Cortinarius 2008
Nr. 27: Cortinarius turmalis aus dem nährstoffarmen Buchenwald auf Kalk;
Funddaten: 17.08.2008; Fundort: MTB 8533-4-1-1, 1000 m, Mittenwald, Kranzberg, im Buchwald; in lockerem Bestand riesiger Buchen, gesellig bis büschelig (>15 Fk); Hut: bis 9,5 cm breit, schon jung konvex, alt fast flach ausgebreitet, Rand lange eingebogen, Oberläche (bei trockener Witterung) trocken und matt (an wenigen Exemplaren schwach schmierig-schleimig), befeuchtet schwach klebrig, nicht schleimig, semmelbraun, stark eingewachsen radialfaserig, im Zentrum oft etwas dunkler orangebräunlich, stark mit Laub- und Erdteilchen besetzt, im äußeren Drittel auch mit weißen, faserigen Velumresten, Hutrand jung weißlich und durch weiße Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: bis 7 x 2,5 cm, zylindrisch, basal gleichdick oder schwach verdickt; über der Ringzone zunächst weiß, später ockerbräunlich, unter der Cortinazone schmutzig-weiß, später ockerbräunlich streifig oder fleckend; Lamellen: gedrängt, schwach abgerundet angewachsen, jung cremefarben, reif hell graubraun (milchkaffeefarben), Schneiden etwas wellig, glatt, gleichfarben; Fleisch: dickfleischig, weiß bis cremeweiß, an Fraßstellen ockerbraun verfärbt; Geruch: uncharakteristisch (ganz schwach nach rohem Fleisch); Geschmack: mild, neutral (auch Huthaut); Chemie: KOH (30%): auf Huthaut dunkelbraun, kastanienbraun; auf Hutfleisch verwaschen ockerlich; auf Stielvelum negativ (höchstens ganz verwaschen ockerbräunlich); Exsikkat: -; HDS: -; Sporen: mandelförmig (Enden nicht besonders schmal, schön abgerundet), praktisch glatt, in KOH ockergelb; 7,2 x 4,2 (6,5-7,5 x 4-4,5), Q=1,73 (1,6-1,9); 2. Messung an anderem Fk: 7,3 x 4 (7-8 x 3,5-4,5), Q=1,82 (1,75-2,14), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: müsst eigentlich passen;
Nr. 26: Ein schwarzbrauner Wasserkopf mit großen Sporen, der viele Rätsel aufgibt;
Funddaten: 15.10.2008; Fundort: MTB 8337-2-1-4, 850 m, Geitau, untere Almen; auf der Weide bei größeren Fichten; gesellig (>5 Fk); Hut: bis 3 cm breit, trocken, fein bis risspilzähnlich grob befasert, matt, haselnussbraun bis dunkelbraun, am Scheitel bis schwarzbraun und generell mit Tendenz zum Schwärzen, hygrophan, vor allem am Rand streifig bis fleckig ausblassend (michkaffeebraun), Hutrand etwas über die Lamellen gezogen und jung durch weißliche Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: bis 4,5 cm lang, bis 1,6 cm breit, vor allem jung recht kräftig, zylindrisch, bei einem Exemplar mit Längsfurche, alt etwas nachdunkelnd, Velum weißlich (?), schwach ausgeprägt; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen und bisw. mit Zahn kurz herablaufend, entfernt (ca. 28-35 erreichen den Stiel), jung zimtbraun bis rötlichbraun, alt dunkel rostbraun; Fleisch: schmutzig cremebräunlich, blass hellbraun, im Schnitt stellenweise (im Stiel) dunkelbraun verfärbend; Geruch: ziemlich deutlich nach Petersilie (aber nicht so heftig wie C. melanotus); Geschmack: -; Chemie: KOH (30%): auf Huthaut und Hutfleisch schlagartig schwarzbraun; Exsikkat: Hüte schwarzbraun bis schwarz, Lamellen schokobraun, Stiel grauocker; HDS: Epicutis dünn, aus ca. 2-7 µm breiten Zellen, blass gelbbräunlich pigmentiert (in der Aufsicht wie grieselig marmoriert, an den Zellrändern aber keine Inkrustationen zu erkennen; Hypoderm gut entwickelt, Zellen oft kastenförmig, bis ca. 25 µm breit, dickwandig, Wände gelblich pigmentiert, keinerlei Inkrustationen beobachtet, auch keine schmalen Zellen eingeflochten; Pigment vermutlich intrazellulär; in tieferen Zellschichten auch vakuolär bzw. fleckig schwarzbraun; Schnallen vorhanden; Sporen: ovoid bis subamygdaliform, fein warzig, am Apex etwas kräftiger, Maße: 9,8 x 6,4 (9-10,5 x 6-7), Q=1,54 (1,36-1,67), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: bleibt unklar, gehört vermutlich zu den Brunnei, Schlüsseln (Funga Nordica) ohne Ergebnis;
12.10.2008, Hohenkastener Filz
Nr. 25: Ein kräftig gebauter Wasserkopf mit schwarzbraunem, am Rand feinschuppig aufreißendem Hut; der Verdacht geht in Richtung C. depressus bzw. C. adalberti var. turritus.
Funddaten: 12.10.2008; Fundort: MTB 8233-1-2-4, 660 m, Iffeldorf, Hohenkasten, Stadler Weiher, Hohenkastener Filz, am östlichen Rand des Weihers im Mischwald, am Stammgrund einer Birke, nicht weit entfernt auch Schwarzerle und große Kiefern; gesellig (>5 Fk); Hut: bis 4 cm breit, kegelig, mit rundem bis fast spitzen, bisweilen etwas schräg vorgezogenem Buckel, matt, feinfaserig, zum Rand hin bisweilen schuppig bis faserschuppig aufbrechend, kastanienbraun, am Scheitel schwarzbraun, jung am Rand mit cremeockerlichen Velumspuren überzogen, sonst keine Velumreste am Hut; hygrophan; Stiel: bis 7 cm lang, bis 1 cm breit, recht kräftig, basal stark zugespitzt (konstant!) und bisw. verbogen, dunkelbraun, silbrigweiß überfasert, unterhalb der Cortinazone mit dickem, am Ansatz häutigem, weißen Velum gegürtelt; Lamellen: entfernt, sehr breit, gerade und sehr breit angewachsen, jung gelbbraun, später zimtbraun; Schneiden gleichfarben und glatt; Fleisch: wässerig braun bis dunkelbraun; Geruch: schwach nach Radi; Geschmack: nach Kohlrabi; Verschiedenen Mikromerkmale: LS ohne auffallende Marginalzellen; LT: quergestreift inkrustiert; HDS: sehr dünne Epicutis, Hypoderm gut entwickelt, Pigment deutlich inkrustierend (in allen Schichten); Sporen: ellipsoid, mäßig bis normal warzig (am Apex stärker), 6,9 x 4,6 (6,5-8 x 4-5), Q=1,49 (1,40-1,63), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: unklar, Verdacht geht in Richtung C. adalberti var. turritus, vgl. Abbildung bei Consiglio, wobei C. adalberti ein Synonym zu C. depressus ist; die Sporenmaßen der Aufsammlung liegen zwischen den beiden bei Consiglio beschriebenen Varietäten, der Q-Wert passt aber zur var. turritus; zu vergl. auch mit C. rigidus ss. PDS (Nr. 358), dort mit schmäleren Sporen und glattem Hut;
08.10.2008, Taubenberg
Nr. 24: Cortinarius hinnuleus bei Buche; zwar ziemlich fuchsig und geruchlos, aber was sollte es sonst sein? Die Sporen passen.
