Inocybe 2008
Nr. 1: Auf einem übermoosten Strunk im Buchenwald wuchs bereits im Juli dieser Höckersporer. Könnte zu den Petiginosae gehören.
Funddaten: 24.07.2008; MTB 7934-3-4-1, 620 m, Leutstetten, Sonnenberg Süd, im Buchenwald, auf morschem, mit Hypnum cupressiforme überwachsenem Laubholzstumpf (vermutl. Buche), nur große Buchen in der Nähe; gesellig (>10 Fk); Hut: bis 2,5 cm breit, jung halbkugelig bis stumpfkegelig, später ausgebreitet mit warzenförmigem Buckel, Oberfläche liegend feinbefasert, jung durch sehr schnell flüchtige weiße Cortina (dann mit Resten behangen) mit dem Stiel verbunden, alt am Hutrand weißlich wollig filzig(Velum?) und dadurch zweifarbig, um den Scheitel dunkelbraun, fast schokobraun, in der Randzone blass graubraun; Stiel: kurz, nicht über 3 cm lang, bis 0,4 cm dick, zylindrisch, basal gleichdick und weißfilzig, gelbbraun, haselbraun, bisweilen rosabraun bis orangebraun (vor allem jung mit rötlichen Tönen), auf ganzer Länge bereift (im unteren Drittel bisweilen undeutlich); Lamellen: normal bis mäßig gedrängt, weißlichgrau, dann über graubraun nach ockerbraun umfärbend (oft etwas scheckig), ohne Olivtöne, Schneiden weißflockig; Fleisch: im Hutkern weiß, über den Lamellen wässerig graubraun, im Stiel oft rosabraun, auch gelbbraun; Geruch: schwach, höchstens leicht spermatisch; Cheilozystiden: spindelig oder spindelig-bauchig, z.B. 70x18, 67x15, extrem dickwandig, Wandstärke 3-5 (!) µm, Anwachsstellen oft relativ breit und abgerundet, in KOH zitronengelb, PZ unauffällig; Pleurozystiden: geformt wie die Cheilos, ca. 70-90 x 15-18, Wandstärke 2,5-3,5; Stielbekleidung: Echte, metuloide Kaulos auch im unteren Stieldrittel vorhanden (trotz Cortina!), in Büscheln von zylindrischen, keuligen und blasigen Parazystiden eingebettet, Stielbekleidung auch im unteren Drittel sehr stark ausgeprägt, Maße z.B. 70x17/1,5-3, 75x17/2-2,5 (unten); 55x20, 75x17/2,5-3 (unten); HDS: -; Sporen: höckerig, Höcker meist eher schwach ausgeprägt und nicht sehr zahlreich, 8,0 x 5,2 (7,5-8,5 x 5-5,5), Q=1,54 (1,45-1,70); Bestimmung: Inocybe castanea Peck
Nr. 2: Ein Glattsporer mit Cortina und dicht weiß überfliztem Stiel. Eine etwas aus der Art geschlagene I. flocculosa?
Funddaten: 03.09.2008; Fundort: MTB 8235-4-2-2, 800 m, Marienstein, Buchen-Tannen-Fichten-Mischwald bei Buche und Tanne; gesellig (>5 Fk); verg. mit Lact. luridus ; Hut: bis 3,5 cm breit, jung kegelig, später gewölbt und schwach oder nicht gebuckelt, alt auch mittig vertieft, Hutbedeckung filzig (im Zentrum auch etwas schollig), zum Rand hin faserfilzig, Färbung graubraun bis dunkelbraun, nur jung einheitlich, später Rand deutlich heller und so zweifarbig erscheinend; Hutrand jung durch Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: bis 4 x 0,6 cm, zylindrisch, basal gleichdick, maximal bis zur Hälfte bereift, dicht filzig überzogen (weißlich), manchmal netzig überzogen wirkend oder sogar genattert, Grundfarbe bräunlich, holzfarben; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, normal gedrängt, jung weiß bis cremeweiß, später ziemlich lebhaft olivocker; Schneiden weißflockig; Fleisch: schmutzig cremeweiß, in der Stielrinde holzfarben; Geruch: schwach, uncharakteristisch; Cheilozystiden: fusiform, metuloid, Fuß meist schmal und gerade, in KOH hyalin bis sehr blass gelblich, ca. 50-70 x 12-16, Wandstärke ca. 1-2 µm, durchsetzt mit büscheligen, keuligen Parazystiden; Pleurozystiden: ähnlich wie die Cheilos, recht oft ohne Kristallschopf, ca. 70-76 x 12-16, Wandstärke 1-2,5; Stielbekleidung: im oberen Stieldrittel echte Kaulos recht spärlich, aber vorhanden, oft durch die wollige Befaserung überlagert, sonst Stielhyphen dick mit hyalinen Hyphen (weiße Natterung, Velum) überzogen); Basidien: keulig, ca. 26-30 x 8-9; Sporen: mandelförmig, dickwandig, glatt, Unterseite nicht selten bohnenförmig eingedellt, 8,3 x 4,8 (7,5-9 x 4,5-5), Q=1,71 (1,50-2,00), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Zweifel an der Bestimmung schüren die für eine flocculosa eigentlich zu blassen Hymenialzystiden; alle anderen Merkmale passen aber recht gut; die Sporen sind zwar relativ klein, aber von der Form her durchaus passend.
