 5-6-eckig, Ecken gut bis mäßig ausgeprägt, nie wellig, Maße: 10,1 x 7,4 (9-11 x 7-8), Q=1,36 (1,29-1,43); Bestimmung: wg. der rötlichen Flecken an der Basis wäre die Varietät pyrospilum eine Möglichkeit; im Gröger problemlos, mit Noordel. schwierig zu schlüsseln;
Nr. 8: Entoloma mougeotii var. fuscomarginatum
Funddatum: 27.08.2010; Fundort: MTB 8432-4-3-4, 1050 m; Garmisch-Partenkirchen, Wank, am Wanderweg von der Mittelstation ins Tal; am Wegrand (Fichtenwald angrenzend), zwischen Gräsern, gesellig (ca. 5 Fk); Hut: bis 3,5 cm breit, mäßig bis tief genabelt, Hutrand kurz über die Lamellen gezogen (auffallendes Merkmal!), Oberfläche komplett feinschuppig, etwas schmierig (bei heftigem Regen gefunden), seidig glänzend, oft irgendwie unregelmäßig räudig wirkend, dunkelbraun, vor allem am Rand mit Grauanteil, aber ohne Blautöne (vergänglich?, keine sehr jungen Fk vorhanden); ungerieft und kaum hygrophan; Stiel: bis 4 x 0,4, häufig mit Längsfurche (dann auch breiter), zylindrisch, hohl, basal gleichdick oder schwach erweitert, oben unbereift, graubraun, silbrig überfasert bis fein überreift (glimmerig); Lamellen: meist kurz und schwach herablaufend, bisw. gerade angewachsen, normal bis mäßig gedrängt, jung cremegrau bis cremebeige, Schneiden meist ziemlich gerade, oft braun und stets flockig, bisweilen fehlt auch die Braunfärbung (dann weißflockig); Fleisch: grau; Geruch: aromatisch, ein bisschen streng, käsig (wie rasser Blauschimmel), am Fundort stärker wie über Nacht; Geschmack: mild; HDS: Cutis mit trichodermalen Elementen (schwach aufgerichtete, Schuppen bildende Zellgruppen mit subzylindrischen bis keuligen Endzellen), Breite der TZ ca. 10-20, Breite der Cutishyphen ca. 6-15; Schnallen fehlend; Pigment intrazellulär diffus und körnig dunkelbraun, auch vakuolär, keine Inkrusationen beobachtet; Huttrama meist recht kurz septiert, längere Elemente ca. 130-170; Bläschen reichlich vorhanden; Cheilozystiden: Schneide steril (an Serrulatum-Typ erinnernd), Endzellen schlank keulig, dicht gepackt, aus mehrschichtigen Trägerhyphen entspringend, die teils parallel zur Schneide verlaufen, teils auch senkrecht; Endzellen ca. 23-52 x 8-11, entweder hyalin oder intrazellulär braun pigmentiert; ohne Schnallen; Basidien: 4-sporig, ca. 28-40 x 9-11,5, ohne Basalschnallen; Sporen: recht variabel, mit 5-9 meist gut ausgeprägten Ecken, 10,2 x 6,8 (8,5-12,5 x 6-8), Q=1,50 (1,25-1,75), 30 Sp. gemessen; Bestimmung: eine gewissen Ähnlichkeit besteht mit dem in FE5a abgebildeten E. enderlei, doch die Sporen meiner Kollektion sind kürzer und weniger gestreckt, außerdem konnte ich in der HDS keine Inkrustationen feststellen; von A. Hausknecht als E. mougeotii var. fuscomarginatum revidiert;
Nr. 7: Entoloma queletii (Boud.) Noordel. (Rosaflockiger Zärtling)
Das letzte Foto zeigt eine Kollektion aus Klais vom 20.08.2010, bei der die rosa Farben nur noch sporadisch sichtbar sind.