Funddaten: 08.10.2008; Fundort: MTB 8136-4-3-1, 730 m, Warngau, Taubenberg, Steingraben; bei großen Buchen und (weiter entfernt) Tannen, verges. mit Lact. subdulcis (?) und Leotia lubrica; gesellig (5 Fk); Hut: bis 7 cm breit, jung flach kegelig später ausgebreitet mit bisw. schwach ausgeprägtem stumpfem Buckel, Rand dann wellig und stellenweise etwas hochgeschlagen, ungerieft oder zu 1/3 schwach durchscheinend gerieft (junger Fk ungerieft), jung am Hutrand mit silbrig-weißem Velumbelag, Oberfläche schwach schmierig, fein faserig, seidig glänzend, Färbung lebhaft orangebraun bis fuchsig, im Alter mit Tendenz zu schwarzen Flecken am und um den Scheitel; Stiel: bis 10 x 1,5 cm, zylindrisch, hohl, basal spindelig oder nicht spindelig wurzelnd/ausspitzend, bräunlich, grob längsfaserig (über der Cortinazone silbrig-weiß überfasert), unterhalb der Corinazone von schmutzig-weißlichem Velum überzogen bis gegürtelt, Velumansatz schwach häutig bis wulstig, Velum neigt zur Verfärbung nach ockergelb bis ockerbraun, Stielbasis meist dunkel rotbraun; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen und bisw. mit Zahn herablaufend, entfernt (ca. 33-40 erreichen den Stiel), jung orangeocker mit weißlicher, glatter Schneide, später rostbraun, im Alter bisw. schwarzbraun fleckend; Fleisch: wässerig orangebraun bis rotbraun; Geruch: undefinierbar, schwach; Geschmack: mild, leicht ranzig (unangenehm); Chemie: KOH (30%) auf Huthaut und Hutfleisch schwarzbraun; HDS: -; Sporen: breitellipsoid bis subglobos, dicht und grob warzig, im Profil Stachelig, Stacheln zumindest am Apex oft bis 1 µm vorstehend, Maße: 7,6 x 5,9 (7-8 x 5,5-6,5), Q=1,28 (1,17-1,36), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: C. hinnuleus s. l.;
05.10.2008, Forstenrieder Wald bei München
Nr. 23: Diese freudig rotbraunen Gesellen gehören wohl zur Sektion Obtusi, sehr wahrscheinlich C. albovariegatus:
Funddaten: 05.10.2008; Fundort: MTB 7934-4-3-1, 600 m, bei großen Fichten, jungen Buchen und Eichen, auf sehr morschem, vergrabenem Fichtenholz; gesellig (>5 Fk); gesellig bis büschelig; Hut: bis knapp 4 cm breit, jung kegelig, später ausgebreitet, meist spitz, seltener abgerundet (warzenförmig) gebuckelt, glatt, fettig, etwa bis zur Hälfte durchscheinend gerieft, rötlichbraun, ohne Velumreste; Stiel: bis 6 x 0,7 cm, zylindrisch, haselnussbraun, unterhalb der Cortinazone durch weißes Velum gegürtelt; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen und meist mit Zahn herablaufend, mäßig gedrängt, jung ockerbraun, so bleibend, alt bis haselnussbraun; Schneiden leicht wellig, etwas heller abgesetzt; Fleisch: wässerig ockerbraun bis haselnussbraun, auch dunkler braun, Stiel alt hohl; Geruch: im Schnitt etwas pilzig; Verschiedene Mikromerkmale: Stieltrama: Zellen schwach gelbbräunlich pigmentiert, nicht auffallend inkrustiert (höchstens ganz schwach); LT: Zellen der Lamellentrama deutlich inkrustiert (gelbbraun); Lamellenschneide: fertil, mit eher unauffälligen, meist keuligen Marginalzellen; Chemie: -; HDS: Dünne Cutis aus ca. 3-8 breiten Zellen, evtl. diffus intrazellulär gelbbraun pigmentiert, teils deutlich quergestreift inkrustiert, Hypoderm gut ausgeprägt Zellen bis ca. 25 µm breit, mit Dickwandpigment und deutlichen rotbraunen Inkrustationen; Huttrama gelbbraun quergestreift inkrustiert; Sporen: ellipsoid, suprahilär abgeflacht oder mit schwacher Depression, dickwandig, kräftig warzig, vor allem am Apex, Warzen im Profil deutlich vorstehend, 8 x 5,1 (7-9 x 4,5-5,5), Q=1,57 (1,36-1,78), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Der Pilz gehört vermutlich zur Sektion Obtusi, am besten passen die Beschreibungen zu C. albovariegatus, fulvescens und striaepilus. C. albovariegatus passt makroskopisch sehr gut, sollte aber eher im Sommer wachsen und auffällig Marginalzellen aufweisen; über die anderen beiden Arten sind kaum Informationen aufzutreiben;
Nr. 22: Eine Art, die wohl zur Sektion Hydrocybe gehört, möglicherweise C. decipiens:
Funddaten: 05.10.2008; Fundort: MTB 7934-4-3-1, 600 m, bei großen Fichten und jungen Buchen, nicht selten auf morschem Holz; gesellig bis schwach büschelig (ca. 10 Fk); Hut: bis 2,7 cm breit, am sonst schwach bis nicht gebuckelten Scheitel mit winziger Papille oder angedeutet genabelt, Hutwölbung am Rand auffallend steil abfallend, Hutrand die Lamellen deutlich überragend und jung leicht nach innen gebogen, Oberfläche trocken, glatt, schwach glänzend, Velumreste nur bei jungen Exemplaren spärlich am Hutrand, Hutfarbe schwarzbraun, hygrophan, radialstreifig ausblassend; Stiel: bis 5 x 0,3 cm, zylindrisch, oft verbogen, unterhalb der Cortinazone mit schmutzigweißem Velum gegürtelt; Lamellen: meist stark ausgebuchtet angewachsen und mit Zahn herablaufend, entfernt, extrem breit (bis 0,8 cm!), jung dunkelgrau bis graubraun mit weißer Schneide, dann graubraun, alt zimtbraun mit schwachem Olivton, Schneiden leicht schartig und immer heller abgesetzt; Fleisch: im Hut- und Stielkern cremefarben, sonst wässerig dunkelbraun (Stiel nicht oder erst sehr spät und schwach hohl); Geruch: schwach, sicher kein Blütenduft; Stielhyphen: ohne deutliche Inkrustationen; Chemie: -; HDS: Cutis aus schmalen Hyphen, darunter ein gut ausgeprägtes Hypoderm, Pigment deutlich inkrustierend (in der obersten Schicht); in KOH (Exsikkat) ebenfalls mit stark inkrustierter oberster Hyphenschicht, Hypoderm schlecht zu beobachten; Sporen: ellipsoid, suprahilär abgeflacht oder mit ganz schwacher Depr., dicht und fein warzig, 8,7 x 5,4 (8-9,5 x 5-6), Q=1,61 (1,45-1,80), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Mit Funga Nordica geschlüsselt; die Hutbeschaffenheit entspricht sehr genau der Darstellung in der Photoflora, während die Hutform abweicht; diese recht charakteristische Hutform und die sehr breiten, jung grauen Lamellen könnten auch auf eine andere Art hindeuten, die in der Funga Nordica nicht ausgeschlüsselt ist;
17.09.2008, Mangfallgebirge
Nr. 21: Cortinarius armeniacus aus dem Bergfichtenwald, allerdings mit ziemlich schmalen Sporen:
Funddaten: 17.09.2008; Fundort: MTB 8337-2-1-4, 900 m, Geitau, untere Almen; im lockeren Fichtenbestand auf der Weide; gesellig (ca. 5 Fk); verges. mit Cort. croceocaeruleus; Hut: bis 6 cm breit, nicht oder schwach gebuckelt, radial oft einreißend, Oberfläche glatt, etwas fettig, speckig glänzend, orangebraun bis kastanienbraun, schwach hygrophan (konzentrisch zonig ausblassend), nur am Rand oder überhaupt nicht durchscheinend gerieft; Stiel: bis 5 x 1,5 cm, basal dick keulig aufgeblasen, schmutzig weiß, längsfaserig, im Bereich der Keule bisweilen wässerig blassbraun, das weißliche Velum bildet einen schwach ausgeprägten, rasch vergänglichen Gürtel; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, bisw. mit Zähnchen herablaufend, mäßig gedrängt, jung und hell graubraun mit fleischbräunlichem Ton, später hellbraun mit Orangestich, schließlich rostbraun; Fleisch: schmutzig cremefarben, auch in der Keule voll, aber wässerig und schwammig (zuletzt auch hohl werdend), unter der Huthaut wässerig orangebraun; Geruch: schwach, +/- neutral; Geschmack: mild, neutral; Chemie: KOH (30%): auf Huthaut kastanienbraun; auf Hutfleisch negativ; HDS: -; Sporen: ellipsoid, normal bis mäßig warzig, ohne suprah. Depression, nicht auffallend dickwandig, 8,2 x 4,8 (7,5-9 x 4,5-5), Q=1,69 (1,50-1,89), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Makroskopisch wohl ein ziemlich perfekter C. armeniacus, doch die sehr schmalen Sporen passen nur suboptimal zu den Beschreibungen in der Literatur;