Nr. 3: Lilaspitzig und aus dem Buchenwald - werder griseolilacina noch cincinnata scheinen in Frage zu kommen ...
Funddaten: 03.09.2008; Fundort: MTB 8235-4-2-2, 800 m, Marienstein, Buchen-Tannen-Fichten-Mischwald, in reinem Buchenbestand an Rubrosanguineus-Platz; gesellig bis schwach büschelig (zu zweit aneinandergewachsen, >5 Fk); verges. mit Cort. citrinus; Hut: bis 2,2 cm breit, jung konisch, lange flach kegelig, schwach gebuckelt, Hutbedeckung filzig, zum Rand hin faserfilzig und am Rand auch gröber faserig; Färbung kartonbraun bis etwas dunkler braun, Rand wenig auffallend heller, Hutrand jung durch Cortina mit dem Stiel verbunden, dann mit Cortinaresten behangen und schließlich verkahlend; Stiel: bis 4 x 0,3 cm, zylindrisch, basal schwach erweitert, nie knollig oder keulig, an der Spitze schwach bereift, sonst auf blass graubraunem Grund dicht schmutzigweißlich überfasert, Stielspitze lila; Lamellen: breit angewachsen, gedrängt, jung blass graubraun, reif etwas kräftiger graubraun gefärbt, zuletzt zimtbraun (ohne Olivtöne); Schneiden feinst weißflockig; Fleisch: schmutzig weiß, über den Lamellen mit hyaliner Zone, in der Stielspitze am Rand lila, sonst cremeweiß bis schmutzigweiß; Geruch: schwach, uncharakteristisch; Cheilozystiden: überwiegend flaschenförmig, die für I. griseolilacina typische Erweiterung am Apex fehlt, eher mit sehr schlankem, langem Hals, metuloid, dickwandig, in KOH +/- hyalin, Wandstärke am Bauch 1-1,5, am Hals 1,5-2 µm, ca. 55-72 x 11-19, in büschelige, hyaline PZ eingebettet; Pleurozystiden: lageniform wie die Cheilos ca. 65-80 x 13-18; Stielbekleidung: keine echen Kaulozystiden im oberen Stieldrittel, Überfaserung hyalin und mit zylindrischen Endzellen; Basidien: ca. 26-29 x 8-8,5; Sporen: schmal mandelförmig, Unterseite bisw. schwach eingedellt, dickwandig, glatt, 8,4 x 4,6 (7,5-10 x 4-5), Q=1,84 (1,60-2,13), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: I. amethystina sollte mehr rötlichbraun sein und keine Velipellis aufweisen; eine aus der Art geschlagene I. flocculosa ist noch im Rennen;-)
Nr. 4: Auf einer Almweide bei Fichten wuchs diese Inocybe aus der Sektion splendentes:
Funddaten: 17.09.2008; Fundort: MTB 8337-2-1-4, 850 m, Geitau, untere Almen; in lockerem Fichtenbestand auf der Weide; gesellig bis büschelig (>10 Fk); Hut: bis gut 3 cm breit, nicht gebuckelt, alt eher ansatzweise vertieft, im Zentrum häufig schollig rissig, Hutdeckschicht kaum faserig, fein bis grobschuppig aufreißend, lebhaft ockerbraun, am Scheitel meißt etwas dunkler, Randzone nur wenig bis nicht aufgehellt; keine Cortina beobachtet; Stiel: bis 3 x 0,6 cm, zylindrisch, basal knollig, bisweilen ansatzweise gerandet, jung cremeweißlich, später zart holzfarben, auf ganzer Länge bereift; Lamellen: schwach aufsteigend und ziemlich breit angewachsen, normal gedrängt, jung cremeweiß, später blass cremegrau, lange ziemlich hell bleibend, zuletzt graubraun; Schneiden weißflockig; Fleisch: satt cremefarben, im Hut auch wässerig grau bis graubraun, am Übergang zwischen Hut- und Stielfleisch häufig mit auffallendem weißlichen Strich bzw. weißer Zone; Geruch: eher leicht obstig als spermatisch (auch in der ersten Trockenphase