Funddatum: 27.08.2010; Fundort: MTB 8432-4-3-4, 800 m Garmisch-Partenkirchen, Wank, oberhalb der Talstation am Waldrand bei Fichte, Kiefer und jungen Tannen; gesellig (4 Fk); Hut: bis 2,9 cm breit, flach gewölbt bis ausgebreitet und schwach genabelt, trocken, matt, komplett feinschuppig, alt zum Rand hin auch etwas filzig, jung zart cremerosa, dann rasch ockerbraun verfärbend (Rosatöne verschwinden); Stiel: bis 4,5 x 0,4 cm, zylindrisch, basal gleichdick oder schw. ausspitzend, meist mit Längsfurche, oben grob bereift bis beschürfelt (auch körnelig), sonst etwas filzig befasert, jung cremeweiß, alt holzbäunlich bis ockerbraun verfärbt; Lamellen: aufsteigend angewachsen, mäßig gedrängt, jung cremeweiß, später blass beige bis graubeige; Schneiden zumindest alt bauchig und recht aufällig weißflockig; Fleisch: im Hutkern jung pinkrosa, sonst cremeweiß bis beige; Geruch: schwach aromatisch pilzig; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis mit trichodermalen Strukturen (Schüppchen), Zellen stark verquollen, vor allem in den Schüppchen, Zellbreite in der Cutis ca. 4-7; keine Schnallen beobachtet, Pigment intrazellulär goldgelb (sehr lebhaft); Tramazellen eher kurz septiert (unter 200); Lamellenschneide: steril, Cheilozystiden zylindrisch-wellig, verzweigt und septiert, ca. 26-53 x 4-9, ohne Schnallen; Basidien: 4-sporig, ca. 28-33 x 10-11, ohne Basalschnallen; Sporen: 5-7[8]-eckig, Ecken gut ausgeprägt, heterodiametrisch, 10,6 x 7,2 (9,5-12 x 6,5-7,5), Q=1,48 (1,33-1,60); Bestimmung: Mit Gröger und Noordel. bestimmt.
Nr. 6: Entoloma longistriatum (Peck) Noordel. (Langgestreifter Zärtling)
Funddatum: 20.08.2010; Fundort: MTB 8533-1-2-2, 920 m; Klais, Buckelwiesen, unter solitärer Fichte zwischen Disteln und Moosen; gesellig bis kleinbüschelig (>10 Fk); Hut: bis 3 cm breit, flach kegelig bis flach gewölbt, stets genabelt, bis zum Scheitel durchscheinend gerieft, Oberläche komplett kleinschuppig, Schuppung bei alten Exemplaren weiter auseinandergezogen, bei jungen dicht, kartonbraun; Stiel: bis 5,5 x 0,4, zylindrisch, hohl, oft breitgedrückt und längsgefurcht, etwas glasig wirkend, glatt, cremefarben bis cremegrau, auch jung ohne Blautöne; Lamellen: aufsteigend angewachsen, mäßig gedrängt, creme bis cremebeige, alt mit Rosaton, Schneiden bauchig, gleichfarbig und glatt; Fleisch: extrem dünn, im Hut wässrig beigebraun, im Stiel cremegrau; Geruch: parktisch geruchlos; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis aus ca. 5 µm breiten Zellen, stellenweise mit trichodermalen Elementen, TZ keulig, bis 18 breit (sicher auch mehr), ohne Schnallen; Pigment intrazellulär (diffus und vakulolär); Cheilozystiden: unauffällig, kleiner als die Basidien, zylindrisch bis schlank keulig, oft unterteilt, LS heterogen, stellenweise steril, stellenweise fertil oder gemischt; Basidien: 4-sporig ohne Basalschnallen, z.B. 34x10; Sporen: 5-8eckig, Ecken gut ausgeprägt, heterodiametrisch, Maße: 10,7 x 7,4 (10-11,5 x 7-8), Q=1,46 (1,33-1,57); Bestimmung: Eine Festlegung auf eine Varietät scheint schwierig, am ehesten wohl sarcitulum.
Nr. 5: Entoloma jubatum (FR.: FR.) P. Karst. (Braunblättriger Filzrötling); das letzte Foto zeigt einen Fund vom 20.08.2010 aus demselben Biotop.