16.09.2008, Taubenberg, Bergmischwald
Nr. 20: Cortinarius cf. lepidopus. Diese Telamonia, der unentwegt der Hut aufspringt, gehört sicher zu den Anomali, möglicherweise ist es C. lepidopus:
Funddaten: 16.09.2008; Fundort: MTB 8136-3-4-2, 750 m, Warngau, Taubenberg, Schwarzer Berg; im Bergmischwald, bei großer Buche, großer Tanne und (ziemlich weit entfernt) Fichte; verges. mit Lactarius blennius und Cortinarius delibutus und Cortinarius bolaris; gesellig (>10 Fk); Hut: bis ca. 6 cm breit (evtl. auch breiter, die größten nicht mitgenommen), jung halbkugelig, später gewölbt, schwach und flach gebuckelt, trocken, feinst samtig, jung vor allem am Rand von blass ockergrauem Velum überzogen, Hut bei vielen Exemplaren tief furchig und grobschollig aufreißend; Hutrand jung durch silbrig-weiße Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: bis 9 cm lang, bis 0,8 cm breit, zylindrisch, basal ausgeprägt keulig, blass bräunlich, an der Stielspitze mit vergänglichem Lilastich, unterhalb der Cortinazone mit blass ockergrauem oder undefinierbar gefärbtem, vergänglichem Velum überzogen, bisweilen bräunend, Keule grauweißlich mit Lilastich, Basalmycel weiß; Lamellen: schwach ausgebuchtet oder gerade angewachsen, mäßig gedrängt, jung knallviolett, später nur noch am Rand lila, sonst lilabraun bis hellbraun; Fleisch: jung violett bis lila marmoriert, später verblassend und wässerig braun; Geruch: schwach pilzig, fast neutral; Geschmack: mild, eher unangenehm; Chemie: KOH (30%): auf Huthaut kastanienbraun; auf Stielfleisch schmutzig oliv; auf Stielkeule olivbräunlich; HDS: Epicutis für ein Telamonia ziemlich chaotisch und verwurschtelt (daher vermutlich die samtige Beschaffenheit der Huthaut), Zellen ca. 5-10 µm breit, einige mit diffus intrazellulärem gelblichem Pigment, einige auch sehr schwach inkrustiert, Zellen bisw. etwas aufgeblasen, vereinzelt auch etwas aufragende Terminalzellen beobachtet; Hypoderm sehr gut ausgeprägt, mehrschichtig, kurz septiert, Zellbreite ca. bis 20 µm, mit auffallend kräftigem Dickwandpigment (in Wasser bernsteinfarben, in KOH gelbbräunlich); Sporen: subglobos, mit kräftigen, deutlich vorstehenden Warzen, im Profil stachelig, Maße: 7,3 x 6 (6,5-8,5 x 5,5-7), Q=1,22 (1,17-1,36), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: vermutlich in der Sektion Anomali zu finden, evtl. C. lepidopus;
14.09.2008, Grünwald, Isar
Nr. 19: Cortinariua turgidus cf. Ein bleicher Geselle aus dem Kalkbuchenwald. Erinnert an C. turgidus, seine relativ kurzen, breitellipsoiden Sporen passen aber nicht besonders gut zu dieser Art.
Funddaten: 14.09.2008; Fundort: MTB 7935-1-3-4, 550 m, Grünwald, Isarleite, Kalkbuchenwald; an den Rhodoxanthus-Plätzen, bei Buche (+ evtl. Hainbuche); gesellig (2 Fk); Hut: bis 3,2 cm breit, polsterig, unregelmäßig, trocken, glatt, liegend feinbefasert, verwaschen cremebräunlich (kittfarben), sehr hell milchkaffeebraun; bisweilen dunkelbraun fleckig oder streifig, nicht hygrophan; Stiel: bis 4,5 x 1,5, stark keulig bis spindelig wurzelnd; schmutzigweiß, bisw. schwach bräunend, mit flüchtigem Velumgürtel unter der Cortinazone, längsfaserig; Lamellen: stark ausgebuchtet und breit angewachsen, mäßig gedrängt bis leicht entfernt, hellbraun, reif dunkler zimtbraun, Schneiden schwach gekerbt und etwas heller; Fleisch: schmutzig cremefarben, in der Stielspitze ist ein Lila- oder Graulila-Stich zu erahnen; Geruch: uncharakteristisch; Geschmack: -; Chemie: KOH (30%): auf Huthaut hellbraun, auf Hutfleisch schmutzig olivgrau; HDS: -; Sporen: breit ellipsoid, ohne suprah. Depression, Unterseite im Profil nur schwach abgeflacht, dickwandig, dicht und fein warzig, im Profil kurz stachelig, Ornament am Ende stärker ausgeprjägt; Maße: 8 x 5,8 (7,5-9 x 5-6), Q=1,38 (1,25-1,50), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Schlüsseln mit Funga Nordica führt zu C. turgidus. Zu dieser Art passen aber leider die Sporen nicht. C. aprinus müsste einen eingewachsen faserigen, stärker pigmentierten Hut und ebenfalls größere Sporen haben.
03.09.2008, Tegenseer Berge
Nr. 18: Dieser Wasserkopf wuchs in einem feuchten Graben bei Buche und jungen Fichten. Er gehört sicher zu den Incrustati ohne Pelargoniumgeruch, ist dort aber schwer zuzuordnen.
Funddaten: 03.09.2008; Fundort: MTB 8236-3-1-1, 800 m, Marienstein, im Wurzelbereich einer großen Buche an der Grabenböschung (auch sehr junge Fichten in der Nähe); gesellig (>5 Fk); Hut: bis 2,6 cm breit, jung spitzkegelig, später gewölbt mit warzenförmigem Buckel, nur jung dicht mit feinfaserigen Velumresten besetzt, rasch verkahlend und nur noch am Rand mit Velumspuren, schokoladenbraun bis kastanienbraun, hygrophan, graubraun (Milchkaffee) ausblassend, nicht oder nur zur Hälfte und schwach durchscheinend gerieft; Stiel: bis 5 x 0,4, zylindrisch, basal gleichdick, braun (heller als der Hut) und dicht weißlich überfasert, aber auch jung kaum gegürtelt; Lamellen: aufsteigend und schmal angewachsen, mäßig gedrängt bis entfernt, jung dunkel graubraun, später zimtbraun, alt rostbraun; Fleisch: trocken schmutzig weiß, sonst wässerig braun, im Stiel rötlichbraun (hohl); Geruch: fehlend (auch beim Reiben der Lamellen nicht feststellbar, höchstens einzubilden); Lamellentrama: rotbraun pigmentiert, deutlich inkrustiert; Geschmack: -; Chemie: -; HDS: Hyphen mit braunem Pigment grob inkrustiert, Struktur schwer zu beurteilen, Hypoderm scheinbar schwach ausgeprägt, dickwandige, breite Zellen aber vorhanden, Epicutishyphen sehr unterschiedlich dick, teils aufgeblasen; Sporen: breit ellipsoid, am Apiculus deutlich zugespitz und so "umgekehrt mandelförmig" oder fast apfelkernförmig, im Profil mit deutlicher suprahilärer Depression, mit ziemlich groben, breiten Warzen; Maße: 7,5 x 5,1 (6,5-8 x 4,5-5,5), Q=1,48 (1,27-1,67); 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Nach dem Schlüssel in der Funga Nordica wohl am ehesten C. flexipes var. inolens, allerdings sollte der etwas größere Sporen haben; C. comptulus sollte noch deutlich rundere Sporen besitzen. C. flos-paludis sollte einen viel glatteren Hut haben.