einen gewissen Willi-Geruch verströmend!); Hymenialzystiden: Cheilos recht spärlich, nicht dicht gepackt, meist hyalin, vereinzelt gelblich in KOH, flaschenförmig oder dick spindelig-bauchig, recht gedrungen und kurz, ca. 35-50 x 14-17, Wandstärke 0,5-1 am Bauch, 1,5-2 am Hals, Parazystiden vorhanden, aber oft unauffällig; Pleuros eher spärlich, breit spindelig-bauchig, flaschenförmig, auch utriform oder subclavat, ca. 48-56 x 13-17, Wandstärke am Bauch 0,5-1,5, am Hals 0,5-2,5; Stielbekleidung: im oberen Stieldrittel metuloide Kaulos, breit spindelig, z.B. 55x17/1, 50x13/0,5, aber auch dünnwandig, keulig, büschelig, metuloide bisweilen nur sporadisch; im unteren Stieldrittel ebenfalls büschelige Kaulozystiden, aber nicht metuloid, sondern dünnwandig und keulig, aber auch recht groß; Basidien: keulig, ca. 25-29 x 7,5-9,5; Sporen: mandelförmig, dickwandig, glatt; an der Unterseite höchstens etwas abgeflacht, nie eingedellt, meist schön gerundet; 7,5 x 5,0 (7-8 x 4,5-5,5), Q=1,49 (1,36-1,67), 20 Sp. gemesse; Bestimmung: Inocybe pelargonium, durch DNA-Sequenz abgesichert.
Nr. 5: I. leiocephala mit großen Fragezeichen:
Funddaten: 08.10.2008; Fundort: MTB 8136-3-4-2, 750 m, Warngau, Taubenberg, Steingraben; Bergmischwald, bei großer Fichte, Tanne und jungen Buchen; gesellig (>10 Fk); Hut: bis 2,5 cm breit, jung spitz, später flach kegelig mit sehr auffälligem zipfel- bis warzenförmigem, stark vorgezogenem Buckel, der auch farblich heller abgesetzt ist, Oberfläche fein befasert, Hutrand jung mit silbrigweißem, faserigen Velumbesatz, aber auch bei jungen Fk keine Cortina beobachtet, höchstens einzelne Velumfäden, Färbung ockerbraun bis haselnussbraun, Buckel ocker abgesetzt; Stiel: bis 4,5 x 0,4 cm, zylindrisch, basal etwas erweitert bis schwach knollig (aber kaum abgesetzt), cremefarben bis cremebeige, an der Spitze meist mir rosa Ton, bis unter die Mitte oder vollständig bereift; Lamellen: stark aufsteigend und sehr schmal angeheftet, mäßig gedrängt, jung grauweißlich, alt hellbraun, ohne Olivtöne; Fleisch: wässerig graubraun bis cremegrau, in der Stielspitze vor allem jung rosabraun; Geruch: ziemlich deutlich nach Paprikachips; Hymenialzystiden: : Lamellenschneide leicht gelblich unterlegt, PaZ reichlich, teils gelb pigmentiert, seltener auch die Cheilos und Basidien gelblich; Cheilos metuloid, spindelig-bauchig, ca. 52-77 x 14-17, Wandstärke ca. 1-3,5 (am Hals meist wesentlich dicker als am Bauch), Pleuros ähnlich, vorwiegend spindelig, z.B. 67x14, 50x14; Stielbekleidung: Echte Kaulos am ganzen Stielvorhanden, büschelig, metuloid, mit wenigen CaPaZ, ca. 52-85 x 12-19, Wandstärke 1-2; Basidien: 4-sporig, z.B. 26x10, 34x9, 30x9; Sporen: mandelförmig, dickwandig, glatt, meist mit deutlich ausgeprägter suprahilärer Depression und am Ende ab und zu etwas ausgezogen, Maße: 11,4 x 6,8 (10,5-13,5 x 6-7,5), Q=1,67 (1,47-1,85), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Nach den Schlüsseln in Funga Nordica und Stangl ist dies eine I. leiocephala, doch es gibt ziemlich grobe Abweichugen: die ziemlich hell gebuckelten Hüte und die Sporen, die etws zu groß und astrein mandelförmig sind und zudem eine starke suprähiläre Depression aufweisen