Funddatum: 06.10.2010; Fundort: MTB 8533-2-1-1, 920 m; Klais, Wiese am Nordhang; gesellig (4 Fk), verges. mit Hygrocybe punicea und splendidissima; Hut: bis 4 cm breit, flach kegelig mit warzenförmigem Buckel, stark filzig, trocken, graubraun, schwach hygrophan, stellenweise beige ausblassend; Stiel: bis 6,8 x 0,4 cm, zylindrisch, basal ausspitzend, ziemlich grob faserig, cremegrau, alt mehr blass graubraun, oben bereift; Lamellen: aufsteigend und sehr schmal angewachsen, gedrängt, jung grauweiß, dann rasch graubraun mit schwachem Rosastich; Schneiden bauchig, gleichfarbig und glatt bis feinst flockig; Fleisch: weiß oder wässrig grau, im Stiel cremeweiß bis cremegrau; Geruch: unauffällig; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Trichoderm, aus ca. 10-25 breiten Zellen, Pigment intrazellulär braun (diffus), Schnallen sporadisch vorhanden (3 Stück gesehen!); Cheilozystiden: überwiegend flaschenförmig und kopfig (lecythiform), teils auch lageniform bis subzylindrisch oder subutriform, bis 75 lang, z.B. 75x13x4x15, 38x8x4x7, 50x13x3x9, 42x10x5x10 (Länge x Bauch x Hals x Kopf); Basidien: übw. 4-sporig; Sporen: 6-8eckig, heterodiametrisch, 9,6 x 6,5 (8,5-10 x 6-7), Q=1,48 (1,36-1,58); Bestimmung: mit Gröger und Noordeloos geschlüsselt.
Nr. 4: Entoloma turbidum (Fr.: Fr.) Quélet (Silberstiel-Rötling)
Funddatum: 07.08.2010; Fundort: Zillertal, Hochfügen, ca. 1550 m, in Fichtenjungholz; gesellig (>5 Fk), mehrfach gesehen in dem Waldstück; Hut: bis 5,5 cm breit, gewölbt und schwach gebuckelt, graubraun, speckig glänzend, etwas zur Hälfte gerieft; Stiel: weißlich; Lamellen: aufsteigend angewachsen, gedrängt, Schneiden konvex; Geruch: fehlend (kein Mehl!); HDS: Cutis (sehr locker geschichtet, aber nicht deutlich gelifiziert), Zellbreite ca. 2-6, mit zahlreichen Schnallen; Pigment intrazellulär braun, diffus und häufig körnig; Huttramazellen etwa bis 100 lang; LS: fertil, keine Cheilos; Basidien: 4-sporig; Elemente der LTr in der Regel kurz septiert, aber auch über 110 lang; Sporen: (sub)isodiametrisch, mit zahlreichen, aber schwach ausgeprägten Ecken (kaum zählbar), dünnwandig, 7,2 x 6,5 (7-8 x 6-7), Q=1,12 (1,00-1,17); Bestimmung: mit Gröger problemlos zu schlüsseln.
Nr. 3: Entoloma fridolfingense; 3 Aufsammlungen vom selben Tag aus der Fröttmaniger Heide bei München; die Fotos 3 und 4 (Koll. 3) zeigen einen Einzelfruchkörper, der makroskopisch etwas aus dem Rahmen fällt, aber recht gut zum Foto Nr. 52 in FE5a passt; Mikromerkmale und -fotos gehören zu Kollektion 1; Koll. 1 und 2 stammen aus dem selben Areal wie der Vorjahresfund.
Funddatum: 18.08.2010; Fundort: MTB 7735-4-3-2, 490 m; München, Fröttmaninger Heide, auf Erde zwischen Gräsern am Rand eines Trampfelpfads, gesellig (7 Fk); Hut: 2,5 bis 4,2 cm breit, tief genabelt bis trichterförmig (bei 1 Fk nicht so, aber auch etw. deformiert), Rand herabgebogen, bis zum Nabel durchscheinend gerieft, trocken, völlig glatt und schwach glänzend, dunkel kartonbraun, schwach hygrophan, streifig ausblassend; Stiel: bis 3,5 x 0,4, an der Spitze erweitert, sonst zylindrisch, bisw. mit angedeuteter Längsfurche, basal stark weißfilzig, glatt, matt, olivgrau bis olivbraun (Olivton markant!); Lamellen: meist kurz herablaufend (absteigend durch Trichterform des Fk), normal bis mäßig gedrängt, sehr breit (bis 8 mm!), cremegrau mit Rosaton, Schneiden gleichfarbig und etwas schartig bis flockig; Fleisch: im Hut extrem dünn, bräunlich, im Stielkern weiß, in der Stielrinde olivgrau; Geruch: stark nach Mehl (schon am Standort und auch im Schnitt); Mikrodaten vom Exsikkat: HDS: Cutis, Zellbreite bis 8 µm, mit Schnallen; Pigment intrazellulär (diffus und vakuolär); Cheilozystiden: Schneide +/- steril, Cheilos schlank keulig, oft mit langem Stielteil, mit Schnallen, ca. 27-60 x 9-20; Basidien: 4-sporig, mit Basalschnallen (nicht immer leicht zu sehen, aber eindeutig); Sporen: 6-8eckig, heterodiametrisch, Koll. 1: 8,0 x 6,2 (7,5-8,5 x 5-6,5), Q=1,29 (1,15-1,50); Koll. 2: 8,6 x 6,6 (7-10 x 6-7,5), Q=1,31 (1,17-1,46); Bestimmung: im Gröger nicht schlüsselbar, da die Art dort unter den nicht trichterlingsförmigen aufgeführt ist, mit Noordel. problemlos zu schlüssen!