25.08.2008, Fischbachau
Nr. 17: Cortinarius spec. Diesen Wasserkopf, der auf über 1300 m auf einer Almweide bei Tanne wuchs, kriege ich nicht mal in eine Sektion rein:
Funddaten: 25.08.2008; Fundort: MTB 8337-2-1-3, 1350 m, Aurach, Benzing-Alm, auf Almweide bei solitär stehender Tanne und (weiter entfernt) Fichte; Hut: kegelig, meist mit abgesetztem, rundlichen Buckel, meist stark faltig-furchig, schwach schmierig, schwach glänzend, glatt (feinst befasert), kastanienbraun, nur ganz jung mit blass silberockerlichen Velumresten am ganzen Hut, Hutrand auf 1-2 mm weißlich abgesetzt und jung durch schmutzigweiße Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: etwas spindelig bis stark keulig aufgeblasen (basal aber immer verjüngt), auf dunkelbraunem Grund dicht weiß überfasert (bis zur Spitze), so schmutzigweiß erscheinend mit braunen Flecken im unteren Stieldrittel; Lamellen: schmal angewachsen, mäßig gedrängt, schon jung rotbraun mit weißlich abgesetzter Schneide, alt hutfarben; Fleisch: schmutzig und blass cremeocker über den Lamellen wässerig braun, im Stiel voll mit einigen isolierten Kammern, in der Basis dunkler braun; Geruch: etwas muffig mit Radikomponente; Exsikkat: am Hut stellenweise schwarzbraun verfärbt; Geschmack: -; Chemie: -; HDS: Cutis, Epicutis aus 2,5-7 µm breiten, teilweise. gelifizierten, meist hyalinen Zellen, Hypoderm gut ausgeprägt, Zellen ("regensburgerförmig") ca. 40-60 lang und 15-22 breit; Pigment schwer zu beurteilen: Epicutishyphen hyalin, intraz. diffus oder ganz schwach inkrustiert, im Bereich des Hypoderms selten auch kräftiger inkrustiert, (evtl. membranär im Hypoderm); Schnallen vorhanden; Sporen: ellipsoid, normal bis kräftig warzig, am Apex auffallend grobwarzig, Maße: 7,7 x 5,2 (7,5-8 x 5-5,5), Q=1,49 (1,36-1,60); Bestimmung: gehröt in die armeniacus-Gruppe;
24. Juli, Leutstetten
Nr. 16: Möglicherweise Cortinarius trossingenensis Melot, der Trossinger Wasserkopf, im sauren Buchenwald;
Funddaten: 24.07.2008; Fundort: MTB 7934-3-4-1, 620 m, Leutstetten, im eher sauren Buchenwald, an Sommersteini-, Zigeuner- und Brätlingsplatz, bei großen Buchen in Polytrichum-Polster; gesellig (3 Fk); Hut: 2-3 cm breit, jung kegelig, dann ausgebreitet und mit warzenförmigem Buckel, jung schokoladenbraun, später heller rötlichbraun, bis maximal 1/2 Radius durchscheinend gerieft (jung nur ganz am Rand), hygrophan, längsstreifig zu ocker ausblassend; Stiel: bis 5 x 0,2 cm, zylindrisch, starr, basal gleichdick und weißfilzig, rosabraun, orangebraun, an der Spitze bereift, sonst weißlich überfasert; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen und mit Zahn herablaufend, schon jung rotbraun, später mehr rostbraun, Schneiden ockerlich, farblich deutlich abgesetzt und auffallend schartig bis gekerbt; Fleisch: im Hut- und Stielkern schmutzig cremeocker, sonst wässerig rotbraun; Geruch: unauffällig; Geschmack: -; Chemie: -; HDS: 1. (in Wasser) Oberste Schicht eine Cutis aus 2-3 Lagen schmaler Zellen (ca. 3,5-7), die +/- hyalin sind, darunter gut entwickeltes Hypoderm aus kurzen, aufgeblasenen Zellen (ca. 15-30 breit), Pigment (vor allem in den unteren Zellschichten) grob inkrustierend (Plaques), aber keine starke Natterungen erkennbar; Schnallen vorhanden; 2. (in KOH) Dünne Cutis aus 2,5-9 µm breiten, hyalinen Zellen, Hypoderm kaum ausdifferenziert, Zellen in den unteren HDS-Schichten (Subcutis?) mitunter etwas breiter und mit bernsteinfarbenen oder goldgelben Placken grob inkrustiert; Sporen: breitellipsoid bis subglobos, kräftig und dicht warzig, Warzen im Profil ca. 0,2 µm vorstehend, Maße: 5,5 x 4,3 (5-6 x 4-4,5), Q=1,29 (1,11-1,38); 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Wg. der winzigen, rundlichen Sporen und der HDS-Inkrustationen recht wahrscheinlich, obwohl der Standort bei Buche von der Beschreibung abweicht;
20. Oktober, Puppling, Isarleite
Nr. 15: Ein Myxacium, das schwer einzuordnen ist, aus dem Nadelwald (Kiefer, Fichte), vermutlich C. emunctus Fr. ss. Photoflora;
Funddaten: 20.10.2008; Fundort: MTB 8034-4-1-4, 600 m; Puppling, Isarleite; im Kiefern-Fichten-Hangwald; in von Kiefern dominiterten Waldstück am Stammgrund einer Kiefer (auch Fichten im Umkreis); gesellig (3 Fk); Hut: bis 3,5 cm breit, schwach gebuckelt, Hutrand jung die Lamellen etwas überragend, schleimig-klebrig, eingewachsen faserig, am Scheitel ocker- bis olivbraun, zum Rand hin olivgrau bis grau; Stiel: bis 7,5 x 0,9 cm, basal schwach spindelig-keulig, an der Spitze blass lilagrau und weißlich überfasert, seidig glänzend, Velumansatz direkt unter der Cortinaabrisszone, Velum schleimig, blass ockergelblich, beim Abtrocknen im unteren Stieldrittel schuppig-natterig aufreißend; Lamellen: schwach ausgebuchtet bis gerade angewachsen, mäßig gedrängt (ca. 32 erreichen den Stiel), jung hellbraun, alt bis haselnussbraun, ohne Lilatöne (höchstwahrscheinlich, kein sehr junger Fk vorhanden); Schneiden etwas heller und glatt; Fleisch: im Hut wässerig braun, Stiel hohl, in der Stielspitze grau mit minimalem Lilastich, stielabwärts blass ockerfarben; Geruch: schwach pilzig; Geschmack: mild, unangenehm ranzig; Chemie: -; HDS: 1. In Wasser: Ixotrichoderm, in der oberen, gelifizierten Schicht mit einzelnen körnelig gefüllten Zellen bzw. Hyphen, Hyphenbreite ca. 2,5-10 µm, darunter eine Subcutis mit +/- parallelen Hyphen, Pigment schwach inkrustierend, vor allem in der Subcutis bisweilen deutlich; 2. In KOH: ca. 250 µm dicke Ixocutis mit Übergang zu Ixotrichoderm, relativ stark gelifiziert, in der Epicutis oft mit diffusem intrazellulärem gelblichen Pigment (welches in Wasser körnelig gefüllt erschien), Zellen vor allem in den tieferen Schichten schwach inkrustiert, Zellbreite ca. 2-8 µm; keine lichtbrechenden Auflagerungen festgestellt; Sporen: breitellipsoid bis subglobos, grob und dicht warzig, Warzen deutlich vorstehend (ca. bis 0,3 µm), Maße: 7,2 x 5,5 (6,5-8 x 5-6), Q=1,32 (1,25-1,50); 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Nach Moserschlüssel ebenfalls C. epipoleus Fr., die Sporen sind jedoch zu klein und vor allem zu schmal. Dafür ist C. emunctus ss. Photoflora vom 08.09.2007 wohl genau dieser Pilz und stammt ja auch aus demselben Wald. HDS-Struktur und Sporen stimmen sehr genau überein;
14. September, Baierbrunn, Isarleite
Nr. 14: Cortinarius salor im Buchenwald auf Kalk; die kleinen, ziemlich blassen Fk erschweren eine sichere Bestimmung:
Funddaten: 14.09.2008; Fundort: MTB 7934-4-4-2, 550 m; Baierbrunn, Isarleite, im Buchenwald; bei Buchen in der Laubstreu; gesellig bis büschelig (3 Fk); verges. mit L. blennius; Hut: bis 2,5 cm, schwach klebrig, im Zentrum ockerfarben, zum Rand hin blass stahlgrau mit schwachem Lilastich am Rand, schwach glänzend; Stiel: ca. 5,5 x 0,4, zylindrisch, basal +/-stark keulig verdickt, deutlich klebrig, an der Spitze blass lila, unter der Cortinazone mehr blass cremeockerlich; Lamellen: mäßig bis normal gedrängt, sehr blass lilagrau, später wenig dunkler und durch die Sporen rostfleckig; Fleisch: im Hut weiß, in der Stielspitze blass lila, in der unteren Stielhälfte satt cremegelb; Geruch: schwach; Geschmack: mild; Chemie: KOH (30%): in allen Teilen negativ; HDS: ca. 500 µm dickes Ixotrichoderm aus fädigen, schwach verzweigten, teils gelifizierten Hyphen, Zellen ca. 2,5-6 µm breit, oft mit körnigen, lichtbrechenden ("grünen") Auflagerungen, Septen mit großen runden Schnallen, Pigment unauffällig; Sporen: subglobos, dicht und grob warzig, Warzen deutlich vorstehend (ca. -0,3 µm), Maße: 7,8 x 6,4 (7,5-8,5 x 6-7), Q=1,21 (1,15-1,25); Bestimmung: Mit Moserschlüssel: C. epipoleus Fr.; gehört eindeutig zur Sektion Delibuti; auffallend sind die kleinen Fk. und das Wachstum im Buchenwald auf Kalk; bleibt eigentlich nur ein verblasster C. salor;
15. Oktober, Mangfallgebirge
Nr. 13: Cortinarius cf. caninus/decoloratus bei Fichte:
Funddaten: 15.10.2008; Fundort: MTB 8337-2-1-4, 900 m; Geitau, untere Almen; bei mittelgroßen Fichten; gesellig (5 Fk); Hut: bis 6 cm breit, fein eingewachsen faserig, befeuchtet leicht klebrig-schmierig, sonst trocken (bei trockener Witterung!) und matt, kartonbraun, haselnussbraun, am Scheitel immer etwas dunkler; Stiel: ca. bis 7 x 1 cm, basal meist keulig bis spindelig-keulig (bis 2 cm breit) und bisw. schwach wurzelnd, alt hohl, an der Spitze cremeweiß, stielabwärts blass cremebräunlich, längsfaserig, ohne auffallende Velumspuren; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, mäßig gedrängt, jung beigebraun, graubraun (keine ganz jungen Fk vorhanden, vermutl. ohne Lilaton), reif haselnussbraun bis rostbraun; Schneiden weißlich, etwas unregelmäßig; Fleisch: cremeweiß, jung in der Stielspitze grau (ganz jung evtl. mit Lilastich?), im untern Stieldrittel bisw. ockerbräunlich durchwirkt; Geruch: schwach krautig (würzig-aromatisch); Geschmack: -; Chemie: KOH (30%): auf Hutfleisch und Huthaut olivbraun; HDS: Cutis mit einigen apikal abgerundeten Terminalzellen, Zellen ca. 2,5-7 µm breit, Pigment iz. goldgelb, bisw. schwach inkrustierend (in KOH beobachtet); Sporen: breitellipsoid bis subglobos, kräftig und dicht warzig, 8 x 6,8 (7,5-8,5 x 6,5-7); Q=1,18 (1,14-1,23); Bestimmung: Makroskopisch ist dieser Fund identisch mit dem vom 18.10.2008 in U-Ammergau (Nr. 8), hat aber größere Sporen. Schlüsseln mit Moser führt zu C. decoloratus, der in der Funga Nordica überhaupt nicht erwähnt wird; weg. fehlender ganz junger Fk ist auch C. caninus gut möglich;
Nr. 12: Cortinarius fraudulosus bei Fichte:
Funddaten: 15.10.2008; Fundort: MTB 8337-2-1-4, 850 m, Geitau, untere Almen; bei größeren Fichten; gesellig (3 Fk); Hut: bis 6 cm breit, (bei trockener Witterung) jung deutlich klebrig, dann trocken, matt, lederig, glatt, semmelfarben, jung etwas dunkler und mit cremegrauem Velum dünn überzogen; Stiel: bis 5,5 x 1,8, zylindrisch, blass cremeockerlich bis schmutzig cremefarben, längsfaserig und seidig glänzend, Velum unauffällig; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, mäßig gedrängt, jung blass lila, alt ockerbraun bis rostbraun; Fleisch: cremeweißlich, bis blass ockerlich; Geruch: nach Weihrauch, erinnert auch an C. mussivus, aufdringlich parfümiert; Geschmack: -; Chemie: KOH (30%): auf Hutfleisch bei jungem Fk chromgelb, bei altem blass ockerbraun; auf Huthaut: rotbraun bis kastanienbraun auf dem Hutvelum, blassbraun am alten Fk; auf dem Stiel (Mitte, junger Fk) semmelfarben; HDS: (beobachtet in KOH) Ixocutis mit übergang in ein Ixotrichoderm aus teils gelifizierten Zellen, geploppt ca. 4-10 µm breit und überwiegend deutlich quergestreift inkrustiert; darunter eine amorphe Zwischenschicht mit intrazellulär diffusem goldgelbem bis bernsteinfarbenem Pigment, darunter dickes Hypoderm aus bis zu 20 µm breiten quadratischen, rundlichen oder quaderförmigen Zellen; Sporen: (Basidien: 4-sporig) mandelförmig, im Profil mit leichter suprah. Depression, normal bis grob warzig, Warzen breit und schollig; Maße: 13,3 x 7,5 (12-14 x 7-8), Q=1,76 (1,67-1,87); 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Wegen der gelben KOH-Reaktion kommt man mit den Schlüsseln in Funga Nordica und Moser nicht auf die Bestimmung als C. fraudulosus. Bei Moser landet man bei C. inamoenus. Geruch etwas abweichend, wenn auch auffällig, aufdringlich und an mussivus erinnernd. Foto und Beschreibung in PDS (212) passen einigermaßen gut; nach Hinweisen aus dem Forum sollte es sich aber um C. fraudulosus handeln.