Nr. 2: Entoloma henrici Horak und Aeberhardt (Samthütiger Rötling), auf einer Mähwiese im Werdenfelser Land
Funddatum: 20.08.2010; Fundort: MTB 8533-1-2-2, 920 m; Klais, Buckelwiesen, gesellig (3 Fk); Hut: bis 4 cm breit, irregulär gewellt, feinsamtig und etwas runzelig, trocken, matt, graubraun bis schwarzbraun (etwas scheckig), nicht hygrophan; Stiel: bis 7,5 x 1 cm, hohl, ziemlich starr und spröde, mit Längsfurche, grau, längsfaserig, glatt; Lamellen: stark aufsteigend und schmal angewachsen, mäßig gedrängt, bauchig und breit, fein aderig, cremegrau, alt mit Rosaton; Fleisch: cremegrau; Geruch: schwach, +/- neutral; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: hymeniform, aus senkrecht stehenden Zellketten (3-4fach septiert), Endzellen zylindrisch bis spindelig, z.B. 42x13, 25x8, 35x10, 16x7; ohne Schnallen; Pigment in tieferen Schichten intrazellulär braun; Zystiden: keine beobachtet; Basidien: überwiegend 2-sporig, z.B. 45x10, 50x10; ohne Schnallen; Sporen: 5-6eckig, sehr variabel geformt, Maße: 10,4 x 9,2 (9,5-12 x 7,5-10), Q=1,13 (1,00-1,27); Bestimmung: mit Gröger geschlüsselt;
Nr. 1: Entoloma incarnatofuscescens im Mischwald auf Erde:
Funddaten: 16.08.2010; Fundort: MTB 8135-4-2-1, 690 m; Kleinhartpenning, Hackensee, Mischwald; bei Buche, Fichte, Tanne und Esche auf Erde; gesellig (>5 Fk); Hut: 0,7 bis 1,3 cm breit, deutlich genabelt, Rand herabgebogen, Oberfläche vor allem zentral feinschuppig bis angedrückt schuppig, zum Rand hin eher glatt, bis zum Nabel schwach durchscheinend gerieft, kartonbraun; Stiel: ca. 1,9 bis 2,5 cm lang, bis 1,5 mm breit, zylindrisch, basal gleichdick (schwach weißfilzig), anfangs blaugrau, rasch grau bis graubraun, oben schwach beschürfelt, sonst +/- glatt; Lamellen: breit angewachsen und etwas herablaufend (oft mit Zahn), mäßig gedrängt bis entfernt (ca. 18 erreichen den Stiel), jung weißlich, später zart rosabraun, Schneiden ziemlich gerade, gleichfarbig und glatt; Fleisch: dünn, im Hut- und Stielkern weißlich, sonst wässrig grau bis graubraun; Geruch: neutral; HDS: Cutis mit trichodermalen Strukturen (Schuppen), Zellbreite ca. 8-15, keulige bis spindelig aufgeblasene Endzellen ca. 16-35 breit, Pigment intrazellulär braun, keine Schnallen gesehen; Zellen der Huttrama ca. 60-220 lang, keine Inkrustationen beobachtet; Cheilozystiden: fehlend, Schneide fertil; Basidien: 4-sporig, z.B. 40x11, 39x11, ohne Basalschnallen; Sporen: heterodiametrisch, ca. 5-7 Ecken (gut ausgeprägt), 8,7 x 7,0 (8-10 x 6-9), Q=1,24 (1,06-1,33), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: mit Gröger nachgeschlüsselt;