27. Juni, Forstenrieder Wald bei München
Nr. 11: Cortinarius tortuosus cf. Eine Telamonia-Art (vermutlich zu den Bicolores gehörend) bei Tanne:
Funddaten: 27.06.2008; Fundort: MTB 7934-4-3-2, 630 m, Oberdill, Tannenjungwald, im Moos (Bazzania trilobata), auf zumindest oberflächlich saurem Boden, bei jungen Tannen; gesellig (4 Fk), verges. mit Boletus erythropus; Hut: bis 5 cm breit, jung stumpfkegelig, bald konvex mit stumpfem Buckel, Rand lange etwas heruntergebogen, feucht etwas schmierig und schwach klebrig, glatt; Hutrand jung durch silbrigweiße Cortina mit dem Stiel verbunden; Huthaut leicht abziehbar; Stiel: bis 7 x 1,5 cm, zylindrisch, basal keulig verdickt, an der Abrissstelle der Cortina mit deutlich abgesetzter (leicht vorstehender), aber nicht häutiger Ringzone, jung völlig vom weißen Velum überzogen und bisweilen violett durchschimmernd, reif an der Spitze schmutzigweiß längsfaserig, im unteren Drittel mit leichter Neigung zum Gilben; Lamellen: mäßig gedrängt bis entfernt, schwach ausgebuchtet angewachsen und bisw. mit Zähnchen herablaufend, jung graubraun, reif zimtbraun, Schneiden weißflockig; Fleisch: : im Hut wässerig graubraun bis lilabraun, im oberen Stieldrittel kräftig violett, in der untern Hälfte verblasst, schmutzig ockergrau bis blassbräunlich; Geruch: schwach nach Kohlrabi; Geschmack: mild, auch etwas kohlrabiartig; Chemie: KOH-Reaktion: am Hut schokobraun, sonst unauffällig; HDS: (beobachtet in KOH) Ixocutis aus ca. 2-6 µm breiten, teils gelifizierten Zellen, darunter ein Hypoderm aus ca. 10-15 µm breiten Zellen, Pigment erst in unteren Zellschichten, in KOH keine Inkrustationen beobachtet; Sporen: ellipsoid, normal warzig, an den Enden auffallend grobwarzig, mit leichter suprahilärer Depression, 8,3 x 5,4 (7-9 x 5-6), Q=1,53 (1,4-1,7), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: unklar; könnte zum Artenkomplex um C. evernius gehören, am besten passt C. tortuosus; vgl. die Kollektion Nr. 5 von 2009 (gleicher Fundort, gleiches Mycel)!;
21. August, Unterammergau
Nr. 10: Ein Phlegmacium aus der Variecolores-Gruppe, mit großen, schlanken Sporen, aus dem Fichtenwald, dürfte in Richtung C. balteatus gehen;
Funddaten: 21.08.2008; Fundort: MTB 8332-3-2-2, 1450 m; Unterammergau, in lockerem höheren Fichtenwald; gesellig (>5 Fk.); Hut: polsterförmig, trocken, samtig-rauh, lederbraun bis kastanienbraun, Violetttöne nur bei jungen Exemplaren am eingerollten Rand zu erahnen, Rand zudem etwas scheckig und mit Cortinaresten behangen; Stiel: schmutzigweiß, unter der Cortinazone ockerbraun verfärbend; Lamellen: mäßig gedrängt, jung hellgrau bis blass graubraun, reif hellbraun, zimtbraun, Schneiden weiß abgesetzt; Fleisch: weiß bis schmutzigweiß, nirgendwo mit Blautönen, an Fraßstellen rostbraun verfärbt, über den Lamellen mit grauer Zone; Geruch: schwach, uncharakteristisch; Geschmack: mild, neutral; Chemie: KOH (30%): auf Huthaut dunkel rotbraun; auf Hutfleisch blass ocker mit chromgelbem Rand; HDS: -; Sporen: mandelförmig, normal warzig, in KOH ockerbraun, 11,9 x 6,4 (10,5-13 x 6-6,5), Q=1,87 (1,75-2,00); (20 Sp. gemessen); Bestimmung: Die höchstens am Hutrand erahnbaren, sonst völlig fehlenden Violetttöne passen am ehesten zu C. balteatus bzw. subbalteatus; etwas aus dem Rahmen der variecolores fallen die großen Sporen;
Nr. 9: Cortinarius saniosus agg. Unklare Telamonia, die in die Verwandtschaft von C. saniosus gehören dürfte;
Funddaten: 21.08.2008; Fundort: MTB 8332-3-2-3, 1250 m, Unterammergau, im Fichtenjungwald auf Erde mit Nadelstreu, verges. mit C. variecolor und L. picinus; gesellig (ca. 8 Fk.); Hut: bis 2 cm breit, jung kegelig, alt flach gewölbt mit stumpfem Buckel, Oberfläche eingewachsen faserig, glatt, matt, trocken, Huthaut alt radial aufreißend wie bei Inocybe, jung olivbraun, später am und um den Scheitel kastanienbraun, kupferbraun, Rand streifig, ockerbräunlich bis olivbräunlich, seidig glänzend, Hutrand jung durch blassgelbe (fast weißliche) Cortina mit dem Stiel verbunden, nicht hygrophan; Stiel: bis 4 cm lang, bis 1 cm breit (bei jungen, noch wachsenden Exemplaren), zylindrisch, basal +/- gleichdick und oft gekniet, voll bis hohl, an der Spitze jung blass zitronengelb bis ockergelb, unter der Cortinazone und alt ockergelb bis ockerbraun, stark längsfaserig, schwach seidig glänzend; Lamellen: stark ausgebuchtet angewachsen, entfernt, untermischt, bauchig, jung hellbraun bis hell olivbraun, reif etwas dunkler olivbraun, Schneiden hellgelb abgesetzt; Fleisch: im Hut zitronengelb, über den Lamellen mit wässriger Zone, im Stiel schmutzig olivgelb bis wässrig olivbraun; Geruch: schwach nach Rettich, muffig; Geschmack: leicht bitter; Chemie: (30% KOH) auf Huthaut schwarzbraun, auf Hutfleisch kastanienbraun, auf unterer Stielrinde (Velum?) erst blutrot, dann kastanienbraun; HDS: Mehrlagige Epicutis aus parallelen, ca. 3-7 µm breiten Hyphen, Schn+, Pigment diffus intrazellulär und inkrustierend, olivbraun (in KOH beobachtet); Sporen: ellipsoid bis leicht amygdaliform (Enden rund, aber schmal), warzig, an den Enden auch grobwarzig, 7,5 x 4,6 (7-8 x 4,5-5), Q=1,63 (1,5-1,8); Bestimmung: Verwandtschaft von C. saniosus, aber nicht diese Art;
18. Oktober, Unterammergau
Nr. 8: Cortinarius cf. caninus/decoloratus am Waldrand bei Fichte:
Funddaten: 18.10.2008; Fundort: MTB 8332-3-1-2, 1000 m, Unterammergau, am Waldrand in der Wiese, bei Fichte; gesellig (5 Fk); Hut: bis 5 cm breit, trocken (auch befeuchtet nicht klebrig), glatt, am Rand stark eingewachsen faserig, haselnussbraun, am Scheitel meist rötlichbraun, nur in der Randzone mit blassem, grauockerlichem Velum überzogen, Hutrand lange eingerollt und jung durch Cortina mit dem Stiel verbunden, nicht hygrophan; Stiel: bis 6,5 x 1,5, basal meist etwas keulig erweitert, voll, schmutzigweiß, längsfaserig, etwa 1 cm unterhalb der Cortinaabrisszone mit schwach häutigem bis faserigem Ansatz des Velum generale, dieses ocker bis ockerbraun; Lamellen: schwach ausgebuchtet oder gerade angewachsen, bisw. mit Zahn kurz herablaufend, jung blass beige (graubeige), später graubraun bis hellbraun; Fleisch: schmutzigweiß, über den Lamellen mit grauer, in die Stielspitze hineingezogener wässriger Zone; Geruch: -; Geschmack: -; Chemie: KOH (30%): auf Hutfleisch schmutzig grau; auf Huthaut olivbraun; HDS: Dünne Epicutis aus ca. 3-9 µm breiten Zellen, häufig mit abgerundet endenden und bis. etwas aufragenden Terminalzellen, Schn+, Pigment goldgelb, diffus intrazellulär und bisw. schwach inkrustierend (in KOH beobachet); Hypoderm gut entwickelt, Zellen unterschiedlich geformt, ca. 8-12 breit, nur in der Nähe der Epicutis pigmentiert, in tieferen Schichten hyalin; Sporen: breitellipsoid bis subglobos, dicht und normal warzig, Plage unauffällig oder fehlend, 7,4 x 6,3 (7-8,5 x 5,5-7), Q=1,17 (1,08-1,31), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Im Moserschlüssel käme man wegen fehlender Lilatttöne in den L. eher zu C. decoloratus, der in der Funga Nordica nicht erwähnt ist; die Beschreibungen bei Consiglio und in PDS passen bis auf die fehlenden Lilatöne in den Lamellen gut zu caninus; das Merkmal der schwach inkr. HDS-Hyphen ist in PDS erwähnt;
11. September, Fischbachau
Nr. 7: Cortinarius solis-occasus im Bergmischwald auf Kalk im Mangfallgebirge
Funddaten: 11.09.2008; MTB 8337-2-1-3, 950 m, Fischbachau, Aurachtal, im Buchen-Tannen-Fichtenmischwald, bei großer Buche, riesigen Tannen und (weiter entfernt) Fichten; Hut: bis 6 cm breit (nicht aufgeschirmt, Rand noch eingeschlagen), jung vor allem am Scheitel mit grauem Velum überzogen, sonst eingewachsen faserig, trocken (auch befeuchtet weder klebrig noch schleimig), Färbung unter dem graulichen (graubräunlichen) Velum rötlichbraun, fast fuchsig, Hutrand lange eingebogen und durch weißliche Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: bis 6 x 3,5, dick keulig, auch leicht spindelig verlängert, sehr kräftig, unterhalb der Cortinazone dick mit weißlichgrauem Velum überzogen, das meist einen häutigen Wulst, oder sogar einen häutigen Gürtel hinterlässt und von der Stielbasis her ockerbraun verfärbt; Lamellen: gerade angewachsen oder mit Zähnchen herablaufend, entfernt, jung hellbraun bis zimtbraun, reif rostbraun, schneiden etwas heller und schwach wellig bis schartig; Fleisch: schmutzig weißlich bis schmutzig cremefarben, im Stiel später hellbraun durchwirkt (marmoriert); Geruch: rettichartig; Geschmack: mild; +/- neutral; Chemie: auf Hutfleisch schmutzig graubraun bis olivgrau; auf Huthaut schokoladenbraun; auf Stielvelum schmutzig graubraun bis olivgrau; HDS: Dünne Cutis aus ca. 5-10 µm breiten Hyphen, Pigment intrazellulär; Hypoderm mäßig bis gut ausgeprägt (dickwandige, gedrungene Zellen), Zellbreite ca. 10-20 µm, Zellwände wenig pigmentiert, Zellen ohne inkrustierendes Pigment; Sporen: ellipsoid, im Profil bisw. annähernd apfelkernförmig, dicht und fein bis mäßig grob warzig, keine auffallenden Plageflecken, 9 x 6,5 (8,5-9,5 x 6-7), Q=1,38 (1,3-1,5), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Standort und Sporenmaße sprechen für C. solis-occasus; nicht ganz auszuschließen ist C. laniger.
18. Oktober, Unterammergau
Nr. 6: Cortinarius fulvoochrascens auf einer Mähwiese am Rand eines Fichtenwaldes (die letzten beiden Fotos zeigen eine zweite Kollektion, die ca. 150 Meter entfernt stand):
Funddaten: 18.10.2008; MTB 8332-3-1-2, 1000 m, Unterammergau,am Waldrand in der Wiese, bei Fichte; gesellig (6 Fk); Hut: bis 7,5 cm breit, erst halbkugelig, dann polsterförmig gewölbt, eingewachsen faserig, (bei feuchter Witterung/Nachtfrost/Nebel) nur befeuchtet etwas klebrig, sonst trocken, matt, lederbraun bis haselnussbraun, jung am Scheitel mit blass ockergrauem (cremegrauem) Velum überzogen, das lange erhalten bleibt, Hutrand lange eingebogen und jung durch Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: 6 x 4,5 cm (beim großen Fk), jung fast nur aus der derben, bauchigen Knolle bestehend, Knolle nur angedeutet gerandet und häufig schief, basal meist etwas ausspitzend, äußerst robust, im oberen Drittel lila durchscheinend, sonst schmutzigweiß längsfaserig, mit ockergelben feinen Velumresten, die schon in der Cortina hängen und von da abwärts den gesamten Stiel überziehen, Knolle schmutzigweiß, von der Basis her bisweilen rostbraun verfärbt; Lamellen: gerade oder kurz abgerundet angewachsen, mäßig gedrängt, jung intensiv lila, ganz jung auch hellgrau ohne Lilaton, später lilabraun bis rostbraun, am Hutrand lange lila bleibend, Schneiden weißlich abgesetzt, wellig bis leicht schartig; Fleisch: schmutzigweiß, cremeweiß, im oberen Stielbereich lilagrau (vor allem in der Rinde); Geruch: schwach, uncharakteristisch; Geschmack: mild, +/- neutral, eher angenehm nussig; Chemie: KOH (30%): auf Hutfleisch schmutzig graubraun; auf Huthaut kastanienbraun, am Hutvelum schokobraun, an der Knollenunterseite kastanienbraun; HDS: -; Sporen: ellipsoid bis ovoid, sehr grob warzig, vor allem an den Enden, Apikulus meist klein und halbkugelig abgesetzt, mit großem Tropfen (in KOH), 11,7 x 7,7 (10-13 x 7-9), Q=1,52 (1,39-1,64), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: Cortinarius fulvoochrascens Henry non Mos.; bestimmt mit dem Moser-Schlüssel (1983), sehr gut passt die Beschreibung von C. riederi (=fulvoochrascens) in PDS 5, Nr. 234; abweichend von den Beschreibungen ist die starke Ornamentation der Sporen.
15. Oktober, Mangfallgebirge
Nr. 5: Cortinarius calochrous ssp. coniferarum var. haasii auf einer Almweide bei Tanne und Fichte:
Funddaten: 15.10.2008; MTB 8337-2-1-4, 1200 m, Geitau, auf einer mit Fichten, Tannen und Buchen bestandenen, ostexponierten Waldweide, bei großer Tanne und Fichten, verges. mit Hygrophorus pudorinus und C. venetus; gesellig (4 Fk); Hut: bis 6 cm breit, (bei trockener Witterung) klebrig bis trocken, eingewachsen faserig, cremeocker bis ockerbraun, am Scheitel mit ockerbraunen Velumflocken besetzt; Stiel: bis 4,5 x 1,5, gerandet knollig, Knolle stark ausgeprägt (bis über 3 cm breit), an der Spitze knallviolett, draunter nicht ganz so grell, violettblau bis lilabraun; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, mäßig gedrängt, an der Anwachsstelle violett, sonst lilabraun bis hellbraun (keine jungen Fk vorhanden); Schneiden wellig bis glatt und etwas heller; Fleisch: einheitlich cremefarben, in der Stielrinde violett, in der Basis bisweilen ockerbraun verfärbend; Geruch: schwach ausgeprägt, +/- neutral; Geschmack: -; Chemie: KOH (30%): auf Hutfleisch blass hellbraun; auf Huthaut rötlichbraun, auf Hutvelum dunkler und intensiver kastanienbraun, an der Knollenunterseite und am Rand rotbraun bis kastanienbraun; HDS: -; Sporen: mandelförmig, grob warzig (nicht besonders hohe, aber große, derbe Warzen), 11,8 x 6,7 (11,5-12,5 x 6-7), Q=1,75 (1,64-1,92), 20 Sp. gemessen; Bestimmung: das Merkmal der vor allem am Stielansatz lange violetten Lamellen erwähnt Brandrud für die var. barbaricus, gibt diesen jedoch mit kleineren Sporen an. Beim fraglichen Fund fehlt das gelbe Basalmycel und die KOH-Reaktion ist klar positiv im Gegensatz zur Beschr. der var. Haasii bei Brandrud. Moser (1983) dagegen gibt für haasii die großen Sporen und ein positivie KOH-Reaktion an. Alles sehr verwirrend!
Nr. 4: Der Reihige Klumpfuß (C. glaucopus) auf einer Almweide bei Tanne und Fichte:
Funddaten: 15.10.2008; MTB 8337-2-1-4, 1200 m, Geitau, auf einer mit Fichten, Tannen und Buchen bestandenen, ostexponierten Waldweide, zwischen großer Tanne und mittleren Fichten, gesellig (4 Fk); Hut: 5,5-6 cm breit, flach gewölbt (nur ausgewachsene Exemplare vorhanden), stark eingewachsen faserig, trocken (trockene Witterung!), befeuchtet schwach klebrig, am und um den Scheitel schmutzig olivbräunlich, olivocker, in der äußeren Hälfte kräftig kupferbraun und faserig streifig, seidig glänzend; Stiel: ca. 4,5 x 2 cm, gerandet knollig, Randung schwach ausgeprägt (Knolle nicht über 2,5 cm breit), Stielfarbe undefiniertbar ockerlich, im oberen Stieldrittel graulila schimmernd, stark silbrig gänzend überfasert, Knollenrand ockerbraun; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, ziemlich gedrängt, jung violett und lange so bleibend, alt lilabraun, Schneiden schartig und heller abgesetzt; Fleisch: im Hut cremeweißlich, bisweilen blass ockerlich durchwirkt, im Stiel ziemlich kräftig lilablau, in der Basis lebhaft ockergelb bis rostgelb; Geruch: schwach ausgeprägt, ganz leicht süßlich phlegmacium-typisch; Geschmack: mild; Chemie: KOH (30%): auf Hutfleisch hellbraun, mit der Zeit mir schwachem Olivton; auf Huthaut kastanienbraun bis dunkelbraun; auf dem Knollenrand lebhaft kastanienbraun, rotbraun bis schwarzbraun; HDS: -; Sporen: ellipsoid bis subamygdaliform, normal bis grob warzig, 8 x 4,8 (7,5-8,5 x 4,5-5), Q=1,67 (1,5-1,9); Bestimmung: Cortinarius glaucopus; nach Moserschlüssel und Brandrud bestimmt, vgl. auch Abbildung bei Consiglio;
Nr. 3: Der Graue Klumpfuß (C. caesiocanescens) auf einer Almweide bei Fichte:
Funddaten: 15.10.2008; MTB 8337-2-1-4, 1200 m, Geitau, auf einer mit Fichten, Tannen und Buchen bestandenen, ostexponierten Waldweide, bei mittelgroßen Fichten an offenen Stellen (Tau!); gesellig (5 Fk) oder einzeln wachsend; Hut: bis 7 cm breit, jung halbkugelig, dann gewölbt, trocken (trockene Witterung!), befeuchtet schwach klebrig, stark eingewachsen faserig und seidig glänzend, tonweiß mit schwachem Lilaton, jung mit einem meist dünnen, aber auch etwas üppiger schuppig angedrücktem, blass ockerfarbenem Velum überzogen, beim Reiben am Hutrand dunkelbraun durchschimmernd; Stiel: bis 5,5 x 2 cm, gerandet knollig, Knolle bis gut 3 cm breit und unterhalb des Randes vom blass ockerfarbenen Velum überzogen, Stiel bei jungen Fk, leuchtend violettblau durch die weiße Cortina scheinend, bei älteren Fk lilabräunlich und grauweißlich überfasert; Lamellen: stark ausgebuchtet (steil aufsteigend, markanten Graben bildend) angewachsen, mäßig bis normal gedrängt, jung rein lila, später hellbraun mit Lilaton, zuletzt hellbraun bis graubraun und nur am Hutrand mit schwachem Lilastich, Schneiden glatt und heller abgesetzt; Fleisch: cremeweißlich, im oberen Stieldrittel lila, im unteren Teil der Knolle blass ocker durchgefärbt, unter der HDS mit einer auffallenden, ca. 1 mm starken dunkelbraunen Zone; Geruch: süßlich, typischer Phlegmacium-Geruch; Geschmack: mild; Chemie: KOH (30%): auf Hutfleisch hellbraun; auf Huthaut bzw. Hutvelum hell- bis etwas dunkler braun; am Knollenrand etwas lebhafter ockerbraun; HDS: -; Sporen: amygdaliform bis subcitriform (Enden unkonstant citriform ausgezogen), mäßig warzig, 8,7 x 5 (7,5-9,5 x 4,5-5,5), Q=1,73 (1,5-2); Zweitmessung am alten Einzelexemplar: 8,9 x 5,2 (8-9,5 x 5-5,5), Q=1,70 (1,55-1,9); Bestimmung: Cortinarius caesiocanescens M. M. Moser; mit Moser-Schlüssel bestimmt, Beschreibungen bei Brandrud und in PDS verglichen;
17. September, Mangfallgebirge
Nr. 2: Cortinarius subhygrophanus auf einer Almweide mit lockerem Fichtenbestand; ursprünglich als C. volvatus Smith, Contr. Univ. Mich. Herb 2, 1939:12 bestimmt:
Funddaten: 17.09.2008; MTB 8337-2-1-4, 900 m, Geitau, im lockeren Fichtenbestand auf der Weide; verges. mit Russula queletii und Hebeloma laterinum; Hut: 4,5 cm breit, ziemlich trocken, befeuchtet schwach klebrig, am Scheitel, jung auch am Rand mit dickem, grob scholligen ockergrauem Velum bedeckt, das bisweilen rostocker verfärbt, Hutfärbung violettbraun, Hutrand jung durch weiße Cortina mit dem Stiel verbunden; Stiel: ca. 3,5 x 1 cm, von oben nach unten breiter werdend und gerandet knollig, Knolle knapp 2 cm breit, Stieloberfläche längsfaserig, lila, unterhalb der Cortinazone auch ockerbräunlich durchzogen, Knollenrand häutig, darunter mit dickem blassocker bis ockerbräunlichem Velum überzogen; Lamellen: ausgebuchtet und ziemlich breit angewachsen, mäßig gedrängt, jung lilagrau (Lilastich beim jungen Exemplar nur am Hutrand zu sehen), später hellbraun; Schneiden glatt; Fleisch: in der Knolle olivocker bis ockerbraun, im Hut blass olivockerlich, in der Stielrinde violett, im Stielkern wässerig ockerbraun; Geruch: typischer, leicht süßlicher Phlegmaciengeruch, nicht sehr intensiv; Geschmack: -; Chemie: KOH (30%): auf Hutfleisch haselnussbraun bis rötlichbraun; auf der Huthaut kastanienbraun bis schwarzbraun; auf dem Velum am Knollenrand ockerbraun; HDS: -; Sporen: mandelförmig, Enden selten schwach subcitriform ausgezogen, grobwarzig, Warzen ziemlich hoch, 9,9 x 6,1 (9-10,5 x 5,5-6,5), Q=1,64 (1,5-1,8); Bestimmung: erinnert sehr an C. subhygrophanus von der Isar! Doch sind die Sporen bei jenem etwas schlanker und an den Enden stärker ausgezogen; auch der Standort, Größe und die Fleischfarben divergieren ein wenig.
14. September, Baierbrunn, Isarleite
Nr. 1: Cortinarius luhmannii aus dem Kalkbuchenwald:
Funddaten: 14.09.2008; MTB 7934-4-4-2, 550 m, Baierbrunn, Georgenstein Süd, Isarleite, im Buchenwald; direkt am Pfad an einem Wurzelausläufer; bei Buche; gesellig (3 Fk); verges. mit Clavariadelphus pistillaris; Hut: bis 5 cm breit, befeuchtet klebrig, eingewachsen faserig, dunkelbraun, am Hutrand ist ein Lilastich höchstens zu erahnen (rührt vermutl. von den durchsch. Lamellen), mit ockerbraunem Velum flockig bedeckt, die Flocken bisweilen rostbraun verfärbt; Stiel: bis 4 x 1,8, Knolle bis 2,5, gerandet knollig, Färbung ziemlich undefinierbar bräunlich, an der Spitze lila durchscheinend, silbrig längsfaserig, Knolle unterseits mit ockerbraunem Velum bedeckt; Lamellen: ausgebuchtet angewachsen, dunkel lila und lange so bleibend, mit fein gekerbten weißlichen Schneiden; Fleisch: schmutzig weiß, am Rand der Stielspitze lila, in der Knolle ockerlich durchgefärbt; Geruch: schwach süßlich (typischer Phlegmacium-Geruch); Geschmack: -; Chemie: KOH (30%): auf Huthaut dunkelbraun (aur den Velumschüppchen dunkler kastanienbraun); auf Hutfleisch blass bräunlich; auf Velum (an der Knolle) kastanienbraun; HDS: -; Sporen: mandelförmig bis subcitriform, recht gedrungen, grobwarzig, in KOH ockerbraun, 8,4 x 5,2 (7,5-9 x 5-5,5), Q=1,62 (1,5-1,7); Bestimmung: Cortinarius caesiogriseus ss. Garnweidner bzw. C. luhmannii nach der überfälligen Neubeschreibung;